Chinas Energiepolitik: Daseinsvorsorge im Vordergrund

Langfristige Planungen auf realistischer Grundlage

Wenn deutsche Politiker und „Qualitätsmedien“ über China schreiben, dann fast immer in belehrendem Ton. China wird als der große Umweltverschmutzer mit massiven Defiziten bei Demokratie und Menschenrechten dargestellt. Zudem werde dort rücksichtslos kopiert, um dann mithilfe billiger, weitgehend entrechteter Arbeiterheere minderwertigen Ramsch in riesigen Mengen zu produzieren und damit die Weltmärkte zu fluten. Nun steht es außer Zweifel, dass unser Gesellschaftssystem dem Bürger mehr individuelle Freiheiten einräumt als das chinesische. Doch wie sieht es mit der Zukunfts- und Daseinsvorsorge für die Bevölkerung aus? Wie will der Riese aus Fernost seine Bewohner künftig mit ausreichender, sicher verfügbarer und bezahlbarer elektrischer Energie versorgen? 

 

Windkraftanlagen sind Vogel- und Fledermauskiller sowie potenzielle Brandherde mitten in unseren Wäldern

In Deutschland will man dem Bürger eine streng asketische Zukunft verordnen. Um die uns angeblich drohende Klimakatastrophe durch konsequente „Dekarbonisierung“ zu verhindern, soll die Bevölkerung zu massivem Konsumverzicht erzogen werden. Das geht schon bei Nebensächlichkeiten los, so z.B. im Bundesumweltministerium, wo Besucher keine Fleischgerichte mehr erhalten werden [VEGG]. Das Umweltbundesamt rät hingegen zu einem 40tägigen freiwilligen „Autofasten“ ab Aschermittwoch [AUFA]. Die Regierung selbst definiert in einem Bericht an ein UNO-Gremium ihre Ziele bezüglich der Energieversorgung wie folgt: „Der Gesamt-Primärenergieverbrauch soll bis 2020 gegenüber 2008 um 20 % sinken, bis 2050 wird eine Senkung um 50 % angestrebt. Der Bruttostromverbrauch soll bis 2050 gegenüber 2008 in einer Größenordnung von 25 % vermindert werden“ [STZI]. Rechnet man diese Angaben entsprechend um, so hat sich Deutschland demnach zu einer Verbrauchsobergrenze von lediglich noch ca. 436 TWh (Terawattstunden) verpflichtet, für die Stromproduktion ergäbe sich daraus ein Maximalwert von ca. 450 TWh. Im Jahr 2016 lag sie dagegen mit 648,2 TWh um volle 44 % darüber. Da zudem Öl, Gas und Kohle (und zugleich die Kernkraft) drastisch reduziert werden sollen, kann man sich ausmalen, welche Abstriche am bisherigen Lebensstandard auf die Bevölkerung zukommen. Und die Umstellung des Verkehrs auf Elektroautos sollten wir auch nicht vergessen: 45 Mio Pkw und die bisher mit Diesel betriebenen Flotten von LKW und Bussen würden alleine schon beim jetzigen Stand jährlich 337 TWh benötigen. Da bliebe für den restlichen Bedarf der Bevölkerung nicht allzu viel übrig. Aber das steht auf einem anderen Blatt und soll hier nicht weiter vertieft werden.

Chinas Zukunftsplanung beim Strom…

Rechnet man die für Deutschland vorgesehenen 450 TWh jährlicher Stromproduktion auf die Gesamtbevölkerung von 82 Mio. um, so sollen jedem Bürger künftig pro Jahr rechnerisch ca. 4.500 kWh zur Verfügung stehen. Das sind etwa 30 % weniger als 2016. Wie sieht es diesbezüglich in China aus? Dazu gibt es in der Zeitschrift Nuclear Street News [CHIN] aktuelle Zahlen der dortigen National Energy Administration (NEA). Demzufolge liegt der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch an elektrischer Energie in China nach einem Ranking des „Index Mundi“ derzeit bei 3.926 kWh. Das ist lediglich rund ein Drittel der 12.186 kWh, die jedem US-Bürger zur Verfügung stehen.

Doch während Deutschland seinen Bewohnern den Energieverbrauch massiv kürzen will, sieht man in China die ausreichende Verfügbarkeit von Energie als eine unabdingbare Voraussetzung zur Aufrechterhaltung einer Hochzivilisation. Deshalb plant man eine kontinuierliche Steigerung. Aktuell befindet sich das Land diesbezüglich nur auf dem 69. Rang, was sich auch im Lebensstandard widerspiegelt. Bis zum Jahr 2030 will die Staatsführung 5.500 kWh pro Kopf und Jahr erreichen und diesen Wert bis 2050 auf 8.500 erhöhen. Damit befände man sich dann an der Schwelle zu den 25 bestversorgten Ländern der Erde.

…setzt ein wenig auf Wind und Sonne…

Viele Ideologen der „erneuerbaren“ Energien sehen China derzeit als eine Art gelobtes Land von Wind- und Solarenergie, weil man dort im Rahmen des laufenden Fünjahresplans bis 2020 insgesamt 343 Mrd. € in „CO2-freie“ Stromerzeugungstechnologien investieren will [SPIE]. Die Entwicklung der entsprechenden Investitionen veranschaulicht Bild 1.

Bild 1. Die Vertreter der „erneuerbaren“ Energien setzen große Hoffnungen auf China, das inzwischen gut 35 % der weltweiten Investitionen auf diesem Gebiet tätigt (Grafik: [REN21])

 

Schaut man auf die Entwicklung z.B. der Kapazität der installierten Windenergieanlagen [WIWI], so findet man beeindruckende Zahlen und Steigerungsraten (Bild 2). Vertreter der „erneuerbaren“ Energien stellen diese gerne als vorbildlich für den Rest der Welt heraus.

Bild 2. In den vergangenen zwölf Jahren steigerte China die Kapazität der installierten Windenergieanlagen um mehr als das Hundertfache von 1,26 auf 149 GW [WIWI]. Auch bei der Solarenergie wurden hohe Steigerungsraten erzielt

Diese Euphorie etlicher „Öko-Energetiker“ rührt allerdings wohl zu einem nicht geringen Teil daher, dass viele unter ihnen kaum Übung darin haben, nüchterne Fakten wie Dimensionen, Aufwendungen und Kosten einer technisch anspruchsvollen Aufgabenstellung zu erfassen. Zunächst muss man sich vor Augen führen, wie riesig das Land im Vergleich zu Deutschland ist. Chinas Kraftwerke erzeugen derzeit jährlich ca. 5.000-6.000 TWh an elektrischer Energie, rund 8-9 Mal soviel wie Deutschland. Hiervon sind allerdings lediglich rund 23 % „erneuerbar“, und davon zählen mehr als 18 % zu den „konventionellen“ Erneuerbaren, nämlich der Wasserkraft, zu der insbesondere der Drei-Schluchten-Staudamm beiträgt. Eine Aufschlüsselung der Beiträge der verschiedenen Energieträger für das Jahr 2014 zeigt Bild 3.

Bild 3. Anteile der verschiedenen Energieträger an der chinesischen Stromproduktion im Jahre 2014. Daten: [WIKI]

Im Jahr 2014 trugen Wind mit 2,7 % und und Solar mit 0,5 % demnach zusammen nur etwas mehr als 3 % zu Chinas Stromerzeugung bei, was trotz der beeindruckenden Brutto-Kapazitätsangaben an den im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken beschämend schlechten Nutzungsgraden der „erneuerbaren“ Energielieferanten liegt. Bis zu deutschen Dimensionen – derzeit ca. 18 %, davon 12 % Wind und 6 % Solar – wäre auf jeden Fall noch ein weiter Weg zurückzulegen, und 80 oder gar 100 % sind für das Schwellenland China finanziell auf keinen Fall zu bewältigen. Bereits jetzt stößt man dort trotz dieser vergleichsweise niedrigen Prozentsätze hart an seine Grenzen, insbesondere was die Belastung der Stromnetze angeht, deren Errichtungs- und Betriebskosten in diesem riesigen Land entsprechend hoch sind. Bereits 2015 wurden deshalb 15 % der chinesischen Windenergieproduktion schlicht „weggeworfen“ [CHDI]. Dies zeigt sich auch am Nutzungsgrad, der mit durchschnittlich 15,8 % selbst unter den deutschen Werten liegt. Das führte zu Auseinandersetzungen zwischen den Provinzen, deren Netzbetreiber versuchen, diesen Störstrom möglichst aus ihren Netzen herauszuhalten, und der Zentralregierung, die aus diversen Gründen gerne mehr davon verwendet sehen möchte.

Interessanterweise scheint die Zentralregierung angesichts dieses Gegenwindes jetzt ihre Ziele in diesem Bereich zurückzuschrauben. So hieß es noch 2016 aus der NEA, dass man im laufenden Fünfjahrplan die Kapazitäten bei Wind von 129 GW auf 210 GW und bei Solar von 43 GW auf 110 GW ausbauen wolle, was dann noch auf auf 250 GW Wind und 150 GW Solarkapazität aufgestockt wurde [CHDI].

Bild 4. Im Bereich Fotovoltaik sind chinesische Hersteller an der Weltspitze

Inzwischen scheint man jedoch wieder umzudenken. Kürzlich gab es Berichte, dass diese Aufstockung zurückgenommen wurde und China jetzt wieder zu den ursprünglichen niedrigeren Zahlen zurückkehre, wobei darin jetzt auch Offshore eingebunden ist [RECH]. Zudem gibt es Meldungen über Einschnitte bei den Vergütungssätzen für Fotovoltaik.

…und immer stärker auf Kernkraft

Ein entscheidender Punkt, den viele Anhänger der „Erneuerbaren“ bei ihren Blütenträumen bezüglich asiatischer Nationen häufig übersehen, ist der Pragmatismus dieser Länder bei der Bewältigung existenzieller Herausforderungen. So z.B. in Japan, wo Greenpeace, WWF und Co. seit den Nuklearhavarien von Fukushima die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken mit allen Mitteln bekämpfen und behindern, wobei ihnen die internationalen Medien als Sprachrohr und Multiplikator dienen. Hierbei fällt unserer von diesen „Fake-News“-Medien eingeschläferten Bevölkerung anscheinend nicht einmal der Umstand auf, dass diese Organisationen offensichtlich auch dort unten erstaunlich häufig von Leuten mit erkennbar westlicher Herkunft geführt werden. Da die Inbetriebnahme freigegebener Kernkraftwerke kaum vorankommt und sich die „Erneuerbaren“ als kostspieliger Irrweg erwiesen haben, setzt Premier Shinzo Abe jetzt stattdessen auf Kohle und will in den kommenden Jahren 45 neue Kohlekraftwerke bauen lassen. So dämlich, sich gleichzeitig von der Kern- und der Kohlekraft zu trennen, ist man in Japan nicht.

Deshalb hätten auch die jubelnden „Ökos“ sich nicht davon täuschen lassen sollen, als China dreistellige Milliardeninvestitionen in CO2-freie Stromerzeugungstechnologien ankündigte. Für das „Reich der Mitte“ sind dies nur Peanuts, und sehr zum Leidwesen von Greenpeace & Co. gehört zu diesen Planungen auch die Kernenergie. Und hier hat man wirklich große Pläne, denn das Land wurde in seiner diesbezüglichen Entwicklung durch die Fukushima-Ereignisse erheblich zurückgeworfen. Chinas Führung hat ab 2011 auf diesem für die zukünftige Versorgung extrem wichtigen Sektor zunächst zahlreiche Projekte gestoppt und sich ausreichend Zeit genommen, um die Situation und die mit der Kernkraft verknüpften Risiken ausführlich zu analysieren. Man nahm lieber eine mehrjährige Verzögerung in Kauf, als unvertretbare Risiken einzugehen. Im Unterschied zu Deutschland hat man anschließend jedoch beschlossen, die Kernkraft weiter auszubauen. Im aktuellen Fünfjahrplan ist nahezu eine Verdopplung der Nuklearkapazität vorgesehen [CHNU].

Im November 2016 waren in China 36 Kernkraftwerke mit einer Kapazität von 31,4 GW in Betrieb. Von den derzeit im Bau befindlichen 40 Reaktoren [STAT] sollen allein in diesem Jahr fünf in Betrieb genommen werden. Bei acht weiteren ist der Baubeginn noch in diesem Jahr vorgesehen, und zugleich sollen acht weitere Projekte „auf Kiel gelegt“ werden. Aktuell veröffentlichter Planungsstand sind 58 GW KKW-Kapazität bis 2020 und 150 bis 250 GW bis 2030 [CHIN]. Damit würde die Nuklearkapazität des Landes innerhalb von nur 13 Jahren um den Faktor acht (!) zulegen. Für die Zeit nach 2030 sagen Berichte über entsprechende Planungen noch weit höhere Zuwachsraten voraus. Ein wichtiges Hemmnis scheint derzeit der Mangel an geeigneten Fachleuten zu sein. In Betrieben und Universitäten arbeitet man bereits daran, diese Ausbildungsgänge entsprechend auszubauen. Für den Zeitraum nach 2040 soll in China dann die Stunde der „schnelle-Neutronen“-Reaktoren („schnelle Brüter“) schlagen, die nuklearen Abfall, Plutonium sowie abgereichertes Uran verwerten können. Ihre Kapazität soll bis 2100 auf 1.400 GW anwachsen [NUK]. Das allein entspräche etwa 1.000 bis 1.400 weiteren Kernkraftwerken.

China will mit jeder Technologie verdienen

Betrachtet man die Lage der verschiedenen Energiesektoren in China, so erkennt man eine geschickte Verknüpfung mit einer mehrgleisigen Handelsstrategie. Man setzt einerseits auf den aktuell ungebrochenen weltweiten Markttrend zugunsten von Wind und Solar. Dieser soll künftig ja zusätzlich durch jährliche Klima-Ablasszahlungen von 100 Mrd. US-$ Dollar der Industrieländer für Energieprojekte in der 3. Welt befeuert werden. Nicht zuletzt deshalb stützt China durch große inländische Investitionen die eigenen Industrien und ermöglicht es ihnen, auf diesen Märkten in vorderster Position mitzumischen. Dies dürfte erklären, warum die Zentralregierung aktuell neben der hohen Kapitalbindung sogar negative Auswirkungen im Lande in Kauf nimmt.

Langfristig setzt man jedoch erkennbar auf die Kernenergie. Auch wenn deren Anteil im eigenen Land ebenso wie die Marktchancen im internationalen Umfeld im Moment noch gering sind, so sind die Investitionen ebenso wie die Entwicklungsaktivitäten erkennbar auf hohe Steigerungsraten ausgelegt. Aufgrund der hohen Nutzungsgrade der Kernkraft erbringt die Investition in ein GW Kernenergie jährlich rund 6 Mal soviel Strom wie Windenergieanlagen mit gleicher Kapazität. Geplant sind derzeit 61 GW Wind und 27 GW KKW, welche den gleichen Stromertrag liefern wie 162 GW Windenergieanlagen. Aus diesen Zahlen ist die Stoßrichtung der chinesischen Energiepolitik klar abzuleiten.

Zudem ist sich China bewusst, dass dieser Markt in vielen Ländern erst dann attraktiv werden dürfte, wenn sich der aktuelle Hype mit den „Erneuerbaren“ totgelaufen hat. Bis es soweit ist, wird man für die künftigen eigenen KKW-Modelle über internationale Zulassungen verfügen, so beispielsweise in Großbritannien. In einigen Jahren wird Deutschland mit brummendem Schädel aus seinem energetischen Selbstzerstörungsrausch namens „Dekarbonisierung“ aufwachen. Dann werden lächelnde chinesische Handelsdelegationen bereitstehen, uns alles zu liefern, was für die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit preisgünstiger und sicher verfügbarer Energie so benötigt wird. Zu großzügigsten Konditionen, versteht sich. Allerdings dürfte die Inzahlungnahme gebrauchter Solarpaneele und Windanlagen nicht dazugehören.   

Fred F. Mueller

Quellen

  • [AUFA] http://www.n-tv.de/politik/Umweltamt-ruft-zum-Autofasten-auf-article19723009.html
  • [CHDI] https://www.chinadialogue.net/blog/9113-All-eyes-on-China-s-13th-Five-Year-Plan-for-energy/en
  • [CHIN] http://nuclearstreet.com/nuclear_power_industry_news/b/nuclear_power_news/archive/2017/03/02/china-maps-out-its-nuclear-future-030202#.WLmmXH_OxLh
  • [CHNU] http://www.world-nuclear-news.org/NP-China-sets-out-nuclear-plans-for-2017-0203174.html
  • [DACA] http://dailycaller.com/2017/02/01/japan-infuriating-enviros-by-building-45-new-coal-power-plants/
  • [NUK] http://www.world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-a-f/china-nuclear-power.aspx
  • [RECH] http://www.rechargenews.com/wind/1188761/china-eases-back-2020-re-targets-with-latest-5yp-goals
  • [REN21] RENEWABLES 2016 – GLOBAL STATUS REPORT RENEWABLE ENERGY INDICATORS Key Findings
  • [SPIE] http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-investiert-343-milliarden-euro-bis-2020-in-oekostrom-und-atomkraft-a-1128741.html
  • [STAT] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/157767/umfrage/anzahl-der-geplanten-atomkraftwerke-in-verschiedenen-laendern/
  • [STZI] Bericht der Bundesregierung zum High-Level Political Forum on sustainable Development 2016, 12. Juli 2016. http://www.bmz.de/de/index.html
  • [VEGG] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umweltministerium-serviert-bei-veranstaltungen-nur-noch-vegetarische-kost-a-1135231.html
  • [WIKI] https://en.wikipedia.org/wiki/Renewable_energy_in_China
  • [WIWI] https://en.wikipedia.org/wiki/Wind_power_in_China

 

 

Nach Ablauf der Subventionsparade wird es keine Windkraftwerke mehr geben

Die Windkraftlobby hat es selber erkannt

Die topaktuelle Studie „WEITERBETRIEB VON WINDENERGIEANLAGEN NACH 2020“ der Deutschen WindGuard GmbH wurde im Auftrag der Naturstrom AG in Düsseldorf erstellt und kann deshalb als objektiv gelten. Es sind demnach die Betreiber von Windkraftanlagen selber, die zum Schluss kommen, dass:

  • Der Weiterbetrieb nach 20 Jahren pro Windkraft-Kilowattstunde Strom bis zu 5 Eurocent kostet.
  • Der Marktpreis dieses Stromes aber bei ca. 3 Eurocent liegen wird.

