{"id":5337,"date":"2017-05-12T09:27:27","date_gmt":"2017-05-12T09:27:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5337"},"modified":"2017-05-12T09:30:28","modified_gmt":"2017-05-12T09:30:28","slug":"rolf-wuestenhagen-und-seine-fantasievollen-gegenbehauptungen-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5337","title":{"rendered":"Rolf W\u00fcstenhagen und seine fantasievollen Gegenbehauptungen, Teil 1"},"content":{"rendered":"<h3><!-- Wrapper --><!-- Wrapper --><!-- Wrapper -->Die Gegner der Energiestrategie behaupten<\/h3>\n<div id=\"wrapper\">\n<div id=\"main\">\n<article id=\"thema_1\" class=\"active\">\n<blockquote>\n<p class=\"major\"><em>Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 kostet Wirtschaft und B\u00fcrger rund 200 Milliarden Franken oder 800 Franken pro Person und Jahr w\u00e4hrend 30 Jahren. Umgerechnet auf einen Haushalt mit vier Personen sind dies j\u00e4hrlich 3200 Franken.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<h4>Rolf W\u00fcstenhagen kontert:<\/h4>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Unsinn! Hier werden \u00c4pfel mit Birnen und Bananen summiert. Wobei die \u00c4pfel die Kosten sind, die sowieso anfallen \u2013 f\u00fcr den Erhalt des Stromnetzes oder den Ersatz von Kraftwerken. Die Birnen sind zus\u00e4tzliche Investitionen in Sonne, Wind, Wasserkraft und Energieeffizienz, \u00fcber die wir de facto abstimmen. Die 3200 Franken sind falsch und beruhen auf methodisch h\u00f6chst fragw\u00fcrdigen Berechnungen. Das ist keine Wissenschaft.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Es ist wie beim Auto: Da kann man auch nicht 50 Jahre mit denselben Reifen herumfahren und sich dann wundern, dass man pl\u00f6tzlich einen Platten hat. So aber argumentieren die Gegner der Energiestrategie.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Sie leben in einer Traumwelt, in der wir bis 2050 nichts mehr investieren, unseren Strom aus dem bis dann 81-j\u00e4hrigen AKW Beznau beziehen und die 100-j\u00e4hrigen Stromnetze noch zuverl\u00e4ssig funktionieren. V\u00f6llig unterschlagen wird: Weniger Energie kostet auch weniger \u2013 logisch, oder? Zwar m\u00fcssen wir zuerst das Portemonnaie f\u00fcr \u00adInvestitionen wie die W\u00e4rmed\u00e4mmung von H\u00e4usern oder den Kauf effizienterer Autos \u00f6ffnen. Langfristig aber sparen wir rund zehn Milliarden Franken pro Jahr.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Und Fukushima hat bewiesen: Ein einziger Atomunfall kann 100 Milliarden Franken kosten. Im Vergleich zur japanischen K\u00fcstenstadt w\u00fcrde es in der dicht besiedelten Schweiz noch um einiges teurer. Versichert sind die AKW-Betreiber aber gerade mal auf 1,8 Milliarden Franken.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"close\">Energieexperten beurteilen die Aussagen von Rolf W\u00fcstenhagen:<\/h4>\n<\/article>\n<article id=\"thema_2\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Rolf W\u00fcstenhagen ben\u00fctzt viele leere Worte, um zu sagen, dass die Gegner falsch liegen. Eine greifbare Erkl\u00e4rung oder einen Beleg dieser Behauptung fehlt im ersten Abschnitt g\u00e4nzlich. Dann greift er zu einem Beispiel, das abenteuerlich behauptet, die aktuelle Infrastruktur unserer Energieversorgung w\u00fcrde seit 50 Jahren nicht modernisiert und ignoriert damit den Bau der Kernkraftwerke, der Pumpspeicherkraftwerke und alle bisherigen Installationen von Sonnen- und Windkraftwerken. Kernkraft ist aber die herausragende Weiterentwicklung unserer Stromversorgung in den letzten 50 Jahren. Sie hat den Strom f\u00fcr das Wirtschaftswunder der 50-er bis 70-er Jahre des letzten Jahrhunderts bereitgestellt und weist eine unschlagbare Effizienz, Zuverl\u00e4ssigkeit und \u00d6konomie auf.