Volksabstimmung zur Energiestrategie: Ein teurer Pyrrhussieg

Mit langem Atem gegen die Energiestrategie 2050

Die Schweiz hat am Sonntag in einer Volksabstimmung über ihre künftige Energiepolitik entschieden. Nach jahrelanger Intensivberieselung der Bevölkerung mit Angstparolen – Angst vor „dem Atom“, Angst vor der „Klimakatastrophe“ – hat es eine Koalition aus Politik, profitorientierten Verbänden, „Umwelt“-verbänden sowie den ihnen hörigen Medien geschafft, das Volk zu einem sehr eindeutigen „Ja“ zu überreden. Doch Grund zum Jubeln haben weder das Volk noch die Verantwortlichen, denn letztere sind jetzt in der Pflicht, Dinge zu liefern, über deren Machbarkeit und Kosten sie sich eigentlich ebensowenig im Klaren sind wie die Bürger. Die Konsequenzen werden sich in den nächsten Jahren herausstellen und für die verantwortlichen Parteien schon bald als Fluch erweisen.

Windenergie in Schweizer Wäldern…

Was beschlossen wurde, ist nämlich nur Stückwerk ohne klare Ziele. Man hat sich in der für „grüne“ Politik typischen Art zur Vernichtung bestehender Lösungen entschieden, ohne eine zuverlässige, verfügbare und bezahlbare Technologie in der Hand zu haben, mit der man das Vorhandene ersetzen kann. Ab sofort gleicht die Schweiz bezüglich ihrer Energiepolitik einer Swissair-Maschine, die abgehoben hat, ohne zu wissen, ob es am Ziel überhaupt einen Flughafen geben wird. So hat man den Bau neuer Kernkraftwerke verboten, ohne klare Ziele zu haben, wie man die bestehenden KKW nach ihrem technischen Aus ersetzen könnte. Immerhin haben diese bisher knapp 40 % des Schweizer Stroms geliefert, während fast 60 % auf die Wasserkraft entfielen. Allerdings sind die Wasserkraftpotenziale der Schweiz damit auch schon weitgehend ausgereizt. Wesentliche Steigerungen liessen sich nur durch Raubbau an der Natur erzielen. Da die Wasserkraft zudem im Winter wegen des Einfrierens der Zuflüsse im Gebirge Kapazitätseinbussen hinnehmen muss, zeichnen sich vor allem für die Wintermonate Engpässe ab. Wie man diese überbrücken soll, ohne die CO2-Bilanz durch fossil befeuerte Kraftwerk zu verschlechtern, ist unklar.

Aus für die Kernkraft

Der Volksentscheid bedeutet das definitive Aus für die Schweizer Kernkraft. Der Bau neuer KKW wird verboten. Zwar sollen die aktuell noch fünf vorhandenen KKW zeitlich unbegrenzt weiterlaufen dürfen, solange ihr Betrieb als sicher eingestuft wird, doch ist bereits jetzt eines davon zur Stilllegung im Jahr 2019 vorgesehen. Da ihr Strom zudem nach dem Willen des Nationalrats zugunsten von Strom aus Wasserkraft von der Grundversorgung ausgeschlossen werden soll, könnte der Kernkraft schon verfrüht das wirtschaftliche Aus drohen. Wie man die Leistung dieser zuverlässig verfügbaren Stromproduzenten mit unzuverlässigem Strom aus Wind und Sonne ersetzen will, ist nicht geklärt.

Die als Alternative angepriesen Solar- und Windkraftwerke werden die landschaftliche Attraktivität der Schweiz unweigerlich zerstören. Es darf bezweifelt werden, ob sich dies positiv auf den bereits seit Jahren schwächelnden Tourismus auswirken wird. Der zur Förderung „erneuerbarer Energien“ erhobene Zuschlag auf jede Kilowattstunde wird zudem von 1,5 auf 2,3 Rappen pro kWh erhöht, was etwa 11-12 % entspricht.

Kosten?

Bezüglich der Kosten wurden die Argumente der Gegner der Energiestrategie (Kosten von CHF 200,- Mrd.) mit Hohn und Spott übergossen. Die Befürworter sprachen stattdessen von CHF 40,- pro Familie und Jahr. So etwas kennt man beispielsweise aus Deutschland, wo der Grüne Minister Trittin behauptete, das dortige EEG werde die Bevölkerung nicht mehr kosten als eine Kugel Eis im Monat. Heute zahlt der deutsche Michel bekanntlich dafür im Jahr 27 Mrd. €, und die Tendenz geht immer weiter nach oben.

Verschwiegen wird von den Befürwortern, dass der Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen bereits vor rund 6 Jahren die Kosten für eine Schweizer „Energiewende“ mit bis zu CHF 150 Mrd. bezifferte. Die heute von den Gegnern genannten CHF 200 Mrd. sind demnach realistisch. Allerdings ist es der Politik gelungen, den Verband mit Versprechungen und politischem Druck zu spalten, so dass er sich inzwischen zum Befürworter gewandelt hat. An der Korrektheit der damals von seinen Fachleuten ermittelten Zahlen ändert dies jedoch nichts. Rechnet man die 200 Mrd. auf 8,5 Mio. Einwohner um, so wird jeder Schweizer Bürger mit CHF 23.000,- zur Kasse gebeten, was pro Jahr CHF 713,- ergibt. Für eine vierköpfige Familie summiert sich dies auf total CHF 94.000,- bzw. auf jährlich CHF 2.852,- gut das 71fache der „amtlichen“ CHF 40,-.

Energieeinsparung?

Eine weitere Sollbruchstelle der Energiestrategie 2050 sind die Erwartungen bezüglich Minderung des Stromverbrauchs. Nur mit dieser angenommenen Verringerung lässt sich die Abschaffung der Kernkraft überhaupt rechtfertigen. Als Richtwerte gelten derzeit ein gegenüber dem Jahr 2000 um 16 % verringerter Energiebedarf bis zum Jahr 2020, bis 2035 sollen 43 % erreicht werden. Beim Strom liegen diese Zahlen bei -3 % resp. -13 %. Wie dies mit dem gegenläufigen Trend in anderen Industrienationen sowie mit der erwarteten Erhöhung des Anteils an stromfressender Elektromobilität im Verkehr zur Deckung zu bringen sein wird, dürfte sich noch als spannend erweisen. Vermutlich werden – ähnlich wie auch im grossen Vorbild Deutschland – die energieintensivsten Industrien in andere Länder abwandern. Man mag bezweifeln, dass sich dies positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.

Naturschutz ade

Ein gerade in der Schweiz sensibler Punkt der Energiestrategie 2050 ist die Aufweichung des Naturschutzes zugunsten der „erneuerbaren Energien“. Deren Gewinnung ist künftig ein nationales Interesse, was die Errichtung in Naturschutzgebieten erleichtern wird. Zudem werden Klagemöglichkeiten dagegen deutlich eingeschränkt. Es wird spannend sein zu sehen, mit welchen Spagatübungen die angeblichen „Naturschützer“ und zugleich Befürworter der Energiestrategie 2050 wie WWF oder Greenpeace zu diesem Punkt demnächst aufwarten werden.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Auch wenn diese Wahlrunde für die Gegner der Energiestrategie 2050 mit einer krachenden Niederlage ausgegangen ist, sollte man den Mut nicht sinken lassen. Das war angesichts der seit Jahren betriebenen Desinformationskampagne – z.B. durch die COOP-Zeitung an alle Haushalte, in der Schülern erklärt wurde, CO2 sei „giftig“ – kaum zu vermeiden. Doch jetzt müssen die Befürworter dieser Politik beginnen zu liefern, sie haben keine Ausreden mehr. Und 2020 ist nicht mehr gar so weit entfernt. Jetzt ist es an der Zeit, alles zu dokumentieren, was dem Volk so erzählt wurde, jeden Namen und jeden Spruch aufzuzeichnen und diese Leute und Organisationen in den nächsten Jahren damit ständig zu konfrontieren, wenn es mal wieder darum geht, dem Bürger wegen angeblich „unvorhersehbarer“ Kostensteigerungen in den Geldsäckel zu greifen. Es ist zu hoffen, dass sich dies in einigen Jahren nicht mehr besonders positiv auf politische Karrieren auswirken wird. Dafür gibt es ein historisches Vorbild: Schon in der Antike musste der Feldherr Pyrrhus die Erfahrung machen, dass manche Siege so teuer kommen, dass sie den Auftakt für künftige Niederlagen bilden.

Fred F. Mueller

 

Rolf Wüstenhagen und seine fantasievollen Gegenbehauptungen, Teil 1

Die Gegner der Energiestrategie behaupten

Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 kostet Wirtschaft und Bürger rund 200 Milliarden Franken oder 800 Franken pro Person und Jahr während 30 Jahren. Umgerechnet auf einen Haushalt mit vier Personen sind dies jährlich 3200 Franken.

Rolf Wüstenhagen kontert:

  • Unsinn! Hier werden Äpfel mit Birnen und Bananen summiert. Wobei die Äpfel die Kosten sind, die sowieso anfallen – für den Erhalt des Stromnetzes oder den Ersatz von Kraftwerken. Die Birnen sind zusätzliche Investitionen in Sonne, Wind, Wasserkraft und Energieeffizienz, über die wir de facto abstimmen. Die 3200 Franken sind falsch und beruhen auf methodisch höchst fragwürdigen Berechnungen. Das ist keine Wissenschaft.
  • Es ist wie beim Auto: Da kann man auch nicht 50 Jahre mit denselben Reifen herumfahren und sich dann wundern, dass man plötzlich einen Platten hat. So aber argumentieren die Gegner der Energiestrategie.
  • Sie leben in einer Traumwelt, in der wir bis 2050 nichts mehr investieren, unseren Strom aus dem bis dann 81-jährigen AKW Beznau beziehen und die 100-jährigen Stromnetze noch zuverlässig funktionieren. Völlig unterschlagen wird: Weniger Energie kostet auch weniger – logisch, oder? Zwar müssen wir zuerst das Portemonnaie für ­Investitionen wie die Wärmedämmung von Häusern oder den Kauf effizienterer Autos öffnen. Langfristig aber sparen wir rund zehn Milliarden Franken pro Jahr.
  • Und Fukushima hat bewiesen: Ein einziger Atomunfall kann 100 Milliarden Franken kosten. Im Vergleich zur japanischen Küstenstadt würde es in der dicht besiedelten Schweiz noch um einiges teurer. Versichert sind die AKW-Betreiber aber gerade mal auf 1,8 Milliarden Franken.

Energieexperten beurteilen die Aussagen von Rolf Wüstenhagen:

Rolf Wüstenhagen benützt viele leere Worte, um zu sagen, dass die Gegner falsch liegen. Eine greifbare Erklärung oder einen Beleg dieser Behauptung fehlt im ersten Abschnitt gänzlich. Dann greift er zu einem Beispiel, das abenteuerlich behauptet, die aktuelle Infrastruktur unserer Energieversorgung würde seit 50 Jahren nicht modernisiert und ignoriert damit den Bau der Kernkraftwerke, der Pumpspeicherkraftwerke und alle bisherigen Installationen von Sonnen- und Windkraftwerken. Kernkraft ist aber die herausragende Weiterentwicklung unserer Stromversorgung in den letzten 50 Jahren. Sie hat den Strom für das Wirtschaftswunder der 50-er bis 70-er Jahre des letzten Jahrhunderts bereitgestellt und weist eine unschlagbare Effizienz, Zuverlässigkeit und Ökonomie auf. Die Erneuerbaren wie Wind und Sonne haben in den letzten 20 Jahren trotz enormer Weiterentwicklung nicht annähernd an diese guten Werte anschliessen können. Die deutsche Energiewende mit 26’000 Windkraftwerken und rund 60 Gigawatt an installierter Photovoltaik hat bisher klar gezeigt, dass die sichere Versorgung mit Erneuerbarer Energie komplett unmöglich ist, weil Wind und Sonne extrem wetterabhängig sind und es deshalb bei Windstille und Dunkelheit immer wieder zu grossen Versorgungslücken kommt. Zeitweise müssen auch Heute noch in Deutschland fast 95% der Stromversorgung ausschliesslich durch Kohle- Gas- Kern- und Wasserkraftwerke sichergestellt werden. Diverse Studien (Prognos) zeigen denn auch auf, dass selbst im Jahr 2050 immer noch 56% der Stromversorgung in Deutschland durch die konventionellen Kraftwerke gesichert werden müssen.

