{"id":555,"date":"2010-02-20T22:17:44","date_gmt":"2010-02-20T22:17:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=555"},"modified":"2013-10-20T19:36:44","modified_gmt":"2013-10-20T19:36:44","slug":"die-kunst-des-herzauberns-von-wind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=555","title":{"rendered":"Die Kunst des Herzauberns von Wind"},"content":{"rendered":"<p>Es wird je l\u00e4nger je klarer: F\u00fcr den \u00f6konomischen Betrieb von Windr\u00e4dern hat es nicht genug Wind in der Schweiz. Die grossartig hochgelobten Windprojekte fallen genauso in sich zusammen wie die irrealistischen Ammenm\u00e4rchen einiger <a title=\"Fanatische Politiker\" href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/02\/11\/die-fantastische-windenergie-des-dr-rudolf-rechsteiner-2\/\" target=\"_self\">fanatischer Politiker<\/a> dieses Landes. Auf dem Heitersberg schafft man mit viel Theorie und einigen Unsicherheiten 5.8m\/s, im Emmental sind es noch weniger. Auf dem Schwyberg darf man an einer einzigen Stelle mit gen\u00fcgenden 6m\/s rechnen. Der Mont Crosin schafft es gerade mal auf 9 mickrige GWh aus m\u00f6glichen 60 GWh zu quetschen. Ein roter Faden zieht sich durch alle Windkraftprojekte in der Schweiz: Alle bewegen sich schon in der gesch\u00f6nten Planungsphase am untersten Limit der \u00f6konomischen Mindestleistung, wie sie in Deutschland f\u00fcr die Abnahmepflicht durch die Netzbetreiber definiert wurde.<\/p>\n<p>Moderne Windturbinen wie die <a title=\"Technische Werte ENERCON Windkraftwerke\" href=\"http:\/\/windland.ch\/doku_wind\/ENE_Produktuebersicht_de_0309.pdf\" target=\"_blank\">ENERCON 82<\/a> sind f\u00fcr eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 8.5m\/s (<a title=\"Windklasse\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Windkraftanlage#Typenklasse_.28Windklasse.29\" target=\"_blank\">Windklasse<\/a> (II) und einer\u00a0 Windzone (<a title=\"Windzone\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Windlast\" target=\"_blank\">Windzone<\/a> III)\u00a0 gebaut worden, die es bei uns gar nicht gibt: Das Hinterland der Nordseek\u00fcste. Solche Anlagen bei uns aufzustellen ist so sinnvoll wie die steinige W\u00fcstenralley Paris &#8211; Dakar mit einem sch\u00f6nen und schnellen Ferrari\u00a0 zu fahren. Die Leistungen der Anlagen sind entsprechend.<\/p>\n<p>In der Not frisst der Teufel Fliegen, sagt man. Die Windradlobby muss schon seit Jahren mit \u00fcberh\u00f6hten und gesch\u00f6nten Werten die Bev\u00f6lkerung und die Investoren bei Stange halten. Am Heitersberg treibt das die Initiantin des &#8222;B\u00fcrgerwindparks&#8220; zu abenteuerlichen Aussagen. Sie schreibt auf der Plattform &#8222;energiedialog.ch&#8220; am 25. Oktober 2009, um 16:57:<\/p>\n<blockquote><p><em>Das Bundesamt f\u00fcr Energie steht der Nutzung von Windenergie in der Schweiz sehr postitiv gegen\u00fcber. Windenergie k\u00f6nnte bis ins Jahr 2050 7% des Strombedarfs decken. \u00dcberrascht war man, dass es auch in der Schweiz Standorte gibt, welche vergleichbare Windverh\u00e4ltnisse wie an der Atlantik\u00fcste oder der Osteek\u00fcste aufweisen. Z.B. im Wallis in Collenges und Martigny. Aber auch im Mittelland gibt es Standorte, die wirschaftlich nutzbar w\u00e4ren. Leider sind noch nicht alle Kantone soweit, dass sie die Windenergienutzung gen\u00fcgend f\u00f6rdern. Die n\u00f6tigen Rahmenbedingung lassen auf sich warten, derweil wichtige Jahre verstreichen, in welche sich die Schweiz mit Innovationskraft mit neuen Nischenprodukten als Zulieferer f\u00fcr die Nutzung erneuerbarer Energie etablieren k\u00f6nnte.