{"id":566,"date":"2010-02-20T23:53:01","date_gmt":"2010-02-20T23:53:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=566"},"modified":"2011-03-17T06:53:51","modified_gmt":"2011-03-17T06:53:51","slug":"windenergie-ist-das-schwachste-glied-in-der-kette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=566","title":{"rendered":"Windenergie ist das schw\u00e4chste Glied in der Kette"},"content":{"rendered":"<p>Von allen Kraftwerkstypen, die einen sp\u00fcrbaren Beitrag an die Versorgung leisten k\u00f6nnen, ist die Windkraft die einzige, die unzuverl\u00e4ssigen und unsteuerbaren Strom liefert. Er f\u00e4llt eben genauso an, wie der Wind: Mal hat es, mal hat es nicht.<\/p>\n<p>Je nach Weltregion ist das Windaufkommen sehr unterschiedlich. Generell kann man an K\u00fcsten mehr und gleichm\u00e4ssigeren Wind erwarten als im Binnenland. In der Schweiz liegt das Problem auf zwei Ebenen: Erstens hat es absolut zu kleine Windgeschwindigkeiten. Die im Landesdurchschnitt anfallenden 5m\/s lassen die modernen Anlagen gerade mal anlaufen. Zweitens hat es nur unregelm\u00e4ssigen Wind. Das ist f\u00fcr das Stromnetz nicht sinnvoll. Es ist auf Stabilit\u00e4t ausgelegt.<\/p>\n<p>Diese Unzuverl\u00e4ssigkeit der Windkraft hat die Ingenieure zur Idee gef\u00fchrt, nur eine grosse und europaweit verteilte Masse von tausenden von Windr\u00e4dern w\u00fcrden sich gegenseitig st\u00fctzen und erg\u00e4nzen. Wenn es im Norden keinen Wind hat, m\u00fcssen eben die Anlagen im S\u00fcden etwas mehr bringen, so meinten sie.<\/p>\n<p>Nach dem Bau von 30&#8217;000 Windr\u00e4dern mit einer ungef\u00e4hren Nennleistung von 25&#8217;000 MW ist die Ern\u00fcchterung gross. Die deutsche Netzleitstelle, die das Stromnetz f\u00fcr Deutschland betreibt, meldet h\u00e4ufige Flauten in dem Ausmass, dass gerade noch 2% der installierten Leistung der Windkraftwerke ins Netz gespiesen werden. Die restlichen 98% m\u00fcssen in dieser Situation von Kern- Kohle- und Gaskraftwerken erzeugt werden. Daf\u00fcr laufen diese teilweise auf &#8222;Standby&#8220;, was wiederum nichts anderes heisst, als dass sie auch dann &#8222;mitlaufen&#8220; m\u00fcssen, wenn es eigentlich genug Wind h\u00e4tte. Nur f\u00fcr den h\u00e4ufigen Fall, dass der Wind pl\u00f6tzlich wegf\u00e4llt. Dann z\u00e4hlen Sekunden. Sekunden, wo bereitstehende Kernkraftwerke den vorher umsonst produzierten Strom ins Netz liefern und Kohle- und Gaskraftwerke schnellstens hochgefahren werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wehe, es hat pl\u00f6tzlich Wind in Deutschland. Dann wird Energie im \u00dcberfluss ins Netz gespiesen. Teuere Verst\u00e4rkungsmassnahmen mussten in ganz Deutschland f\u00fcr diese Situation eingebaut werden. Jetzt wird der Strom nicht mehr dem Meistbietenden verkauft, sondern dem Erstbesten verschenkt werden. Die Schweiz profitiert regelm\u00e4ssig von Gratisstrom aus deutschen Windkraftanlagen. Sie f\u00fcllen ihre Speicherseen und verkaufen den damit produzierten Strom gezielt, wenn sich finanzkr\u00e4ftige Abnehmer finden. Die schweizer Stromkonsumenten profitieren davon allerdings kaum. Die saftigen Gewinne werden den Aktion\u00e4ren und Direktoren der schweizer Stromlobby als Dividende und Bonus ausbezahlt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\">Deutschland braucht Windenergie f\u00fcr den Atomausstieg<\/h3>\n<p>Die Windenergie in Deutschland liefert zwar ca. 20% der Nennleistung als Bandenergie, aber eben nur durchschnittlich. Das System muss jederzeit damit rechnen, dass die Leistung auf wenige Prozent der Gesamtleistung zusammenbricht. Obwohl wir einen relativ grossen Beitrag der Windenergie an die Stromversorgung haben, muss damit gerechnet werden, dass praktisch der gesamte Stromverbrauch mit rein konventionellen Kraftwerken erzeugt werden muss. Das wird so bleiben, bis der Strom aus Wind sinnvoll gespeichert werden kann. Wie das geschehen soll, steht noch in den Sternen. In der Zwischenzeit bastelt man mit gigantischen Batterien und dem Einsatz von Brennstoffzellen. Es wurde schon die Idee mit riesigen Schwungr\u00e4dern in die Diskussion geworfen. Bis jetzt gibt es aber noch keine L\u00f6sung f\u00fcr dieses windkraftspezifische Problem: Wenn erneuerbare Energie nicht \u00f6konomisch gespeichert werden kann, ist sie bei der Einspeisung in ein stabiles Stromnetz eher ein \u00c4rgernis denn eine sinnvolle Hilfe. Von einer \u00f6konomischen L\u00f6sung sind wir noch meilenweit entfernt. Das hindert aber kaum einen Politiker daran, diesen sinnlosen Weg weiter zu gehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\">Stromversorgung Schweiz mit anderen Vorzeichen<\/h3>\n<p>Sollte die Schweiz tats\u00e4chlich den Fehler begehen, die Windkraft fl\u00e4chendeckend einzusetzen, steht sie vor dem genau gleichen Dilemma. Neben der starken Wasserkraft m\u00fcssten trotzdem noch mindestens 2 Kernkraftwerke und wahrscheinlich auch noch ein Gaskombikraftwerk mitbetrieben werden, die w\u00e4hrend windigen Zeiten darauf warten, die n\u00e4chste Flaute zu \u00fcberbr\u00fccken? Nein, eigentlich es ist genau umgekehrt: Es produzieren zwei Kernkraftwerke, die Wasserkraftwerke und ein Gaskombikraftwerk an 6 Tagen Strom und m\u00fcssen bei Aufkommen von Wind gedrosselt und in einem suboptimalen Betriebsstatus geschaltet werden, damit sich die unn\u00f6tige Windenergie so richtig entfalten kann. Auch in der Schweiz wird die reale Leistung\u00a0 bei Flaute auf 2% sinken. Konventionelle Kraftwerke m\u00fcssen dann die gesamte Produktion \u00fcbernehmen. Es ist die reine Verkomplizierung, Verunsicherung und Verteuerung eines momentan einwandfrei funktionierenden Systems. Die starke Kette wird mit einem schwachen Glied erg\u00e4nzt. Im Gegensatz zu Deutschland ben\u00f6tigen wir die Windkraft nicht. Das Einsparungspotenzial und der grosse Anteil von Wasserkraft (55%) an der Stromerzeugung bringt uns in eine komfortable Lage bessere Optionen zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von allen Kraftwerkstypen, die einen sp\u00fcrbaren Beitrag an die Versorgung leisten k\u00f6nnen, ist die Windkraft die einzige, die unzuverl\u00e4ssigen und unsteuerbaren Strom liefert. Er f\u00e4llt eben genauso an, wie der Wind: Mal hat es, mal hat es nicht. Je nach Weltregion ist das Windaufkommen sehr unterschiedlich. 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