Rolf Wüstenhagen ignoriert auch die Tatsache, dass vor allem private Haushalte und der freie Markt freiwillig Milliardensummen in die Erneuerung der Verbrauchergeräte und sogar in Solaranlagen investieren. Nichts von „Traumwelt, in der nichts investiert wird“, sondern ein Spielen des freien Marktes, der automatisch die günstigere und effizientere Form von Energieproduktion- und Verbrauch findet. Die Investitionen, die Rolf Wüstenhagen meint, sind Fehlanreize in Windkraftwerke ohne Wind und Stromsparmassnahmen, die die Falschen treffen. Das ist aber genau der Grund, warum Strom teuer wird: Ineffiziente Windkraftwerke und Zwangsmassnahmen, die die Bevölkerung umsetzen muss, egal, ob sie Sinn machen oder nicht.

Bei Wüstenhagens Behauptung „Weniger Energie kostet auch weniger – logisch, oder?“ ignoriert er die relative Verteuerung des Strompreises pro verbrauchte Kilowattstunde durch die Massnahmen des neuen Energiegetzes. Problematischer ist aber die Behauptung, dass durch das neue Energiegesetz der Gesamtergieverbrauch sinken soll. Alleine bei den Gebäudemassnahmen ist eine Zunahme an grauer Energie für die zusätzliche Isolation und der Mehrverbrauch durch die Umlagerung von fossiler Energie in Stromenergie zu erwarten. Noch massiv mehr Strom wird die Elektrifizierung der Mobilität benötigen. Wie will Rolf Wüstenhagen diesen extrem hohen Mehrverbrauch mit Sparmassnahmen ausgleichen? Kalt Duschen vielleicht?

Die leidige Atomhavarie im KKW Fukushima Daichi muss selbstverständlich auch noch erwähnt werden. Wie Wüstenhagen auf die Kosten von 100 Milliarden Franken kommt, ist wohl auch ihm selber nicht ganz klar. Aber die Zahl ist natürlich eindrücklich. Warum unterschlägt Rolf Wüstenhagen die Tatsache, dass Fukushima Daichi und alle Umstände, die zum Unfall geführt haben mit unseren Kernkraftwerken nicht vergleichbar sind? Es ist kein einziger Mensch wegen Verstrahlung in Fukushima gestorben, der verursachende Tsunami und das Tohoku Erdbeben haben 18’500 Menschen das Leben gekostet. Das hat aber überhaupt nichts mit der Atomhavarie zu tun. Die Bevölkerung der Region Fukushima hat gemäss WHO wegen der Kernschmelze weder heute noch morgen gesundheitlichen Nachteile zu erwarten.

Die Zahlen und Fakten aus unserer Sicht

Die CHF 3’200,- welche die SVP als Kosten angibt, gründen auf der Tatsache, dass der Bund die Kosten der Energiestrategie auf 200 Milliarden Franken beziffert hat. Die Zahl ist meiner Meinung nach stark untertrieben, denn die Folgen des neuen Energiegesetzes werden viel weitreichender und grösser sein, als diese ungefähre Zahl der Gegner. Ich schaue lieber nach Deutschland, was die Kosten für die Haushalte betrifft und benütze dazu einfache, aber gut belegbare Zahlen:

Nur schon die in Deutschland aktuell ausgeschütteten Subventionen an die Erneuerbaren belaufen sich auf jährlich 28’000’000’000 Euro. Das sind immerhin rund 30 Milliarden Franken pro Jahr. Legt man das auf jedes Kind, jeden Mann und jede Frau um, die in Deutschland leben, erhält man schon den Betrag von 375 Franken PRO PERSON, weil die Bevölkerung Deutschlands momentan 80 Millionen Individuuen zählt. Selbstverständlich ist das ein Betrag, der noch durch die Tatsache erhöht wird, dass viele Sozialhilfebezüger keinen Strom mehr erhalten, weil sie ihn sich nicht mehr leisten können. Die Subventionen werden demnach nur von den Menschen bezahlt, die überhaupt noch Strom konsumieren können. Die Deutsche Energiestrategie hat den Strompreis seit dem Jahr 2000 ziemlich genau VERDOPPELT. Diese auch für die Schweiz mit Sicherheit zu erwartende Wirkung schlägt demnach zusätzlich massiv auf die Kosten. Rechnet man mit dem statistischen Durchschnittswert von ca. 1 MWh pro Person und Jahr, müssen demnach weitere 150 Franken pro Person dazugezählt werden. Wir sind ohne Probleme bei einem Betrag von CHF 525.- pro Person und Jahr angekommen. Das bedeutet für eine 4-Personen-Haushalt Kosten von  zusätzlichen 2’100 Franken. Wohlgemerkt, das sind die realistischen Zahlen für Deutschland, das den Weg des jetzt zur Abstimmung kommenden Energiegesetzes schon vor 17 Jahren gegangen ist. Da sind noch keine Mehrkosten für den Mehrverbrauch für Wärmepumpen und die gesamte Mobilität eingerechnet. Es fehlen in diesem Betrag auch alle indirekten Kosten durch die Verteuerung der allgemeinen Produktionsstandortes. Die Annahme, dass wir im Jahre 2035 oder auch 2050 WENIGER Strom pro Person benötigen, hat keine realistische Basis vorzuweisen. Hier irrt Wüstenhagen radikal. Das pure Gegenteil ist dagegen sehr wahrscheinlich und kann gut erklärt werden.

Man muss hier wieder mal in Erinnerung rufen, dass die Deutsche Energiewende als exaktes Muster für unsere Energiestrategie hingehalten hat. Doris Leuthard und ihre Beamten im Bundesamt für Energie haben sie fastt 1:1 kopiert. Dabei fällt auf: Die Schweizer haben ihre Variante ausgerechnet im Bereich der Minimalanforderungen für die Leistung der Windkraftanlagen leicht abgeändert. Weil unsere Windkraftwerke kaum über Wind verfügen, wurde – im Gegensatz zu den deutschen Windkraftwerken – keinerlei Mindestleistungen in Form des sogenannten Referenzertrages vorgesehen. Das Ergebnis ist fatal: Weil die Suisse Eole trotzdem 4’000 Gigawatt Leistung aus diesen ineffizient produzierenden Anlagen pressen will, muss die Schweiz auch an den untauglichsten Standorten solche Monsteranlagen aufstellen. Der Beitrag dieser untauglichen Anlagen an eine zuverlässige Stromversorgung ist gleich Null. Die Kosten für die Gesellschaft und die Natur ist aber maximal hoch.

Fazit eines neutralen Energiespezialisten:

Rolf Wüstenhagen konstruiert gekonnt negative Fakten gegen die aktuelle und bewährte Energieversorgung, die er aber weder erklären noch belegen kann. Er geht von falschen Grundlagen aus, lässt positive Aspekte gekonnt weg, um die negativen Aspekte umso mehr zu übertreiben. Seine Gegenbehauptung hat keinen Gehalt und zeigt, wie hilflos die Befürworter der Energiestrategie nach Argumenten suchen. Rolf Wüstenhagen klärt die Bevölkerung nicht auf. Er will sie glauben machen, alles Heil für die Zukunft würde durch die Annahme des revidierten Energiegesetzes möglich. Das pure Gegenteil davon kommt der Realität näher. Wie die Fakten eindrücklich belegen, führt uns Rolf Wüstenhagen bewusst oder unbewusst in die Irre mit seinen wackeligen Gegenthesen. Die Energiestrategie kostet uns auf JEDEN FALL viele Tausend Franken mehr, als ein moderater und vernünftiger Ausbau der aktuellen Energieversorgung ohne diese extremen und nicht umsetzbaren Wunschträume der Grünen.

Deshalb am 21. Mai 2017 ein grossartiges Nein, gegen dieses verfehlte Energiegesetz.

 

Windkraftwerke bringen Tod, Missbildungen und Krankheit

In der Nerzfarm von Kaj Bank Olesen ist seit 2013 die Hölle los

Damals wurden die Windkraftwerke in einem Abstand von 330 Metern in Betrieb genommen. Seither hat sich das Leben für Kaj Bank Olesen stark verändert. Seine Nerze töten sich gegenseitig, der Nachwuchs weist Missbildungen auf, täglich räumt Kaj Bank Olesen mehrere hundert tote Nerzwelpen aus den Gelegen.

Dass in Dänemark seither der Ausbau der Windkraft praktisch zum erliegen gekommen ist, kann man gut verstehen. Es ist aber eher seltsam, dass man in der gesamten Deutschen Presselandschaft davon kaum etwas hört. Einzig Welt.de hat davon berichtet. Grosse Leitmedien ignorieren das Thema aus Angst, sie würden in die Ecke der Grünstromgegner gedrückt. Aber die Probleme mit Windkraftwerken sind weltweit nicht mehr unter dem Deckel zu halten. Zitat von Jan Hylleberg, Vorstandschef des Verbandes der dänischen Windindustrie:

Ein Großteil der dänischen Kommunen hat die Pläne für neue Windparks auf Eis gelegt, bis die staatliche Untersuchung über die Gesundheitsprobleme durch Infraschall abgeschlossen ist.“

In Deutschland und der Schweiz sind solche Probleme nicht bekannt. Sie werden von den Medien und deshalb auch von den Windkraftlobbyisten in der Regierung ignoriert. Der Schweizerische Fachverband für Windkraft, Suisse Eole, behauptet bis heute, es gäbe diese Gesundheitsprobleme schlicht und einfach nicht. Es ist die gleiche Subventionsklientel, die sich für die Energiestrategie 2050 und den ungebremsten Ausbau der Windkraftnutzung stark macht.

Es ist mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass Windkraftwerke Gesundheitsprobleme bei nahelebenden Menschen verursachen. Seit Nina Pierpont das „Wind Turbine Syndrome“ eindrücklich in ihrer Studie nachgewiesen hat, folgten ihr unzählige bestätigende Arbeiten zum Thema, die von der Windradlobby bisher konsequent ignoriert werden. Hinweise auf Missbildungen bei Pferden ändern an der sturen Haltung der Profiteure genauso wenig, wie weltweit zunehmende Proteste von Anwohnern grosser Windparks. Weltweit häufen sich auch Melduungen über Verhaltensstörungen bei anderen Tieren, die in der Nähe von Windkraftanlagen gehalten werden. Für die Illusion der schönen Erneuerbaren Energie scheint jedes Mittel recht zu sein.

Und was geschieht mit den betroffenen Menschen?

Wenn Nerze, Nutztiere und Pferde von Windkraftwerken dermassen beeinflusst werden, dass Fehlgeburten und Missbildungen auffällig häufig und immer in einen eindeutigen Zusammenhang mit diesen Windmonstern auftreten, muss das auf Menschen eine ähnliche Wirkung haben. Nina Pierpont und verschiedenen weitere Wissenschaftler zeigen denn auch auf, dass in der Nähe lebende Menschen die beschriebenen Symptome des Wind Turbine Syndromes entwickeln können. Einzelne Anwohner, wie auch der Nerzfarmer  Kay Bank Olesen mussten ihre Häuser verlassen, weil sie die Belastung nicht mehr ausgehalten haben. Verkaufen lässt sich so eine Farm unter Garantie nicht mehr. Häufig machen sich Tinnitus und Schlafstörungen bemerkbar. Es gibt aber eine ganze Auswahl von weiteren möglichen Symptomen, die auch kombiniert auftreten können:

  • Kopfweh
  • Ohrendruck
  • Schwindelgefühle, Gefühl der Onmacht •
  • Übelkeit
  • Unscharfes, verwischtes Sehen
  • Tachykardie (schnelle Herzfrequenz)
  • Reizbarkeit
  • Konzentration- und Gedächtnisprobleme
  • Angstzustände, innere Unruhe während Schlaf- und Wachzustand.

Das revidierte Energiegesetz wird uns genau das bescheren, danke Doris!

Von diesen krankmachenden Windkraftwerken will uns Doris Leuthard in ihrer Energiestrategie 2050 mit weit über 1’000 Anlagen beglücken. Deshalb am 21. Mai 2017 ein grosses NEIN zu diesem dümmsten aller Energiegesetze!