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3 style=\"text-align: left;\">Die Frage nach Wind haben unsere Vorfahren schon beantwortet<\/h3>\n<p>Nun ist es ja so, dass die Windradlobby noch nie viel von nachvollziehbaren Aussagen und technischen Beweisen gehalten hat. Dass es aber in der Schweiz Windverh\u00e4ltnisse wie an der Atlantik- und Ostseek\u00fcste gibt, ist schon eine sehr gewagte Aussage. Vielleicht vergleicht hier Frau Theresia Meier-Wettstein die auch dort vorkommenden Flauten mit unseren Windverh\u00e4ltnissen. Es ist tats\u00e4chlich richtig, dass wenn an der Atlantik- oder Ostseek\u00fcste Flaute herrscht, dies f\u00fcr die schweizer Verh\u00e4ltnisse windigem Wetter entspricht.<br \/>\nUnsere Vorfahren haben sich zum Thema Wind auch schon etwas \u00fcberlegt \u2013 Es gibt eine einzige bezeugte &#8222;<a title=\"Eine einzige Windm\u00fchle in der Schweiz bezeugt\" href=\"http:\/\/hls-dhs-dss.ch\/textes\/d\/D13884.php\" target=\"_blank\">historische Windm\u00fchle<\/a>&#8220; in der Schweiz. Von Wasserr\u00e4dern haben wir aber schon oft geh\u00f6rt. Schon als <a title=\"Pfahlbauer ohne Windm\u00fchlen\" href=\"http:\/\/www.geschichte-schweiz.ch\/pfahlbauer-pfahlbauten.html\" target=\"_blank\">Pfahlbauern <\/a>haben wir intensiven Handel mit halb Europa getrieben. Aber die Idee der Holl\u00e4nder, Windr\u00e4der f\u00fcr Wasserpumpen oder Kornm\u00fchlen aufzustellen, ist hier seit vielen hundert Jahren keinem Menschen als valable L\u00f6sung aufgefallen.<\/p>\n<h3>Mit dem Esel auf Kundentour<\/h3>\n<p>Die einzig <a title=\"einzige historische Windm\u00fchle der Schweiz\" href=\"http:\/\/hls-dhs-dss.ch\/textes\/d\/D13884.php\" target=\"_blank\">bezeugte Windm\u00fchle in Lutry<\/a> am Genfersee hat wahrscheinlich so funktioniert: Sobald das Windaufkommen vielversprechend war, ist der M\u00fcllersknecht auf seinem Esel in die umliegenden D\u00f6rfer geeilt und hat mit einer mitgef\u00fchrten roten Fahne unter geh\u00f6rigem Schreien den baldigen Betrieb der Windm\u00fchle angek\u00fcndigt. Dann haben die armen Bauern sofort ihre Rosse und Wagen bereitstellen m\u00fcssen, um das hoffentlich trockene Getreide aufzuladen und zur M\u00fchle zu eilen. Oft sind sie dann vor der M\u00fchle einer ganzen Reihe von Nachbarn begegnet, die die gleiche Absicht verfolgt haben. Nach dem dritten Bauern ist dann der Wind wieder weggeblieben usw. Der Verbrauch an Eseln war in dieser Zeit besonders gross, sagt man.<\/p>\n<h3>Kann man die Windradlobby noch ernst nehmen?<\/h3>\n<p>Dem nun von der Windradlobby propagierten Wert von 7% Abdeckung des Strombedarfs aus Windkraft im Jahr 2050 kann eigentlich niemand so richtig Glauben schenken, der die Zahlen mit dem Wissen eines Drittkl\u00e4sslers nachpr\u00fcft. Heute bel\u00e4uft sich der j\u00e4hrliche Stromverbrauch in der Schweiz auf 60\u2032000\u2032000\u2032000 Kwh (60 Milliarden Kilowattstunden). Sieben Prozent davon sind 4\u2032200\u2032000\u2032000 Kwh (4 komma 2 Milliarden Kilowattstunden). Oder vereinfacht gesagt, 4200 GWh (Gigawattstunden). F\u00fcr die Produktion dieser Menge an Windstrom ben\u00f6tigt man \u00fcber tausend (1\u2032000) Windkraftanlagen an hervorragenden Standorten. Wohlgemerkt <strong>bei <\/strong><strong>heutigen <\/strong>Verbrauchszahlen! Angenommen diese 1&#8217;000 Windr\u00e4der w\u00fcrden tats\u00e4chlich jeden H\u00fcgel der Schweiz verzieren, wir m\u00fcssten die 7% trotzdem mit einem noch zu bauenden Gaskombikraftwerk st\u00fctzen, weil dann 7% unserer ben\u00f6tigten Leistung regelm\u00e4ssig wegen der h\u00e4ufigen Flauten fehlen.<\/p>\n<p>Ich bin mir jetzt gar nicht mehr sicher, ob der heutige Verbrauch an Eseln nicht gr\u00f6sser ist als zu Zeiten der M\u00fchle in Lutry &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird je l\u00e4nger je klarer: F\u00fcr den \u00f6konomischen Betrieb von Windr\u00e4dern hat es nicht genug Wind in der Schweiz. Die grossartig hochgelobten Windprojekte fallen genauso in sich zusammen wie die irrealistischen Ammenm\u00e4rchen einiger fanatischer Politiker dieses Landes. 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