{"id":5350,"date":"2017-05-22T04:21:05","date_gmt":"2017-05-22T04:21:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5350"},"modified":"2017-05-22T04:25:30","modified_gmt":"2017-05-22T04:25:30","slug":"volksabstimmung-zur-energiestrategie-ein-teurer-pyrrhussieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5350","title":{"rendered":"Volksabstimmung zur Energiestrategie: Ein teurer Pyrrhussieg"},"content":{"rendered":"<h3>Mit langem Atem gegen die Energiestrategie 2050<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Schweiz hat am Sonntag in einer Volksabstimmung \u00fcber ihre k\u00fcnftige Energiepolitik entschieden. Nach jahrelanger Intensivberieselung der Bev\u00f6lkerung mit Angstparolen \u2013 Angst vor \u201edem Atom\u201c, Angst vor der \u201eKlimakatastrophe\u201c \u2013 hat es eine Koalition aus Politik, profitorientierten Verb\u00e4nden, \u201eUmwelt\u201c-verb\u00e4nden sowie den ihnen h\u00f6rigen Medien geschafft, das Volk zu einem sehr eindeutigen \u201eJa\u201c zu \u00fcberreden. Doch Grund zum Jubeln haben weder das Volk noch die Verantwortlichen, denn letztere sind jetzt in der Pflicht, Dinge zu liefern, \u00fcber deren Machbarkeit und Kosten sie sich eigentlich ebensowenig im Klaren sind wie die B\u00fcrger. Die Konsequenzen werden sich in den n\u00e4chsten Jahren herausstellen und f\u00fcr die verantwortlichen Parteien schon bald als Fluch erweisen. <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5319 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_01-2-100x150.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_01-2-100x150.png 100w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_01-2-200x300.png 200w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_01-2.png 338w\" sizes=\"auto, (max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/>Windenergie in Schweizer W\u00e4ldern\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was beschlossen wurde, ist n\u00e4mlich nur St\u00fcckwerk ohne klare Ziele. Man hat sich in der f\u00fcr \u201egr\u00fcne\u201c Politik typischen Art zur Vernichtung bestehender L\u00f6sungen entschieden, ohne eine zuverl\u00e4ssige, verf\u00fcgbare und bezahlbare Technologie in der Hand zu haben, mit der man das Vorhandene ersetzen kann. Ab sofort gleicht die Schweiz bez\u00fcglich ihrer Energiepolitik einer Swissair-Maschine, die abgehoben hat, ohne zu wissen, ob es am Ziel \u00fcberhaupt einen Flughafen geben wird. So hat man den Bau neuer Kernkraftwerke verboten, ohne klare Ziele zu haben, wie man die bestehenden KKW nach ihrem technischen Aus ersetzen k\u00f6nnte. Immerhin haben diese bisher knapp 40 % des Schweizer Stroms geliefert, w\u00e4hrend fast 60 % auf die Wasserkraft entfielen. Allerdings sind die Wasserkraftpotenziale der Schweiz damit auch schon weitgehend ausgereizt. Wesentliche Steigerungen liessen sich nur durch Raubbau an der Natur erzielen. Da die Wasserkraft zudem im Winter wegen des Einfrierens der Zufl\u00fcsse im Gebirge Kapazit\u00e4tseinbussen hinnehmen muss, zeichnen sich vor allem f\u00fcr die Wintermonate Engp\u00e4sse ab. Wie man diese \u00fcberbr\u00fccken soll, ohne die CO<sub>2<\/sub>-Bilanz durch fossil befeuerte Kraftwerk zu verschlechtern, ist unklar.<\/p>\n<h3><strong>Aus f\u00fcr die Kernkraft<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Volksentscheid bedeutet das definitive Aus f\u00fcr die Schweizer Kernkraft. Der Bau neuer KKW wird verboten. Zwar sollen die aktuell noch f\u00fcnf vorhandenen KKW zeitlich unbegrenzt weiterlaufen d\u00fcrfen, solange ihr Betrieb als sicher eingestuft wird, doch ist bereits jetzt eines davon zur Stilllegung im Jahr 2019 vorgesehen. Da ihr Strom zudem nach dem Willen des Nationalrats zugunsten von Strom aus Wasserkraft von der Grundversorgung ausgeschlossen werden soll, k\u00f6nnte der Kernkraft schon verfr\u00fcht das wirtschaftliche Aus drohen. Wie man die Leistung dieser zuverl\u00e4ssig verf\u00fcgbaren Stromproduzenten mit unzuverl\u00e4ssigem Strom aus Wind und Sonne ersetzen will, ist nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die als Alternative angepriesen Solar- und Windkraftwerke werden die landschaftliche Attraktivit\u00e4t der Schweiz unweigerlich zerst\u00f6ren. Es darf bezweifelt werden, ob sich dies positiv auf den bereits seit Jahren schw\u00e4chelnden Tourismus auswirken wird. Der zur F\u00f6rderung \u201eerneuerbarer Energien\u201c erhobene Zuschlag auf jede Kilowattstunde wird zudem von 1,5 auf 2,3 Rappen pro kWh erh\u00f6ht, was etwa 11-12 % entspricht.<\/p>\n<h3><strong>Kosten?