{"id":976,"date":"2010-06-28T11:44:43","date_gmt":"2010-06-28T11:44:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=976"},"modified":"2011-03-17T06:59:32","modified_gmt":"2011-03-17T06:59:32","slug":"windrader-und-klimaschutz-lasst-uns-das-mal-zusammen-nachrechnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=976","title":{"rendered":"Windr\u00e4der und Klimaschutz &#8211; lasst uns das mal zusammen nachrechnen!"},"content":{"rendered":"<h3>Bevor wir beginnen, ein Blick auf die Fakten<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir verwenden hier die aktuellsten Zahlen vom Bundesamt f\u00fcr Statistik. Die Links f\u00fchren jeweils zu den Quellen der Angaben:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><a title=\"Windkraftziel Bund 2030\" href=\"http:\/\/www.bfe.admin.ch\/themen\/00490\/00500\/index.html?lang=de\" target=\"_blank\">Ziel des Bundes<\/a> f\u00fcr das Jahr 2030: 600 GWh Strom aus Windkraftanlagen. Das sind <strong>1.038  %<\/strong> des schweizerischen Stromverbrauchs des Jahres 2006  <em>(600  \/ (57800 \/ 100))<\/em><\/li>\n<li><a title=\"Gesamtenergieverbrauch CH 2007\" href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/themen\/02\/06\/ind13.indicator.130601.1375.html\" target=\"_blank\">Gesamtenergieverbrauch <\/a>Schweiz 2007: 865&#8217;420 Terajoule (TJ). Das entspricht 240&#8217;414  GWh.<\/li>\n<li><a title=\"Umweltbericht 2009\" href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/themen\/02\/04\/blank\/dos\/01.parsys.0032.downloadList.54852.DownloadFile.tmp\/umweltbericht2009de3r12.pdf\" target=\"_blank\">CO2 &#8211; \u00c4quivalente Emission CH<\/a> Gesamtenergieverbrauch 2007: 50,88 Mio Tonnen  (Seite 11, Grafik unten)<\/li>\n<li><a title=\"Stromverbrauch CH gesamt 2006\" href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/themen\/08\/22\/publ.Document.111889.pdf\" target=\"_blank\">Stromverbrauch CH<\/a> gesamt 2006:  57&#8217;800 GWh (Seite 3 unten)<\/li>\n<li><a title=\"Umrechnung TJ in GWh\" href=\"http:\/\/www.energiestatistik.ch\/index.cfm\/fuseaction\/show\/temp\/default\/path\/1-286-327.htm\" target=\"_blank\">1 TJ = 0.2778 GWh<\/a> (Siehe &#8222;Umrechnungsfaktoren&#8220; etwa in der Mitte)<\/li>\n<li>Anteil Stromverbrauch an Gesamtenergieverbrauch = <strong>24.04%<\/strong> <em>(57&#8217;800  \/ (240&#8217;413.67 \/ 100))<\/em><\/li>\n<li>Anteil CO2 Emission der schweizerischen Stromerzeugung: 70 g\/KWh. Diese Zahl ist heftig umstritten. Die grossen Stromerzeuger reden von weniger als 10 g\/KWh, die als kernkraftfeindlich bekannte SES (Schweizerische Energiestiftung) redet von weit \u00fcber 100 g\/KWh.<\/li>\n<li>Anteil Energieverbrauch *NICHT STROM* = 75% am Gesamtenergieverbrauch, also 180&#8217;310 GWh.<\/li>\n<li>Anteil CO2 Emissionen des Energieverbrauchs ohne Stromanteil: 300 g\/KWh. Diese Zahl ist weitgehend unbestritten \u00fcber alle politischen Gruppierungen hinweg. Es gibt h\u00f6chstens marginale Differenzen. Das kommt daher, weil die fossilen Energietr\u00e4ger relativ gut berechenbar sind, was den Ausstoss von CO2 betrifft.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Windstrom ist nicht CO2 &#8211; neutral, Siehe  <a title=\"CO2-Intensit\u00e4t des Stromabsatzes an Schweizer  Endkunden\" href=\"..\/..\/doku_wind\/schlussbericht_co2_schweizer_strom_d_17_7_2009.pdf\" target=\"_blank\">TEP <\/a>&#8211; Studie (verh\u00e4lt sich \u00e4hnlich wie Wasserkraft im Verbund mit europ\u00e4ischem Strommix). Siehe auch <a title=\"CO2 Emissionen von Windkraftwerken\" href=\"http:\/\/windland.ch\/doku_wind\/06_XIII_Windkraft.pdf\" target=\"_blank\">EMPA\/ETHZ Ecoinvest<\/a>. Pro erzeugte KWh rechnen wir mit einen Mix der verschiedenen Studien, also ca. 20 Gramm CO2 pro KWh. Die erreichbare CO2 Einsparung mit Windkraftwerken gegen\u00fcber dem normalen Strommix rechnen wir demnach mit 50 Gramm pro erzeugte Kilowattstunde Windstrom. Das sind bei 600 GWh (600 GWh * 50 T = 30&#8217;000 T (Tonnen).