Chinas Energiepolitik: Daseinsvorsorge im Vordergrund

Langfristige Planungen auf realistischer Grundlage

Wenn deutsche Politiker und „Qualitätsmedien“ über China schreiben, dann fast immer in belehrendem Ton. China wird als der große Umweltverschmutzer mit massiven Defiziten bei Demokratie und Menschenrechten dargestellt. Zudem werde dort rücksichtslos kopiert, um dann mithilfe billiger, weitgehend entrechteter Arbeiterheere minderwertigen Ramsch in riesigen Mengen zu produzieren und damit die Weltmärkte zu fluten. Nun steht es außer Zweifel, dass unser Gesellschaftssystem dem Bürger mehr individuelle Freiheiten einräumt als das chinesische. Doch wie sieht es mit der Zukunfts- und Daseinsvorsorge für die Bevölkerung aus? Wie will der Riese aus Fernost seine Bewohner künftig mit ausreichender, sicher verfügbarer und bezahlbarer elektrischer Energie versorgen? 

 

Windkraftanlagen sind Vogel- und Fledermauskiller sowie potenzielle Brandherde mitten in unseren Wäldern

In Deutschland will man dem Bürger eine streng asketische Zukunft verordnen. Um die uns angeblich drohende Klimakatastrophe durch konsequente „Dekarbonisierung“ zu verhindern, soll die Bevölkerung zu massivem Konsumverzicht erzogen werden. Das geht schon bei Nebensächlichkeiten los, so z.B. im Bundesumweltministerium, wo Besucher keine Fleischgerichte mehr erhalten werden [VEGG]. Das Umweltbundesamt rät hingegen zu einem 40tägigen freiwilligen „Autofasten“ ab Aschermittwoch [AUFA]. Die Regierung selbst definiert in einem Bericht an ein UNO-Gremium ihre Ziele bezüglich der Energieversorgung wie folgt: „Der Gesamt-Primärenergieverbrauch soll bis 2020 gegenüber 2008 um 20 % sinken, bis 2050 wird eine Senkung um 50 % angestrebt. Der Bruttostromverbrauch soll bis 2050 gegenüber 2008 in einer Größenordnung von 25 % vermindert werden“ [STZI]. Rechnet man diese Angaben entsprechend um, so hat sich Deutschland demnach zu einer Verbrauchsobergrenze von lediglich noch ca. 436 TWh (Terawattstunden) verpflichtet, für die Stromproduktion ergäbe sich daraus ein Maximalwert von ca. 450 TWh. Im Jahr 2016 lag sie dagegen mit 648,2 TWh um volle 44 % darüber. Da zudem Öl, Gas und Kohle (und zugleich die Kernkraft) drastisch reduziert werden sollen, kann man sich ausmalen, welche Abstriche am bisherigen Lebensstandard auf die Bevölkerung zukommen. Und die Umstellung des Verkehrs auf Elektroautos sollten wir auch nicht vergessen: 45 Mio Pkw und die bisher mit Diesel betriebenen Flotten von LKW und Bussen würden alleine schon beim jetzigen Stand jährlich 337 TWh benötigen. Da bliebe für den restlichen Bedarf der Bevölkerung nicht allzu viel übrig. Aber das steht auf einem anderen Blatt und soll hier nicht weiter vertieft werden.

Chinas Zukunftsplanung beim Strom…

Rechnet man die für Deutschland vorgesehenen 450 TWh jährlicher Stromproduktion auf die Gesamtbevölkerung von 82 Mio. um, so sollen jedem Bürger künftig pro Jahr rechnerisch ca. 4.500 kWh zur Verfügung stehen. Das sind etwa 30 % weniger als 2016. Wie sieht es diesbezüglich in China aus? Dazu gibt es in der Zeitschrift Nuclear Street News [CHIN] aktuelle Zahlen der dortigen National Energy Administration (NEA). Demzufolge liegt der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch an elektrischer Energie in China nach einem Ranking des „Index Mundi“ derzeit bei 3.926 kWh. Das ist lediglich rund ein Drittel der 12.186 kWh, die jedem US-Bürger zur Verfügung stehen.

Doch während Deutschland seinen Bewohnern den Energieverbrauch massiv kürzen will, sieht man in China die ausreichende Verfügbarkeit von Energie als eine unabdingbare Voraussetzung zur Aufrechterhaltung einer Hochzivilisation. Deshalb plant man eine kontinuierliche Steigerung. Aktuell befindet sich das Land diesbezüglich nur auf dem 69. Rang, was sich auch im Lebensstandard widerspiegelt. Bis zum Jahr 2030 will die Staatsführung 5.500 kWh pro Kopf und Jahr erreichen und diesen Wert bis 2050 auf 8.500 erhöhen. Damit befände man sich dann an der Schwelle zu den 25 bestversorgten Ländern der Erde.

…setzt ein wenig auf Wind und Sonne…

Viele Ideologen der „erneuerbaren“ Energien sehen China derzeit als eine Art gelobtes Land von Wind- und Solarenergie, weil man dort im Rahmen des laufenden Fünjahresplans bis 2020 insgesamt 343 Mrd. € in „CO2-freie“ Stromerzeugungstechnologien investieren will [SPIE]. Die Entwicklung der entsprechenden Investitionen veranschaulicht Bild 1.

Bild 1. Die Vertreter der „erneuerbaren“ Energien setzen große Hoffnungen auf China, das inzwischen gut 35 % der weltweiten Investitionen auf diesem Gebiet tätigt (Grafik: [REN21])

 

Schaut man auf die Entwicklung z.B. der Kapazität der installierten Windenergieanlagen [WIWI], so findet man beeindruckende Zahlen und Steigerungsraten (Bild 2). Vertreter der „erneuerbaren“ Energien stellen diese gerne als vorbildlich für den Rest der Welt heraus.

Bild 2. In den vergangenen zwölf Jahren steigerte China die Kapazität der installierten Windenergieanlagen um mehr als das Hundertfache von 1,26 auf 149 GW [WIWI]. Auch bei der Solarenergie wurden hohe Steigerungsraten erzielt

Diese Euphorie etlicher „Öko-Energetiker“ rührt allerdings wohl zu einem nicht geringen Teil daher, dass viele unter ihnen kaum Übung darin haben, nüchterne Fakten wie Dimensionen, Aufwendungen und Kosten einer technisch anspruchsvollen Aufgabenstellung zu erfassen. Zunächst muss man sich vor Augen führen, wie riesig das Land im Vergleich zu Deutschland ist. Chinas Kraftwerke erzeugen derzeit jährlich ca. 5.000-6.000 TWh an elektrischer Energie, rund 8-9 Mal soviel wie Deutschland. Hiervon sind allerdings lediglich rund 23 % „erneuerbar“, und davon zählen mehr als 18 % zu den „konventionellen“ Erneuerbaren, nämlich der Wasserkraft, zu der insbesondere der Drei-Schluchten-Staudamm beiträgt. Eine Aufschlüsselung der Beiträge der verschiedenen Energieträger für das Jahr 2014 zeigt Bild 3.

Bild 3. Anteile der verschiedenen Energieträger an der chinesischen Stromproduktion im Jahre 2014. Daten: [WIKI]

Im Jahr 2014 trugen Wind mit 2,7 % und und Solar mit 0,5 % demnach zusammen nur etwas mehr als 3 % zu Chinas Stromerzeugung bei, was trotz der beeindruckenden Brutto-Kapazitätsangaben an den im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken beschämend schlechten Nutzungsgraden der „erneuerbaren“ Energielieferanten liegt. Bis zu deutschen Dimensionen – derzeit ca. 18 %, davon 12 % Wind und 6 % Solar – wäre auf jeden Fall noch ein weiter Weg zurückzulegen, und 80 oder gar 100 % sind für das Schwellenland China finanziell auf keinen Fall zu bewältigen. Bereits jetzt stößt man dort trotz dieser vergleichsweise niedrigen Prozentsätze hart an seine Grenzen, insbesondere was die Belastung der Stromnetze angeht, deren Errichtungs- und Betriebskosten in diesem riesigen Land entsprechend hoch sind. Bereits 2015 wurden deshalb 15 % der chinesischen Windenergieproduktion schlicht „weggeworfen“ [CHDI]. Dies zeigt sich auch am Nutzungsgrad, der mit durchschnittlich 15,8 % selbst unter den deutschen Werten liegt. Das führte zu Auseinandersetzungen zwischen den Provinzen, deren Netzbetreiber versuchen, diesen Störstrom möglichst aus ihren Netzen herauszuhalten, und der Zentralregierung, die aus diversen Gründen gerne mehr davon verwendet sehen möchte.

Interessanterweise scheint die Zentralregierung angesichts dieses Gegenwindes jetzt ihre Ziele in diesem Bereich zurückzuschrauben. So hieß es noch 2016 aus der NEA, dass man im laufenden Fünfjahrplan die Kapazitäten bei Wind von 129 GW auf 210 GW und bei Solar von 43 GW auf 110 GW ausbauen wolle, was dann noch auf auf 250 GW Wind und 150 GW Solarkapazität aufgestockt wurde [CHDI].

Bild 4. Im Bereich Fotovoltaik sind chinesische Hersteller an der Weltspitze

Inzwischen scheint man jedoch wieder umzudenken. Kürzlich gab es Berichte, dass diese Aufstockung zurückgenommen wurde und China jetzt wieder zu den ursprünglichen niedrigeren Zahlen zurückkehre, wobei darin jetzt auch Offshore eingebunden ist [RECH]. Zudem gibt es Meldungen über Einschnitte bei den Vergütungssätzen für Fotovoltaik.

…und immer stärker auf Kernkraft

Ein entscheidender Punkt, den viele Anhänger der „Erneuerbaren“ bei ihren Blütenträumen bezüglich asiatischer Nationen häufig übersehen, ist der Pragmatismus dieser Länder bei der Bewältigung existenzieller Herausforderungen. So z.B. in Japan, wo Greenpeace, WWF und Co. seit den Nuklearhavarien von Fukushima die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken mit allen Mitteln bekämpfen und behindern, wobei ihnen die internationalen Medien als Sprachrohr und Multiplikator dienen. Hierbei fällt unserer von diesen „Fake-News“-Medien eingeschläferten Bevölkerung anscheinend nicht einmal der Umstand auf, dass diese Organisationen offensichtlich auch dort unten erstaunlich häufig von Leuten mit erkennbar westlicher Herkunft geführt werden. Da die Inbetriebnahme freigegebener Kernkraftwerke kaum vorankommt und sich die „Erneuerbaren“ als kostspieliger Irrweg erwiesen haben, setzt Premier Shinzo Abe jetzt stattdessen auf Kohle und will in den kommenden Jahren 45 neue Kohlekraftwerke bauen lassen. So dämlich, sich gleichzeitig von der Kern- und der Kohlekraft zu trennen, ist man in Japan nicht.

Deshalb hätten auch die jubelnden „Ökos“ sich nicht davon täuschen lassen sollen, als China dreistellige Milliardeninvestitionen in CO2-freie Stromerzeugungstechnologien ankündigte. Für das „Reich der Mitte“ sind dies nur Peanuts, und sehr zum Leidwesen von Greenpeace & Co. gehört zu diesen Planungen auch die Kernenergie. Und hier hat man wirklich große Pläne, denn das Land wurde in seiner diesbezüglichen Entwicklung durch die Fukushima-Ereignisse erheblich zurückgeworfen. Chinas Führung hat ab 2011 auf diesem für die zukünftige Versorgung extrem wichtigen Sektor zunächst zahlreiche Projekte gestoppt und sich ausreichend Zeit genommen, um die Situation und die mit der Kernkraft verknüpften Risiken ausführlich zu analysieren. Man nahm lieber eine mehrjährige Verzögerung in Kauf, als unvertretbare Risiken einzugehen. Im Unterschied zu Deutschland hat man anschließend jedoch beschlossen, die Kernkraft weiter auszubauen. Im aktuellen Fünfjahrplan ist nahezu eine Verdopplung der Nuklearkapazität vorgesehen [CHNU].