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich der Kosten wurden die Argumente der Gegner der Energiestrategie (Kosten von CHF 200,- Mrd.) mit Hohn und Spott \u00fcbergossen. Die Bef\u00fcrworter sprachen stattdessen von CHF 40,- pro Familie und Jahr. So etwas kennt man beispielsweise aus Deutschland, wo der Gr\u00fcne Minister Trittin behauptete, das dortige EEG werde die Bev\u00f6lkerung nicht mehr kosten als eine Kugel Eis im Monat. Heute zahlt der deutsche Michel bekanntlich daf\u00fcr im Jahr 27 Mrd. \u20ac, und die Tendenz geht immer weiter nach oben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verschwiegen wird von den Bef\u00fcrwortern, dass der Verband Schweizer Elektrizit\u00e4tsunternehmen bereits vor rund 6 Jahren die Kosten f\u00fcr eine Schweizer \u201eEnergiewende\u201c mit bis zu CHF 150 Mrd. bezifferte. Die heute von den Gegnern genannten CHF 200 Mrd. sind demnach realistisch. Allerdings ist es der Politik gelungen, den Verband mit Versprechungen und politischem Druck zu spalten, so dass er sich inzwischen zum Bef\u00fcrworter gewandelt hat. An der Korrektheit der damals von seinen Fachleuten ermittelten Zahlen \u00e4ndert dies jedoch nichts. Rechnet man die 200 Mrd. auf 8,5 Mio. Einwohner um, so wird jeder Schweizer B\u00fcrger mit CHF 23.000,- zur Kasse gebeten, was pro Jahr CHF 713,- ergibt. F\u00fcr eine vierk\u00f6pfige Familie summiert sich dies auf total CHF 94.000,- bzw. auf j\u00e4hrlich CHF 2.852,- gut das 71fache der \u201eamtlichen\u201c CHF 40,-.<\/p>\n<h3><strong>Energieeinsparung?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere Sollbruchstelle der Energiestrategie 2050 sind die Erwartungen bez\u00fcglich Minderung des Stromverbrauchs. Nur mit dieser angenommenen Verringerung l\u00e4sst sich die Abschaffung der Kernkraft \u00fcberhaupt rechtfertigen. Als Richtwerte gelten derzeit ein gegen\u00fcber dem Jahr 2000 um 16 % verringerter Energiebedarf bis zum Jahr 2020, bis 2035 sollen 43 % erreicht werden. Beim Strom liegen diese Zahlen bei -3 % resp. -13 %. Wie dies mit dem gegenl\u00e4ufigen Trend in anderen Industrienationen sowie mit der erwarteten Erh\u00f6hung des Anteils an stromfressender Elektromobilit\u00e4t im Verkehr zur Deckung zu bringen sein wird, d\u00fcrfte sich noch als spannend erweisen. Vermutlich werden \u2013 \u00e4hnlich wie auch im grossen Vorbild Deutschland \u2013 die energieintensivsten Industrien in andere L\u00e4nder abwandern. Man mag bezweifeln, dass sich dies positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken wird.<\/p>\n<h3><strong>Naturschutz ade<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gerade in der Schweiz sensibler Punkt der Energiestrategie 2050 ist die Aufweichung des Naturschutzes zugunsten der \u201eerneuerbaren Energien\u201c. Deren Gewinnung ist k\u00fcnftig ein nationales Interesse, was die Errichtung in Naturschutzgebieten erleichtern wird. Zudem werden Klagem\u00f6glichkeiten dagegen deutlich eingeschr\u00e4nkt. Es wird spannend sein zu sehen, mit welchen Spagat\u00fcbungen die angeblichen \u201eNatursch\u00fctzer\u201c und zugleich Bef\u00fcrworter der Energiestrategie 2050 wie WWF oder Greenpeace zu diesem Punkt demn\u00e4chst aufwarten werden.<\/p>\n<h3><strong>Nach der Wahl ist vor der Wahl<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn diese Wahlrunde f\u00fcr die Gegner der Energiestrategie 2050 mit einer krachenden Niederlage ausgegangen ist, sollte man den Mut nicht sinken lassen. Das war angesichts der seit Jahren betriebenen Desinformationskampagne \u2013 z.B. durch die COOP-Zeitung an alle Haushalte, in der Sch\u00fclern erkl\u00e4rt wurde, CO2 sei \u201egiftig\u201c \u2013 kaum zu vermeiden. Doch jetzt m\u00fcssen die Bef\u00fcrworter dieser Politik beginnen zu liefern, sie haben keine Ausreden mehr. Und 2020 ist nicht mehr gar so weit entfernt. Jetzt ist es an der Zeit, alles zu dokumentieren, was dem Volk so erz\u00e4hlt wurde, jeden Namen und jeden Spruch aufzuzeichnen und diese Leute und Organisationen in den n\u00e4chsten Jahren damit st\u00e4ndig zu konfrontieren, wenn es mal wieder darum geht, dem B\u00fcrger wegen angeblich \u201eunvorhersehbarer\u201c Kostensteigerungen in den Gelds\u00e4ckel zu greifen. Es ist zu hoffen, dass sich dies in einigen Jahren nicht mehr besonders positiv auf politische Karrieren auswirken wird. Daf\u00fcr gibt es ein historisches Vorbild: Schon in der Antike musste der Feldherr Pyrrhus die Erfahrung machen, dass manche Siege so teuer kommen, dass sie den Auftakt f\u00fcr k\u00fcnftige Niederlagen bilden.<\/p>\n<p><em>Fred F. Mueller<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit langem Atem gegen die Energiestrategie 2050 Die Schweiz hat am Sonntag in einer Volksabstimmung \u00fcber ihre k\u00fcnftige Energiepolitik entschieden. 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