Die Aussage ist deshalb objektiv und wissenschaftlich erhärtet: Windkraftwerke können ohne massive Subvention nicht ökonomisch betrieben werden. Weder heute noch morgen. Und weil Windkraftwerke IMMER durch konventionelle Kraftwerke gestützt werden müssen, wird sich das  auch nicht ändern, egal ob es in Zukunft einen brauchbaren Speicher für Windstrom geben wird oder nicht. Denn jede Speicherung von Windstrom macht diesen wiederum massiv teurer und treibt die ökonomische Bilanz noch tiefer in den roten Bereich.

Entscheidend ist die hervorragende Bewindung des Standorts

Nur beste Standorte haben eine Chance, nach der Subventionszeit wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Denn die Kosten sind praktisch linear mit dem guten Windaufkommen verknüpft. Es könnte sogar eine überproportionale Steigerung der Einnahmen erwartet werden, je häufiger Wind weht, weil dann die Abnahme im Stromnetz zu Zeiten erfolgt, in denen der Strom auch wirklich benötigt wird.

Für die Schweiz eine klare Aussage

Die Umstände in der schlecht bewindeten Schweiz lassen die Aussage zu, dass sich Windkraftwerke ausschliesslich für die Betreiber und nur aufgrund der extrem hohen Subventionen lohnen. Nach Ablauf der Subventionsstützung müssen praktisch alle Anlagen wegen extremer Unwirtschaftlichkeit abgebaut werden. Dazu kommt, dass sich auch die Begründung der „Anschubfinanzierung“ als Basis der Subventionsdiskussion auf keinen Fall mehr halten lässt. Die vorliegende Studie lässt den einzig gültigen Schluss zu, dass Windkraftnutzung in der Schweiz von Beginn weg nur zum Zwecke der Subventionsabschöpfung eingeführt worden ist. Einen gesamtökonomischen Grund für die Gesellschaft hat es nie gegeben und es wird ihn auch nie geben. Mit freundlichen Grüssen an unseren Chefökonomen für die Schweizer Windkraftlobby, Professor Doktor Rolf Wüstenhagen und sein Team.

Quelle: Studie „WEITERBETRIEB VON WINDENERGIEANLAGEN NACH 2020“ 

Schöne neue Öko-Energiewelt: Licht aus, Pullover an, Treppe statt Lift

Öko-Rotkäppchen und der böse Dunkelflaute-Wolf

Die aktuelle Kältewelle in Europa bringt es an den Tag: Aufgrund des kalten Wetters sind die Stromerzeugungskapazitäten in manchen Ländern extrem am Limit. Ganz besonders in Frankreich, wo man wegen der zeitweiligen Stilllegung von zahlreichen Kernkraftwerken für Sicherheitsüberprüfungen bereits Notmaßnahmen ergreifen musste. Die dortige Erzeugung reicht wegen dieser Stilllegungen nicht mehr aus und muss durch Stromimporte aus dem Ausland ergänzt werden. Allerdings will die Politik sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern die zuverlässig Strom erzeugenden Kern- und Kohlekraftwerke kurz- bis mittelfristig stilllegen und durch angeblich „grundlastfähigen“ Strom aus Wind- und Solarkraftwerken ersetzen. Je weiter dieses Vorhaben voranschreitet, desto sicherer steuert letztlich ganz Europa auf eine Katastrophe zu.

Den Ernst der Lage verdeutlicht eine Meldung des Manager-Magazins vom 19. Jan. 2017 [MaMa]. Unter der Überschrift „Blackout-Gefahr – Atomkraftwerke schwächeln – In Frankreich gehen die Lichter aus“ wird gemeldet, dass die Stadtverwaltung von Paris wegen der extremen Stromknappheit an etwa 330 öffentlichen Gebäuden die Außenbeleuchtung ausschalten ließ. Weitere von der französischen Regierung im Rahmen einer groß angelegten Kampagne angeregte Stromsparmaßnahmen: Franzosen sollen mehr Treppen steigen statt den Fahrstuhl zu benutzen, und auf große E-Mail-Anhänge verzichten, um Serverleistung zu sparen. Wohnräume sollen nur auf 19 Grad geheizt werden, Bewohner dickere Pullover tragen und häufiger die Lichter ausmachen. Selbst großen Industriebetrieben wie der Aluminiumschmelze von Rio Tinto Alcan in Dünkirchen will man notfalls die Stromzufuhr kappen. Normalerweise sollte man solche Vorschläge angesichts der Erfordernisse moderner Industrienationen für einen schlechten Witz halten. Doch leider ist dies kein Scherz, sondern bitterer Ernst. Ohne die Unterstützung der Nachbarländer über das europäische Verbundnetz wären in der „Grande Nation“ vermutlich bereits im November 2016 die Lichter ausgegangen. Wie kam es dazu?

 

Bild 1. Stromerzeugungsanteile in Frankreich (Bild: Commons.Wikimedia, Theanphibian [Thea])

 

Sorgen bei der Kernkraft

Eigentlich hatte Frankreich bereits vor Jahrzehnten voll auf die Kernenergie gesetzt und mit aktuell 58 Kraftwerken den mit Abstand größten Bestand in Europa. Sie decken den Strombedarf des Landes zu über 70 %, Bild 1. Damit hätte das Land bei konsequenter Fortführung bis heute ein stromsorgenfreies Dasein. Diverse politisch bedingte Fehlplanungen führten jedoch zu Überkapazitäten, außerdem wurde die französische Kernenergiepolitik von Nachbarländern aus heftig befehdet. Dies führte dazu, dass Neubau bzw. Ersatz von KKW bisheriger Bauart auf die lange Bank geschoben wurden und man wegen der in Europa vorherrschenden Sicherheitsbedenken mit dem EPR einen neuen Reaktortyp entwickelte, der wegen der übertriebenen Berücksichtigung von Einwänden und Vorbehalten weitaus komplexer und teurer ausfiel als seine Vorgängermodelle. Von diesem sind bisher jedoch erst zwei Exemplare im Bau, wobei es sowohl in Olkiluoto (Finnland) als auch in Flamanville (Frankreich) zu massiven Problemen mit Termin- und Kostenüberschreitungen kam. Hinzu kam, dass 2016 bei der Überprüfung der vorhandenen Reaktoren technische Mängel aufgrund der Verwendung möglicherweise fehlerhafter Stahllegierungen festgestellt wurden. Deshalb wurde im Oktober 2016 beschlossen, zahlreiche Kernkraftwerke im rollierenden Verfahren zur Durchführung der erforderlichen Kontrollen für jeweils mehrere Wochen abzuschalten. Dadurch kam es bereits im November 2016 zu massiven Stromengpässen. An der französischen Strombörse EPEX schnellte der Preis im Day-Ahead-Handel fallweise auf bis zu 850 €/ Mwh hoch. Das entspricht dem 20- bis 40fachen des sonst üblichen Niveaus von um die 20-40 €/MWh [EPEX].

 

Kollapsbefürchtungen im Januar

Um einen befürchteten Kollaps in der stärksten Kälteperiode, die üblicherweise im Januar auftritt, zu vermeiden, legte Frankreich zusammen mit Nachbarländern Notfallpläne auf Kiel. Den Beteiligten war klar, dass Frankreich aus seinen Nachbarländern – Schweiz, Belgien, Großbritannien, Spanien und vor allem aus Deutschland – erhebliche Mengen Strom importieren musste. Deshalb erhöhten beispielsweise die deutschen Netzbetreiber kurzfristig die Übertragungsfähigkeit von Stromtrassen nach Frankreich, zudem wurden geplante Wartungsarbeiten an Stromleitungen außerplanmäßig verschoben [WIFR]. Dass dies nachteilige Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland haben könnte, sei hier nur am Rande vermerkt.

 

Terminanpassungen bei Wartungsabschaltungen

Eine noch wichtigere Rolle dürfte jedoch spielen, dass die Genehmigungsstellen in Frankreich ihre Terminvorgaben an die Notfallsituation angepasst haben. So meldete die „World Nuclear News“ am 16. Januar, dass die zuständige Aufsicht bereits am 12. Januar die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme von neun Reaktoren – Bugey 4, Dampierre 3, Fessenheim 1, Gravelines 2 und 4, Saint-Laurent B1 sowie Tricastin 1, 3 und 4 – erteilt habe [NUNE]. Zugleich wurde der fällige Inspektionstermin von Tricastin 2 mit ausdrücklichem Bezug auf den Stromengpass um zwei Wochen nach hinten verschoben. Ohne dieses Timing, das immerhin rund 10 GW an Reaktorleistung rechtzeitig zum vermuteten Höhepunkt der Kältewelle verfügbar machte, hätte Frankreich möglicherweise sehr massive Probleme mit der Stromversorgung mit der Gefahr eines Blackouts bekommen. Verglichen mit diesen notfallmäßig verfügbar gemachten Kapazitäten ist die Abschaltung von ein paar Fassadenbeleuchtungen kaum der Rede wert.

Bild 2. Schein und Sein: Ungeachtet der riesigen Erzeugungskapazität von mehr als 90.000 MW (blaue Linie) lieferte die Prognose für die EE-Stromerzeugung am 21. Januar 2017 lediglich Werte zwischen 2.100 und 8.500 MW (Daten: [ENTS])

 

Kein Verlass auf deutschen EE-Strom

Wie steht es jedoch um die Fähigkeit Deutschlands zur Hilfestellung in Form von Stromlieferungen? Während grünlinke Klimarettungsapostel ständig Jubelmeldungen über die zunehmende Erzeugung von Strom aus „erneuerbarer“ Energie verbreiten, zeigt die Realität am besonders kritischen Wochenende vom 20-22 Januar, wie verlassen sowohl Deutschland als auch Frankreich gewesen wären, wenn Deutschland nicht noch immer über einen kompletten Kraftwerkspark verfügen würde, der einspringt, wenn Wind und Sonne wegen „Dunkelflaute“ mal wieder keine Lust haben, nennenswerte Mengen an Strom zu produzieren. Bild 2 zeigt, dass die insgesamt über 90.000 MW an installierter Solar- und Winderzeugungskapazität laut Prognose am 21. Januar lediglich zwischen 2.100 und maximal 8.500 MW ins Netz liefern würden. Das reicht fallweise nur für etwas mehr als die Straßenbeleuchtung in beiden Ländern. Grund hierfür ist der geradezu lächerliche Nutzungsgrad der EE-Stromerzeuger Wind und Sonne bei „Dunkelflaute“, Bild 3.

Bild 3. Nutzungsgrad der gesamten über Deutschland sowie der deutschen Nord- und Ostsee verteilten Wind- und Solarkapazitäten am 21.Januar 2017 (Daten: [ENTS])

 

Selbst zusammengenommen erreichte am 21. Jan. der Nutzungsgrad nur in der Mittagszeit kurzfristig etwas mehr als 9 %, während der Minimalwert nur bei rund 2,4 % liegt. Der Blick auf den Verlauf zeigt sofort, dass es vor allem die Winderzeugung war, die eine geradezu lächerlich schlechte Leistung ablieferte. Damit werden gleich zwei Mythen der Windlobby auf einmal widerlegt. Selbst deutschlandweit weht der Wind nicht immer irgendwo. Die Hoch- und Tiefdruckgebiete, die den Wind antreiben, sind so großflächig, dass Mangel oder Überproduktion meist in ganz Deutschland gleichzeitig auftreten. Gleichzeitig beweist der Kurvenverlauf auch, dass dies auch für den angeblich „grundlastfähigen“ Offshore-Wind gilt, denn die Produktion der großen Windparks in Nord- und Ostsee ist in den Zahlen mit enthalten. Und dies war beileibe keine Ausnahme: Vergleichbare Bedingungen mit deutlich bis dramatisch unterdurchschnittlicher Produktion von Strom aus Sonne und Wind herrschten in Deutschland während gut der Hälfte des Zeitraums vom 1. bis zum 22. Januar.

 

Konsequenzen für den Strompreis

Eine Vorstellung davon, welche Auswirkungen eine überwiegend auf Wind und Sonne ausgerichtete Stromerzeugung nicht nur auf die Verfügbarkeit, sondern auch auf den Preis von Strom habe dürfte, vermittelt Bild 4. Dieses zeigt die an der Strombörse EPEX im Verlauf des 20. Januar erzielten Preise für elektrische Energie im Vergleich zum Preisniveau zur problemlosen Situation am 15. Juli 2016.

Bild 4. Im Verlauf des 20. Januar an der Strombörse EPEX erzielte Day-Ahead-Preise im Vergleich zu einer „Normalsituation“ am 15. Juli 2016 (Daten: [EPEX])

 

Trotz aller ergriffenen Nothilfemaßnahmen war die Versorgungslage wegen der unzureichenden Produktion von deutschem „EE-Strom“ teilweise recht kritisch. Die hektische „Fieberkurve“ der EPEX-Preise vom 20. Januar ist ein deutliches Indiz der angespannten Versorgungslage. Das Preisniveau lag in der Spitze um bis zu rund 700 % über dem üblichen Level. Damit entspricht der Börseneinkaufspreis schon nahezu dem Strompreis von rund 16 ct., den französische Endverbraucher 2015 zahlten. Man muss sich als Verbraucher klar machen, dass solche Situationen bei häufigerem Auftreten in erheblichem Maße auch auf die Endverbraucherpreise durchschlagen würden. Noch deutlicher wird diese Warnung, wenn man berücksichtigt, dass am 7., 8. und 14. November 2016 in der Spitze sogar Preise von bis zu 850,- € pro MWh gezahlt wurden. Das entspricht einem Börseneinkaufpreis von sage und schreibe 85 ct. Das waren zwar nur sehr kurzfristige steile Spitzen, doch vermitteln sie eine Vorstellung davon, welche preislichen Auswirkungen eine derart angespannte Situation bei der Stromverfügbarkeit haben kann, wenn die Stromproduktion bei immer weiter gehender Stilllegung zuverlässiger Kern- und Kohlekraftwerke ernsthaft und für mehr als nur ein paar Stunden den Bedarf unterschreitet.

 

Frankreichs Sozialisten im Dilemma

Interessanter Nebenaspekt der beschriebenen Ereignisse dürften die Auswirkungen auf die energiepolitischen Positionen der französischen Sozialisten sein. Die für Energie zuständige Ministerin Ségolène Royal zeichnete ebenso wie ihr ehemaliger Lebensgefährte Hollande verantwortlich für die 2011 erhobene Forderung nach Stilllegung von 24 der 2011 noch verbliebenen 58 französischen Kernkraftwerke bis spätestens 2025. Das KKW Fessenheim sollte sogar sofort abgeschaltet werden. Vermutlich hat sie in den letzten Wochen jeden Abend auf Knien Dankgebete dafür gesprochen, dass ihre Regierung dieses Vorhaben bisher nicht umgesetzt hat. Mehrheitsfähig dürfte eine solche Politik nach den jetzigen Ereignissen so schnell nicht mehr werden.

Fred F. Mueller

 

Quellen

  • [ENTS] https://transparency.entsoe.eu
  • [EPEX] https://www.epexspot.com/
  • [MaMa] http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/frankreich-kaeltewelle-bringt-atomkraftwerke-an-grenzen-a-1130754.html
  • [NUNE] http://www.world-nuclear-news.org/RS-EDF-gets-approval-to-restart-nine-units-16011702.html
  • [WIFR] https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_in_Frankreich
  • [Thea] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Electricity_in_France_de.svg

 

SRF Blackout – Szenario mit vereinfachten Bedingungen

Gefthenelseeschrieben aufgrund von Notizen während der Sichtung der Sendung Blackout ses Schweizer Fernsehens SRF.

Die Sendung Blackout wollte der Bevölkerung ein Gefühl vermitteln, wie es sich anfühlt, wenn die Stromversorgung während mehrerer Tage ausfällt. Das Szenario war so aufgebaut, dass ein europaweiter Stromausfall von 4 Tagen mit einem mehrwöchigen Mangelbetrieb thematisiert und in all seinen Facetten erlebbar gemacht wird.  

Mit dem Wegfallen des Lichts und der Kommunikation beginnend, kamen laufend weitere Probleme dazu. Die Züge rollten nicht mehr, weil die Zugleitung die Kommunikation mit der SBB-Infrastruktur nicht aufrechterhalten konnte. Trotz einer separaten Stromversorgung der Oberleitungen konnten deshalb die Züge nicht weiterfahren und mussten als Notfallmassnahme in den nächsten Bahnhof gebracht werden. Das führte, wie auch auf den Flughäfen, zu einer hohen Zahl von „Gestrandeten“. Niemand konnte mehr weg. Niemand konnte erfahren, was mit seinen Liebsten gerade geschah. Der Ausfall der gesamten privaten Kommunikation wurde eindrücklich dargestellt und zeigte die Hilflosigkeit der Gesellschaft ohne das simple Gut „Strom“.

Ein weiteres Problem war der Ausfall der Heizungen, weil die Steueranlagen die Pumpen der Hausanlagen nicht mehr steuerten und das Wasser nicht mehr umgesetzt wurde. Brennstoffpumpen fielen genauso aus, wie schon bald die gesamte Wasserversorgung. Wer sich im Auto in Sicherheit wähnte, wurde bald eines Besseren belehrt. Das Auftanken an öffentlichen Tankstellen war ebenfalls nicht mehr möglich.

Die Wasserversorgung brach nach wenigen Stunden ein. Damit war die Versorgung mit einem der wichtigsten Lebensmittel gefährdet. Auch die WC-Spülung musste bald mit Giesskannen überbrückt werden. Weder die Aufbereitung des Trinkwassers noch die Klärung des Abwassers war gewährleistet. Die zu erwartende Verschmutzung der Flüsse durch einlaufende Fäkalien war kein Thema.

Auch unrealistische Elemente im Setting

Einige Elemente der Geschichte „Blackout“ waren aber auch etwas unrealistisch aufgestellt. So konnte der totale Zusammenbruch des privaten Verkehrs bis zum Schluss nicht erklärt werden. Es kann zwar angenommen werden, dass es an verschiedenen Verkehrsknoten zu Behinderungen durch Pannenfahrzeuge jeglicher Art kommen würde. Dass aber ein Sanitätsfahrzeug im Verkehr stecken bleibt, ist nicht realistisch. Die meisten privaten Fahrzeuge bleiben auch bei einem Stromausfall noch für Tage einsatzbereit. Wenn schon, hätte das auch den Fahrzeugen der Feuerwehr passieren müssen. Die Geschichte um den halbgefangenen Hilfssanitäter wirkte extrem aufgesetzt und hat den beabsichtigten roten Faden oder die auflockernde Nebengeschichte nicht gebracht.