Im November 2016 waren in China 36 Kernkraftwerke mit einer Kapazität von 31,4 GW in Betrieb. Von den derzeit im Bau befindlichen 40 Reaktoren [STAT] sollen allein in diesem Jahr fünf in Betrieb genommen werden. Bei acht weiteren ist der Baubeginn noch in diesem Jahr vorgesehen, und zugleich sollen acht weitere Projekte „auf Kiel gelegt“ werden. Aktuell veröffentlichter Planungsstand sind 58 GW KKW-Kapazität bis 2020 und 150 bis 250 GW bis 2030 [CHIN]. Damit würde die Nuklearkapazität des Landes innerhalb von nur 13 Jahren um den Faktor acht (!) zulegen. Für die Zeit nach 2030 sagen Berichte über entsprechende Planungen noch weit höhere Zuwachsraten voraus. Ein wichtiges Hemmnis scheint derzeit der Mangel an geeigneten Fachleuten zu sein. In Betrieben und Universitäten arbeitet man bereits daran, diese Ausbildungsgänge entsprechend auszubauen. Für den Zeitraum nach 2040 soll in China dann die Stunde der „schnelle-Neutronen“-Reaktoren („schnelle Brüter“) schlagen, die nuklearen Abfall, Plutonium sowie abgereichertes Uran verwerten können. Ihre Kapazität soll bis 2100 auf 1.400 GW anwachsen [NUK]. Das allein entspräche etwa 1.000 bis 1.400 weiteren Kernkraftwerken.

China will mit jeder Technologie verdienen

Betrachtet man die Lage der verschiedenen Energiesektoren in China, so erkennt man eine geschickte Verknüpfung mit einer mehrgleisigen Handelsstrategie. Man setzt einerseits auf den aktuell ungebrochenen weltweiten Markttrend zugunsten von Wind und Solar. Dieser soll künftig ja zusätzlich durch jährliche Klima-Ablasszahlungen von 100 Mrd. US-$ Dollar der Industrieländer für Energieprojekte in der 3. Welt befeuert werden. Nicht zuletzt deshalb stützt China durch große inländische Investitionen die eigenen Industrien und ermöglicht es ihnen, auf diesen Märkten in vorderster Position mitzumischen. Dies dürfte erklären, warum die Zentralregierung aktuell neben der hohen Kapitalbindung sogar negative Auswirkungen im Lande in Kauf nimmt.

Langfristig setzt man jedoch erkennbar auf die Kernenergie. Auch wenn deren Anteil im eigenen Land ebenso wie die Marktchancen im internationalen Umfeld im Moment noch gering sind, so sind die Investitionen ebenso wie die Entwicklungsaktivitäten erkennbar auf hohe Steigerungsraten ausgelegt. Aufgrund der hohen Nutzungsgrade der Kernkraft erbringt die Investition in ein GW Kernenergie jährlich rund 6 Mal soviel Strom wie Windenergieanlagen mit gleicher Kapazität. Geplant sind derzeit 61 GW Wind und 27 GW KKW, welche den gleichen Stromertrag liefern wie 162 GW Windenergieanlagen. Aus diesen Zahlen ist die Stoßrichtung der chinesischen Energiepolitik klar abzuleiten.

Zudem ist sich China bewusst, dass dieser Markt in vielen Ländern erst dann attraktiv werden dürfte, wenn sich der aktuelle Hype mit den „Erneuerbaren“ totgelaufen hat. Bis es soweit ist, wird man für die künftigen eigenen KKW-Modelle über internationale Zulassungen verfügen, so beispielsweise in Großbritannien. In einigen Jahren wird Deutschland mit brummendem Schädel aus seinem energetischen Selbstzerstörungsrausch namens „Dekarbonisierung“ aufwachen. Dann werden lächelnde chinesische Handelsdelegationen bereitstehen, uns alles zu liefern, was für die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit preisgünstiger und sicher verfügbarer Energie so benötigt wird. Zu großzügigsten Konditionen, versteht sich. Allerdings dürfte die Inzahlungnahme gebrauchter Solarpaneele und Windanlagen nicht dazugehören.   

Fred F. Mueller

Quellen

  • [AUFA] http://www.n-tv.de/politik/Umweltamt-ruft-zum-Autofasten-auf-article19723009.html
  • [CHDI] https://www.chinadialogue.net/blog/9113-All-eyes-on-China-s-13th-Five-Year-Plan-for-energy/en
  • [CHIN] http://nuclearstreet.com/nuclear_power_industry_news/b/nuclear_power_news/archive/2017/03/02/china-maps-out-its-nuclear-future-030202#.WLmmXH_OxLh
  • [CHNU] http://www.world-nuclear-news.org/NP-China-sets-out-nuclear-plans-for-2017-0203174.html
  • [DACA] http://dailycaller.com/2017/02/01/japan-infuriating-enviros-by-building-45-new-coal-power-plants/
  • [NUK] http://www.world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-a-f/china-nuclear-power.aspx
  • [RECH] http://www.rechargenews.com/wind/1188761/china-eases-back-2020-re-targets-with-latest-5yp-goals
  • [REN21] RENEWABLES 2016 – GLOBAL STATUS REPORT RENEWABLE ENERGY INDICATORS Key Findings
  • [SPIE] http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-investiert-343-milliarden-euro-bis-2020-in-oekostrom-und-atomkraft-a-1128741.html
  • [STAT] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/157767/umfrage/anzahl-der-geplanten-atomkraftwerke-in-verschiedenen-laendern/
  • [STZI] Bericht der Bundesregierung zum High-Level Political Forum on sustainable Development 2016, 12. Juli 2016. http://www.bmz.de/de/index.html
  • [VEGG] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umweltministerium-serviert-bei-veranstaltungen-nur-noch-vegetarische-kost-a-1135231.html
  • [WIKI] https://en.wikipedia.org/wiki/Renewable_energy_in_China
  • [WIWI] https://en.wikipedia.org/wiki/Wind_power_in_China

 

 

Nach Ablauf der Subventionsparade wird es keine Windkraftwerke mehr geben

Die Windkraftlobby hat es selber erkannt

Die topaktuelle Studie „WEITERBETRIEB VON WINDENERGIEANLAGEN NACH 2020“ der Deutschen WindGuard GmbH wurde im Auftrag der Naturstrom AG in Düsseldorf erstellt und kann deshalb als objektiv gelten. Es sind demnach die Betreiber von Windkraftanlagen selber, die zum Schluss kommen, dass:

  • Der Weiterbetrieb nach 20 Jahren pro Windkraft-Kilowattstunde Strom bis zu 5 Eurocent kostet.
  • Der Marktpreis dieses Stromes aber bei ca. 3 Eurocent liegen wird.

Die Aussage ist deshalb objektiv und wissenschaftlich erhärtet: Windkraftwerke können ohne massive Subvention nicht ökonomisch betrieben werden. Weder heute noch morgen. Und weil Windkraftwerke IMMER durch konventionelle Kraftwerke gestützt werden müssen, wird sich das  auch nicht ändern, egal ob es in Zukunft einen brauchbaren Speicher für Windstrom geben wird oder nicht. Denn jede Speicherung von Windstrom macht diesen wiederum massiv teurer und treibt die ökonomische Bilanz noch tiefer in den roten Bereich.

Entscheidend ist die hervorragende Bewindung des Standorts

Nur beste Standorte haben eine Chance, nach der Subventionszeit wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Denn die Kosten sind praktisch linear mit dem guten Windaufkommen verknüpft. Es könnte sogar eine überproportionale Steigerung der Einnahmen erwartet werden, je häufiger Wind weht, weil dann die Abnahme im Stromnetz zu Zeiten erfolgt, in denen der Strom auch wirklich benötigt wird.

Für die Schweiz eine klare Aussage

Die Umstände in der schlecht bewindeten Schweiz lassen die Aussage zu, dass sich Windkraftwerke ausschliesslich für die Betreiber und nur aufgrund der extrem hohen Subventionen lohnen. Nach Ablauf der Subventionsstützung müssen praktisch alle Anlagen wegen extremer Unwirtschaftlichkeit abgebaut werden. Dazu kommt, dass sich auch die Begründung der „Anschubfinanzierung“ als Basis der Subventionsdiskussion auf keinen Fall mehr halten lässt. Die vorliegende Studie lässt den einzig gültigen Schluss zu, dass Windkraftnutzung in der Schweiz von Beginn weg nur zum Zwecke der Subventionsabschöpfung eingeführt worden ist. Einen gesamtökonomischen Grund für die Gesellschaft hat es nie gegeben und es wird ihn auch nie geben. Mit freundlichen Grüssen an unseren Chefökonomen für die Schweizer Windkraftlobby, Professor Doktor Rolf Wüstenhagen und sein Team.

Quelle: Studie „WEITERBETRIEB VON WINDENERGIEANLAGEN NACH 2020“ 

Schöne neue Öko-Energiewelt: Licht aus, Pullover an, Treppe statt Lift

Öko-Rotkäppchen und der böse Dunkelflaute-Wolf

Die aktuelle Kältewelle in Europa bringt es an den Tag: Aufgrund des kalten Wetters sind die Stromerzeugungskapazitäten in manchen Ländern extrem am Limit. Ganz besonders in Frankreich, wo man wegen der zeitweiligen Stilllegung von zahlreichen Kernkraftwerken für Sicherheitsüberprüfungen bereits Notmaßnahmen ergreifen musste. Die dortige Erzeugung reicht wegen dieser Stilllegungen nicht mehr aus und muss durch Stromimporte aus dem Ausland ergänzt werden. Allerdings will die Politik sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern die zuverlässig Strom erzeugenden Kern- und Kohlekraftwerke kurz- bis mittelfristig stilllegen und durch angeblich „grundlastfähigen“ Strom aus Wind- und Solarkraftwerken ersetzen. Je weiter dieses Vorhaben voranschreitet, desto sicherer steuert letztlich ganz Europa auf eine Katastrophe zu.

Den Ernst der Lage verdeutlicht eine Meldung des Manager-Magazins vom 19. Jan. 2017 [MaMa]. Unter der Überschrift „Blackout-Gefahr – Atomkraftwerke schwächeln – In Frankreich gehen die Lichter aus“ wird gemeldet, dass die Stadtverwaltung von Paris wegen der extremen Stromknappheit an etwa 330 öffentlichen Gebäuden die Außenbeleuchtung ausschalten ließ. Weitere von der französischen Regierung im Rahmen einer groß angelegten Kampagne angeregte Stromsparmaßnahmen: Franzosen sollen mehr Treppen steigen statt den Fahrstuhl zu benutzen, und auf große E-Mail-Anhänge verzichten, um Serverleistung zu sparen. Wohnräume sollen nur auf 19 Grad geheizt werden, Bewohner dickere Pullover tragen und häufiger die Lichter ausmachen. Selbst großen Industriebetrieben wie der Aluminiumschmelze von Rio Tinto Alcan in Dünkirchen will man notfalls die Stromzufuhr kappen. Normalerweise sollte man solche Vorschläge angesichts der Erfordernisse moderner Industrienationen für einen schlechten Witz halten. Doch leider ist dies kein Scherz, sondern bitterer Ernst. Ohne die Unterstützung der Nachbarländer über das europäische Verbundnetz wären in der „Grande Nation“ vermutlich bereits im November 2016 die Lichter ausgegangen. Wie kam es dazu?

 

Bild 1. Stromerzeugungsanteile in Frankreich (Bild: Commons.Wikimedia, Theanphibian [Thea])

 

Sorgen bei der Kernkraft

Eigentlich hatte Frankreich bereits vor Jahrzehnten voll auf die Kernenergie gesetzt und mit aktuell 58 Kraftwerken den mit Abstand größten Bestand in Europa. Sie decken den Strombedarf des Landes zu über 70 %, Bild 1. Damit hätte das Land bei konsequenter Fortführung bis heute ein stromsorgenfreies Dasein. Diverse politisch bedingte Fehlplanungen führten jedoch zu Überkapazitäten, außerdem wurde die französische Kernenergiepolitik von Nachbarländern aus heftig befehdet. Dies führte dazu, dass Neubau bzw. Ersatz von KKW bisheriger Bauart auf die lange Bank geschoben wurden und man wegen der in Europa vorherrschenden Sicherheitsbedenken mit dem EPR einen neuen Reaktortyp entwickelte, der wegen der übertriebenen Berücksichtigung von Einwänden und Vorbehalten weitaus komplexer und teurer ausfiel als seine Vorgängermodelle. Von diesem sind bisher jedoch erst zwei Exemplare im Bau, wobei es sowohl in Olkiluoto (Finnland) als auch in Flamanville (Frankreich) zu massiven Problemen mit Termin- und Kostenüberschreitungen kam. Hinzu kam, dass 2016 bei der Überprüfung der vorhandenen Reaktoren technische Mängel aufgrund der Verwendung möglicherweise fehlerhafter Stahllegierungen festgestellt wurden. Deshalb wurde im Oktober 2016 beschlossen, zahlreiche Kernkraftwerke im rollierenden Verfahren zur Durchführung der erforderlichen Kontrollen für jeweils mehrere Wochen abzuschalten. Dadurch kam es bereits im November 2016 zu massiven Stromengpässen. An der französischen Strombörse EPEX schnellte der Preis im Day-Ahead-Handel fallweise auf bis zu 850 €/ Mwh hoch. Das entspricht dem 20- bis 40fachen des sonst üblichen Niveaus von um die 20-40 €/MWh [EPEX].