<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Rechnung und ein Fazit<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das j\u00e4hrliche Einsparpotential von CO2 durch Windkraft in der Schweiz im Jahr 2030 betr\u00e4gt demnach<strong><span style=\"color: #ff0000;\"> <\/span><span style=\"color: #ff0000;\">30&#8217;000 Tonnen<\/span><\/strong>. Auf den ersten Blick ist das eine grosse Menge. Im Verh\u00e4ltnis zur Gesamtemission CO2 unseres Energieverbrauchs ist das aber lediglich ein Anteil von <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>0.059%<\/strong><\/span>.<\/p>\n<ul>\n<li>Ein einziger und einfacher Aufruf von Verkehrsminister Leuenberger,  das Auto stehen zu lassen, br\u00e4chte mehr.<\/li>\n<li>Die konsequente Umsetzung des neuen Aargauer Energiegesetzes h\u00e4tte eine  wesentlich gr\u00f6ssere Wirkung. Schon im ersten Jahr.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir im Jahr 2030 Windkraftwerke mit der Produktionskapazit\u00e4t f\u00fcr 600 GWh einsetzen, sparen wir demnach lediglich 0.06% des CO2 Ausstosses gegen\u00fcber dem heutigen\u00a0 Gesamtenergieverbrauch ein. Trotz der dannzumal zu erwartenden Verminderung des fossilen Energieanteils bei Heizung und Verkehr, wird sich trotzdem nicht allzuviel \u00e4ndern, weil die St\u00fctzung des Windstromanteils durch ein grosses Gaskraftwerk \u00e0 la <a href=\"http:\/\/www.lenouvelliste.ch\/fr\/news\/valais\/recours-ecologistes-contre-la-centrale-a-gaz-de-chavalon_9-168097\" target=\"_blank\">Chavalon<\/a> den Anteil CO2 f\u00fcr die Stromproduktion wieder erh\u00f6ht. Wird Chavalon gebaut, emittiert es j\u00e4hrlich 500&#8217;000 Tonnen CO2. Das ergibt die interessante Tatsache, dass wir bei wenigen Windkraftwerken am meisten CO2 einsparen, weil wir keine Destabilisierung des Stromnetzes zu bef\u00fcrchten haben \u2013 wegen der marginalen Wirkung des kleinen Windstromanteils darin. Mit den angestrebten 600 GWh Windstrom im Jahr 2030 kann man nicht mehr von einer Marginalie reden. Bei Wegfall von 588 MW Windstrom muss innert weniger Sekunden Ersatzleistung eingespiesen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Energiemix im Jahr 2030<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gaskraftwerke sind als einzige Stromerzeuger in der Lage, in der erforderlichen Zeit einspringen zu k\u00f6nnen, wenn Windkraftwerke wegen Flaute oder Sturm pl\u00f6tzlich wegbrechen (30 Sekunden). Kernkraftwerke werden diesen Ersatz nur dann leisten k\u00f6nnen, wenn sie im Normalbetrieb \u00fcber Kapazit\u00e4ten verf\u00fcgen, die sie dann sofort an ein destabilisiertes Netz abgeben k\u00f6nnen. Diese \u00dcberkapazit\u00e4t ist praktisch komplett verlorene Energie, wenn sie nicht verbraucht wird. Diese Regelenergiemenge f\u00fcr die Prim\u00e4rregelung <a href=\"http:\/\/windland.ch\/doku_wind\/vts_3221.pdf\" target=\"_blank\">betrug in Deutschland im Jahr 2003 bereits<\/a> <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>3GW <\/strong><span style=\"color: #000000;\">(Seite 23, Mitte)<\/span><strong> <\/strong><\/span>. Das entspricht der Leistung von 3 grossen Kernkraftwerken.