Die Beurteilung der Ursache war ebenfalls nicht ganz realistisch. Zwar kann die durch den Laien unerwartete, zu hohe Netzfrequenz „wegen zu viel Strom“ als sehr realistisch bezeichnet werden. Die Ursache dieser Überkapazität im europäischen Stromnetz war aber genauso konstruiert falsch, wie die Erklärung dazu. Das Szenario beschrieb den Handel als Ursache einer zu grossen „Bestellung“ von Strom und eine Mindernutzung im Süden wegen unerwartetem Sonnenschein. Das sind aber tägliche Standardprobleme für die Netzleitstellen. Sie können damit schon heute gut umgehen. Realistischer ist die zwischendurch erwähnte Überproduktion von Windstrom und Solarstrom im Norden, und die Gefahr, dass dieser Strom innert Sekundenbruchteilen wegbricht. In der Sendung Blackout konnte der durchschnittlich gebildete Zuschauer aber hören, dass vor allem der Stromhändler die Schuld am Überangebot zu tragen hätte. Das ist alles andere als realistisch. Wie schon erwähnt, können die Netzleitstellen mit Überangeboten problemlos umgehen. Wind- und Solarkapazitäten können geregelt abgeschaltet werden, bevor eine Überlast entsteht. Weder die Kosten- noch die technischen Folgen dieser realen Probleme wurden Thematisiert. Die Erneuerbaren Energien als realistische Ursache eines Blackouts wurden konsequent geschont. Kein Wort der Kritik, dass es vor allem die Erneuerbaren Energien wie Windkraft und Photovoltaik  sind, die das europäische Stromnetz destabilisieren und regelmässig an die Grenzen eines Blackouts führen.

Während in einem grossen Teil der Sendung ausgewiesene Fachleute zu Wort kamen, musste beim Thema Zukunft der stark umstrittene Anton Gunzinger und seine geistig rechte Hand im Bundesamt für Energie, Marianne Zünd herangezogen werden, die ihre bekannten und etwas skurrilen Zukunftsvisionen formulieren durften. Dass diese beiden Exponenten für eine auch von Fachleuten als unrealistischen Umbau der Stromnetze bezeichneten Energiestrategie 2050 kritiklos werben durften, passte wieder zur medialen Berichterstattung, wie wir sie täglich erleben. Den Besuch von Eric Nussbaumer, der bei solchen Sendungen immer wieder als umtriebiger Vertreter der Grünstromlobby auftritt, habe ich zum Glück verpasst. Seine Vorstellung von Stromversorgung kann ungehört und ungesehen ebenfalls in den Bereich Vision verbannt werden und gehört eher in den Ordner „Ursache“ denn „Lösung“.

Kernkraftwerke spielen keine Rolle?

Während der Sendung kam das Thema selbstverständlich auch auf die Möglichkeit eines nuklearen Zwischenfalls. In diesem Fall wurde das KKW Fessenheim als gerüchteweise havariert in die Geschichte eingeführt. Dieses Element kann nicht kritisiert werden, sind doch falsche Gerüchte über KKW schon während ganz normalen Zeiten die Regel. Dass sie meistens von Vertretern von Greenpeace, der Schweizerischen Energiestiftung und allgemein den extremen Atomkraftwerksgegnern verbreitet werden, war selbstverständlich kein Thema. Dass Kernkraftwerke zum Betrieb eines stabilen Stromnetzes unabdingbar sind, wurde mit keiner Silbe erwähnt. Das galt für alle konventionellen Kraftwerke, deren Bedeutung für den stabilen Netzbetrieb schlicht ignoriert wurde.

Hyperaktive Staatsanwältin sucht mediale Aufmerksamkeit

Dass die eingebaute strafuntersuchende Staatsanwältin alle möglichen Protagonisten zuerst mal verhaften liess, war schon etwas verwunderlich. Dass sie aber kein Wort über die strafbaren Handlung der Falschinformation durch die Verbreitung von Gerüchten verlor, war so bedauerlich wie unrealistisch. Ein kurzer Blick in die Papiere der WHO hätten der Sendeleitung eindrücklich gezeigt, dass Gerüchte mit zur schlimmsten Belastung der Bevölkerung bei Katastrophen zählen. Die Staatsanwältin konzentrierte sich lieber auf einen Stromhändler, der aus verschiedenen Gründen nicht der Verursacher eines Blackouts sein konnte. Ihre aufgesetzte Recherche in vielen Bundesordnern als Begründung der Aussage, sie können die Ursachen nicht klar erkennen, wirkte sehr konstruiert.

Solarstrom im Test

Das Ziel einer zu Beginn der Sendung vorgestellten Solaranlage in Liestal war es, „die letzten 40 Minuten der Sendung mit Strom aus zwei Batterien zu versorgen“, die über den Tag mit Solarzellen aufgeladen würden. Was genau damit gemeint war, blieb bis zum Schluss der Sendung unklar. Der Tag war trüb im Baselland. Der Ladezustand der Batterien (leer, halbleer, voll) vor dem Versuch war nicht bekannt. Der Test war alles andere als realistisch aufgebaut, der Betreiber der Anlage äusserte sich zur erzeugten Energie mit dem Wert von 680 Wattstunden, also 0,68 Kilowattstunden, der in ein teures Batterie- Wechselrichtersystem eingespiesen wurde. Damit wurden am Ende der Sendung eine unbekannte Anzahl LED-Lampen betrieben. Mit einer kleinen Zeremonie wurden sie vorher vom Stromnetz abgehängt und an die von Solarpanels aufgeladenen Batterien angehängt. Eine genauere Beurteilung der Situation und Vorgänge gab es nicht, der positive Effekt wurde durch die bewährte Form der Nichtinformation aufrechterhalten. Nur schon eine überschlagsmässige Rechnung der Erzeugungskosten dieser Anlage hätte einen horrenden Betrag ausgewiesen, die diese 680 Wattstunden gekostet haben. Aber es war von Beginn weg das Konzept der Sendung, die Erneuerbaren Energien nicht zu kritisieren. Fairerweise hat man weitgehend auf die übliche Kernkraftschelte und Panikmache verzichtet.  Das führte aber auch dazu, dass der Bevölkerung die möglichen Ursachen eines Blackouts nur unvollständig vermittelt wurden. Das aktuellste Beispiel des südaustralischen Blackouts Ende September 2016 hätte diese Lücke gefüllt. Da waren es die Erneuerbaren, die den flächendeckenden Stromausfall und den mehrtägigen Mangelbetrieb verursacht hatten. Aber das wäre für die Produzenten der Sendung ein zu realistisches Szenario gewesen und hätte am Ende die wahren Probleme unseres Stromnetzes aufgezeigt.

Fazit

Das Ziel war es wohl, die Bevölkerung für die Folgen und Probleme eines Stromausfalls zu sensibilisieren. Das ist der Sendung gut gelungen. Aber einen tieferen Beitrag an die Gesamtproblematik der Stromerzeugung und –Verteilung konnte die Sendung nicht vermitteln. Das war auch kaum die Absicht der Produzenten. Der Beizug vieler echter Experten in die Sendung hat sich positiv ausgewirkt. Auf die Pseudoexperten und grünen Aktivisten Eric Nussbaumer, Anton Gunzinger und Marianne Zünd hätte man besser verzichtet.

Fukushima und die Kunst des Wissens

  • Originalartikel von: Claire Leppold, Spezialistin für Katastrophenmedizin
  • Originaltitel: Fukushima and the Art of Knowing
  • Erste Veröffentlichung: The Huffington Post Japan, 18. Juni 2016
  • Übersetzung aus dem Original: Christof Merkli, 22. Dezember 2016
  • Zwischentitel durch Übersetzer angefügt zu Gunsten einer verbesserten Struktur des Textes

Fukushima und die Kunst des Wissens

Was treibt jemanden dazu, die halbe Welt zu umreisen, um in einem Spital zu arbeiten, das neben dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi liegt? Ich kann es ihnen sagen.

Am Anfang war es vor allem, weil ich nicht genug wusste. Dann aber immer mehr auch, weil ich mehr wissen wollte.

Am 11. März des Jahres 2011 wurde Japan von einem Erdbeben und einem darauffolgenden Tsunami getroffen. Das löste einen nuklearen Unfall aus. Vier Jahre später und 9‘000 Kilometer entfernt, es war Februar 2015, war ich als Masterstudentin an der Universität Edinburgh. An einer Gastvorlesung stellten japanische Wissenschaftler ihre Arbeit in Fukushima vor.

Ich wusste, dass sich dort in Fukushima ein nuklearer Unfall ereignet hatte. Ich nahm an, dies hätte zu gefährlichen Strahlenbelastung und eine Erhöhung der Krebserkrankungen geführt. Niemals hatte ich die Absicht, diesen Ort zu besuchen.

Überraschende Erkenntnis

Was ich bei dieser Vorlesung erlebte, war ein Konflikt zwischen dem, was ich zu wissen meinte und der Realität.

Die japanischen Wissenschaftler zeigten eine Serie von Präsentationen. Sie zeigten uns ihre Erkenntnisse über Fukushima. Die Ergebnisse zeigten eine überraschend tiefe interne und externe Strahlenbelastungen für die Bevölkerung. 1,2 Eine Massenkontrolle von Kleinkindern und Kindern zeigten keine erkennbare interne Strahlenbelastung. 3 Aber andere Gesundheitsprobleme wurden gefunden: Im Kontrast zu der tiefen Strahlenbelastung wurde eine erhöhte Belastung von mit erhöhter Radioaktivität nicht erklärbaren Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten und Bluthochdruck gefunden. 4,5 Besonders Gesundheitsrisiken in Verbindung mit der Evakuation fielen den Wissenschaftlern auf. 5 Darin enthalten der Nachweis, dass die sofortige Evakuation von älteren Leuten aus Pflegeeinrichtungen das dreifach so hohe Todesrisiko gegenüber nicht Evakuierten zur Folge hatte. 6 Es wurde uns gezeigt, dass die radioaktive Strahlung kaum das grösste Problem für Fukushima darstellen würde.

Ich war überrascht. Es schien mir tatsächlich das Gegenteil von dem zu sein, was man über Fukushima so denkt. Das war bestimmt nicht DAS Fukushima, von dem ich gehört oder Bilder gesehen habe und meine Neugierde war geweckt. Ich sprach die Wissenschaftler darauf an und schlug weitere Untersuchungen vor. Sie luden mich ein, nach Fukushima zu kommen und dort meine Masterarbeit zu schreiben. Ich war einverstanden damit.

Im Mai 2015 kam ich das erste Mal in Fukushima an und begann sofort meine Forschungen am Minamisoma Municipal General Hospital. Ich schrieb meine Masterarbeit, erhielt das Diplom und bekam einen Vollzeitjob am Spital, wo ich heute noch arbeite.

Es gibt viele Dinge, über die ich schreiben könnte, was ich in Fukushima gelernt habe. Aber eine der unerwartetsten Erfahrungen war die Konfronation zwischen meinem vermeintlichen Wissen und der Realität, die ich in Fukushima vorfand. Es gab wenige Vorurteile, die durch meine Erfahrungen vor Ort bestätigt wurden und ich war erschlagen vom Gefühl, so viele Fakten nicht gewusst zu haben. Ich bemerkte auch, wie viele Vorurteile und Falschinformationen in unserer westlichen Gesellschaft ganz selbstverständlich als gegebene Wahrheit über Fukushima angenommen werden.

Wie funktioniert „das Wissen von Dingen?“ Es gibt nicht nur eine Antwort.

Über das Wissen zu diskutieren ist schwierig. Unsere eigenen Gefühle und Meinungen können das werden, was wir „Wissen“ nennen. Man könnte sagen, das was uns die Medien vermitteln ist eine Quelle des Wissens. Wissenschaft ist eine Methode zur Wissensbildung.

Schaden durch Falschinformation

Aber was geschieht, wenn unser Wissen die reale Situation nicht reflektiert? Das bringt mich zum Zweitwichtigsten, was ich in Fukushima gelernt habe: Der Schaden durch Falschinformation. Oder in anderen Worten, wie meine Ideen, die ich vorher hatte und bei anderen immer noch feststelle, gefährlich sein können.

Ich sah die aktuellen Resultate der Falschinformation nicht, bis ich nach Fukushima ging. Jetzt sehe ich sie überall.

Es gibt kein allgemeingültiges Beispiel aber wir können damit beginnen, über Gerüchte und Stigmatisierung zu reden. Ein typisches Problem hier war die Falschinformation über Strahlungsstärken und die Wirkung solcher Werte auf die Gesundheit. Ich habe von vielen Bewohnern gehört, wie ihre Lebensqualität durch diese Falschinformationen gelitten hat. Bei der Evakuierung wurden einige Bewohner von Wohnung und Familie getrennt, nur weil die Strahlung fälschlicherweise als gefährlich bezeichnet wurde. Es wurde mir von Eltern junger Männer berichtet, die sich gegen die Wahl einer Braut aus Fukushima gewehrt haben, weil sie vermuteten, die Frau würde keine gesunden Kinder gebären können. Einige Kinder glaubten selber, dass sie nie gesunde Nachkommen haben könnten, nur weil sie Gerüchte darüber hörten. Es gibt unendlich viele Beispiele.

Gerüchte und Ängste weitgehend unbegründet

Das ist kein schönes Thema um darüber zu reden. Tatsächlich ist es ein schreckliches Thema. Das ganze wird nur noch schlimmer, wenn man daran denkt, dass diese Gerüchte durch die wissenschaftlichen Fakten widerlegt sind. Vor kurzem stellte das United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR) formell fest, dass keine gesundheitlichen Auswirkungen für die allgemeine Bevölkerung von Fukushima zu erwarten sind. 7 Die UNSCEAR hat zusätzlich hervorgehoben, dass in folgenden Generationen weder Erb- noch Genschäden erwartet werden müssen. 7 Die Falschinformationen, welche zu Stigmatisierung und anschliessenden Einschränkungen des Lebens geführt haben, stehen in Konflikt mit der realen Situation. Ein Beispiel, wie verdrehtes Wissen das Leben von durch Katastrophen betroffener Menschen unnötig erschwert und verkompliziert.

Falsche Hilfe

Viele Leute sagen, sie würden den Betroffenen von Fukushima helfen. Viele meinen damit vor allem die Kinder von Fukushima. Aus diesem Grund habe ich oft gesehen, dass Sommerlager speziell für die betroffenen Kinder angeboten werden. Aktuell werden diese Lager gerne ausserhalb der Präfektur von Fukushima durchgeführt. Es gibt Lager, bei denen der Grund für diesen Exodus nicht erklärt wird. Andere erklären den Grund explizit damit, dass sie die Strahlenbelastung für die Kinder vermeiden wollten, damit die Kinder eine „Chance hätten, sich unbesorgt in der freien Natur bewegen zu können“. Ich frage mich, ob die Organisatoren dieser Lager, also die Leute, die sagen, sie wollten den Kindern helfen, sich überhaupt bewusst sind, was die reale Strahlenbelastung hier für geringe Werte aufweist. Ist es ihnen bewusst, was für eine wunderbare Natur die Präfektur Fukushima aufweist und dass es für die Kinder an den meisten Orten absolut sicher ist, sich in der freien Natur zu bewegen?

Natürlich sind Sommerlager für Kinder grossartig und ich würde es jedem Kind gönnen, im Sommer dieses Vergnügen zu haben. Aber ich frage mich auch, tun die Organisationen dies nicht auf Kosten einer Stigmatisierung dieser Kinder als Opfer der Atomhavarie? Ich frage mich, ob diese Lager auf wissenschaftlichen Fakten aufgebaut sind oder ob die Organisatoren bloss irgendwelchen Falschinformationen aufsitzen.

Ich frage mich weiter, ob diese Sommerlager nicht besser innerhalb der Präfektur Fukushima durchgeführt würden. Wenn wir wirklich einen Unterschied machen wollen und den Leuten echt helfen wollen, sollten wir unsere Aktionen auf die wahren Fakten aufbauen, um effektiv zu handeln. Aber diese Sommerlager sind nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt Leute, die schlagen ernsthaft vor, dass alle Kinder aus Fukushima evakuiert werden sollten.

Hat irgendwer daran gedacht, was für Auswirkungen dieses Handeln auf das Leben und die Existenz dieser Individuen hat?

Ich selber habe das nicht bedacht, bis ich nach Fukushima gekommen bin.

Eine nukleare Katastrophe ist ein schreckliches Ereignis. Es ist verständlich, dass Menschen auf eine riskante Situation emotional reagieren. Es ist einfach das Schlimmste anzunehmen und Gerüchte zu streuen. Es ist aber von vorrangiger Bedeutung zu bedenken, was diese Falschinformationen bewirken. Unbegründete Phantasievorstellungen führen zu viel Leid. Falschinformationen sind ein grosses Problem das in der Zukunft überwunden werden muss. Es ist für die Zukunft absolut notwendig, die wahren Gründe und nur gut fundierte Fakten zu berücksichtigen und zu verstehen, was für Gründe zu einer spezifischen Sicht der Dinge führen.

Frage dich selber, was du über Fukushima denkst und warum du das so oder anderrs siehst. Der zweite Schritt ist die Vertiefung der eigenen Informationsbasis. Lese Artikel, mit denen du übereinstimmst. Aber wichtiger noch, lese auch Artikel, mit denen du NICHT übereinstimmst. Lese viel und wäge alles gegeneinander ab. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieser Weg der einzig Richtige ist, um nahe an die Realität zu kommen ohne dass man direkter Zeuge eines solchen Vorfalls ist.

Die gleichzeitige Erkenntnis meines eigenen limitierten Wissens und der Folgen, die Fehlinformationen auf die Leben der Betroffenen haben kann, ist der auffallendste Aspekt einer Beurteilung von Fukushima. Ich schreibe diesen Artikel in der Hoffnung dass er die Leser dazu bringt, die Vorgänge in Fukushima wirklich erkennen zu wollen und nicht nur zu glauben. Wenn wir den Betroffenen pragmatisch helfen oder ihre Situation wirklich verbessern wollen, müssen wir die Realität und die spezifische Situation zuerst ehrlich begreifen und verstehen.

Ich zog nach Fukushima, weil ich erkannt habe, dass ich nicht genug darüber wusste und weil ich das ändern wollte. Ich will immer noch mehr darüber erfahren und ich hoffe, das geht anderen genauso.