\u00a0Die Erneuerbaren wie Wind und Sonne haben in den letzten 20 Jahren trotz enormer Weiterentwicklung nicht ann\u00e4hernd an diese guten Werte anschliessen k\u00f6nnen. Die deutsche Energiewende mit 26&#8217;000 Windkraftwerken und rund 60 Gigawatt an installierter Photovoltaik hat bisher klar gezeigt, dass die sichere Versorgung mit Erneuerbarer Energie komplett unm\u00f6glich ist, weil Wind und Sonne extrem wetterabh\u00e4ngig sind und es deshalb bei Windstille und Dunkelheit immer wieder zu grossen Versorgungsl\u00fccken kommt. Zeitweise m\u00fcssen auch Heute noch in Deutschland fast 95% der Stromversorgung ausschliesslich durch Kohle- Gas- Kern- und Wasserkraftwerke sichergestellt werden. Diverse Studien (Prognos) zeigen denn auch auf, dass selbst im Jahr 2050 immer noch 56% der Stromversorgung in Deutschland durch die konventionellen Kraftwerke gesichert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rolf W\u00fcstenhagen ignoriert auch die Tatsache, dass vor allem private Haushalte und der freie Markt freiwillig Milliardensummen in die Erneuerung der Verbraucherger\u00e4te und sogar in Solaranlagen investieren. Nichts von &#8222;Traumwelt, in der nichts investiert wird&#8220;, sondern ein Spielen des freien Marktes, der automatisch die g\u00fcnstigere und effizientere Form von Energieproduktion- und Verbrauch findet. Die Investitionen, die Rolf W\u00fcstenhagen meint, sind Fehlanreize in Windkraftwerke ohne Wind und Stromsparmassnahmen, die die Falschen treffen. Das ist aber genau der Grund, warum Strom teuer wird: Ineffiziente Windkraftwerke und Zwangsmassnahmen, die die Bev\u00f6lkerung umsetzen muss, egal, ob sie Sinn machen oder nicht.<\/p>\n<\/article>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei W\u00fcstenhagens\u00a0Behauptung &#8222;<em>Weniger Energie kostet auch weniger \u2013 logisch, oder?<\/em>&#8220; ignoriert er die relative Verteuerung des Strompreises pro verbrauchte Kilowattstunde durch die Massnahmen des neuen Energiegetzes. Problematischer ist aber die Behauptung, dass durch das neue Energiegesetz der Gesamtergieverbrauch sinken soll. Alleine bei den Geb\u00e4udemassnahmen ist eine Zunahme an grauer Energie f\u00fcr die zus\u00e4tzliche Isolation und der Mehrverbrauch durch die Umlagerung von fossiler Energie in Stromenergie zu erwarten. Noch massiv mehr Strom wird die Elektrifizierung der Mobilit\u00e4t ben\u00f6tigen. Wie will Rolf W\u00fcstenhagen diesen extrem hohen Mehrverbrauch mit Sparmassnahmen ausgleichen? Kalt Duschen vielleicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die leidige Atomhavarie im KKW Fukushima Daichi muss selbstverst\u00e4ndlich auch noch erw\u00e4hnt werden. Wie W\u00fcstenhagen auf die Kosten von 100 Milliarden Franken kommt, ist wohl auch ihm selber nicht ganz klar. Aber die Zahl ist nat\u00fcrlich eindr\u00fccklich. Warum unterschl\u00e4gt Rolf W\u00fcstenhagen die Tatsache, dass Fukushima Daichi und alle Umst\u00e4nde, die zum Unfall gef\u00fchrt haben mit unseren Kernkraftwerken nicht vergleichbar sind? Es ist kein einziger Mensch wegen Verstrahlung in Fukushima gestorben, der verursachende Tsunami und das Tohoku Erdbeben haben 18&#8217;500 Menschen das Leben gekostet. Das hat aber \u00fcberhaupt nichts mit der Atomhavarie zu tun. Die Bev\u00f6lkerung der Region Fukushima hat gem\u00e4ss WHO wegen der Kernschmelze weder heute noch morgen gesundheitlichen Nachteile zu erwarten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Zahlen und Fakten aus unserer Sicht<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die CHF 3&#8217;200,- welche die SVP als Kosten angibt, gr\u00fcnden auf der Tatsache, dass der Bund die Kosten der Energiestrategie auf 200 Milliarden Franken beziffert hat. Die Zahl ist meiner Meinung nach