{"id":708,"date":"2010-03-12T20:28:18","date_gmt":"2010-03-12T20:28:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=708"},"modified":"2010-07-06T21:33:40","modified_gmt":"2010-07-06T21:33:40","slug":"die-adev-hat-ein-paar-dumme-bauern-gefunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=708","title":{"rendered":"Die ADEV hat ein paar dumme Bauern gefunden"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Der massive L\u00e4rm einer ENERCON 82\" href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/03\/12\/larm-einer-enercon-82-in-st-brais-in-der-deutschschweiz-hort-man-davon-nichts\/\" target=\"_self\">In Saint-Brais hat es L\u00e4rm<\/a> &#8211; wegen den Windr\u00e4dern, die zu nahe an die Wohnzone gebaut worden sind. F\u00fcr ca. einen Drittel der Bev\u00f6lkerung ist das mit unausstehlichen Beschr\u00e4nkungen des t\u00e4glichen Lebens verbunden. Dem L\u00e4rm kann man kaum entrinnen. Nat\u00fcrlich regen sich auch da wieder nur die direkt Betroffenen auf. Solidarit\u00e4t ist ein weltweites Fremdwort geworden.<\/p>\n<p>Zu Allem stellt sich jetzt auch noch heraus, dass die Abgeltungen &#8211; der einzige Grund, warum\u00a0 die Gemeinde die Kr\u00f6te geschluckt hat &#8211; nicht nur gering, sondern geradezu l\u00e4cherlich klein ausfallen. Sie entsprechen den Forderungen des Schweizerischen Bauernverbandes nicht einmal ann\u00e4hernd:<\/p>\n<blockquote><p>Dem Standorteigent\u00fcmer werden in den ersten 15 Jahren minimal Fr. <strong>6&#8217;000.-<\/strong>\/Jahr oder 1.5% der Einspeiseverg\u00fctung ausbezahlt (<strong>je nachdem was h\u00f6her ist<\/strong>). Ab dem 16. Jahr erh\u00f6ht sich der j\u00e4hrliche Ansatz auf 3.0% der Einspeiseverg\u00fctung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Gem\u00e4ss dem Artikel von &#8222;Le Temps&#8220; vom <a title=\"Der Besuch der alten Dame ADEV in St. Brais\" href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/03\/12\/der-besuch-der-alten-dame-adev-in-saint-brais\/\" target=\"_self\">17. Dezember 2009<\/a> erhalten die Standorteigent\u00fcmer gerade mal 1&#8217;500 Franken pro Jahr. Intransparente Beitr\u00e4ge an die Weidez\u00e4unung und die Abfallentsorgung kommen zwar noch dazu. Das erh\u00e4lt aber die Gemeinde. Sie kassiert w\u00e4hrend vier Jahren 5&#8217;000 Franken j\u00e4hrlich pro Anlage. Das sei kein Schmiergeld, sagt der Maire von St. Brais. Sie sind aber ziemlich un\u00fcblich. Damit werden die Organe der Gemeindebeh\u00f6rde in eine Befangenheit man\u00f6vriert, die nahe der Korruption anzusiedeln ist. Statt den Gemeindebeh\u00f6rden &#8222;unter die Arme zu greifen&#8220;,\u00a0 sollte man nach SBV vorher den angrenzenden Grundeigent\u00fcmern im Umkries von 100 Metern die f\u00e4lligen Betr\u00e4ge ausrichten. Von den Einkommenssteuern w\u00fcrde die Gemeinde ebenfalls profitieren:<\/p>\n<blockquote><p>Im Umkreis von 100 m Radius erhalten die betroffenen Grundeigent\u00fcmer eine einmalige Abgeltung auf der Basis von Fr. 6&#8217;000.-\/Jahr. Der Betrag wird pro Quadratmeter bezahlt, wobei der Standorteigent\u00fcmer ebenfalls in den Genuss dieser Einmalabgeltung kommt. F\u00fcr die Vertragsdauer von 20 Jahren betr\u00e4gt die einmalige Abgeltung pro Quadratmeter Fr. 2.81.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch die beim SBV erw\u00e4hnte Teuerung ist in St. Brais unseres Wissens kein Thema.<\/p>\n<blockquote><p>Die Abgeltung bzw. der Minimalbetrag wird durch SBV Treuhand und Sch\u00e4tzungen alle zwei Jahre an die Teuerung angepasst.<\/p><\/blockquote>\n<p>Allein f\u00fcr die Reservation der Grundst\u00fccke h\u00e4tten diese Bauern je 24&#8217;000 Franken erhalten sollen. Davon findet sich in den Ausf\u00fchrungen von Le Temps kein Hinweis.<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fcr die Reservation des Standortes empfehlen wir f\u00fcr die Zeitdauer der Reservation eine Abgeltung in der H\u00e4lfte der k\u00fcnftig zu erwartenden minimalen Verg\u00fctung, somit zur Zeit Fr. 3&#8217;000.-\/Jahr.<\/p><\/blockquote>\n<p>Allem Anschein nach sind\u00a0 ein paar dumme Bauern und ein noch d\u00fcmmerer Gemeindepr\u00e4sident auf die Lockangebote der schlauen Windradlobby hereingefallen. Sich umfassend zu informieren und das Kleingedruckte zu lesen, war noch nie die St\u00e4rke der Bauern. Aber wo bleibt hier die vielgelobte &#8222;Bauernschl\u00e4ue&#8220;, die eine gewisse intuitive Verhandlungssicherheit impliziert? Jahrzehnte der H\u00e4ngens am Tropf der schweizerischen Subventionspolitik hat diese Leute offensichtlich immun gegen Weisheit gemacht.