Referenzen

  1. Tsubokura M, Kato S, Morita T, Nomura S, Kami M, Sakaihara K, Hanai T, Oikawa T, Kanazawa Y (2015). Assessment of the Annual Additional Effective Doses amongst Minamisoma Children during the Second Year after the Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant Disaster. PLoS One. 2015 Jun 8;10(6):e0129114
  2. Tsubokura M, Gilmour S, Takahashi K, Oikawa T, Kanazawa Y (2012). Internal radiation exposure after the Fukushima nuclear power plant disaster. JAMA. 2012 Aug 15;308(7):669-70
  3. Hayano RS, Tsubokura M, Miyazaki M, Ozaki A, Shimada Y, Kambe T, Nemoto T, Oikawa T, Kanazawa Y, Nihei M, Sakuma Y, Shimmura H, Akiyama J, Tokiwa M. Whole-body counter surveys of over 2700 babies and small children in and around Fukushima Prefecture 33 to 49 months after the Fukushima Daiichi NPP accident. Proc Jpn Acad Ser B Phys Biol Sci. 2015;91(8):440-6. doi: 10.2183/pjab.91.440.
  4. Tsubokura M, Hara K, Matsumura T, Sugimoto A, Nomura S, Hinata M, Shibuya K, Kami M (2014). The immediate physical and mental health crisis in residents proximal to the evacuation zone after Japan’s nuclear disaster: an observational pilot study. Disaster Med Public Health Prep. 2014 Feb;8(1):30-6.
  5. Nomura S, Blangiardo M, Tsubokura M, Ozaki A, Morita T, Hodgson S. Postnuclear disaster evacuation and chronic health in adults in Fukushima, Japan: a long-term retrospective analysis. Postnuclear disaster evacuation and chronic health in adults in Fukushima, Japan: a long-term retrospective analysis.BMJ Open. 2016 Feb 4;6(2):e010080. doi: 10.1136/bmjopen-2015-010080.
  6. Nomura S, Blangiardo M, Tsubokura M, Nishikawa Y, Gilmour S, Kami M, Hodgson S. Post-nuclear disaster evacuation and survival amongst elderly people in Fukushima: A comparative analysis between evacuees and non-evacuees. Prev Med. 2016 Jan;82:77-82. doi: 10.1016/j.ypmed.2015.11.014.
  7. United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR). Developments since the 2013 UNSCEAR report on the levels and effects of radiation exposure due to the nuclear accident following the great East-Japan earthquake and tsunami: A 2015 white paper to guide the Scientific Committee’s future programme of work. 2015. United Nations: New York

Deutsche Unternehmer mischen sich in die Energiepolitik der Schweiz ein

Ableger des Deutschen Arbeitgeberverbands verbreitet Falschinformationen

dav_ch_einlDer Deutsche Arbeitgeberverband lädt über seinen Ableger in der Schweiz auf den 14. Dezember nach Wollerau zu einem Informationsanlass ein, der die Schweizer Unternehmer gegen das ergriffene Referendum zur Energiestrategie 2050 (Energiegesetz) beeinflussen will. Dabei werden technische Aussagen gemacht, die weder der Realität noch dem Stand heutiger Wissenschaft entsprechen. Es geht dem Ableger des Deutschen Arbeitgeberverbandes offensichtlich um die Bewirtschaftung und dem Verkauf der geplanten rund 1’000 für die Energiestrategie geplanten Windkraftanlagen und die mehreren Quadratkilometer zu verbauenden Photovoltaikpanel, die allesamt aus deutscher Produktion stammen sollen. Wie immer bei solch unappetitlichen Vorgängen geht es diesen Kreisen um das Generieren von Gewinn für das sie die üblichen grünen und umweltschützerischen Argumente vorschieben. Im Kern sind solche Machenschaften nichts anderes als ein grossangelegter informeller und monetärer Betrug an der Gesellschaft.

Interessant ist das vor allem auch deshalb, weil der Deutsche Arbeitgeberverband als Dachverband des schweizerischen Ablegers zur Energiewende ganz andere Ansichten vertritt. Der Dachverband kritisiert die zu Recht die Auswüchse des extremen Windkraftausbaus und der deutschen Energiepolitik in seinem eigenen Land heftig. So wird der Verfassungsschützer Prof. Michael Elicker auf der Seite des DAV wie folgt zitiert:

„So gibt es bereits Beobachtungen über Missbildungen bei Tieren, die eindeutig auf die Auswirkung der Windkraftanlagen zurückzuführen seien. Professor Elicker: »Das ist ein Punkt, den ich besonders verstörend finde. Wir müssen davon ausgehen, dass natürlich diese Einwirkungen nicht nur auf Tiere beschränkt sind. Es ist zum Beispiel nicht mehr möglich, in einer Konzentrationszone von Windkrafträdern zum Beispiel an Nord- oder Ostsee einen überlebensfähigen Nachwuchs von Tieren aufzuziehen. Da muss ich sagen, da hört bei mir jedes Verständnis auf. Denn das wird sich genauso auf menschliche Embryonen auswirken.«

Ein Netzwerk von deutschfreundlichem Dünkel als Agitatoren

Die deutschen Unternehmen wie ENERCON schrecken nicht davor zurück, in der Schweiz lebende Deutsche Staatsbürger für ihre Zwecke einzusetzen und wohl auch reichlich zu entschädigen. Der beim Anlass des DAV Schweiz auftretende Redner Dr. Ulf Bossel hat sich auch bei einem der ersten Windkraftprojekte im Mittelland auffällig undiplomatisch für die Bebauung des Heitersbergs mit Windkraftwerken eingesetzt. Der Spezialist für Wasserstoffzellen verkauft sich gerne als genereller Energieexperte für Neue Erneuerbare Energie und fällt auch in Kommentaren in den Lokalmedien immer wieder durch seine wissenschaftliche Unausgewogenheit auf. Zusammen mit dem deutschstämmigen Thomas Leitlein, Mitbegründer und Teilhaber des erfolglosen Windkraftbetreibers „Mittelland Windenergie GmbH“ mit Sitz in Busslingen (Schweiz, Aargau), stehen diese Personen seit Jahren mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für den Bau von komplett ineffizienten, weil unbewindeten Windkraftanlagen in der Schweiz. Es ist wohl kein Zufall, dass bei jedem geplanten und zum Glück bisher verhinderten Projekt Anlagen des deutschen Herstellers ENERCON im Zentrum stehen. Die raffinierten und intelligent vorgehenden Agitatoren benützen für ihre Zielerreichung gerne Schweizer Partner, die dann allerdings eher durch technische Unbedarftheit aber entsprechenden Einfluss an den betroffenen Standorten der Anlagen verfügen. In der Gemeinde Remetschwil hat man die gesamte Ortsbürgergemeinde mit dem Versprechen von jährlichen CHF 20’000 gekauft, damit diese ihren Ortsbürgerwald für Windkraftanlagen opfern. Auch das ein typisches Vorgehen, das man in der gesamten Schweiz beobachten kann. Geistig minderbemittelte Lokalgrössen werden schamlos ausgenutzt und für die Zwecke eines höheren Gewinnstrebens geopfert. Das Nachsehen haben allerdings vor allem die betroffenen Anwohner, die sich in der Schweiz bisher sehr erfolgreich gegen dieses Verbrechen gewehrt haben.

Falschinformationen, so offensichtlich verbreitet wie unkritisch geglaubt

Wer über das Thema Energie falsche Behauptungen, komplizierte Konstruktionen und mehrfache Verdrehungen verbreitet, muss sich nicht wirklich vor Aufdeckung fürchten. Die Medien, die Behörden und selbst die Bevölkerung glauben diese Märchen meist unkritisch. Man hat die Bevölkerung seit vielen Jahren auf diesen Irrglauben vorbereitet. Die Verbreitung des Fachwissens für eine kritische Beurteilung der medialen Aussagen, die meist im Namen von Grössen wie Dr. X und Prof. Y verbreitet werden,  ist in der Bevölkerung absichtlich verhindert worden. Die Schweizer glauben in einer Mehrheit an den menschengemachten Klimawandel genauso, wie an die Unabänderlichkeit des Atomausstiegs. Dabei werden die konstruierten Falschaussagen immer komplizierter und raffinierter. Sie können mittlerweile selbst von erfahrenen Energiefachleuten nur noch schwer erkannt und entsprechend dementiert werden. Man schreckt bei der Formulierung der Lügen schon lange nicht mehr vor der Anwendung sozialpsychologischer Tricks zurück:

Falschaussage an Falschaussage, geschickt in pseudowissenschaftliche Mäntelchen gewickelt

Zitat aus der Einladung für den 14. Dezember in Wollerau durch den Schweizer Ableger des Deutschen Arbeitgeberverbands:

„Die Initiative, die am 27. November 2016 in der Schweiz zur Abstimmung kommt, verdient Ihre Unterstützung. Dies, da ein geordneter Atomausstieg möglich ist und dazu ein schrittweiser Ersatz durch erneuerbare Energien in vollem Gange ist. Der Umbau bietet auch zunehmend grosse Chancen für die Wirtschaft und für neue, dauerhafte Arbeitsplätze.“

Zuerst übernimmt der schweizerische Ableger des Deutschen Arbeitgeber-Verbands DAV als Vertreter meist bürgerlicher Unternehmer die Fomulierung des linken Initiativtextes der Atomausstiegsinitiative. Dass der Ausstieg alles andere als geordnet vonstatten ginge, wurde mittlerweile von 54% des Stimmvolkes erkannt. Die Initiative wurde zum Glück abgelehnt. Die Konstruktion des „möglichen Ausstiegs“ wird in der Folge wortreich argumentiert:

„….warum das so ist, klärt eine Analyse der Produktionsdaten: 2015 erzeugten  die Kraftwerke in der Schweiz total 66 Milliarden (Mrd.) Kilowattstunden (kWh) Strom, davon 22,1 Mrd. oder 33 Prozent in ihren fünf Atomreaktoren. Zusätzlich produzierten Schweizer Stromfirmen und 34 Mrd. kWh Strom in Kraftwerken im Ausland, die ihnen gehören oder an denen sie beteiligt sind. Von diesen 34 Mrd. kWh Schweizer Strom im Ausland entfielen bereits sechs Mrd. kWh auf erneuerbare Energie, primär Wind- und Solarkraft.

Warum das nicht funktioniert, obwohl die Zahlen mehrheitlich stimmen? Die Analyse entlarvt sich gleich selber als falsch.  Die in der Regel 40% Atomstrom entfallen nach einem Ausstieg. Sie fehlen in der obigen Rechnung demnach bereits schmerzlich. Die von „Schweizer Stromfirmen im Ausland produzierten“ 34 Terrawattstunden Strom können nur zu einem Bruchteil in die Schweiz geliefert werden, sind demnach auch nicht als „Stromversorgung“ zu betrachten. Diese Anlagen versorgen die lokale Stromversorgung, dort wo sie auch Strom produzieren. Leitungen für den Transport in fernere Gegenden fehlen GÄNZLICH. Das wissen die Deutschen selber, halten damit aber gerne zurück, weil es ihrer kruden Argumentation nicht hilft. Deutschland hat hier selber ein grosses Problem. Die in der Nordsee, Ostsee und im Norden Deutschlands stehenden Windparks oder Solaranlagen mit Schweizer Beteiligung können kein Kilowatt an Strom in die Schweiz liefern, weil dieser Strom mangels Leitungen noch nicht mal Süddeutschland erreicht. Und wenn diese Leitungen in ferner Zukunft mal vorhanden sein sollten, muss ein grosser Teil des Stroms wegen Leitungsverlusten teuer abgeschrieben werden. Ausserdem würde die Schweiz ihre Energieunabhängigkeit komplett verlieren und wäre in hohem Masse vom eh schon schweizkritischen Europa abhängig.

Es sind aber die erwähnten „bereits sechs Mrd. kWh […] auf erneuerbare Energie, primär Wind- und Solarkraft.“, die hier unsere Aufmerksamkeit verdienen. Die Differenz von immerhin 28 Terrawattstunden Strom aus ausländischen Kraftwerken mit Schweizer Beteiligung, die NICHT aus Erneuerbaren Quellen stammen, sind oftmals Gas- Atom- und Kohlekraftwerke, die uns zu einem weiteren Problem der obigen Fehlüberlegungen des DAV – Ablegers in der Schweiz führen: Auch in Deutschland muss die Stromversorgung auch nach 2050 noch auf mindestens 50% konventionellen Strom zurückgreifen, um die schwabbelige und flatternde Stromproduktion aus Wind- und Photovoltaik auszugleichen. Wir reden hier offensichtlich von einer Karbonisierung des Schweizer Stroms, dem exakten Gegenteil davon, was uns die gleichen Leute aus der Linken und Grünen Ecke immer wieder glauben lassen.

Weitere Argumente sind an Naivität kaum zu überbieten. So wird wie üblich einfach aller produzierter Strom zusammengezählt und undifferenziert als Summe und Lösung präsentiert. Kein Wort von Versorgungslücken durch Nacht (kein Solarstrom) oder Flaute (kein Windstrom) und der Tatsache, dass Strom dann zur Verfügung stehen muss, wenn er auch gebraucht wird und ansonsten komplett verlustig geht:

„Mit ihrer Produktion im In- und Ausland zusammen (100 Mrd. kWh) kann die Schweiz ihren Strombedarf im Inland (2015: 65 Mrd. kWh) schon heute locker decken, selbst wenn alle fünf inländischen Atomkraftwerke ausfallen. Und: Die erneuerbare Stromproduktion (exklusive Wasserkraft) im In- und Ausland ist bereits grösser, als die Produktion der drei kleinen AKW, die nach einem «Ja» zum Ausstieg Ende 2017 abschalten müssten.“

Umweltverschmutzung durch „Umweltschutz“

ausstieg_vernunft_umweltverDiese egoistische Argumentation führt uns direkt in die Situation, dass auch die Schweiz diesen Weg Deutschlands gehen muss: MEHR CO2 wegen MEHR Kohle- und Gaskraft im Strommix. Es ist traurig, dass gestandene Unternehmer uns dermassen offensichtlich auf die Abwege der grünen Energiepolitik führen wollen, nur um auch im übertragenen Sinn, „Kohle“ zu machen. Der Schweizer Ableger des Deutschen Arbeitgeberverbandes führt uns mit diesem Lügenkonstrukt aus einer gut funktionierenden, umweltschonenden und günstigen Stromversorgung heraus in eine von flatterhaftem Wind- und Sonnenstrom abhängigen, in höchstem Mass unsicheren Stromversorgung ohne jeglichen Vorteil für die Schweizer Bevölkerung oder der Schweizer Wirtschaft. Diesem Geist folgen bedeutet Verzicht auf Prosperität, Freiheit und Sicherheit. Siehe Deutschland. Wer die Zahlen kennt, dem fällt es wie Schuppen von den Augen: Deutschland hat den teuersten Strom, den grössten und trotz extremem Einsatz „grüner Energie“ stagnierenden Kohlendioxydausstoss, das geringste Pro-Kopf Vermögen Europas und eine riesige Altersarmut. Die Renten sind schon längst nicht mehr gesichert, das Flüchtlingsproblem und die finanzielle Unterstützung der maroden Volkswirtschaften im Euroraum haben das erfolgreiche Wirtschaftsland Deutschland schon längst auf den Boden der planwirtschaftlichen Realität gebracht.

Und nun kommen diese Leute in die Schweiz und wollen es hier genauso falsch machen. Man kann von solchen Geistern nur eindringlich warnen. Es sind die typischen Rattenfänger. Lassen wir uns von solchen Verbrechern um den Finger wickeln? – Es ist jeder selber blöd, der solchen Schwachsinn glaubt, nur weil er schön grün klingt!

Von Siegesbräzeli und Siegeszigarren

Der Anfang vom Ende eines Windparks an einem viel zu schönen Ort

Als mir Lisbeth vor über zwei Jahren angerufen hat, war die Angst und die Verzweiflung einer Betroffenen gut spürbar. Es ist die Angst, die alle Menschen befällt, wenn in ihrem Umfeld plötzlich etwas weitgehend Unbekanntes und Drohendes auftaucht. Windkraftwerke sind etwas Bedrohliches. Nicht nur das Bauchgefühl sagt sofort, dass diese riesigen Industrieanlagen nicht in die Nähe von Menschen und Tieren gebaut werden sollten. Es sind auch harte Fakten, die diese Anlagen als Bedrohung auszeichnen: Lärm, Schattenwurf, Landschaftszerstörung, Gefährdung durch Eiswurf und die Gefährdung von Vögeln und Fledermäusen.

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Von all diesen Problemen wusste Lisbeth damals noch wenig. Aber ihr Bauchgefühl sollte sich schon bald bestätigen. An einem von Lisbeth und ihren Nachbarn organisierten Informationsanlass wurde der betroffenen Bevölkerung im Detail erklärt, warum diese Windkraftwerke so viele Nachteile haben. Der Abend wurde ein voller Erfolg und legte damit die Grundlage für die gesamte Opposition gegen die Windkraftwerke der CKW in Kirchleerau, Triengen, Schmiedrued-Walde und Kulmerau.

Nachdem die Opposition noch weitere Informationsabende und eine erfolgreiche Initiative für mehr Abstand zu Windkraftanlagen organisiert hat, musste die CKW im November 2016 die Fahnen streichen.

Die Siege feiern, wie sie fallen

Nur weil Menschen wie Lisbeth mutig aus den Reihen hervortreten und ihre Meinung auch offen und ehrlich äussern, können solche Gefahren für die Betroffenen verhindert werden. Lisbeth ist nicht gerne ins Rampenlicht getreten. Aber sie hat es trotzdem getan und damit grossen Mut und die Zivilcourage gezeigt, die auch manchem gestandenen Mann gut anstehen würde.

Ich empfinde grossen Respekt für Menschen wie Lisbeth. Aber was hat das mit Siegesbräzeli und Siegeszigarren zu tun? Das können nur Menchen wissen, die aufgestanden sind und diese Monster von Windkraftwerken und Zeichen der energiepolitischen Dummheit besiegt haben. Lisbeth und ich sind zwei davon. Aber Lisbeth bäckt darüber hinaus auch noch hervorragende Bräzeli. Ich habe eine feine Siegeszigarre schon im Jahr 2013 rauchen dürfen. Auf dem Heitersberg. Lisbeth’s Bräzeli sind trotzdem besser.

Das Ende eines sinnlosen Windparkprojekts

Wird China den Westen für den Klimabetrug teuer bezahlen lassen?

