Grüne Energie und die seltenen Erden – ein paar Fakten

Es gibt bessere Argumente, liebe Windkraftgegner

diskussion_WindkraftDie Diskussion über die Verwendung von Elementen der seltenen Erden in Bezug auf die Erneuerbaren Energien wird schon seit Jahren geführt. Nicht zuletzt die Gegner dieser Auswüchse haben hier wenig zur fachlichen Aufklärung beigetragen. Das Todschlag-Argument „Windkraftwerke vergiften die Umwelt in China“ ist zu einfach gestrickt. Solche Halbwahrheiten dienen einer objektiven Diskussion über Sinn oder Unsinn gerade von Windkraftwerken kaum. Sie unterminieren damit die viel wichtigeren Argumente gegen Windkraftwerke, die fundiert und gut belegt sind. Kein gebildeter Geist behauptet heute noch ernsthaft, Windkraftwerke würden zum Beispiel die Landschaft verschönern oder sie könnten die Kernkraftwerke ersetzen. Für die Schweiz gibt es ein unschlagbares Argument, das die Deutschen nur bedingt anwenden können: Es gibt dort einfach nicht genug Windaufkommen und schon gar keinen Raum für den sinnvollen Einsatz von Windkraftwerken. Das heisst natürlich nicht, dass die Windradlobby hier nicht das blanke Gegenteil behaupten würde. Aber eben, wir wollen ja Argumente aufzeigen und keine Illusionen portieren.  Die Illusionen überlassen wir den grünen Träumern und fehlgeleiteten Politikern.

Dieser Beitrag soll aber eine wichtige Faktenlücke zur sachlichen Diskussion um den Gebrauch seltener Erden für alternative Energie schliessen. Er relativiert die Problematik der Gewinnung Seltener Erden für die Nutzung der Windkraft.

Grundlagen

Moderne Elektromotoren und Generatoren benötigen oft Elemente der seltenen Erden für die Herstellung der darin verwendeten Dauermagnete. Diese hochleistungsfähigen Magnete bestehen hauptsächlich aus den Elementen Neodym und Dysprosium. Weitere Elemente wie Bor werden nach Bedarf zugemischt. Je nach Zusammensetzung werden gewisse Eigenschaften erzeugt, die Dauermagnete für den Einsatz in Windkraftwerken, Elektromotoren und Generatoren für die spezifischen Anforderungen zulassen. 

Radioaktive Stoffe im Grundwasser

Elemente der seltenen Erden werden heute zu 90% in China geschürft. Bei der Herstellung entstehen giftige Schlämme, die z.B. Thorium enthalten, das sich dann im Trinkwasser der Minenregion wiederfindet. Die Lokale Bevölkerung wird diesen Giften meist schutzlos ausgesetzt. Das hat diese Elemente der seltenen Erden in Kritik gebracht, weil gerade in Europa die Diskussion über Atommüll, Strahlung und vermeintlichen Gefahren der Atomkraftnutzung eine wichtige Grundlage für die alternativen Energien darstellt. Es ist klar festzuhalten, dass die alternativen Energien in dieser Beziehung tatsächlich zu Recht kritisiert werden. Die Anwendung der entsprechenden Technik ist keinesfalls als umweltfreundlich einzustufen. Trotz der verbreiteten Kenntnis dieser Probleme der Erneuerbaren Energien wird von Seiten der Atomkraftwerkgegner unbeirrt darauf bestanden, dass grüne Energie „sauber, sicher und billig“ sei.

Diese Aussage ist aus der Luft gegriffen und man kann hier klar festhalten es entspricht nicht einmal im Ansatz der Wahrheit.

Relativieren für den Kern der Wahrheit

Es ist aber auch nicht richtig, die Anwendung dieser Dauermagnete und generell der Elemente der seltenen Erden nur der grünen und alternativen Energieproduktion anzulasten. Seltene Erden werden in vielen Geräten des täglichen Gebrauchs verbaut. Ohne ihre Anwendung wäre die Produktion von effizienten Motoren, High-Tech Mobiltelefonen und stromsparenden Geräten unmöglich.

WKA nicht in jedem Fall betroffen

Die Diskussion wurde vor allem im Bereich Windkraftnutzung geführt. Hier werden oft riesige Mengen an Neodym und Dysprosium verbaut. Eine grosse Windkraftanlage kann bis zu ca. 3’000 Kg dieser Elemente der seltenen Erden nur schon in den Generatoren enthalten.
Aber aufgepasst! – Noch längst nicht jede Windkraftanlage verwendet diese Dauermagnete für den Betrieb. Es sind weltweit ca. 10% der Anlagen, die davon betroffen sind. So verwenden die Hersteller Enercon und Repower/Senvion in keinen Anlagen Permanentmagnete und damit auch keine wesentlichen Mengen an Neodym und Dysprosium.

Wo das Problem wirklich liegt

Wie bei der oft kritisierten Urangewinnung ist es auch bei der Schürfung der Seltenen Erden nicht das Material und deren Nutzung, sondern die Art und Weise, wie man mit der betroffenen Umwelt umgeht. China ist berüchtigt für eine unmenschliche und komplett gewinnorientierte Form der Erd- und Menschenausbeutung. Man könnte meinen, ausgerechnet der chinesische Kommunismus hätte die schlimmste Form der marktwirtschaftlichen Ausbeutung der Menschen und der Natur erfunden. Das hat er – zusammen mit dem untergegangenen sowjetischen Kommunismus – tatsächlich.

Das Problem sind demnach die in China immer noch fehlenden Umwelt- und Arbeitssicherheitsvorschriften. Das gilt für die Urangewinnung genauso, wie für die Gewinnung Seltener Erden und überhaupt des gesamten Bergbaus in dieser Region. Es hat nichts mit der friedlichen Nutzung der Kernkraft und genauso wenig mit der friedlichen Nutzung des Windes zu tun.

Zusammenfassung / Quelle

Es ist richtig, dass die Technik im Bereich Erneuerbare Energie oft Elemente der Seltenen Erden verwenden und dass die Produktion in China enorme Umweltschäden verursacht, die die Nachteile der aktuellen Urangewinnung sogar in den Schatten stellen.
Es ist aber auch so, dass lediglich in ca. 10% der Windkraftwerke diese Elemente in grossen Mengen verbaut sind. Die Hersteller Enercon und Repower/Senvion verwenden sie für ihre Generatoren nicht. Detaillierte Informationen entnimmt man der diesem Artikel zugrundeliegende Studie „DYNAMISCHE MATERIALFLUSS-ANALYSE DER MAGNETWERKSTOFFE NEODYM UND DYSPROSIUM  IN DEUTSCHLAND“ (Punkt 4.2.3ff).

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