 

Kollapsbefürchtungen im Januar

Um einen befürchteten Kollaps in der stärksten Kälteperiode, die üblicherweise im Januar auftritt, zu vermeiden, legte Frankreich zusammen mit Nachbarländern Notfallpläne auf Kiel. Den Beteiligten war klar, dass Frankreich aus seinen Nachbarländern – Schweiz, Belgien, Großbritannien, Spanien und vor allem aus Deutschland – erhebliche Mengen Strom importieren musste. Deshalb erhöhten beispielsweise die deutschen Netzbetreiber kurzfristig die Übertragungsfähigkeit von Stromtrassen nach Frankreich, zudem wurden geplante Wartungsarbeiten an Stromleitungen außerplanmäßig verschoben [WIFR]. Dass dies nachteilige Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland haben könnte, sei hier nur am Rande vermerkt.

 

Terminanpassungen bei Wartungsabschaltungen

Eine noch wichtigere Rolle dürfte jedoch spielen, dass die Genehmigungsstellen in Frankreich ihre Terminvorgaben an die Notfallsituation angepasst haben. So meldete die „World Nuclear News“ am 16. Januar, dass die zuständige Aufsicht bereits am 12. Januar die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme von neun Reaktoren – Bugey 4, Dampierre 3, Fessenheim 1, Gravelines 2 und 4, Saint-Laurent B1 sowie Tricastin 1, 3 und 4 – erteilt habe [NUNE]. Zugleich wurde der fällige Inspektionstermin von Tricastin 2 mit ausdrücklichem Bezug auf den Stromengpass um zwei Wochen nach hinten verschoben. Ohne dieses Timing, das immerhin rund 10 GW an Reaktorleistung rechtzeitig zum vermuteten Höhepunkt der Kältewelle verfügbar machte, hätte Frankreich möglicherweise sehr massive Probleme mit der Stromversorgung mit der Gefahr eines Blackouts bekommen. Verglichen mit diesen notfallmäßig verfügbar gemachten Kapazitäten ist die Abschaltung von ein paar Fassadenbeleuchtungen kaum der Rede wert.

Bild 2. Schein und Sein: Ungeachtet der riesigen Erzeugungskapazität von mehr als 90.000 MW (blaue Linie) lieferte die Prognose für die EE-Stromerzeugung am 21. Januar 2017 lediglich Werte zwischen 2.100 und 8.500 MW (Daten: [ENTS])

 

Kein Verlass auf deutschen EE-Strom

Wie steht es jedoch um die Fähigkeit Deutschlands zur Hilfestellung in Form von Stromlieferungen? Während grünlinke Klimarettungsapostel ständig Jubelmeldungen über die zunehmende Erzeugung von Strom aus „erneuerbarer“ Energie verbreiten, zeigt die Realität am besonders kritischen Wochenende vom 20-22 Januar, wie verlassen sowohl Deutschland als auch Frankreich gewesen wären, wenn Deutschland nicht noch immer über einen kompletten Kraftwerkspark verfügen würde, der einspringt, wenn Wind und Sonne wegen „Dunkelflaute“ mal wieder keine Lust haben, nennenswerte Mengen an Strom zu produzieren. Bild 2 zeigt, dass die insgesamt über 90.000 MW an installierter Solar- und Winderzeugungskapazität laut Prognose am 21. Januar lediglich zwischen 2.100 und maximal 8.500 MW ins Netz liefern würden. Das reicht fallweise nur für etwas mehr als die Straßenbeleuchtung in beiden Ländern. Grund hierfür ist der geradezu lächerliche Nutzungsgrad der EE-Stromerzeuger Wind und Sonne bei „Dunkelflaute“, Bild 3.

Bild 3. Nutzungsgrad der gesamten über Deutschland sowie der deutschen Nord- und Ostsee verteilten Wind- und Solarkapazitäten am 21.Januar 2017 (Daten: [ENTS])

 

Selbst zusammengenommen erreichte am 21. Jan. der Nutzungsgrad nur in der Mittagszeit kurzfristig etwas mehr als 9 %, während der Minimalwert nur bei rund 2,4 % liegt. Der Blick auf den Verlauf zeigt sofort, dass es vor allem die Winderzeugung war, die eine geradezu lächerlich schlechte Leistung ablieferte. Damit werden gleich zwei Mythen der Windlobby auf einmal widerlegt. Selbst deutschlandweit weht der Wind nicht immer irgendwo. Die Hoch- und Tiefdruckgebiete, die den Wind antreiben, sind so großflächig, dass Mangel oder Überproduktion meist in ganz Deutschland gleichzeitig auftreten. Gleichzeitig beweist der Kurvenverlauf auch, dass dies auch für den angeblich „grundlastfähigen“ Offshore-Wind gilt, denn die Produktion der großen Windparks in Nord- und Ostsee ist in den Zahlen mit enthalten. Und dies war beileibe keine Ausnahme: Vergleichbare Bedingungen mit deutlich bis dramatisch unterdurchschnittlicher Produktion von Strom aus Sonne und Wind herrschten in Deutschland während gut der Hälfte des Zeitraums vom 1. bis zum 22. Januar.

 

Konsequenzen für den Strompreis

Eine Vorstellung davon, welche Auswirkungen eine überwiegend auf Wind und Sonne ausgerichtete Stromerzeugung nicht nur auf die Verfügbarkeit, sondern auch auf den Preis von Strom habe dürfte, vermittelt Bild 4. Dieses zeigt die an der Strombörse EPEX im Verlauf des 20. Januar erzielten Preise für elektrische Energie im Vergleich zum Preisniveau zur problemlosen Situation am 15. Juli 2016.

Bild 4. Im Verlauf des 20. Januar an der Strombörse EPEX erzielte Day-Ahead-Preise im Vergleich zu einer „Normalsituation“ am 15. Juli 2016 (Daten: [EPEX])

 

Trotz aller ergriffenen Nothilfemaßnahmen war die Versorgungslage wegen der unzureichenden Produktion von deutschem „EE-Strom“ teilweise recht kritisch. Die hektische „Fieberkurve“ der EPEX-Preise vom 20. Januar ist ein deutliches Indiz der angespannten Versorgungslage. Das Preisniveau lag in der Spitze um bis zu rund 700 % über dem üblichen Level. Damit entspricht der Börseneinkaufspreis schon nahezu dem Strompreis von rund 16 ct., den französische Endverbraucher 2015 zahlten. Man muss sich als Verbraucher klar machen, dass solche Situationen bei häufigerem Auftreten in erheblichem Maße auch auf die Endverbraucherpreise durchschlagen würden. Noch deutlicher wird diese Warnung, wenn man berücksichtigt, dass am 7., 8. und 14. November 2016 in der Spitze sogar Preise von bis zu 850,- € pro MWh gezahlt wurden. Das entspricht einem Börseneinkaufpreis von sage und schreibe 85 ct. Das waren zwar nur sehr kurzfristige steile Spitzen, doch vermitteln sie eine Vorstellung davon, welche preislichen Auswirkungen eine derart angespannte Situation bei der Stromverfügbarkeit haben kann, wenn die Stromproduktion bei immer weiter gehender Stilllegung zuverlässiger Kern- und Kohlekraftwerke ernsthaft und für mehr als nur ein paar Stunden den Bedarf unterschreitet.

 

Frankreichs Sozialisten im Dilemma

Interessanter Nebenaspekt der beschriebenen Ereignisse dürften die Auswirkungen auf die energiepolitischen Positionen der französischen Sozialisten sein. Die für Energie zuständige Ministerin Ségolène Royal zeichnete ebenso wie ihr ehemaliger Lebensgefährte Hollande verantwortlich für die 2011 erhobene Forderung nach Stilllegung von 24 der 2011 noch verbliebenen 58 französischen Kernkraftwerke bis spätestens 2025. Das KKW Fessenheim sollte sogar sofort abgeschaltet werden. Vermutlich hat sie in den letzten Wochen jeden Abend auf Knien Dankgebete dafür gesprochen, dass ihre Regierung dieses Vorhaben bisher nicht umgesetzt hat. Mehrheitsfähig dürfte eine solche Politik nach den jetzigen Ereignissen so schnell nicht mehr werden.

Fred F. Mueller

 

Quellen

  • [ENTS] https://transparency.entsoe.eu
  • [EPEX] https://www.epexspot.com/
  • [MaMa] http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/frankreich-kaeltewelle-bringt-atomkraftwerke-an-grenzen-a-1130754.html
  • [NUNE] http://www.world-nuclear-news.org/RS-EDF-gets-approval-to-restart-nine-units-16011702.html
  • [WIFR] https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_in_Frankreich
  • [Thea] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Electricity_in_France_de.svg

 

SRF Blackout – Szenario mit vereinfachten Bedingungen

Gefthenelseeschrieben aufgrund von Notizen während der Sichtung der Sendung Blackout ses Schweizer Fernsehens SRF.

Die Sendung Blackout wollte der Bevölkerung ein Gefühl vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn die Stromversorgung während mehrerer Tage ausfällt. Das Szenario war so aufgebaut, dass ein europaweiter Stromausfall von 4 Tagen mit einem mehrwöchigen Mangelbetrieb thematisiert und in all seinen Facetten erlebbar gemacht wird.  

Mit dem Wegfallen des Lichts und der Kommunikation beginnend, kamen laufend weitere Probleme dazu. Die Züge rollten nicht mehr, weil die Zugleitung die Kommunikation mit der SBB-Infrastruktur nicht aufrechterhalten konnte. Trotz einer separaten Stromversorgung der Oberleitungen konnten deshalb die Züge nicht weiterfahren und mussten als Notfallmassnahme in den nächsten Bahnhof gebracht werden. Das führte, wie auch auf den Flughäfen, zu einer hohen Zahl von „Gestrandeten“. Niemand konnte mehr weg. Niemand konnte erfahren, was mit seinen Liebsten gerade geschah. Der Ausfall der gesamten privaten Kommunikation wurde eindrücklich dargestellt und zeigte die Hilflosigkeit der Gesellschaft ohne das simple Gut „Strom“.

Ein weiteres Problem war der Ausfall der Heizungen, weil die Steueranlagen die Pumpen der Hausanlagen nicht mehr steuerten und das Wasser nicht mehr umgesetzt wurde. Brennstoffpumpen fielen genauso aus, wie schon bald die gesamte Wasserversorgung. Wer sich im Auto in Sicherheit wähnte, wurde bald eines Besseren belehrt. Das Auftanken an öffentlichen Tankstellen war ebenfalls nicht mehr möglich.

Die Wasserversorgung brach nach wenigen Stunden ein. Damit war die Versorgung mit einem der wichtigsten Lebensmittel gefährdet. Auch die WC-Spülung musste bald mit Giesskannen überbrückt werden. Weder die Aufbereitung des Trinkwassers noch die Klärung des Abwassers war gewährleistet. Die zu erwartende Verschmutzung der Flüsse durch einlaufende Fäkalien war kein Thema.

Auch unrealistische Elemente im Setting

Einige Elemente der Geschichte „Blackout“ waren aber auch etwas unrealistisch aufgestellt. So konnte der totale Zusammenbruch des privaten Verkehrs bis zum Schluss nicht erklärt werden. Es kann zwar angenommen werden, dass es an verschiedenen Verkehrsknoten zu Behinderungen durch Pannenfahrzeuge jeglicher Art kommen würde. Dass aber ein Sanitätsfahrzeug im Verkehr stecken bleibt, ist nicht realistisch. Die meisten privaten Fahrzeuge bleiben auch bei einem Stromausfall noch für Tage einsatzbereit. Wenn schon, hätte das auch den Fahrzeugen der Feuerwehr passieren müssen. Die Geschichte um den halbgefangenen Hilfssanitäter wirkte extrem aufgesetzt und hat den beabsichtigten roten Faden oder die auflockernde Nebengeschichte nicht gebracht.