Wenn sich Dummköpfe mit Großmeistern anlegen

Die westlichen Nationen haben über Jahrzehnte versucht, den Klimabetrug als Druckmittel gegen aufstrebende Länder wie China, Indien oder Brasilien einzusetzen. Diese wurden trotz wesentlich geringerer pro Kopf-Emissionen als Schmuddelkinder in die Ecke gestellt. Bis heute stellt die westliche Presse chinesische Städte systematisch als Smoghöllen voller vergifteter Luft dar, was mit entsprechend abstoßendem Bildmaterial unterlegt wird. Sich selbst präsentiert man dagegen als Vorbild. Inzwischen ist die Situation bei uns allerdings außer Kontrolle geraten. Man macht sich fleißig daran, die eigene Volkswirtschaft zu vernichten, siehe VW. Doch während die politischen Eliten Europas diesen Kurs nach wie vor geradezu euphorisch verfolgen, um so „das Klima zu retten“, scheinen die USA mit Trump langsam kalte Füße zu bekommen. Für die erfahrenen Politstrategen Chinas könnte damit der Moment gekommen sein, um dem Westen eine Quittung mit Zins und Zinseszins zu präsentieren, die uns noch gehörig auf den Magen schlagen könnte.

China ist eine Kulturnation, die es über Jahrtausende geschafft hat, sich selbst gegen drückend überlegene und gnadenlose Gegner wie die Mongolen oder die Briten zu behaupten. Westliche Nationen unter Führung der Briten hatten das Land jahrzehntelang mit Opium überschwemmt und jeden Widerstand mit brutaler Gewalt und Zerstörung wichtiger Kulturgüter beantwortet. Beim Umgang mit solchen Gegnern befolgt China die Regeln asiatischer Kampfsportarten: Setze gegen überlegene Kraft nicht Kraft, sondern Geschicklichkeit und Raffinesse ein, nutze den Schwung und die Masse deines Widersachers gegen ihn selbst. Aktuelle Meldungen über die Position Chinas bei der Klimakonferenz COP22 in Marrakech lassen darauf schließen, dass sich das Land inzwischen bereit macht, die Früchte dieser Strategie zu ernten. Jetzt, wo man beispielsweise in den USA zu merken scheint, wie sehr man sich vertan hat, scheint sich China bereit zu machen, die Führung der Mehrheit der armen Länder bei der „Klimabewegung“ zu übernehmen und für seine Zwecke zu nutzen. In dieser Rolle könnte es darauf dringen, dass der Westen seine leichtfertig gegebenen Zusagen in Höhe von mehr als 100 Mrd. $ auf Heller und Pfennig und auf die Tonne CO2-Minderung genau einzuhalten hat, während ihm der kommende, selbst verschuldete wirtschaftliche Niedergang bereits die Luft abdrückt. Darauf lassen zumindest Äußerungen hochrangiger chinesischer COP22-Delegierter [CHIN] gegenüber Journalisten des US-Senders CNN schließen.

 

1Brände in Windenergieanlagen sind in der Regel nicht löschbar

Auf Vorwürfe reagiert China geschickt…

Hochgekocht ist die Situation nicht zuletzt durch Anschuldigungen des künftigen Präsidenten Donald Trump gegenüber China. Dieser hatte behauptet, dass die Theorie vom „Klimawandel“ ein chinesischer Schwindel sei, um der amerikanischen Industrie zu schaden und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu unterminieren. Diesen Spieß hat China jetzt umgedreht. In Marrakech merkte der chinesische Vize-Außenminister Liu Zhenmin in einer Medienkonferenz an, dass es die US-Republikaner selbst gewesen seien, welche die weltweiten Verhandlungen über die „globale Erwärmung“ angestoßen hätten. Die von Reagan und Bush geführten US-Regierungen hätten die Klimaverhandlungen mit dem UN-IPPC in den 80er Jahren unterstützt. Nach der gleichen CNN-Meldung habe ein mitreisender chinesischer Delegierter darauf hingewiesen, dass es die EU und die USA gewesen seien, die „Chinas volle Aufmerksamkeit auf Klimafragen gelenkt“ hätten. Das ist ein geschickt formulierter Hinweis darauf, dass die USA bereits anlässlich der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls massiven Druck auf China ausübten, die Vereinbarung ebenfalls zu unterzeichnen, obwohl die damit verknüpften Verpflichtungen die künftige Entwicklung des Landes massiv behindert hätten. Als China diesem Druck nicht nachgab, verweigerten auch die USA ihre Unterschrift. Und heute? China hat für seine Zustimmung zum „Weltklimavertrag“ weitreichende Zugeständnisse herausholen können und kann jetzt, wo es dem Westen wehzutun beginnt, auftrumpfen. Daher betonte Liu Zhenmin in Marrakech, dass der Klimawandel kein schlechter Scherz sei und die US-Republikaner immer noch die Gelegenheit hätten, sich an entsprechenden Gegenmaßnahmen zu beteiligen.

…und nutzt die Spaltung Amerikas

Für die Chinesen zahlt sich jetzt aus, dass sie die tiefe Spaltung der USA in der Frage des Klimawandels nutzen können. Trumps Position, China als Feind Amerikas darzustellen, der amerikanische Jobs und amerikanisches Geld „stehle“, zwang die in Marrakech anwesenden Vertreter der Obama-Administration dazu, massiv gegen ihren künftigen Präsidenten zu argumentieren. So versuchte der US-Außenminister John Kerry die Delegierten mit dem Hinweis zu beruhigen, dass er zwar nicht über die Politik des kommenden Präsidenten spekulieren könne, im Laufe seiner Karriere jedoch gelernt habe, dass sich manche Probleme nach Übernehme einer Regierungsverantwortung anders darstellen könnten als während des Wahlkampfs. Prinzipiell eigne sich das Thema Klimawandel nicht für Parteiengezänk.

Der als „Architekt“ von Obamas Klimapolitik bezeichnete besondere Klimawandeldelegierte Todd Stern sagte laut CNN, dass die USA mindestens vier Jahre brauchen würden, um formal aus den Pariser Abkommen herauszukommen – falls denn Trump hierfür genügend Unterstützung erhalte. Einfach auszusteigen wäre eine sehr schlechte Idee, ja sogar dumm. Eine Abkehr vom Abkommen würde erheblichen Kollateralschaden für die USA nach sich ziehen, da sich dann aller Wahrscheinlichkeit nach China an deren Stelle zum Anführer der Klimagespräche aufschwingen würde. Er habe den Eindruck, dass China glaubwürdig klargemacht habe, dass es an dem Abkommen festhalten und es vorantreiben wolle.

Zudem steht China noch ein weiteres Druckmittel in Form amerikanischer Schuldtitel (Treasuries) zur Verfügung. Hierzu brachte das Finanzportal Zerohedge am 17.11. eine Meldung unter der Schlagzeile: „Saudis und China trennen sich von Treasuries; Ausländische Zentralbanken liquidieren US-Papiere für die Rekordsumme von 375 Mrd. US-$“ [ZERO].

k_01Der 5-Sitzer BYD e6 des weltgrößten chinesischen Batterieherstellers BYD hat eine Batteriekapazität von 80 kWh, 400 km Reichweite und kostet weniger als 60.000 Euro

Der Westen in der selbst gestellten Falle

Diese Aussagen verdeutlichen das Dilemma, in das sich die westlichen Nationen manövriert haben. In ihrem Eifer, auch noch den letzten Mini-Staat für ihre „Klimarettung“ zu begeistern, um mit diesem Hebel den Widerstand entwickelterer Länder wie Indien, Brasilien oder China zu brechen, haben sie den ersteren enorme Zugeständnisse gemacht und zugleich den ärmeren Nationen Fördergelder in fast schon astronomischen Größenordnungen versprochen. Zugleich haben sie sich selbst Verpflichtungen aufgebürdet, an denen sie wirtschaftlich zugrunde gehen müssen. Die 24.000 Arbeitsplätze, die jetzt allein bei VW in Deutschland verlorengehen, sind nur ein Vorgeschmack der tatsächlich zu erwartenden Konsequenzen. Bei den Zulieferern dürften zusätzlich mindestens 100.000 weitere Werker ihre Arbeit verlieren, und das zu wesentlich weniger komfortablen Konditionen als bei VW selbst. Diese Welle wird sich durch die gesamte Kfz-Industrie fortsetzen und sich mit fortschreitender „Dekarbonisierung“ auch auf andere Branchen wie den Maschinenbau oder die Hersteller von Chemieanlagen und Raffinerieausrüstungen auswirken. Wieweit Deutschland dann seine gegebenen Verpflichtungen überhaupt noch einhalten kann oder will, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Wenn es uns nicht mehr gut geht, wird sich das auch international auswirken. Der Strom von Armutsflüchtlingen, der aus dem Süden auf Europa zurollen wird, dürfte die Ereignisse des Jahres 2015 dann bei weitem in den Schatten stellen.

 

k_02Bei Solarpaneelen ist China bereits seit Jahren Weltmarktführer

China kann nur gewinnen

China kann dagegen in dieser Lage nur gewinnen. Sollte es ihm gelingen, sich an die Spitze der „Klimawandelbewegung“ zu setzen, so kann es seine stärksten Konkurrenten auf dem Weltmarkt quasi nach Belieben vor sich hertreiben. Zugleich werden die mehr als 100 Mrd., die für den „Klimaschutz“ sowie Maßnahmen zur Förderung „grüner“ Energien in südliche Länder gepumpt werden sollen, die chinesischen Exporte von Solarpaneelen und Windenergieanlagen beflügeln. Schließlich hat die massiv subventionierte Nachfrage aus Europa und den USA dafür gesorgt, dass entsprechende chinesische Anbieter inzwischen längst zu Weltmarktführern herangewachsen sind. Eine wirklich optimale Win-Loose-Situation: Dank unserer Politik können wir uns aussuchen, ob wir diesen Refrain als „they win, we loose“ oder lieber als „we loose, they win“ singen sollen.

Auch bei der Elektromobilität könnte sich herausstellen, dass es nicht Marktschreier wie Hr. Musk von Tesla sein werden, die den künftigen Gang der Dinge bestimmen. Eher ist zu erwarten, dass es die bisher eher still und unbeachtet vor sich hin werkelnden Chinesen sind, deren Automobiltechnologie im Westen mit überheblichem Lächeln abqualifiziert wird. Sie haben dann beste Aussichten, auf den durch massiven staatlichen Druck Richtung E-Technologie orientierten Märkten zu dominieren.

k_03Tod auf Raten. Deutschland legt bis 2022 seine Kernkraftwerke still. Hier das 2015 abgeschaltete KKW Grafenrheinfeld (Foto: Avda, Wikimedia Commons)

Der Vorteil langfristigen Denkens

Im Unterschied zu den Gestalten, die hier im Westen ihre Länder dadurch führen, dass sie einfach wechselnden Stimmungslagen der öffentlichen Meinung hinterherlaufen, wird in China langfristig geplant. Deshalb bereitet sich das Land systematisch auf das irgendwann mögliche Ende der Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe vor und setzt dabei massiv auf Kernenergie. Derzeit verfügt man über 35 Kernkraftwerke mit einer Kapazität von 31,6 Gigawatt (GW). Im laufenden Fünfjahresplan sollen pro Jahr sechs bis acht weitere Reaktoren hinzukommen, wobei man im eigenen Land über die gesamte Bandbreite an Technologien verfügt [NUK]. Bis 2040 haben Druckwasserreaktoren Priorität. Ihre Kapazität soll in diesem Zeitraum auf rund 200 GW zunehmen, was rund 200 KKW entspricht. Zum Vergleich: Die Jahreshöchstlast in Deutschland liegt bei etwa 80 GW. Nach 2040 soll die Stunde der „schnelle-Neutronen“-Reaktoren („schnelle Brüter“) schlagen, die nuklearen Abfall, Plutonium sowie abgereichertes Uran verwerten können. Ihre Kapazität soll bis 2100 auf 1.400 GW anwachsen. Das allein entspricht etwa 1.000 bis 1.400 weiteren Kernkraftwerken.

Fred F. Mueller

 

Quellen

  • [CHIN] http://edition.cnn.com/2016/11/17/africa/china-climate-change-hoax-us-trump/
  • [NUK] http://www.world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-a-f/china-nuclear-power.aspx
  • [ZERO] http://www.zerohedge.com/news/2016-11-16/saudis-china-dump-treasuries-foreign-central-banks-liquidate-record-375-billion-us-p

 

„Klima-Risiken“: Mit Eleganz aus der Schusslinie

Über das rechtzeitige Aufbauen von Sündenböcken

Wer die Zeichen richtig zu deuten vermag, kann bereits heute erkennen, dass wichtige „Frontfiguren der Klimarettung“ sich darauf vorbereiten, das sinkende Schiff zu verlassen, bevor der Sog des unausweichlichen Scheiterns sie bzw. ihre politische Karriere in Gefahr bringen könnte. Musterbeispiele hierfür liefern die deutsche „Klimakanzlerin“ nebst ihrem Wirtschaftsminister „Siggi die Kugel“ sowie ihr Schweizer Pendant, die für die Energiepolitik des Alpenlandes zuständige Bundesrätin. Beide haben in ihrem jeweiligen Bereich weitgehend erreicht, was sie erreichen wollten, nämlich eine kaum noch aufzuhaltende Vernichtung der Stromerzeugung aus Kernkraft bzw. – in Deutschland – aus Kohle. Doch jetzt, wo die unausweichlichen Folgen langsam erkennbar werden und in Zukunft Wählerstimmen kosten könnten, bekommt man den Eindruck, dass diese LeithammelInnen versuchen, sich rechtzeitig aus der Schusslinie zu bringen und andere als Blitzableiter für den Volkszorn vorzuschieben.

Wenn etwas „Mutti Merkel“ auszeichnet, dann ist es ein hochentwickeltes Gespür für politische Stimmungen und Strömungen. In ihrer Person scheint dieser Instinkt mit der sorgfältigen kommunistischen Agitprop-Ausbildung ihrer DDR-Jugend eine für ihre politische Karriere äußerst vorteilhafte Symbiose eingegangen zu sein. Hinzu kommt die Bereitschaft, getroffene Entscheidungen jederzeit umzustoßen, wenn Volkes Stimmung zu kippen scheint. Paradebeispiel hierfür ist die Bedenkenlosigkeit, mit der sie nach Fukushima die deutsche Kernenergie der Vernichtung preisgab, wofür sie die eigentlich zuständige Reaktorsicherheitskommission kaltstellte und durch eine ihr hörige Ethikkommission überging.

Dass bei solchen abrupten Manövern auch schon mal politische Weggefährten aus der Kurve getragen werden, ist selbst der ihr sehr zugetanen Presse aufgefallen. Dort hat man sich darauf eingestellt, dass die Aussage, die Kanzlerin stehe „voll hinter“ jemandem, durchaus den Auftakt zu einem jähen Karriereknick markieren kann. Hiervon können diverse Ex-Weggefährten und Koalitionspartner ein Lied singen.

Deutliche Signale für eine erneute Kanzlerkandidatur

Von daher gibt die Tatsache zu denken, dass sie, die früher eifrigst an ihrem Ruf als „Klimakanzlerin“ gefeilt hat, sich bei den großen UN-Klimakonferenzen auffällig zurückhält und ihre Koalitionspartnerin „Burning Barabara*)“ Hendricks selbst beim „Durchbruch von Paris“ allein auf die große Bühne treten lässt. Auch Gabriel, ebenfalls ein Mensch mit wachem Machtinstinkt, scheint es vorzuziehen, sich lieber nicht in Marrakech als Weltretter feiern zu lassen. Beide scheinen erkannt zu haben, dass die „Klimarettung durch Dekarbonisierung“ in absehbarer Zeit in einer Katastrophe münden wird. Da ist es besser, sich diesbezüglich vor der Kandidatur für die Wahl 2017 diskret im Hintergrund zu halten und geeignete Personen dazu zu ermuntern, sich dem künftigen Volkszorn auszusetzen. Umwelt-Barbara ist hierfür geradezu prädestiniert. Ihr fehlen augenscheinlich die Intelligenz und die Phantasie, um die unausweichlichen Folgen Ihres Tuns für Volkswirtschaft und Arbeitsplätze zu begreifen. Zugleich ist sie fanatisch genug, um unbeirrt gegen den immer deutlicher werdenden Widerstand anderer Ministerien sowie betroffener Industrieverbände anzuwüten. Ihre Weggenossen haben sie demnach da, wo man sie sie haben wollte: Als Köder für die Piranhas, sobald sich der Volkszorn genügend hoch aufgebaut hat. Diese raffiniert aufgestellte Falle ist ein deutliches Signal dafür, dass sowohl Merkel als auch Gabriel an ihrer jeweiligen Kanzlerkandidatur arbeiten. Für nachteilige Konsequenzen bringen sie zugleich eine sehr passende Sündenböckin mit.

Das Netz der Mutterspinne…

Während Siggi bereits vor einiger Zeit erkennen ließ, dass er die Klimarettung nicht ernst nimmt, scheint Merkel  weiter an die Richtigkeit ihrer Politik zu glauben und treibt diese unbeirrt voran. Sie hat sowohl auf europäischer als auch auf weltweiter Ebene über Jahre hinweg Netzwerke aufgebaut und Verbündete in entscheidende Positionen gehievt. So wurden Typen wie Prof. Schellnhuber vom PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) zu internationalen Chefideologen mit direktem Einfluss auf UN-Gremien und kirchliche Beratungskommissionen gepusht.

Auf aktives Betreiben von Fr. Merkel wurden zahllose Bindungen und Zusicherungen festgeklopft, wofür zugleich eigene Souveränitätsrechte aufgegeben wurden. Dadurch wurde die Nation in ein dichtes Spinnennetz von Verpflichtungen eingesponnen. Bereits heute kann Deutschland z.B. von europäischen Institutionen nahezu nach Belieben in die Zange genommen werden, siehe das Gezerre um Themen wie die Pkw-Maut, nitrathaltige Gülle auf den Feldern oder Abgasvorschriften, mit denen die Autoindustrie vernichtet wird. Dabei darf Fr. Merkel darauf vertrauen, dass die Verantwortung für ihr Handeln nicht ihr angelastet wird, sondern dank der ihr hörigen Journaille den von ihr geschickt aufgebauten Popanzen zugeschoben wird.