<br \/>\nTrotzdem gibt es starke politische Gruppierungen, die den Ausstieg aus der Kernkraft mit allen Mitteln und entgegen jeder Vernunft durchsetzen wollen. Das w\u00fcrde zu genau der gleichen abstrusen Situation wie in Deutschland f\u00fchren: Weniger Strom aus CO2 &#8211; armer Kernkraft und massiv mehr Strom aus CO2 intensiver Gaskraft. Dazu eine erh\u00f6hte Abh\u00e4ngigkeit von instabilen Staaten wie Russland. Dies w\u00e4re ein klassisches Multipack an l\u00f6sungsorientierten Massnahmen \u2013 nur eben teurer und schlechter f\u00fcr alle.<br \/>\nDie 600 GWh Stromjahresmenge aus Wind entsprechen einer direkt nutzbaren Spitzenleistung von 600 MW (300 Windkraftwerke \u00e0 2 MW Leistung). Diese Leistung wird allerdings nur bei starkem, landesweitem Windaufkommen m\u00f6glich sein. In der Realit\u00e4t d\u00fcmpelt dieser Wert zwischen 2% (12 MW) und praktisch unerreichbaren 100% (600 MW). Zahlen von unserem Spitzenwindkraftwerk &#8222;Mont Crosin&#8220; zeigen, dass statistisch nur alle 6 Tage ein beachtliches und deshalb f\u00fcr die Stromproduktion relevantes Windaufkommen zu erwarten ist. Mit &#8222;beachtlich&#8220; sind nicht 100% oder 600 MW gemeint. Man w\u00e4re hier schon mit der <em><strong>H\u00e4lfte <\/strong><\/em>zufrieden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">200 Gramm CO2 f\u00fcr St\u00fctzung des Windstroms<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland muss f\u00fcr diese St\u00fctzung des bei Flaute wegfallenden Stromproduktion mit mindestens zus\u00e4tzlichen 200 Gramm pro KWh gerechnet werden. In diesem f\u00fcr Deutschland jetzt schon realen Szenario f\u00e4llt die CO2 Bilanz von Windkraftwerken negativ zu Buche. In Deutschland m\u00fcssen konventionelle Kraftwerke regelm\u00e4ssig einspringen, um die fehlende Windstromkapazit\u00e4t ausgleichen zu k\u00f6nnen. Das w\u00e4re in der Schweiz des Jahres 2030 auch der Fall. Die Windverh\u00e4ltnisse des Binnenlandes Schweiz sind unvergleichbar schlechter, als beim n\u00f6rdlichen Nachbar mit Meeranstoss.<br \/>\nEs ist deshalb notwendig, in Deutschland von zwei parallel laufenden Stromversorgungssystemen zu sprechen. Das konventionelle System b\u00fcrgt f\u00fcr die Sicherheit f\u00fcr den Fall, wenn das System mit erneuerbarer Energie wieder mal wegbricht. Auf absehbare Zeit wird Deutschland deshalb weder auf Kern- noch auf Gas- oder Kohlekraftwerke verzichten k\u00f6nnen. Dieses System wollen Politiker und Lobbyisten nun auch in der Schweiz einf\u00fchren. Das Disaster ist absehbar &#8230;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Chavalon und die CO2 Kompensation im Inland<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gaskraftwerk Chavalon muss voraussichtlich den gesamten Ausstoss an CO2 im Inland kompensieren. Interessanterweise wurde in diesem Zusammenhang noch nie von Windkraftwerken als Kompensationsm\u00f6glichkeit geredet. Was auch richtig ist, sind doch Windr\u00e4der eine der Hauptursachen, warum ein Gaskraftwerk \u00fcberhaupt in Betrieb genommen werden muss. Es freut den Windkraftkritiker, dass sich die Politiker dieser Tatsache offensichtlich bewusst sind. Oder hat die Marketingabteilung der Suisse Eole geschlafen? Die Windradlobby ist normalerweise schnell darin, mit Trompeten und Posaunen die verwunderlichsten Eigenschaften ihrer &#8222;Kinder&#8220; hinauszuposaunen. Aber m\u00f6glicherweise f\u00fcrchtet man auch einfach das aufkl\u00e4rende Echo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor wir beginnen, ein Blick auf die Fakten Wir verwenden hier die aktuellsten Zahlen vom Bundesamt f\u00fcr Statistik. Die Links f\u00fchren jeweils zu den Quellen der Angaben: Ziel des Bundes f\u00fcr das Jahr 2030: 600 GWh Strom aus Windkraftanlagen. 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