Die Beurteilung der Ursache war ebenfalls nicht ganz realistisch. Zwar kann die durch den Laien unerwartete, zu hohe Netzfrequenz „wegen zu viel Strom“ als sehr realistisch bezeichnet werden. Die Ursache dieser Überkapazität im europäischen Stromnetz war aber genauso konstruiert falsch, wie die Erklärung dazu. Das Szenario beschrieb den Handel als Ursache einer zu grossen „Bestellung“ von Strom und eine Mindernutzung im Süden wegen unerwartetem Sonnenschein. Das sind aber tägliche Standardprobleme für die Netzleitstellen. Sie können damit schon heute gut umgehen. Realistischer ist die zwischendurch erwähnte Überproduktion von Windstrom und Solarstrom im Norden, und die Gefahr, dass dieser Strom innert Sekundenbruchteilen wegbricht. In der Sendung Blackout konnte der durchschnittlich gebildete Zuschauer aber hören, dass vor allem der Stromhändler die Schuld am Überangebot zu tragen hätte. Das ist alles andere als realistisch. Wie schon erwähnt, können die Netzleitstellen mit Überangeboten problemlos umgehen. Wind- und Solarkapazitäten können geregelt abgeschaltet werden, bevor eine Überlast entsteht. Weder die Kosten- noch die technischen Folgen dieser realen Probleme wurden Thematisiert. Die Erneuerbaren Energien als realistische Ursache eines Blackouts wurden konsequent geschont. Kein Wort der Kritik, dass es vor allem die Erneuerbaren Energien wie Windkraft und Photovoltaik  sind, die das europäische Stromnetz destabilisieren und regelmässig an die Grenzen eines Blackouts führen.

Während in einem grossen Teil der Sendung ausgewiesene Fachleute zu Wort kamen, musste beim Thema Zukunft der stark umstrittene Anton Gunzinger und seine geistig rechte Hand im Bundesamt für Energie, Marianne Zünd herangezogen werden, die ihre bekannten und etwas skurrilen Zukunftsvisionen formulieren durften. Dass diese beiden Exponenten für eine auch von Fachleuten als unrealistischen Umbau der Stromnetze bezeichneten Energiestrategie 2050 kritiklos werben durften, passte wieder zur medialen Berichterstattung, wie wir sie täglich erleben. Den Besuch von Eric Nussbaumer, der bei solchen Sendungen immer wieder als umtriebiger Vertreter der Grünstromlobby auftritt, habe ich zum Glück verpasst. Seine Vorstellung von Stromversorgung kann ungehört und ungesehen ebenfalls in den Bereich Vision verbannt werden und gehört eher in den Ordner „Ursache“ denn „Lösung“.

Kernkraftwerke spielen keine Rolle?

Während der Sendung kam das Thema selbstverständlich auch auf die Möglichkeit eines nuklearen Zwischenfalls. In diesem Fall wurde das KKW Fessenheim als gerüchteweise havariert in die Geschichte eingeführt. Dieses Element kann nicht kritisiert werden, sind doch falsche Gerüchte über KKW schon während ganz normalen Zeiten die Regel. Dass sie meistens von Vertretern von Greenpeace, der Schweizerischen Energiestiftung und allgemein den extremen Atomkraftwerksgegnern verbreitet werden, war selbstverständlich kein Thema. Dass Kernkraftwerke zum Betrieb eines stabilen Stromnetzes unabdingbar sind, wurde mit keiner Silbe erwähnt. Das galt für alle konventionellen Kraftwerke, deren Bedeutung für den stabilen Netzbetrieb schlicht ignoriert wurde.

Hyperaktive Staatsanwältin sucht mediale Aufmerksamkeit

Dass die eingebaute strafuntersuchende Staatsanwältin alle möglichen Protagonisten zuerst mal verhaften liess, war schon etwas verwunderlich. Dass sie aber kein Wort über die strafbaren Handlung der Falschinformation durch die Verbreitung von Gerüchten verlor, war so bedauerlich wie unrealistisch. Ein kurzer Blick in die Papiere der WHO hätten der Sendeleitung eindrücklich gezeigt, dass Gerüchte mit zur schlimmsten Belastung der Bevölkerung bei Katastrophen zählen. Die Staatsanwältin konzentrierte sich lieber auf einen Stromhändler, der aus verschiedenen Gründen nicht der Verursacher eines Blackouts sein konnte. Ihre aufgesetzte Recherche in vielen Bundesordnern als Begründung der Aussage, sie können die Ursachen nicht klar erkennen, wirkte sehr konstruiert.

Solarstrom im Test

Das Ziel einer zu Beginn der Sendung vorgestellten Solaranlage in Liestal war es, „die letzten 40 Minuten der Sendung mit Strom aus zwei Batterien zu versorgen“, die über den Tag mit Solarzellen aufgeladen würden. Was genau damit gemeint war, blieb bis zum Schluss der Sendung unklar. Der Tag war trüb im Baselland. Der Ladezustand der Batterien (leer, halbleer, voll) vor dem Versuch war nicht bekannt. Der Test war alles andere als realistisch aufgebaut, der Betreiber der Anlage äusserte sich zur erzeugten Energie mit dem Wert von 680 Wattstunden, also 0,68 Kilowattstunden, der in ein teures Batterie- Wechselrichtersystem eingespiesen wurde. Damit wurden am Ende der Sendung eine unbekannte Anzahl LED-Lampen betrieben. Mit einer kleinen Zeremonie wurden sie vorher vom Stromnetz abgehängt und an die von Solarpanels aufgeladenen Batterien angehängt. Eine genauere Beurteilung der Situation und Vorgänge gab es nicht, der positive Effekt wurde durch die bewährte Form der Nichtinformation aufrechterhalten. Nur schon eine überschlagsmässige Rechnung der Erzeugungskosten dieser Anlage hätte einen horrenden Betrag ausgewiesen, die diese 680 Wattstunden gekostet haben. Aber es war von Beginn weg das Konzept der Sendung, die Erneuerbaren Energien nicht zu kritisieren. Fairerweise hat man weitgehend auf die übliche Kernkraftschelte und Panikmache verzichtet.  Das führte aber auch dazu, dass der Bevölkerung die möglichen Ursachen eines Blackouts nur unvollständig vermittelt wurden. Das aktuellste Beispiel des südaustralischen Blackouts Ende September 2016 hätte diese Lücke gefüllt. Da waren es die Erneuerbaren, die den flächendeckenden Stromausfall und den mehrtägigen Mangelbetrieb verursacht hatten. Aber das wäre für die Produzenten der Sendung ein zu realistisches Szenario gewesen und hätte am Ende die wahren Probleme unseres Stromnetzes aufgezeigt.

Fazit

Das Ziel war es wohl, die Bevölkerung für die Folgen und Probleme eines Stromausfalls zu sensibilisieren. Das ist der Sendung gut gelungen. Aber einen tieferen Beitrag an die Gesamtproblematik der Stromerzeugung und –Verteilung konnte die Sendung nicht vermitteln. Das war auch kaum die Absicht der Produzenten. Der Beizug vieler echter Experten in die Sendung hat sich positiv ausgewirkt. Auf die Pseudoexperten und grünen Aktivisten Eric Nussbaumer, Anton Gunzinger und Marianne Zünd hätte man besser verzichtet.

Fukushima und die Kunst des Wissens

  • Originalartikel von: Claire Leppold, Spezialistin für Katastrophenmedizin
  • Originaltitel: Fukushima and the Art of Knowing
  • Erste Veröffentlichung: The Huffington Post Japan, 18. Juni 2016
  • Übersetzung aus dem Original: Christof Merkli, 22. Dezember 2016
  • Zwischentitel durch Übersetzer angefügt zu Gunsten einer verbesserten Struktur des Textes

Fukushima und die Kunst des Wissens

Was treibt jemanden dazu, die halbe Welt zu umreisen, um in einem Spital zu arbeiten, das neben dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi liegt? Ich kann es ihnen sagen.

Am Anfang war es vor allem, weil ich nicht genug wusste. Dann aber immer mehr auch, weil ich mehr wissen wollte.

Am 11. März des Jahres 2011 wurde Japan von einem Erdbeben und einem darauffolgenden Tsunami getroffen. Das löste einen nuklearen Unfall aus. Vier Jahre später und 9‘000 Kilometer entfernt, es war Februar 2015, war ich als Masterstudentin an der Universität Edinburgh. An einer Gastvorlesung stellten japanische Wissenschaftler ihre Arbeit in Fukushima vor.

Ich wusste, dass sich dort in Fukushima ein nuklearer Unfall ereignet hatte. Ich nahm an, dies hätte zu gefährlichen Strahlenbelastung und eine Erhöhung der Krebserkrankungen geführt. Niemals hatte ich die Absicht, diesen Ort zu besuchen.

Überraschende Erkenntnis

Was ich bei dieser Vorlesung erlebte, war ein Konflikt zwischen dem, was ich zu wissen meinte und der Realität.

Die japanischen Wissenschaftler zeigten eine Serie von Präsentationen. Sie zeigten uns ihre Erkenntnisse über Fukushima. Die Ergebnisse zeigten eine überraschend tiefe interne und externe Strahlenbelastungen für die Bevölkerung. 1,2 Eine Massenkontrolle von Kleinkindern und Kindern zeigten keine erkennbare interne Strahlenbelastung. 3 Aber andere Gesundheitsprobleme wurden gefunden: Im Kontrast zu der tiefen Strahlenbelastung wurde eine erhöhte Belastung von mit erhöhter Radioaktivität nicht erklärbaren Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten und Bluthochdruck gefunden. 4,5 Besonders Gesundheitsrisiken in Verbindung mit der Evakuation fielen den Wissenschaftlern auf. 5 Darin enthalten der Nachweis, dass die sofortige Evakuation von älteren Leuten aus Pflegeeinrichtungen das dreifach so hohe Todesrisiko gegenüber nicht Evakuierten zur Folge hatte. 6 Es wurde uns gezeigt, dass die radioaktive Strahlung kaum das grösste Problem für Fukushima darstellen würde.

Ich war überrascht. Es schien mir tatsächlich das Gegenteil von dem zu sein, was man über Fukushima so denkt. Das war bestimmt nicht DAS Fukushima, von dem ich gehört oder Bilder gesehen habe und meine Neugierde war geweckt. Ich sprach die Wissenschaftler darauf an und schlug weitere Untersuchungen vor. Sie luden mich ein, nach Fukushima zu kommen und dort meine Masterarbeit zu schreiben. Ich war einverstanden damit.

Im Mai 2015 kam ich das erste Mal in Fukushima an und begann sofort meine Forschungen am Minamisoma Municipal General Hospital. Ich schrieb meine Masterarbeit, erhielt das Diplom und bekam einen Vollzeitjob am Spital, wo ich heute noch arbeite.

Es gibt viele Dinge, über die ich schreiben könnte, was ich in Fukushima gelernt habe. Aber eine der unerwartetsten Erfahrungen war die Konfronation zwischen meinem vermeintlichen Wissen und der Realität, die ich in Fukushima vorfand. Es gab wenige Vorurteile, die durch meine Erfahrungen vor Ort bestätigt wurden und ich war erschlagen vom Gefühl, so viele Fakten nicht gewusst zu haben. Ich bemerkte auch, wie viele Vorurteile und Falschinformationen in unserer westlichen Gesellschaft ganz selbstverständlich als gegebene Wahrheit über Fukushima angenommen werden.

Wie funktioniert „das Wissen von Dingen?“ Es gibt nicht nur eine Antwort.

Über das Wissen zu diskutieren ist schwierig. Unsere eigenen Gefühle und Meinungen können das werden, was wir „Wissen“ nennen. Man könnte sagen, das was uns die Medien vermitteln ist eine Quelle des Wissens. Wissenschaft ist eine Methode zur Wissensbildung.

Schaden durch Falschinformation

Aber was geschieht, wenn unser Wissen die reale Situation nicht reflektiert? Das bringt mich zum Zweitwichtigsten, was ich in Fukushima gelernt habe: Der Schaden durch Falschinformation. Oder in anderen Worten, wie meine Ideen, die ich vorher hatte und bei anderen immer noch feststelle, gefährlich sein können.

Ich sah die aktuellen Resultate der Falschinformation nicht, bis ich nach Fukushima ging. Jetzt sehe ich sie überall.