Verbündete in Sicherheit bringen

Zu ihrer Strategie gehört auch, dass sie solche Verbündete, auf die sie Wert legt, rechtzeitig aus der direkten Verantwortung herauszieht. Paradebeispiele hierfür sind der ihr ergebene Minister Altmaier, den sie rechtzeitig aus der Verantwortung für die „Energiewende“ herauszog, bevor er politischen Schaden nehmen konnte. Als Chef des Bundeskanzleramts schwebt er jetzt nahezu unangreifbar über den Niederungen der Tagespolitik und den entsprechenden Risiken.

Weiteres typisches Beispiel für die clever und langfristig angelegte Merkelsche Politik des Fädenziehens im Hintergrund ist auch der Fall ihrer Busenfreundin Hildegard Müller. Diese übernahm 2008 die Aufgabe, Widerstände der deutschen Stromerzeuger gegen die „Energiewende“ zu brechen, indem sie den Chefposten im wichtigsten Branchenverband BDEW übernahm. Als Statthalterin Berlins gelang es Müller, den Verband konsequent „grün zu tönen“ [WELT], indem sie ihn so konsequent an den Bedürfnissen der „neuen Energiewelt“ ausrichtete, dass „mehr als 30 namhafte Ökostromunternehmen Mitglieder des BDEW wurden, darunter Branchengrößen wie Enertrag, Belectric, Grundgrün, Next Kraftwerke, First Solar sowie alle Offshore-Windpark-Betreiber…..Das Ergrünen des Verbandes zeigte sich auch in einer Reihe von Personalentscheidungen: So wurde der frühere Grünen-Politiker und Atomkraftgegner Johannes Kempmann zum Präsidenten des BDEW gewählt. Mit Tilmann Schwencke übernahm im Juli vergangenen Jahres ein Windkraftmanager die Position des Geschäftsbereichsleiters Strategie und Politik“.

Für ihren durchschlagenden Erfolg – am 9.11. musste E.ON bekanntgeben, dass nach einem erneuten Verlust von 9 Mrd. € das Eigenkapital faktisch aufgezehrt ist – wurde Fr. Müller üppig belohnt. Man holte sie rechtzeitig aus dem inzwischen kastrierten Verband heraus und brachte sie auf der RWE-Vorstandsetage unter. Dort gilt sie als künftige Vorstandsvorsitzende der neuen RWE-Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze. Wenn sie will, kann Mutti für die Ihren sehr fürsorglich sein, die Zeche zahlen eh die Opfer, in diesem Falle RWE und die per EE-Umlage ausgeplünderten Bürger.

Der clevere Siggi

Nachfolger von Altmeier wurde Gabriel, der jedoch zu schlau war, den ihm zugedachten „Dekarbonisierungsköder“ anzunehmen, und die Rolle des Blitzableiters seiner Parteigenossin vom Niederrhein zuschob. Mit einer bemerkenswerten Volte hat er ihr vorerst auch die Verabschiedung ihres „Klimaschutzplans“ vermasselt, so dass sie möglicherweise mit leeren Händen nach Marrakesch fliegen muss. Zwar ist jetzt wieder die Rede von Versöhnung und einer Einigung in letzter Minute, aber das Hin und Her zeigt überdeutlich, wie zerstritten die Politik in dieser Frage inzwischen ist. Mit seiner Blutgrätsche gegen Merkels EE-Politik präsentiert sich Siggi zugleich als alternativer Kanzlerkandidat für die Wahl 2017.

Geht die Schweiz volles Risiko?

Ebenso wie bei der deutschen Bundeskanzlerin scheint sich jetzt auch der Schweizer Bundesrätin Leuthard eine Möglichkeit zu eröffnen, die Risiken der „Klimarettung“ anderen anzuhängen. Sie verfolgt ihr Ziel „Energiestrategie 2050“, dessen Konsequenzen ebenso desaströs wären wie die des deutschen „Klimaschutzplans“, gerne mit Trippelschrittchen unter Wahrung von Rückzugsoptionen, so dass die wahren Konsequenzen erst spürbar werden, wenn sie selbst nicht mehr in Verantwortung genommen werden kann. Allerdings fehlte ihr bisher ein passender Blitzableiter. Da sich jetzt auch in der Schweiz langsam Widerstände aufbauen, ist es ganz opportun, dass ihre ungeduldigeren Verbündeten gerade jetzt massiv vorpreschen. Auf Initiative der Grünen soll die Schweiz am 27. November per Volksabstimmung die kurzfristige Stilllegung von drei Kernkraftwerken beschließen, die derzeit noch 15 % zur nationalen Stromproduktion beitragen. Bis 2029 sollen dann auch die beiden restlichen KKW abgeschaltet werden, wodurch insgesamt sogar 40 % der Schweizer Stromproduktion ausfallen würden. Von der langfristigen Zielsetzung her entspricht dies zwar durchaus Leuthards Plänen, engt jedoch ihren politischen und wirtschaftlichen Spielraum stark ein. Wird die Initiative angenommen – worauf derzeitige Umfrageergebnisse hindeuten -, so könnte es passieren, dass es nicht Deutschland sein wird, sondern die sonst so bedächtig agierende Schweiz, die der restlichen Welt den Beweis dafür liefert, dass die „Dekarbonisierung“ nichts weiter ist als ein extrem teurer Irrweg. Die Grünen bekämen den Volkszorn voll zu spüren und Leuthard hätte ein prima Schlupfloch zur Hand. Das könnte sich noch als sehr praktisch erweisen….

Und die Urgewalt aus den USA?

Eine ganz neue Dynamik dürfte die „Klimarettungspolitik“ der UN in nächster Zeit aufgrund des Wahlsiegs von Trump erhalten. Monatelange Hasskampagnen in Europas linksgrün dominierten Medien und seitens vieler Politiker und Intellektueller haben ihn nicht aufhalten können. Was von ihm letztlich zu halten sein wird, muss allerdings die Zukunft zeigen. Auch sein „Yes we can“-Vorgänger sprang als Tiger, bevor er in Windeseile alle Versprechen über Bord warf, um jetzt als abgetretener Bettvorleger vor die Tür des Oval Office gekehrt zu werden.

Vorschnelle Nobelpreise wird man Trump sicherlich nicht verleihen. Die schrankenlose Hexenverfolgung gegenüber „Skeptikern“, die sich in den USA bereits breitmachte, dürfte unter ihm jedoch erstmal gestoppt werden. Vieles spricht dafür, dass er Obamas Klimapolitik zurückstutzen wird, aber man sollte im Auge behalten, dass die Nation zutiefst gespalten ist und es gegen jede seiner Maßnahmen zu teils erbittertem Widerstand kommen wird. Zudem hat er weder eine ausformulierte politische Position noch eine erprobte Mannschaft vorzuweisen. Erste Stellungnahmen vom PIK aka Schellnhuber und von „Mutti“ lassen jedoch erkennen, dass er ihre Kreise bereits empfindlich gestört hat. Das macht zwar Hoffnung auf mehr, doch kann verfrühte Euphorie auch zu bitteren Enttäuschungen führen.

Fred F. Mueller

*) Der Spitzname bezieht sich auf einen länger zurückliegenden Vorfall, bei dem Fr. Hendricks bei einer hitzigen Diskussion mit einem oppositionellen Politiker ihre Zigarette auf dessen Hand ausgedrückt haben soll.

Quellen

  • [WELT] https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article150857574/Cheflobbyistin-der-Energiebranche-wechselt-zu-RWE.html#

 

CO2: Statt „Klima-Tiger“ lediglich ein Bettvorleger

Ein Kartenhaus aus Unwahrheiten

Entscheidender Dreh- und Angelpunkt der ganzen Klimahysterie ist die Behauptung, das CO2, welches wir durch Verbrennung fossiler Rohstoffe freisetzen, bedrohe als „Treibhausgas“ die Zukunft der Welt. Deshalb raten zahllose „Weltenretter“ mit griffigen Schlagworten wie „Dekarbonisierung“, „Klimagerechtigkeit“ oder „Ende des Fossilzeitalters“ dazu, den Industriestandort Deutschland, der heute über 80 Mio. Menschen Arbeit, Wohnung und Nahrung gibt, regelrecht zu vernichten. Die angeblich wissenschaftlichen Argumente, die hierbei angeführt werden, entpuppen sich bei genauer Betrachtung schnell als raffinierte Mischung aus Halbwahrheiten, Verdrehungen und Unterschlagungen. Die wichtigsten Tricks werden in diesem Artikel leicht verständlich erläutert.

k01Wolken und Wasserdampf werden durch die heute verfügbaren Programme zur Simulation des Klimas gar nicht, falsch oder mit viel zu geringer Genauigkeit berücksichtigt. Somit sind alle heutigen Klimaprognosen falsch.

 

Die Theorie von der menschengemachten globalen Erderwärmung (AGW, Anthropogenous Global Warming) ist, wenn man ihre Auswirkungen auf Politik und Zivilisation betrachtet, tatsächlich schon per se eine Katastrophe. Hinzu kommt, dass sie aus einer bösen Tat – der Verbreitung von Unwahrheiten – resultiert. Auf diese Unwahrheiten trifft sehr exakt das zu, wovor bereits Schiller mit seinem berühmten Spruch aus dem Wallenstein-Drama gewarnt hatte: „Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären“. Im Fall der angeblichen Bedrohung des Weltklimas durch CO2 bedeutet dies, dass man zur Deckung der ersten Lüge immer neue zusätzliche Ausflüchte erfinden muss, um die Widersprüche, die sich aus der ursprünglichen Unwahrheit ergeben, „wegzuerklären“. Kriminalbeamten ist diese Vorgehensweise aus Verhören „kreativer“ Verdächtiger bestens bekannt, wenn diese versuchen, Unstimmigkeiten ihrer ersten Aussage durch immer neue Falschbehauptungen zu maskieren.

Die Strahlungs-Energiebilanz der Erde

Nahezu die gesamte Energie, welche die Erde mit der Sonne und dem Weltall austauscht, wird durch Strahlung transportiert. Die Gesetze der Physik legen fest, dass jeder Körper, der im Vakuum des Weltalls Energie in Form von Strahlung empfängt, diese irgendwann wieder durch Strahlung abgeben muss. Anderenfalls würde seine Temperatur immer weiter ansteigen, da er wegen des Vakuums die zugeführte Energie nicht durch Wärmeleitung abführen kann. Die entsprechende Energieabstrahlung erfolgt bei festen und flüssigen Körpern bei jeder Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunkts ständig. Das Wellenlängenspektrum der ausgesandten Strahlung hängt vor allem von der Temperatur der Körperoberfläche ab. Fall keine nennenswerte Energiezufuhr von innen erfolgt, stellt sich an der Oberfläche dasjenige Temperaturniveau ein, bei dem empfangene und abgegebene Strahlungsenergie gleich groß sind. Ein solcher Körper befindet sich dann im Strahlungsgleichgewicht mit seinem Umfeld. Im Falle der Erde besteht dieses aus einer sehr heißen Sonne, einem unbedeutenden Mond sowie einem ziemlich „kalten“ Weltraum. Bei der Sonne führt die hohe Oberflächentemperatur dazu, dass deren Intensitätsmaximum im Bereich des sichtbaren Lichts liegt. Bild 1. Etwas mehr als die Hälfte der Gesamt-Strahlungsenergie wird im Bereich des sichtbaren Spektrums sowie von UV-und Röntgenstrahlung emittiert, rund 47 % als Infrarotstrahlung.

k02Bild 1. Intensität der Sonnenstrahlung bei AM0 (erdnaher Weltraum) und AM1,5 (etwa zum Zenit in Karlsruhe) im Vergleich zur Emission eines idealen Schwarzen Körpers bei einer Temperatur von 5900 K (Grafik: Degreen/ Baba66, Wikimedia Commons [WIC1])

Die Erde strahlt dagegen aufgrund ihrer wesentlich niedrigeren Temperatur fast ausschließlich im infraroten Bereich ab Wellenlängen von etwa 3,5 µm. Für diesen Spektralbereich ist die Atmosphäre wesentlich weniger transparent als für sichtbares Licht. Dies liegt nicht an den Hauptbestandteilen Sauerstoff, Stickstoff und Argon: Diese sind auch für Infrarotstrahlung zumeist ziemlich transparent. In der Atmosphäre gibt es jedoch eine Reihe von Spurengasen wie CO2, Wasserdampf und Methan, deren Moleküle mit jeweils bestimmten Wellenlängen des infraroten Spektrums Energie austauschen können. Diese Gase wirken deshalb wie Filter, die den Strahlungsfluss der IR-Strahlung in jeweils spezifischen Wellenlängenbereichen verringern, indem sie entsprechende Strahlungsquanten absorbieren. Die absorbierte Energie wird in den Gasmolekülen in Form mechanischer Energie (Molekülschwingungen) zwischengespeichert und später wieder abgegeben, oft nicht als Strahlung, sondern als kinetische (thermische) Energie an die Moleküle anderer Gase. Andererseits können diese Moleküle auch kinetische Energie, die ihnen z.B. durch elastische Stöße anderer Moleküle zugeführt wird, in Form von Strahlung wieder aussenden. Die IR-Absorptionsbanden dieser Gase überlagern sich im wichtigen Wellenlängenbereich von 3,5 – 30 µm so dicht, dass nur ein kleines Strahlungsfenster zwischen etwa 8 – 12 µm offen bleibt, Bild 2.

k03Bild 2. Die IR-Absorptionsbanden der „Treibhausgase“ überlagern sich im Wellenlängenbereich von 3,5 – 30 µm so dicht, dass nur ein schmales „atmosphärisches Fenster“ zwischen ca. 8 und 12 µm offen bleibt (Grafik: [TREA])

 

Bild 3 zeigt die Energieflüsse, die sich aus Sicht des IPCC aufgrund dieses Strahlungsaustauschs im Bereich der Erdatmosphäre und der obersten Boden- und Wasserschichten ergeben.

k04Bild 3. Strahlungs- und Energiebilanz der Erde laut IPPC (Grafik: [IP02])

Zum Verständnis ist anzumerken, dass die Zahlenangaben sich auf globale Durchschnittswerte beziehen, also keine Unterschiede zwischen Äquator und Polen berücksichtigen. Ausgangspunkt ist die durchschnittliche Intensität der Sonneneinstrahlung an der Grenze der Erdatmosphäre, die ziemlich konstant bei rund 1.367 W/m2 liegt. Da die Sonne jedoch jeweils nur auf die Tagseite einwirkt und die pro Quadratmeter empfangene Energie aufgrund der Kugelgestalt der Erde zu den Polen hin bis auf Null absinkt, erhält jeder Quadratmeter der oberen Atmosphäre im zeitlichen und räumlichen Mittel lediglich 340 W/m2. Hiervon werden – ebenfalls im Mittel – rund 100 W/m2 direkt zurück ins Weltall reflektiert. Diese reflektierte Strahlungsenergie hat keinen Anteil an den Umwandlungs- und Transportvorgängen an der Erdoberfläche oder in den tieferen Schichten der Atmosphäre.

Die Reflexion ist abhängig von den optischen Eigenschaften der jeweiligen Oberflächen. Charakterisiert wird sie durch Fachbegriffe wie Albedo oder Reflektivität. Dies ist eine dimensionslose Größe zwischen 0 und 1. Die Erde hat einen Albedo-Wert von 0,29. Dies bedeutet, dass sie 71 % der auftreffenden Strahlungsenergie absorbiert und 29 % reflektiert. Für die vom Kürper selbst ausgehende Strahlung gibt es einen vergleichbar definierten Begriff, die Emissivität (Emissionsgrad). Eine Emissivität von 0,29 besagt deshalb, dass der betreffende Körper beim Aussenden nur 0,29 x so viel Strahlungsenergie abgibt wie einer, der eine solche von 1 aufweist. Zu beachten ist hierbei zusätzlich, dass diese Werte von der jeweiligen Wellenlänge abhängen. Ein Körper, der im Bereich des sichtbaren Lichts eine Albedo von 0,29 hat, kann bei Abstrahlung im Infrarotbereich unter Umständen eine Emissivität von 0,8 oder sogar nahe an 1 aufweisen. Deshalb sollte man sich bei der Kalkulation von Strahlungsbilanzen vergewissern, wie die konkreten Werte für Reflektivität und Emissivität für die jeweils betrachtete Wellenlänge aussehen. Einen Überblick über Albedowerte wichtiger Strukturen auf der Erde und in der Atmosphäre gibt Bild 4

k05Bild 4. Verschiedene Oberflächen haben eine unterschiedliche Rückstrahlung: Anhand der Landschaft werden ausgewählte Albedowerte dargestellt (Grafik: eskp.de, Creative Commons, [WIME])

Den Löwenanteil der direkt in der Atmosphäre erfolgenden Reflexion (Bild 3) bewirken mit rund 47 W/m2 die Wolken [STEP]. Von der restlichen Strahlung verbleiben noch weitere Anteile in der Atmosphäre oder werden von Boden und Wasser reflektiert, so dass letztlich nur rund 161 W/m2 der solaren Strahlungsenergie auf Bodenniveau absorbiert werden. Die Erdoberfläche gibt diese Energie nahezu vollständig wieder nach oben in die Atmosphäre ab, zum größten Teil in Form von infraroter Strahlung, den Rest in Form fühlbarer Wärme durch atmosphärische Konvektion oder als latente Wärme aufgrund der Verdunstung von Wasser. Die Infrarotstrahlung vom Boden und vom Wasser gelangt wegen des kleinen offenen Strahlungsfensters der Atmosphäre nur zu einem vergleichsweise geringen Anteil direkt in den Weltraum. Ein Großteil wird von den sogenannten Treibhausgasen, vom Wasserdampf sowie von Wolken abgefangen. Ein Teil hiervon wird – häufig mit geänderter Wellenlänge – wieder in Richtung Erdboden zurückgestrahlt, während der Rest letztlich ins Weltall abgegeben wird. Dieser Energietransport erfolgt meist über zahlreiche Einzelschritte mit zwischengeschalteter Umwandlung in andere Energieformen oder Wellenlängen. Auch kommt es zu Reflexionen und Richtungswechseln. Zu diesem „Strahlungskreislauf“ tragen auch die bereits erwähnten Wärme- und Verdunstungsanteile sowie die in der Atmosphäre direkt absorbierten Anteile der Sonnenstrahlung bei, welche den Energiegehalt der unteren Atmosphäre erhöhen. Auch diese Energie muss letztlich, wenn sie sich nach oben „durchgearbeitet“ hat, in Form von Wärmestrahlung abgeführt werden.