<\/p>\n<p>Umso mehr w\u00e4re hier der SBV gefordert. Er sollte seine Mitglieder dringend vor dem Abschluss solcher Vertr\u00e4ge warnen. Bezahlen tun das die kleinen Bauern, die jeden Strohalm ergreifen, um ihr relativ schmales Einkommen zu verbessern. Und die damit auch noch die restlichen Einwohner der betroffenen Gemeinden verraten. In Saint Brais ist die Ruhe dahin. F\u00fcr ein paar lumpige Kr\u00f6ten, die diesen Leuten noch lange im Hals stecken bleiben werden. Und nur deshalb, weil die Windradlobby und die Politiker nicht in der Lage sind, die minimalsten notwendigen technischen Abst\u00e4nde zu solchen Anlagen zu verlangen. Weil sie es nicht verstehen. Weil es ihnen nicht wichtig genug ist. Die Betroffenen sind immer in der Minderheit und damit keine interessante W\u00e4hlerschaft.<\/p>\n<h3>Der Gipfel des unethischen Handelns<\/h3>\n<p>Schlussendlich muss man aber festhalten, dass der ADEV hier absolut unethisches Verhalten anzulasten ist. Wer solch eine Anlage wider besseren Wissens 250 Meter an eine bewohnte Siedlung, frei von jeglichem industriellen Grundger\u00e4uschpegel hinstellt, begeht ein Verbrechen. Es ist doppelt bedauerlich, dass die Hinterm\u00e4nner der ADEV angesehene Nationalr\u00e4te der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz sind.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-759\" href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/03\/12\/die-adev-hat-ein-paar-dumme-bauern-gefunden\/saint_-brais_abstaende\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-759\" title=\"saint_ brais_abstaende\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/saint_-brais_abstaende.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/saint_-brais_abstaende.jpg 400w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/saint_-brais_abstaende-150x98.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/saint_-brais_abstaende-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Zu kleiner Abstand zu Wald<\/li>\n<li>Abstand zu n\u00e4chstem bewohnten Geb\u00e4ude: 250 m<\/li>\n<li>Abstand zur Gemeinde St. Brais in Hauptwindrichtung: 300 m<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am Beispiel von St. Brais sieht man gut die Notwendigkeit, dass der Bund endlich eine sinnvolle Abstandsdefinition vorschreibt. Hier wurden offensichtlich lokale Entscheidungstr\u00e4ger mit Geld zur Bewilligung einer unzumutbaren Situation f\u00fcr die Betroffenen gedr\u00e4ngt. So etwas macht kein verantwortungsbewusster Gemeindepr\u00e4sident mit einer Minderheit seiner Gemeinde. Was hat diesen Mann wohl dazu gebracht, diesem teuflischen Plan zuzustimmen? Vernunft kann es beim besten Willen nicht gewesen sein.<\/p>\n<p>Rudolf Rechsteiner und seine Genossen von der ADEV sollten sich daf\u00fcr in Grund und Boden sch\u00e4men. Sie treten mit diesem Vorgehen jegliche Prinzipien eines ethisch denkenden Geistes. Solche Handlungsweisen hat man zuletzt in Zeiten der Aristokratie gesehen. Die reichen Basler, Z\u00fcrcher und Genfer erleichtern ihr umweltpolitisches Gewissen, indem sie die friedlichen D\u00f6rfer des Juras mit Monstermaschinen best\u00fccken. Sie haben ernsthaft die Nerven, jedem Gegner dieses egoistischen Wahnsinns vorzuwerfen, &#8222;Diese Anlagen nur nicht in seinem Garten zu wollen&#8220;. Weder bei Robert Horbaty, noch bei Rudolf Rechsteiner, noch bei irgendeinem dieser &#8222;Gr\u00fcnen Politiker und Unternehmer&#8220; steht eine solche Anlage auch nur in der N\u00e4he. Die wissen schon warum.<\/p>\n<h3>Was hat die Opposition in den letzten 8 Jahren gemacht?<\/h3>\n<p>Die lokale Bev\u00f6lkerung muss sich aber auch einige kritische Fragen gefallen lassen: Wie ist es m\u00f6glich, dass \u00fcber 8 Jahre einer Planung die Probleme nicht offen diskutiert wurden? Haben diese Leute tats\u00e4chlich w\u00e4hrend dieser ganzen Zeit kein einziges mal daran gedacht, dass mit solch kleinen Abst\u00e4nden die L\u00e4rmprobleme eine ganz logische Folge sind? Kann es sein, dass gebildete Menschen einfach den Worten ihres naiven Gemeindepr\u00e4sidenten geglaubt haben? Oder war es die reine Gier nach den lumpigen paar Fr\u00e4nkli, die diese Leute an den Rand der Blindheit gebracht haben? Warum ist die Solidarit\u00e4t unter der Bev\u00f6lkerung so schlecht? Warum k\u00f6nnen lumpige 23 Stimmen in einer Gemeinde mit 220 Einwohnern gleich den n\u00e4chsten Fehler begehen, ohne dass der Rest der Bev\u00f6lkerung aufschreit? Hier in St. Brais steht Einiges nicht zum Besten. Ich empfehle als ersten Schritt bei den n\u00e4chsten Wahlen nicht die willigen, sondern die f\u00e4higen Politiker zu w\u00e4hlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Saint-Brais hat es L\u00e4rm &#8211; wegen den Windr\u00e4dern, die zu nahe an die Wohnzone gebaut worden sind. F\u00fcr ca. einen Drittel der Bev\u00f6lkerung ist das mit unausstehlichen Beschr\u00e4nkungen des t\u00e4glichen Lebens verbunden. Dem L\u00e4rm kann man kaum entrinnen. Nat\u00fcrlich regen sich auch da wieder nur die direkt Betroffenen auf. 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