Es gibt kein allgemeingültiges Beispiel aber wir können damit beginnen, über Gerüchte und Stigmatisierung zu reden. Ein typisches Problem hier war die Falschinformation über Strahlungsstärken und die Wirkung solcher Werte auf die Gesundheit. Ich habe von vielen Bewohnern gehört, wie ihre Lebensqualität durch diese Falschinformationen gelitten hat. Bei der Evakuierung wurden einige Bewohner von Wohnung und Familie getrennt, nur weil die Strahlung fälschlicherweise als gefährlich bezeichnet wurde. Es wurde mir von Eltern junger Männer berichtet, die sich gegen die Wahl einer Braut aus Fukushima gewehrt haben, weil sie vermuteten, die Frau würde keine gesunden Kinder gebären können. Einige Kinder glaubten selber, dass sie nie gesunde Nachkommen haben könnten, nur weil sie Gerüchte darüber hörten. Es gibt unendlich viele Beispiele.

Gerüchte und Ängste weitgehend unbegründet

Das ist kein schönes Thema um darüber zu reden. Tatsächlich ist es ein schreckliches Thema. Das ganze wird nur noch schlimmer, wenn man daran denkt, dass diese Gerüchte durch die wissenschaftlichen Fakten widerlegt sind. Vor kurzem stellte das United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR) formell fest, dass keine gesundheitlichen Auswirkungen für die allgemeine Bevölkerung von Fukushima zu erwarten sind. 7 Die UNSCEAR hat zusätzlich hervorgehoben, dass in folgenden Generationen weder Erb- noch Genschäden erwartet werden müssen. 7 Die Falschinformationen, welche zu Stigmatisierung und anschliessenden Einschränkungen des Lebens geführt haben, stehen in Konflikt mit der realen Situation. Ein Beispiel, wie verdrehtes Wissen das Leben von durch Katastrophen betroffener Menschen unnötig erschwert und verkompliziert.

Falsche Hilfe

Viele Leute sagen, sie würden den Betroffenen von Fukushima helfen. Viele meinen damit vor allem die Kinder von Fukushima. Aus diesem Grund habe ich oft gesehen, dass Sommerlager speziell für die betroffenen Kinder angeboten werden. Aktuell werden diese Lager gerne ausserhalb der Präfektur von Fukushima durchgeführt. Es gibt Lager, bei denen der Grund für diesen Exodus nicht erklärt wird. Andere erklären den Grund explizit damit, dass sie die Strahlenbelastung für die Kinder vermeiden wollten, damit die Kinder eine „Chance hätten, sich unbesorgt in der freien Natur bewegen zu können“. Ich frage mich, ob die Organisatoren dieser Lager, also die Leute, die sagen, sie wollten den Kindern helfen, sich überhaupt bewusst sind, was die reale Strahlenbelastung hier für geringe Werte aufweist. Ist es ihnen bewusst, was für eine wunderbare Natur die Präfektur Fukushima aufweist und dass es für die Kinder an den meisten Orten absolut sicher ist, sich in der freien Natur zu bewegen?

Natürlich sind Sommerlager für Kinder grossartig und ich würde es jedem Kind gönnen, im Sommer dieses Vergnügen zu haben. Aber ich frage mich auch, tun die Organisationen dies nicht auf Kosten einer Stigmatisierung dieser Kinder als Opfer der Atomhavarie? Ich frage mich, ob diese Lager auf wissenschaftlichen Fakten aufgebaut sind oder ob die Organisatoren bloss irgendwelchen Falschinformationen aufsitzen.

Ich frage mich weiter, ob diese Sommerlager nicht besser innerhalb der Präfektur Fukushima durchgeführt würden. Wenn wir wirklich einen Unterschied machen wollen und den Leuten echt helfen wollen, sollten wir unsere Aktionen auf die wahren Fakten aufbauen, um effektiv zu handeln. Aber diese Sommerlager sind nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt Leute, die schlagen ernsthaft vor, dass alle Kinder aus Fukushima evakuiert werden sollten.

Hat irgendwer daran gedacht, was für Auswirkungen dieses Handeln auf das Leben und die Existenz dieser Individuen hat?

Ich selber habe das nicht bedacht, bis ich nach Fukushima gekommen bin.

Eine nukleare Katastrophe ist ein schreckliches Ereignis. Es ist verständlich, dass Menschen auf eine riskante Situation emotional reagieren. Es ist einfach das Schlimmste anzunehmen und Gerüchte zu streuen. Es ist aber von vorrangiger Bedeutung zu bedenken, was diese Falschinformationen bewirken. Unbegründete Phantasievorstellungen führen zu viel Leid. Falschinformationen sind ein grosses Problem das in der Zukunft überwunden werden muss. Es ist für die Zukunft absolut notwendig, die wahren Gründe und nur gut fundierte Fakten zu berücksichtigen und zu verstehen, was für Gründe zu einer spezifischen Sicht der Dinge führen.

Frage dich selber, was du über Fukushima denkst und warum du das so oder anderrs siehst. Der zweite Schritt ist die Vertiefung der eigenen Informationsbasis. Lese Artikel, mit denen du übereinstimmst. Aber wichtiger noch, lese auch Artikel, mit denen du NICHT übereinstimmst. Lese viel und wäge alles gegeneinander ab. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieser Weg der einzig Richtige ist, um nahe an die Realität zu kommen ohne dass man direkter Zeuge eines solchen Vorfalls ist.

Die gleichzeitige Erkenntnis meines eigenen limitierten Wissens und der Folgen, die Fehlinformationen auf die Leben der Betroffenen haben kann, ist der auffallendste Aspekt einer Beurteilung von Fukushima. Ich schreibe diesen Artikel in der Hoffnung dass er die Leser dazu bringt, die Vorgänge in Fukushima wirklich erkennen zu wollen und nicht nur zu glauben. Wenn wir den Betroffenen pragmatisch helfen oder ihre Situation wirklich verbessern wollen, müssen wir die Realität und die spezifische Situation zuerst ehrlich begreifen und verstehen.

Ich zog nach Fukushima, weil ich erkannt habe, dass ich nicht genug darüber wusste und weil ich das ändern wollte. Ich will immer noch mehr darüber erfahren und ich hoffe, das geht anderen genauso.

Referenzen

  1. Tsubokura M, Kato S, Morita T, Nomura S, Kami M, Sakaihara K, Hanai T, Oikawa T, Kanazawa Y (2015). Assessment of the Annual Additional Effective Doses amongst Minamisoma Children during the Second Year after the Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant Disaster. PLoS One. 2015 Jun 8;10(6):e0129114
  2. Tsubokura M, Gilmour S, Takahashi K, Oikawa T, Kanazawa Y (2012). Internal radiation exposure after the Fukushima nuclear power plant disaster. JAMA. 2012 Aug 15;308(7):669-70
  3. Hayano RS, Tsubokura M, Miyazaki M, Ozaki A, Shimada Y, Kambe T, Nemoto T, Oikawa T, Kanazawa Y, Nihei M, Sakuma Y, Shimmura H, Akiyama J, Tokiwa M. Whole-body counter surveys of over 2700 babies and small children in and around Fukushima Prefecture 33 to 49 months after the Fukushima Daiichi NPP accident. Proc Jpn Acad Ser B Phys Biol Sci. 2015;91(8):440-6. doi: 10.2183/pjab.91.440.
  4. Tsubokura M, Hara K, Matsumura T, Sugimoto A, Nomura S, Hinata M, Shibuya K, Kami M (2014). The immediate physical and mental health crisis in residents proximal to the evacuation zone after Japan’s nuclear disaster: an observational pilot study. Disaster Med Public Health Prep. 2014 Feb;8(1):30-6.
  5. Nomura S, Blangiardo M, Tsubokura M, Ozaki A, Morita T, Hodgson S. Postnuclear disaster evacuation and chronic health in adults in Fukushima, Japan: a long-term retrospective analysis. Postnuclear disaster evacuation and chronic health in adults in Fukushima, Japan: a long-term retrospective analysis.BMJ Open. 2016 Feb 4;6(2):e010080. doi: 10.1136/bmjopen-2015-010080.
  6. Nomura S, Blangiardo M, Tsubokura M, Nishikawa Y, Gilmour S, Kami M, Hodgson S. Post-nuclear disaster evacuation and survival amongst elderly people in Fukushima: A comparative analysis between evacuees and non-evacuees. Prev Med. 2016 Jan;82:77-82. doi: 10.1016/j.ypmed.2015.11.014.
  7. United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR). Developments since the 2013 UNSCEAR report on the levels and effects of radiation exposure due to the nuclear accident following the great East-Japan earthquake and tsunami: A 2015 white paper to guide the Scientific Committee’s future programme of work. 2015. United Nations: New York

Deutsche Unternehmer mischen sich in die Energiepolitik der Schweiz ein

Ableger des Deutschen Arbeitgeberverbands verbreitet Falschinformationen

dav_ch_einlDer Deutsche Arbeitgeberverband lädt über seinen Ableger in der Schweiz auf den 14. Dezember nach Wollerau zu einem Informationsanlass ein, der die Schweizer Unternehmer gegen das ergriffene Referendum zur Energiestrategie 2050 (Energiegesetz) beeinflussen will. Dabei werden technische Aussagen gemacht, die weder der Realität noch dem Stand heutiger Wissenschaft entsprechen. Es geht dem Ableger des Deutschen Arbeitgeberverbandes offensichtlich um die Bewirtschaftung und dem Verkauf der geplanten rund 1’000 für die Energiestrategie geplanten Windkraftanlagen und die mehreren Quadratkilometer zu verbauenden Photovoltaikpanel, die allesamt aus deutscher Produktion stammen sollen. Wie immer bei solch unappetitlichen Vorgängen geht es diesen Kreisen um das Generieren von Gewinn für das sie die üblichen grünen und umweltschützerischen Argumente vorschieben. Im Kern sind solche Machenschaften nichts anderes als ein grossangelegter informeller und monetärer Betrug an der Gesellschaft.

Interessant ist das vor allem auch deshalb, weil der Deutsche Arbeitgeberverband als Dachverband des schweizerischen Ablegers zur Energiewende ganz andere Ansichten vertritt. Der Dachverband kritisiert die zu Recht die Auswüchse des extremen Windkraftausbaus und der deutschen Energiepolitik in seinem eigenen Land heftig. So wird der Verfassungsschützer Prof. Michael Elicker auf der Seite des DAV wie folgt zitiert:

„So gibt es bereits Beobachtungen über Missbildungen bei Tieren, die eindeutig auf die Auswirkung der Windkraftanlagen zurückzuführen seien. Professor Elicker: »Das ist ein Punkt, den ich besonders verstörend finde. Wir müssen davon ausgehen, dass natürlich diese Einwirkungen nicht nur auf Tiere beschränkt sind. Es ist zum Beispiel nicht mehr möglich, in einer Konzentrationszone von Windkrafträdern zum Beispiel an Nord- oder Ostsee einen überlebensfähigen Nachwuchs von Tieren aufzuziehen. Da muss ich sagen, da hört bei mir jedes Verständnis auf. Denn das wird sich genauso auf menschliche Embryonen auswirken.«

Ein Netzwerk von deutschfreundlichem Dünkel als Agitatoren

Die deutschen Unternehmen wie ENERCON schrecken nicht davor zurück, in der Schweiz lebende Deutsche Staatsbürger für ihre Zwecke einzusetzen und wohl auch reichlich zu entschädigen. Der beim Anlass des DAV Schweiz auftretende Redner Dr. Ulf Bossel hat sich auch bei einem der ersten Windkraftprojekte im Mittelland auffällig undiplomatisch für die Bebauung des Heitersbergs mit Windkraftwerken eingesetzt. Der Spezialist für Wasserstoffzellen verkauft sich gerne als genereller Energieexperte für Neue Erneuerbare Energie und fällt auch in Kommentaren in den Lokalmedien immer wieder durch seine wissenschaftliche Unausgewogenheit auf. Zusammen mit dem deutschstämmigen Thomas Leitlein, Mitbegründer und Teilhaber des erfolglosen Windkraftbetreibers „Mittelland Windenergie GmbH“ mit Sitz in Busslingen (Schweiz, Aargau), stehen diese Personen seit Jahren mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für den Bau von komplett ineffizienten, weil unbewindeten Windkraftanlagen in der Schweiz. Es ist wohl kein Zufall, dass bei jedem geplanten und zum Glück bisher verhinderten Projekt Anlagen des deutschen Herstellers ENERCON im Zentrum stehen. Die raffinierten und intelligent vorgehenden Agitatoren benützen für ihre Zielerreichung gerne Schweizer Partner, die dann allerdings eher durch technische Unbedarftheit aber entsprechenden Einfluss an den betroffenen Standorten der Anlagen verfügen. In der Gemeinde Remetschwil hat man die gesamte Ortsbürgergemeinde mit dem Versprechen von jährlichen CHF 20’000 gekauft, damit diese ihren Ortsbürgerwald für Windkraftanlagen opfern. Auch das ein typisches Vorgehen, das man in der gesamten Schweiz beobachten kann. Geistig minderbemittelte Lokalgrössen werden schamlos ausgenutzt und für die Zwecke eines höheren Gewinnstrebens geopfert. Das Nachsehen haben allerdings vor allem die betroffenen Anwohner, die sich in der Schweiz bisher sehr erfolgreich gegen dieses Verbrechen gewehrt haben.