Entscheidend ist aus Sicht der AGW-Theorie das behauptete Ungleichgewicht der Strahlungsbilanz (Imbalance). Gemeint ist ein kleiner, im Bild 3 unten links eingezeichneter Energiefluss von 0,6 W/m2 (mit einer Streuung zwischen 0,2 und 1,0 W/m2), der nach Auffassung des IPCC langfristig im System Erdoberfläche/ Wasser/ Atmosphäre verbleibt und die behauptete „Klimaerwärmung“ bewirken soll.

Da die reine AGW-Lehre besagt, dass nur das CO2 der Haupt-Bösewicht sein kann und darf…

Eine zentrale Tatsachenverdrehung der gesamten AGW-Theorie ist Leugnung des wesentlichen Beitrags des Wassers (als Dampf, Flüssigkeit oder Eis) zum gesamten Klimageschehen. Stattdessen wird das CO2 als Hauptursache dargestellt. Zur Begründung schreiben die AGW-Propheten Rahmstorf und Schellnhuber in ihrem Buch zum Klimawandel: „Das insgesamt wichtigste Treibhausgas ist der Wasserdampf. Es taucht in der obigen Diskussion nur deshalb nicht auf,weil der Mensch seine Konzentration nicht direkt verändern kann“ [RASE]. Diese Behauptung, dass nämlich das vom Menschen durch Verbrennung fossiler Rohstoffe in die Atmosphäre eingebrachte CO2 die Hauptursache für eine katastrophale Veränderung des Weltklimas sei, ist grob unwissenschaftlich. Das lässt sich leicht erkennen, wenn man sich die hierzu präsentierten Darstellungen des IPCC (Bild 5) genauer ansieht. Hier wird für die Wirkung der einzelnen Gase bzw. Aerosole ein „Strahlungsantrieb“ (radiative forcing) angegeben. Damit ist die von den „Treibhausgasen“ angeblich durch vermehrte Reflexion infraroter Wärmestrahlung zurück auf die Erdoberfläche verursachte dauerhafte Veränderung der abwärts gerichteten Energieeinstrahlung in Oberflächennähe gemeint.

k06Bild 5. Bezeichnung und angeblicher Strahlungsantrieb der wichtigsten „Treibhausgase“ laut IPCC (Grafik: IPCC AR 2007, [IP01])

In der Summe wird den im Bild 5 aufgeführten Treibhausgasen ein kumulierter „Strahlungsantrieb“ von 1,6 W/m² (Streubereich 0,6 – 2,4 W/m²) zugeordnet. Grundlage der entsprechenden Theorie ist der sogenannte „Treibhauseffekt“ der Atmosphäre. Dieser soll dafür sorgen, dass die Gleichgewichtstemperatur der Erdoberfläche bei 15 °C statt bei lediglich -18 °C (255 K) liegt. Hervorgerufen werden soll dies durch die Rück-Reflexion der von der Erde ausgehenden infraroten Wärmestrahlung durch die „Treibhausgase“, wodurch das Temperaturniveau um 33 °C ansteigen soll. Durch menschengemachte Erhöhung des Anteils dieser „Treibhausgase“ soll die Temperatur jetzt noch deutlich stärker ansteigen. An dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber angemerkt, dass dies eine Hypothese ist. Viele Wissenschaftler bestreiten diesen Ansatz und führen aus, dass hierfür bisher noch kein Beweis erbracht werden konnte.

….wird die Rolle des Wassers als entscheidender Faktor einfach unterschlagen

Ein genauerer Blick auf Bild 5 offenbart die klaffende Lücke, für die Rahmstorf und Schellnhuber mit ihrem obigen Zitat die Rechtfertigung liefern. Die Umsetzung in Bild 5 wirft ein Schlaglicht auf die wissenschaftliche Redlichkeit des IPCC bzw. auf den Mangel an derselben: Das Wasser bzw. der in der Atmosphäre befindliche Wasserdampf fehlt gänzlich, dem „cloud albedo effect“ wird eine lachhaft geringer Wert von lediglich ca. -1,5 W/m² zugestanden. Dies ist geradezu grotesk, wenn man es mit den Zahlenvergleicht, die weiter unten noch aufgeführt werden. Schliesslich ist Wasserdampf ebenso wie CO2 ein infrarotaktives Gas. Seine Wirkung übertrifft sogar nach den Worten von Rahmstorf/ Schellnhuber diejenige des CO2 sowie auch die aller anderen „Treibhausgase“ zusammengenommen ganz erheblich. Doch obwohl je nach Quelle zugegeben wird, dass Wasserdampf für 36 bis >85 % des „Treibhauseffekts“ verantwortlich sei, wird es vom IPCC sowie von meinungsführenden Institutionen wie Wikipedia oder der US-Umweltschutzbehörde EPA im Zusammenhang mit dem „Klimawandel“ noch nicht einmal in der Kategorie „Treibhausgase“ geführt. Wichtiger Grund für seine starke Wirksamkeit ist der im Vergleich zu allen anderen „Treibhausgasen“ sehr viel höhere Gehalt in der Atmosphäre. Der Mengenanteil des CO2 in der Atmosphäre liegt nach aktueller Lehrmeinung bei ziemlich genau 400 ppm. Den Unterschied zum Wasserdampfgehalt verdeutlicht die folgende Tabelle:

Tabelle 1

Vergleich der atmosphärischen Gehalte an CO2 und Wasserdampf (Daten: [CDIA, WILU])

Bezeichnung                    Mengenanteil % Mengenanteil ppm             Verhältnis
CO2                                 0,04                         400  
H2Odampf min. 0,1 1.000 2,5
H2Odampf Ø     1,3 13.000 32,5
H2Odampf max.1) 3 30.000 75
1) in Bodennähe      

Aus der Tatsache, dass Wasserdampf vom IPCC trotz seiner IR-Eigenschaften nicht als „klimawandelwirksames“ Treibhausgas gewertet wird, folgt für zahlreiche Vertreter der AGW-Hypothese, die sich möglicherweise noch einen gewissen Rest an Schamgefühl beim Vorbringen wissenschaftlich klar erkennbarer Unwahrheiten bewahrt haben, ein Gewissenskonflikt, der zu einer Vielzahl teils lächerlicher und oft sehr plump vorgetragener Ausflüchte führt. So überschreibt man in der deutschen Ausgabe von Wikipedia den Absatz im Treibhausgas-Beitrag, in dem Wasserdampf behandelt wird, lediglich mit „Weitere zum Treibhauseffekt beitragende Stoffe“. Doch schon im ersten Satz sahen sich die Redakteure anscheinend außerstande, die unwürdieg Scharade weiterzuführen, und sagen klipp und klar: „Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas. Sein Beitrag zum natürlichen Treibhauseffekt wird auf etwa 60 % beziffert“ [WITR].

Ihre englischsprachigen Kollegen rechnen den Wasserdampf dagegen bereits in der Einleitung zu den wichtigsten Treibhausgasen und stellen fest: „Wasserdampf trägt am meisten zum Treibhauseffekt bei, und zwar zwischen 36 % und 66 % bei klarem Himmel und zwischen 66 % und 85 %, wenn Wolken mit berücksichtigt werden“ [WITE].

Besonders knapp gehalten ist die Erläuterung der US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency), einer Bastion der US-Grünen. Auch auf deren Webseite werden Grafiken über den Einfluss wichtiger, vom Menschen verursachter Treibhausgase gezeigt [EPA], und auch hier wird Wasser(dampf) nicht aufgeführt. Hierzu steht nur lapidar: „Wasserdampf ist ein Gas: Wasser kann als unsichtbares Gas vorkommen, das als Wasserdampf bezeichnet wird. Wasserdampf kommt in der Atmosphäre als natürlicher Bestandteil vor und hat einen starken Einfluss auf Wetter und Klima“. Anschließend folgt noch eine kurze Erläuterung zu seinem angeblich positiven Rückkopplungseffekt aufgrund der verstärkten Verdunstung in einer wärmer werdenden Atmosphäre, was aufgrund der Treibhausgaswirkung des Wasserdampfs zu noch mehr Erwärmung und damit zu einer immer weiter voranschreitenden Erwärmung führen soll.

Eine ganz andere Einschätzung findet man dagegen bei einer Untergliederung der NASA. Zur Erinnerung: Das ist der frühere Arbeitgeber des Dr. Michael E. Mann, der mit seiner hoch umstrittenen „Hockeystick“-Kurve zu einem der prominentesten Frontmänner der AGW-Theorie avancierte. Es gibt dort aber anscheinend auch noch integre Wissenschaftler. Im Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA beschäftigt man sich im Rahmen des International Satellite Cloud Climatology Project (ISCCP) intensiv mit Klimasimulationen [WONA]. In dieser Veröffentlichung findet sich die bemerkenswerte Aussage, dass Wasserdampf den größten Teil der von der Oberfläche aufsteigenden langwelligen Wärmestrahlung absorbiere und dadurch auch den größten Anteil am Treibhauseffekt habe – der jetzt durch menschengemachte Verschmutzung verstärkt werde. Ohne den Wasserdampf in der Atmosphäre wäre die Erdoberfläche im Mittel um 31 °C (!) kälter als heute. Damit werden dem Wasser mindestens 90 % am gesamten atmosphärischen „Treibhauseffekt“ zugesprochen.

Der angebliche Verstärkungseffekt…

Nächste zentrale Unwahrheitsbaustelle am Kartenhaus der AGW-Theorie ist die sogenannte „Wasserdampfverstärkung“. Dieser behauptete positive Rückkopplungseffekt des Wasserdampfs ist ein entscheidender Dreh- und Angelpunkt der AGW-Hypothese, weil die Wirkung der „offiziell anerkannten“ Treibhausgase nicht ausreicht, um den bisher beobachteten Temperaturanstieg zu erklären. Auf dieser Verstärkungs-Fiktion bauen dann weitere unwissenschaftliche Scheinargumente auf, mit denen versucht wird, die Rolle des eigentlich dominierenden Wassers im Strahlungs- und Wärmehaushalt der Erdoberfläche zu leugnen. Stattdessen wird dessen Einfluss dem CO2 sowie den anderen „Klimagasen“ zugesprochen, obwohl sie bei weitem nicht die gleiche Wirksamkeit haben. Hauptgrund für diese seltsam anmutende Argumentation ist sicherlich, dass man die Fiktion vom Menschen als Ursache des behaupteten Klimawandels auf Biegen und Brechen aufrechterhalten will. Deshalb werden wir uns das Argument der „Wasserdampfverstärkung“, das in unzähligen Variationen ständig wiederholt wird, etwas genauer anschauen. Eine grafische Darstellung dessen, was dabei ablaufen soll, zeigt Bild 6.

k07Bild 6. Die AGW-Modellvorstellung der verstärkenden Wirkung von Wasserdampf auf die vom CO2 nebst den anderen „Klimagasen“ hervorgerufene Erwärmung (Grafik: [NOAA])

Diese Modellannahme ist schon vom Ansatz her unsinnig, denn sie würde darauf hinauslaufen, dass sich das Klimasystem bereits nach einem kleinen „Stupser“ von selbst immer weiter hochschaukeln würde, bis es schließlich gegen eine Art Anschlag liefe. Bei dieser Argumentation wird zudem ein wichtiger zusätzlicher Aspekt unterschlagen, denn eigentlich müsste man berücksichtigen, dass in den Ozeanen nicht nur enorme Wassermengen, sondern auch rund 38.000 Gigatonnen (Gt) Kohlenstoff als CO2 gespeichert sind *). Das ist rund das 50-60fache dessen, was in der Atmosphäre vorhanden ist. Träfe die Theorie von der „Wasserdampfverstärkung“ zu, so würde mit steigenden Temperaturen ein erheblicher Teil dieses CO2 ebenfalls in die Atmosphäre entweichen und seinerseits den Effekt weiter verstärken **). Dies wäre unvermeidlich, weil die Löslichkeit des CO2 mit steigender Temperatur stark abnimmt. Ein sich erwärmendes Klima würde, wenn die Hypothese von der „Wasserdampfverstärkung“ zuträfe, gleich zwei parallele Mechanismen aktivieren, die unser Klimasystem in eine sich katastrophal immer weiter steigernde Erwärmung katapultieren würden. Dieser Prozess würde solange voranschreiten, bis alles CO2 und alles Wasser aus den Ozeanen entwichen bzw. verdunstet wäre, um dann in einem lebensfeindlichen Endzustand zu verharren. Der C-Inhalt der Atmosphäre läge dann bei rund 40.000 Gt statt der heutigen rund 750 – 850 Gt***), und sie bestünde hauptsächlich aus Wasserdampf.

Diese Hypothese ist demnach offenkundig schon dann wenig glaubhaft, wenn man sie lediglich als Gedankenexperiment durchspielt. Träfe sie zu, dann gäbe es wohl kaum höheres Leben auf der Erde, wir hätten Zustände, die stark denjenigen der Venus-Atmosphäre ähnelten. Dass so etwas auch in der Realität zumindest in den letzten 550 Mio. Jahren nie vorgekommen ist, beweist der Blick in die Erdgeschichte. Als sich damals aufgrund der Photosynthese unsere heutige „moderne“ Atmosphäre mit ihrem hohen Sauerstoffanteil gebildet hatte, lag deren CO2-Gehalt bis zum 20fachen höher als vor Beginn des Industriezeitalters. Seither ist er unter großen Schwankungen nur ganz allmählich auf das heutige Niveau von 300-400 ppm abgesunken, siehe Bild 7.

k08Bild 7. Entwicklung des CO2-Gehalts der Atmosphäre in den letzten ca. 570 Mio. Jahren. Der Parameter RCO2 bezeichnet das Verhältnis des Massenanteils an CO2 in der Atmosphäre des jeweiligen Zeitpunkts im Vergleich zum vorindustriellen Wert von ca. 300 ppm (Grafik: W. H. Berger, [CALU])

Wer dies berücksichtigt, kann die Theorie der Überschreitung eines „Kipppunktes“ in der Temperaturentwicklung aufgrund einer „Wasserdampfverstärkung“ der CO2-Wirkung nicht mehr ernst nehmen. Unterstrichen wird ihre Unhaltbarkeit zusätzlich durch die grafische Auftragung der in verschiedenen Erdzeitaltern seither aufgetretenen Kombinationen aus CO2-Gehalt und Temperatur, Bild 8.

k09Bild 8. Im Verlauf der Erdzeitalter vom Kambrium (vor etwa 541 bis 485,4 Mio. Jahren) bis heute gab es keine erkennbare Kopplung zwischen atmosphärischem CO2-Gehalt und Temperaturniveau (Daten: Wikipedia)

Als weitere Widerlegung der AGW-Theorie vom CO2 als entscheidendem „Klimagas“ können die recht massiven Schwankungen der Temperaturen im Verlauf vergangener Eiszeiten und Zwischeneiszeiten herangezogen werden. Schließlich haben nach aktuellem Stand der Untersuchungen an Eisbohrkernen die CO2-Gehalte in diesem Zeitraum nicht einmal entfernt an heutige Pegel herangereicht. Dennoch schwankten die Temperaturen seit 450.000 Jahren um insgesamt 15 °C um das heutige Niveau, Bild 9.

k10Bild 9. Im Verlauf der letzten 450.000 Jahre schwankten die Temperaturen im Verlauf mehrerer Eiszeiten und Zwischeneiszeiten bei wenig veränderlichem CO2-Gehalt der Atmosphäre mit einer Spanne von bis zu 15 °C (zwischen etwa – 9 und + 6 °C) um die heutigen Werte (Grafik: Langexp, GNU Wikimedia Commons, [WIC2])

Diese Fakten beweisen eindeutig, dass es egal ist, wie viele Seiten voller einfacher oder auch komplexer mathematisch-physikalischer Herleitungen und Begründungen die Vertreter der AGW-Hypothese zur Untermauerung ihrer Theorien über Wasserdampfverstärkung und Kipppunkte vorbringen: Sie werden durch die Realität der Erdgeschichte ad absurdum geführt.

…und andere Gutenachtgeschichten zum Thema Wasserdampf

Wie bereits dargelegt, wird Wasserdampf ungeachtet seiner starken „Klimawirksamkeit“ seitens des IPCC nicht als „Treibhausgas“ eingestuft. Eine Erklärung für diese seltsam anmutende Haltung finden sich u.a. auf der Webseite der American Chemical Society [ACS]. Zwar wird auch dort zunächst die starke Wirkung von Wasserdampf anerkannt, die in diesem Fall mit 60 % beziffert wird. Dann wird jedoch behauptet: „Allerdings bestimmt der Wasserdampf nicht die Erdtemperatur, stattdessen wird der Wasserdampf durch die Temperatur bestimmt“. Der Treibhauseffekt werde ausschließlich durch nicht-kondensierende Gase bestimmt. Die entscheidende Rolle spiele das CO2, ergänzt um kleinere Beiträge durch Methan, Stickstoffmonoxid, Lachgas und Ozon. Hinzu kämen kleinere Anteile durch die menschliche Zivilisation erzeugter Gase auf Basis von Chlor- bzw. Fluorverbindungen. Schließlich wird die Katze aus dem Sack gelassen: Als Begründung für den Ausschluss des Wasserdampfs dient auch den US-Chemikern ausschließlich die im vorigen Absatz bereits umfassend widerlegte Theorie von der „Wasserdampfverstärkung“. In die gleiche Kerbe schlagen sowohl das deutschsprachige Wikipedia als auch die englische Version [WITR, WITE].

In der englischen Fassung findet sich allerdings noch ein weiteres und besonders abenteuerliches Argument: Man vergleicht die Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre von „Jahren oder Jahrhunderten“ mit der viel kürzeren durchschnittlichen Verweildauer eines H2O-Moleküls in der Atmosphäre von lediglich 9 Tagen. Das wird dann als Begründung dafür angeführt, dass Wasserdampf lediglich „auf die Wirkung anderer Treibhausgase reagiere und diese verstärke“. Dieses Argument ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Im Mittel tritt ja bei Vorliegen geeigneter Bedingungen ebenso viel Wasserdampf durch Verdunstung neu in die Atmosphäre über, wie durch Kondensation ausgefällt wird, so dass die Konzentration im Großen und Ganzen unverändert bleibt. Das an den Haaren herbeigezogene Argument von der geringen Verweildauer ist somit hinfällig. Bei geschlossenen Kreisläufen wie dem des Wassers zwischen Gewässern, Atmosphäre und Land ist es völlig unerheblich, ob ein einzelnen Molekül nur fünf Sekunden oder 5.000 Jahre in einem der Stadien des Kreislaufs verbleibt. Das einzige was zählt ist die Gesamtmenge bzw. der jeweilige Anteil des betreffenden Stoffs in diesem Stadium, und diese bleiben im statistischen Mittel unverändert oder driften höchstens vergleichsweise langsam über längere Zeiträume nach oben oder unten. Das kann schon ein Gymnasiast im Physikunterricht leicht nachvollziehen.

Von entscheidender Bedeutung wäre dieses Argument dagegen bei Stoffen, die durch bestimmte Ereignisse mehr oder weniger plötzlich in großen Mengen in die Atmosphäre freigesetzt und von der Natur entweder schnell, langsam oder gar nicht resorbiert bzw. in Senken abgelagert werden. Dies ist beim CO2 z.B. nach dem Ausbruch von Supervulkanen der Fall. Hier ist eine möglichst genaue Kenntnis der zugrundeliegenden Kreisläufe, ihrer Stoffflüsse und deren Gesetzmäßigkeiten unabdingbar. Doch auch hier wird von den AGW-Propheten massiv geschummelt. Aus Platzgründen wird hierauf in einem weiteren Artikel noch detailliert eingegangen.

Die Wolken sind der Hund, das CO2 ist höchstens der Schwanz

Der nächste Aspekt, bei dem sich die AGW-Vertreter mit ihren Theorien regelrecht an Strohhalme klammern, ist das Thema Wolken. Zunächst sei angemerkt, dass es sich auch hierbei um Wasser handelt, allerdings liegt es im flüssigen (Wassertröpfchen) bzw. festen (Eiskristalle) Aggregatzustand vor. Und diese Wolken haben es in sich. Das IPCC behauptet ja, dass ein angenommener Energiefluss (siehe Bild 3) von 0,6 W/m2 das Erdklima bedrohen soll. Das sind jedoch gerade mal etwa 1,3 % des Betrags von 47 W/m2, den die Wolken direkt wieder ins Weltall reflektieren [STEP]. Nun weiß jeder Mensch aus eigener Erfahrung, dass kaum ein Wetterphänomen so unstet ist wie die Wolken. An einem schönen Sommer-Sonnentag kann es sein, dass ihre Abschattung kaum ins Gewicht fällt, bei Unwettern kann es dagegen selbst mitten am Tage so dunkel werden, dass man im Haus das Licht einschalten muss. Ihre Wirkung auf den Energie- und damit Temperaturhaushalt der Erde ist daher ebenso erratisch wie gewaltig. Diese Phänomene konnten früher mangels geeigneter Instrumente nicht gemessen werden. Eine Erfassung durch Satelliten ist erst seit wenigen Jahrzehnten möglich, doch deckt diese wesentliche Aspekte wie die Transparenz für verschiedene Wellenlängen nur unvollständig ab. Hier ist eine Erfassung vom Boden aus nicht zu ersetzen, wird aber bis heute nicht flächendeckend durchgeführt.

Ein weiterer, ebenso wichtiger Aspekt ist der, dass Wolken eine ganz besondere Eigenschaft haben: Sie absorbieren und emittieren Licht aus allen Bereichen des Spektrums, also auch die infrarote Strahlung, die von der Erdoberfläche ebenso ausgeht wie von den IR-strahlungsfähigen Gasen in der Atmosphäre. Zudem geben sie als flüssige Körper mit Masse und Temperatur selbst IR-Strahlung in einem annähernd kontinuierlichen Spektralbereich sowohl nach oben als auch nach unten ab. Während sie also einerseits die Erde nach oben gegen die Sonnenstrahlen abschirmen, sorgen sie „nach unten“ dafür, dass mehr Strahlungsenergie wieder Richtung Erdoberfläche reflektiert wird als bei freiem Himmel. Hinzu kommt der nicht unerhebliche Anteil „Eigenstrahlung“ in alle Richtungen. Die entsprechenden Energiebeträge liegen um zwei Größenordnungen über dem angenommenen „Imbalance“-Betrag und um mehr als anderthalb Größenordnungen über dem Beitrag, der den angeblichen „Klimagasen“ insgesamt zugeordnet wird. Schon geringe Unsicherheiten bei der Erfassung der Wirkung der Wolken reduzieren daher den „Imbalance-Effekt durch Klimagase“ auf den Rang einer nicht maßgeblichen Störgröße. Wenn man sich dies vergegenwärtigt, kann man nur staunen, auf welch wackliger Grundlage die AGW-Theoretiker ihre Gedankengebäude aufgebaut haben.

Die Uneinigkeit der Wissenschaft beim Thema Wolken

Eines der meistgebrauchten Totschlags-Argumente gegen die sogenannten Klimaskeptiker ist bekanntlich die Behauptung, „die Wissenschaft“ sei sich in der Frage der menschengemachten Klimaerwärmung zu 97 % einig und diejenigen, die nicht damit übereinstimmten, seien Querulanten, Spinner oder Laien ohne die erforderliche wissenschaftliche Qualifikation. In Anlehnung an die rechtlichen Regelungen bezüglich des Verbots der Leugnung von Nazi-Vergehen wird besonders gerne der diskriminierende Begriff „Klimaleugner“ verwendet. Für diese fordern manche besonders forsche Exponenten der Mehrheitsmeinung teils bereits die Todesstrafe, teils bereiten sie wie einige US-amerikanische Staatsanwälte Strafverfolgungsverfahren auf der Grundlage von Gesetzen vor, die für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens geschaffen wurden. Angesichts dieser massiven Drohungen und Diskriminierungen macht es daher Sinn, sich mit dem angeblichen „Konsens der Wissenschaft“ beim Thema Wolken und ihrer Wirkung auf das Klima etwas näher zu beschäftigen.

In der englischen Fassung von Wikipedia [WITE] werden Wolken unter Berufung auf eine Untersuchung von Schmidt et al. aus dem Jahre 2010 [SCHM] als Hauptverursacher der Klimaerwärmung eingestuft. Die Autoren ordnen dem Wasserdampf rund 50 % des Treibhauseffekts zu, die Wolken sollen weitere 25 % ausmachen, 20 % kommen demnach vom CO2 und die restlichen 5 % werden Aerosolen und den sogenannten „minor greenhouse gases“ zugeschrieben.

Weniger sicher ist man sich dagegen bei den Redakteuren der deutschen Fassung von Wikipedia [WITR]. Dort wird zunächst erläutert, dass Wolken als kondensierter Wasserdampf streng genommen kein Treibhausgas darstellten. Sie absorbierten aber IR-Strahlung und verstärkten dadurch den Treibhauseffekt ****). Zugleich reflektierten sie jedoch auch die einfallende Sonnenenergie und hätten daher auch einen kühlenden Einfluss. Die Frage, welcher Effekt überwiege, hänge von Faktoren wie der Höhe, Tageszeit/Sonnenhöhe, Dichte oder geografischen Position der Wolken ab. Inwieweit eine Erderwärmung die beim gegenwärtigen Klima insgesamt kühlende Wirkung der Wolken abschwäche oder verstärke, sei die unsicherste Rückkopplungswirkung der derzeitigen globalen Erwärmung. Der letzte Satz ist übrigens so geschickt formuliert, dass man ihn erst genauer lesen muss. Erst dann erkennt man, dass hier den Wolken in der jetzigen klimatischen Situation de facto eine kühlende Wirkung zugesprochen wird. Die Unsicherheit bezieht sich lediglich auf den Fall, dass es in Zukunft tatsächlich zu einer Erwärmung des Klimas kommen sollte.

Ziemlich eindeutig in die Gegenrichtung gehen dagegen die Angaben des Wiki-Bildungsservers [WIBI]. Dort wird ausgesagt, dass Wolken einerseits die planetare Albedo um ca. -50 W/m2 erhöhten, auf der anderen Seite jedoch auch durch Absorption und Emission der langwelligen Wärmestrahlung mit etwa + 30 W/m2 zum Treibhauseffekt beitrügen. Der Netto-Strahlungseffekt liege damit bei ungefähr -20 W/m2, was eine deutliche Abkühlung des gegenwärtigen Klimas bewirke. Nach Umrechnung der beiden gegenläufigen Energieflüsse in resultierende Temperaturänderungen ergebe sich aus einer Abkühlung um -12 °C und einer Erwärmung um +7 °C eine netto-Abkühlung von -5 °C.

Eine sehr detaillierte Betrachtung findet man bei dem bereits erwähnten International Satellite Cloud Climatology Project (ISCCP) der NASA [WONA], wo man sich intensiv mit den extrem komplexen Zusammenhängen der Bildung von Wolken und ihres Einflusses auf das Klima beschäftigt. Dabei kommt man zu sehr klaren Aussagen: So wird im Zusammenhang mit Strahlungs- und Niederschlagswechselwirkungen von Wolken lapidar festgestellt, dass man derzeit nicht wisse, wie groß diese Effekte seien. Deshalb sei eine korrekte Vorhersage eventueller Auswirkungen auf den Klimawandel nicht möglich. Und dann kommt es (zumindest für die AGW-Vertreter) knüppeldick, findet sich dort doch die Einschätzung, dass die aktuell verwendeten Programme zur Simulation des Klimas insbesondere mit Blick auf die Vorhersagegenauigkeit bezüglich Wolkenbildung und Regenmengen viel zu ungenau seien. Für eine vertrauenswürdige Klimavorhersage müsse die diesbezügliche Vorhersagegenauigkeit um den Faktor 100 (!) besser werden. Dies setze auch entsprechend verbesserte Messverfahren voraus. Damit ist im Prinzip alles, was bisher an Klimasimulationen präsentiert wurde, aus berufenem Munde (NASA/GISS) für unbrauchbar erklärt worden.

Auf Satellitenmessungen des „Earth Radiation Budget Experiment“ (ERBE) stützt sich die Einschätzung von Prof. Walter Roedel in seinem Buch über Physik der Atmosphäre [ROED]. Diese Daten zeigten nach Ansicht des Autors, dass global die Abkühlung durch die Erhöhung der planetaren Albedo (immer im Vergleich zu einer wolkenfreien Atmosphäre) gegenüber der Erwärmung durch die Reduzierung der langwelligen Abstrahlung weit überwiege, wenn auch mit starker regionaler Differenzierung. Einem globalen Verlust von etwa 45 bis 50 W/m² aufgrund der erhöhten Albedo stehe nur ein Gewinn von etwas über 30 W/m² durch die Reduktion der thermischen Abstrahlung gegenüber; die Strahlungsbilanz wird also durch Wolkenbildung um 15 bis 20 W/m² negativer. Das liegt etwa um den Faktor 10 über dem behaupteten Einfluss des CO2.

Interessante Erkenntnisse zur Größe und Variation der IR-Strahlung aus der Atmosphäre zum Boden liefern Messungen von E.I. Nezval et al. [NEZV] bei Untersuchungen in Russland über mehrere Jahre. Obwohl hierbei nur die abwärtsgerichteten Strahlungskomponenten erfasst wurden, sind die Daten sehr aufschlussreich, da sie die erhebliche Größenordnung sowie die enorme Variabilität der von Wolken und Wasserdampf gelieferten Beiträge zum Energiehaushalt der Atmosphäre verdeutlichen, Bild 10.

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Bild 10. Messdaten zur abwärtsgerichteten IR-Strahlung in der Region Moskau über drei Jahre. Der Beitrag aller „offiziellen Klimagase“ (vergl. Bild 5) ist nur etwa halb so groß wie die Strichdicke der Achseinteilung, auf die der Pfeil zeigt (Grafik: E.I. Nezval et al. [NEZV])

Die höchste abwärtsgerichtete IR-Strahlungsintensität wurde an einem wolkenreichen Juliabend 2009 mit 424 W/m2 gemessen, der niedrigste Wert von 169 W/m2 wurde bei klarem Himmel in den Morgenstunden eines Februartags registriert. Vergleicht man diese Zahlen und ihre Variationsbreite mit dem vom IPCC angegebenen „Strahlungsantrieb“ der Klimagase von lediglich 1,6 W/m2, so kommt man auf einen Multiplikator von bis zu 265 (!). In Sommermonaten variierte der nach unten gerichtete IR-Strahlungsanteil innerhalb eines Tages um bis zu 33 W/m2. Man vergleiche dies mit aktuellen Simulationen, die mit festen Mittelwerten von beispielsweise ganzjährig 1,6 W/m2 arbeiten. Zudem werden die atmosphärischen Eingangsdaten wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit bis heute oft nur mit einstelliger Genauigkeit gemessen. Daher ist die Nonchalance, mit der die Creme der „Klimawissenschaft“ meint, dem Einfluss des „anthropogenen CO2“ die Hauptrolle zuordnen zu müssen und Simulationen auf der Grundlage von solch unsicheren Daten vertrauen zu dürfen, selbst für jemanden ohne wissenschaftlichen Hintergrund nur sehr schwer nachvollziehbar. Stattdessen sollte man besser darangehen, zunächst einmal die Hauptfaktoren des Wetter-und Klimageschehens flächendeckend mit ausreichender Genauigkeit und zeitlicher Auflösung zu ermitteln, bevor man Klimasimulation betreibt 

Mangelnde Wissenschaftlichkeit: Das Dilemma der AGW-Vertreter

Die hier aufgeführten Beispiele zeigen, dass die ganze auf dem angeblichen Effekt des „wichtigsten Treibhausgases CO2“ basierende AGW-Theorie wissenschaftlich kaum haltbar ist. Hier wird vor allem Ideologie unter wissenschaftlichem Mäntelchen verpackt und dem Volk mit dem dicken Knüppel der Medien (Prof. Lesch, Schellnhuber und Konsorten) und der Politik (massive Einflussnahme auf Stellenbesetzungen und Fördergelder) schon ab Kindergartenalter in die Gehirne geprügelt. Kritische Meinungen versucht man nicht nur durch Verweis auf einen angeblichen „Konsens der Wissenschaft“, sondern zunehmend auch durch Einschüchterung, Verleumdung sowie direkte Diskriminierung zu unterdrücken. Und das, obwohl sich die Aussagen der AGW-Vertreter schon bei elementaren Grundlagen teils diametral widersprechen.

Präzise auf den Punkt gebracht hat dies der emeritierte Associate Professor für Meteorologie vom Geophysikalischen Institut der Universität in Fairbanks (Alaska, USA), Dr. rer. nat. Gerhard Kramm, in einer kürzlichen Stellungnahme zur Klimadiskussion [KRAM]: „Der sogenannte atmosphärische Treibhauseffekt beruht auf pseudowissenschaftlichem Müll. Mit Physik hat dieser Müll nichts zu tun. Wäre es ein physikalischer Effekt, dann wäre er eindeutig definiert. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Definitionen und Erklärungen, die sich z.T. sogar widersprechen. Selbst die Esoterik stellt höhere Ansprüche als die sogenannte Klimaforschung“.

Fred F. Mueller

 

Fußnoten

*) Bei der Quantifizierung von CO2-Kreisläufen wird aus praktischen Erwägungen nur der Kohlenstoffanteil im CO2 berücksichtigt, weil der Kohlenstoff in Reservoirs wie z.B. Pflanzen oder Humus auch in völlig anderen Verbindungen vorliegen kann, aus denen sich erst später wieder CO2 bildet.

**) In der Regelungstechnik entspräche dies einer „Mitkopplung“, also einem Effekt, den man z.B. dann erlebt, wenn man mit dem Mikrofon eines Verstärkers zu nahe an die Lautsprecher kommt: Es kommt zu einem immer lauter werdenden Brummen oder Pfeifen, das solange zunimmt, bis die Anlage an ihre Grenzen gekommen ist. Die Geowissenschaften beweisen jedoch, dass Temperaturen und Klimaentwicklung der Erde seit hunderten Millionen von Jahren trotz gelegentlicher schwerer Katastrophen (Vulkane oder Meteoreinschläge) stets innerhalb vergleichsweise vernünftiger Grenzen verblieben sind und die Effekte solcher Katastrophen ausbalanciert werden konnten. Statt einer katastrophalen Mitkopplung wurde unser Klima demnach offensichtlich von einer sehr gutmütigen Gegenkopplung erstaunlich stabil auf einem lebensfreundlichen Kurs gehalten.

***) Je nach Quelle 700-800 Gt. Eigene Berechnungen ergaben 850 Gt.

****)Diese Erklärung hätte bei Physiklehrern alter Schule noch die Bemerkung „Sechs, setzen“ ausgelöst, verbunden mit einer Strafarbeit zum Thema, dass nicht die Absorption, sondern höchstens die (Re-)Emission von IR-Strahlung einen Beitrag zu einem „Treibhauseffekt“ leisten könne. Aber Wikipedia als angeblich seriöses Nachschlagewerk mit dem Anspruch wissenschaftlicher Korrektheit ist schon längst fest in der Hand einer neuen Generation „moderner“ Wissenschaftler, denen ideologische Überzeugungen wichtiger sind als Mathematik, Physik oder Naturwissenschaften.

Quellen

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  • [CALU] Berger, W. H.: Carbon Dioxide through Geologic Time, http://earthguide.ucsd.edu/virtualmuseum/climatechange2/07_1.shtml
  • [CDIA] http://cdiac.ornl.gov/trends/co2/recent_mauna_loa_co2.html
  • [EPA] https://www3.epa.gov/climatechange/kids/basics/today/greenhouse-gases.html
  • [IP01] spm2 https://www.ipcc.ch/report/graphics/index.php?t=Assessment%20Reports&r=AR4%20-%20WG1&f=SPM
  • [IP02] Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Working Group I contribution to the IPPC Fifth Assessment Report
  • [KRAM] http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/klimaforschung-eine-spielvariante-der-zukunftsforschung-was-ist-zukunftsforschung-was-kann-sie-leisten/#comment_8
  • [NEZV] E. I. Nezval, N. E. Chubarova, J. Gröbner, and A. Omura. Influence of Atmospheric Parameters on Downward Longwave Radiation and Features of Its Regime in Moscow. ISSN 00014338, Izvestiya, Atmospheric and Oceanic Physics, 2012, Vol. 48, No. 6, pp. 610–617. © Pleiades Publishing, Ltd., 2012.DOI: 10.1134/S0001433812060102
  • [NOAA] Image provided by NOAA ESRL Chemical Sciences Division, Boulder, Colorado, USA http://www.esrl.noaa.gov/csd/news/2013/144_0930.html
  • [RASE] Rahmstorf, S.; Schellnhuber, H.-J.: Der Klimawandel. H.C. Beck. ISBN 978 3 406 63385 0
  • [ROED] Walter Roedel. Physik unserer Umwelt: Die Atmosphäre. ISBN 978-3-540-67180-0
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  • [WITR] https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas….abgerufen am 30.8.2016
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