Falschinformationen, so offensichtlich verbreitet wie unkritisch geglaubt

Wer über das Thema Energie falsche Behauptungen, komplizierte Konstruktionen und mehrfache Verdrehungen verbreitet, muss sich nicht wirklich vor Aufdeckung fürchten. Die Medien, die Behörden und selbst die Bevölkerung glauben diese Märchen meist unkritisch. Man hat die Bevölkerung seit vielen Jahren auf diesen Irrglauben vorbereitet. Die Verbreitung des Fachwissens für eine kritische Beurteilung der medialen Aussagen, die meist im Namen von Grössen wie Dr. X und Prof. Y verbreitet werden,  ist in der Bevölkerung absichtlich verhindert worden. Die Schweizer glauben in einer Mehrheit an den menschengemachten Klimawandel genauso, wie an die Unabänderlichkeit des Atomausstiegs. Dabei werden die konstruierten Falschaussagen immer komplizierter und raffinierter. Sie können mittlerweile selbst von erfahrenen Energiefachleuten nur noch schwer erkannt und entsprechend dementiert werden. Man schreckt bei der Formulierung der Lügen schon lange nicht mehr vor der Anwendung sozialpsychologischer Tricks zurück:

Falschaussage an Falschaussage, geschickt in pseudowissenschaftliche Mäntelchen gewickelt

Zitat aus der Einladung für den 14. Dezember in Wollerau durch den Schweizer Ableger des Deutschen Arbeitgeberverbands:

„Die Initiative, die am 27. November 2016 in der Schweiz zur Abstimmung kommt, verdient Ihre Unterstützung. Dies, da ein geordneter Atomausstieg möglich ist und dazu ein schrittweiser Ersatz durch erneuerbare Energien in vollem Gange ist. Der Umbau bietet auch zunehmend grosse Chancen für die Wirtschaft und für neue, dauerhafte Arbeitsplätze.“

Zuerst übernimmt der schweizerische Ableger des Deutschen Arbeitgeber-Verbands DAV als Vertreter meist bürgerlicher Unternehmer die Fomulierung des linken Initiativtextes der Atomausstiegsinitiative. Dass der Ausstieg alles andere als geordnet vonstatten ginge, wurde mittlerweile von 54% des Stimmvolkes erkannt. Die Initiative wurde zum Glück abgelehnt. Die Konstruktion des „möglichen Ausstiegs“ wird in der Folge wortreich argumentiert:

„….warum das so ist, klärt eine Analyse der Produktionsdaten: 2015 erzeugten  die Kraftwerke in der Schweiz total 66 Milliarden (Mrd.) Kilowattstunden (kWh) Strom, davon 22,1 Mrd. oder 33 Prozent in ihren fünf Atomreaktoren. Zusätzlich produzierten Schweizer Stromfirmen und 34 Mrd. kWh Strom in Kraftwerken im Ausland, die ihnen gehören oder an denen sie beteiligt sind. Von diesen 34 Mrd. kWh Schweizer Strom im Ausland entfielen bereits sechs Mrd. kWh auf erneuerbare Energie, primär Wind- und Solarkraft.

Warum das nicht funktioniert, obwohl die Zahlen mehrheitlich stimmen? Die Analyse entlarvt sich gleich selber als falsch.  Die in der Regel 40% Atomstrom entfallen nach einem Ausstieg. Sie fehlen in der obigen Rechnung demnach bereits schmerzlich. Die von „Schweizer Stromfirmen im Ausland produzierten“ 34 Terrawattstunden Strom können nur zu einem Bruchteil in die Schweiz geliefert werden, sind demnach auch nicht als „Stromversorgung“ zu betrachten. Diese Anlagen versorgen die lokale Stromversorgung, dort wo sie auch Strom produzieren. Leitungen für den Transport in fernere Gegenden fehlen GÄNZLICH. Das wissen die Deutschen selber, halten damit aber gerne zurück, weil es ihrer kruden Argumentation nicht hilft. Deutschland hat hier selber ein grosses Problem. Die in der Nordsee, Ostsee und im Norden Deutschlands stehenden Windparks oder Solaranlagen mit Schweizer Beteiligung können kein Kilowatt an Strom in die Schweiz liefern, weil dieser Strom mangels Leitungen noch nicht mal Süddeutschland erreicht. Und wenn diese Leitungen in ferner Zukunft mal vorhanden sein sollten, muss ein grosser Teil des Stroms wegen Leitungsverlusten teuer abgeschrieben werden. Ausserdem würde die Schweiz ihre Energieunabhängigkeit komplett verlieren und wäre in hohem Masse vom eh schon schweizkritischen Europa abhängig.

Es sind aber die erwähnten „bereits sechs Mrd. kWh […] auf erneuerbare Energie, primär Wind- und Solarkraft.“, die hier unsere Aufmerksamkeit verdienen. Die Differenz von immerhin 28 Terrawattstunden Strom aus ausländischen Kraftwerken mit Schweizer Beteiligung, die NICHT aus Erneuerbaren Quellen stammen, sind oftmals Gas- Atom- und Kohlekraftwerke, die uns zu einem weiteren Problem der obigen Fehlüberlegungen des DAV – Ablegers in der Schweiz führen: Auch in Deutschland muss die Stromversorgung auch nach 2050 noch auf mindestens 50% konventionellen Strom zurückgreifen, um die schwabbelige und flatternde Stromproduktion aus Wind- und Photovoltaik auszugleichen. Wir reden hier offensichtlich von einer Karbonisierung des Schweizer Stroms, dem exakten Gegenteil davon, was uns die gleichen Leute aus der Linken und Grünen Ecke immer wieder glauben lassen.

Weitere Argumente sind an Naivität kaum zu überbieten. So wird wie üblich einfach aller produzierter Strom zusammengezählt und undifferenziert als Summe und Lösung präsentiert. Kein Wort von Versorgungslücken durch Nacht (kein Solarstrom) oder Flaute (kein Windstrom) und der Tatsache, dass Strom dann zur Verfügung stehen muss, wenn er auch gebraucht wird und ansonsten komplett verlustig geht:

„Mit ihrer Produktion im In- und Ausland zusammen (100 Mrd. kWh) kann die Schweiz ihren Strombedarf im Inland (2015: 65 Mrd. kWh) schon heute locker decken, selbst wenn alle fünf inländischen Atomkraftwerke ausfallen. Und: Die erneuerbare Stromproduktion (exklusive Wasserkraft) im In- und Ausland ist bereits grösser, als die Produktion der drei kleinen AKW, die nach einem «Ja» zum Ausstieg Ende 2017 abschalten müssten.“

Umweltverschmutzung durch „Umweltschutz“

ausstieg_vernunft_umweltverDiese egoistische Argumentation führt uns direkt in die Situation, dass auch die Schweiz diesen Weg Deutschlands gehen muss: MEHR CO2 wegen MEHR Kohle- und Gaskraft im Strommix. Es ist traurig, dass gestandene Unternehmer uns dermassen offensichtlich auf die Abwege der grünen Energiepolitik führen wollen, nur um auch im übertragenen Sinn, „Kohle“ zu machen. Der Schweizer Ableger des Deutschen Arbeitgeberverbandes führt uns mit diesem Lügenkonstrukt aus einer gut funktionierenden, umweltschonenden und günstigen Stromversorgung heraus in eine von flatterhaftem Wind- und Sonnenstrom abhängigen, in höchstem Mass unsicheren Stromversorgung ohne jeglichen Vorteil für die Schweizer Bevölkerung oder der Schweizer Wirtschaft. Diesem Geist folgen bedeutet Verzicht auf Prosperität, Freiheit und Sicherheit. Siehe Deutschland. Wer die Zahlen kennt, dem fällt es wie Schuppen von den Augen: Deutschland hat den teuersten Strom, den grössten und trotz extremem Einsatz „grüner Energie“ stagnierenden Kohlendioxydausstoss, das geringste Pro-Kopf Vermögen Europas und eine riesige Altersarmut. Die Renten sind schon längst nicht mehr gesichert, das Flüchtlingsproblem und die finanzielle Unterstützung der maroden Volkswirtschaften im Euroraum haben das erfolgreiche Wirtschaftsland Deutschland schon längst auf den Boden der planwirtschaftlichen Realität gebracht.

Und nun kommen diese Leute in die Schweiz und wollen es hier genauso falsch machen. Man kann von solchen Geistern nur eindringlich warnen. Es sind die typischen Rattenfänger. Lassen wir uns von solchen Verbrechern um den Finger wickeln? – Es ist jeder selber blöd, der solchen Schwachsinn glaubt, nur weil er schön grün klingt!

Von Siegesbräzeli und Siegeszigarren

Der Anfang vom Ende eines Windparks an einem viel zu schönen Ort

Als mir Lisbeth vor über zwei Jahren angerufen hat, war die Angst und die Verzweiflung einer Betroffenen gut spürbar. Es ist die Angst, die alle Menschen befällt, wenn in ihrem Umfeld plötzlich etwas weitgehend Unbekanntes und Drohendes auftaucht. Windkraftwerke sind etwas Bedrohliches. Nicht nur das Bauchgefühl sagt sofort, dass diese riesigen Industrieanlagen nicht in die Nähe von Menschen und Tieren gebaut werden sollten. Es sind auch harte Fakten, die diese Anlagen als Bedrohung auszeichnen: Lärm, Schattenwurf, Landschaftszerstörung, Gefährdung durch Eiswurf und die Gefährdung von Vögeln und Fledermäusen.

siegesbr

Von all diesen Problemen wusste Lisbeth damals noch wenig. Aber ihr Bauchgefühl sollte sich schon bald bestätigen. An einem von Lisbeth und ihren Nachbarn organisierten Informationsanlass wurde der betroffenen Bevölkerung im Detail erklärt, warum diese Windkraftwerke so viele Nachteile haben. Der Abend wurde ein voller Erfolg und legte damit die Grundlage für die gesamte Opposition gegen die Windkraftwerke der CKW in Kirchleerau, Triengen, Schmiedrued-Walde und Kulmerau.

Nachdem die Opposition noch weitere Informationsabende und eine erfolgreiche Initiative für mehr Abstand zu Windkraftanlagen organisiert hat, musste die CKW im November 2016 die Fahnen streichen.

Die Siege feiern, wie sie fallen

Nur weil Menschen wie Lisbeth mutig aus den Reihen hervortreten und ihre Meinung auch offen und ehrlich äussern, können solche Gefahren für die Betroffenen verhindert werden. Lisbeth ist nicht gerne ins Rampenlicht getreten. Aber sie hat es trotzdem getan und damit grossen Mut und die Zivilcourage gezeigt, die auch manchem gestandenen Mann gut anstehen würde.

Ich empfinde grossen Respekt für Menschen wie Lisbeth. Aber was hat das mit Siegesbräzeli und Siegeszigarren zu tun? Das können nur Menchen wissen, die aufgestanden sind und diese Monster von Windkraftwerken und Zeichen der energiepolitischen Dummheit besiegt haben. Lisbeth und ich sind zwei davon. Aber Lisbeth bäckt darüber hinaus auch noch hervorragende Bräzeli. Ich habe eine feine Siegeszigarre schon im Jahr 2013 rauchen dürfen. Auf dem Heitersberg. Lisbeth’s Bräzeli sind trotzdem besser.

Das Ende eines sinnlosen Windparkprojekts