stark untertrieben, denn die Folgen des neuen Energiegesetzes werden viel weitreichender und gr\u00f6sser sein, als diese ungef\u00e4hre Zahl der Gegner. Ich schaue lieber nach Deutschland, was die Kosten f\u00fcr die Haushalte betrifft und ben\u00fctze dazu einfache, aber gut belegbare Zahlen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur schon die in Deutschland aktuell ausgesch\u00fctteten Subventionen an die Erneuerbaren belaufen sich auf j\u00e4hrlich 28&#8217;000&#8217;000&#8217;000 Euro. Das sind immerhin rund 30 Milliarden Franken pro Jahr. Legt man das auf jedes Kind, jeden Mann und jede Frau um, die in Deutschland leben, erh\u00e4lt man schon den Betrag von <em><strong>375 Franken PRO PERSON<\/strong><\/em>, weil die Bev\u00f6lkerung Deutschlands momentan 80 Millionen Individuuen z\u00e4hlt. Selbstverst\u00e4ndlich ist das ein Betrag, der noch durch die Tatsache erh\u00f6ht wird, dass viele Sozialhilfebez\u00fcger keinen Strom mehr erhalten, weil sie ihn sich nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Die Subventionen werden demnach nur von den Menschen bezahlt, die \u00fcberhaupt noch Strom konsumieren k\u00f6nnen. Die Deutsche Energiestrategie hat den Strompreis seit dem Jahr 2000 ziemlich genau VERDOPPELT. Diese auch f\u00fcr die Schweiz mit Sicherheit zu erwartende Wirkung schl\u00e4gt demnach zus\u00e4tzlich massiv auf die Kosten. Rechnet man mit dem statistischen Durchschnittswert von ca. 1 MWh pro Person und Jahr, m\u00fcssen demnach weitere 150 Franken pro Person dazugez\u00e4hlt\u00a0werden. Wir sind ohne Probleme bei einem Betrag von CHF 525.- pro Person und Jahr angekommen. Das bedeutet f\u00fcr eine 4-Personen-Haushalt Kosten von \u00a0zus\u00e4tzlichen 2&#8217;100 Franken. Wohlgemerkt, das sind die realistischen Zahlen f\u00fcr Deutschland, das den Weg des jetzt zur Abstimmung kommenden Energiegesetzes schon vor 17 Jahren gegangen ist. Da sind noch keine Mehrkosten f\u00fcr den Mehrverbrauch f\u00fcr W\u00e4rmepumpen und die gesamte Mobilit\u00e4t eingerechnet. Es fehlen in diesem Betrag auch alle indirekten Kosten durch die Verteuerung der allgemeinen Produktionsstandortes.\u00a0Die Annahme, dass wir im Jahre 2035 oder auch 2050 <em><strong>WENIGER Strom pro Person<\/strong><\/em> ben\u00f6tigen, hat keine realistische Basis vorzuweisen. Hier irrt W\u00fcstenhagen radikal. Das pure Gegenteil ist dagegen sehr wahrscheinlich und kann gut erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man muss hier wieder mal in Erinnerung rufen, dass die Deutsche Energiewende als exaktes Muster f\u00fcr unsere Energiestrategie hingehalten hat. Doris Leuthard und ihre Beamten im Bundesamt f\u00fcr Energie haben sie fastt 1:1 kopiert. Dabei f\u00e4llt auf: Die Schweizer haben ihre Variante ausgerechnet im Bereich der Minimalanforderungen f\u00fcr die Leistung der Windkraftanlagen leicht abge\u00e4ndert. Weil unsere Windkraftwerke kaum \u00fcber Wind verf\u00fcgen, wurde &#8211; im Gegensatz zu den deutschen Windkraftwerken\u00a0&#8211; keinerlei Mindestleistungen in Form des sogenannten Referenzertrages vorgesehen. Das Ergebnis ist fatal: Weil die Suisse Eole trotzdem 4&#8217;000 Gigawatt Leistung aus diesen ineffizient produzierenden Anlagen pressen will, muss die Schweiz auch an den untauglichsten Standorten solche Monsteranlagen aufstellen. Der Beitrag dieser untauglichen Anlagen an eine zuverl\u00e4ssige Stromversorgung ist gleich Null. Die Kosten f\u00fcr die Gesellschaft und die Natur ist aber maximal hoch.<\/p>\n<h3>Fazit eines neutralen Energiespezialisten:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5341 size-large\" src=\"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/doris_wundertuete_nein-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"520\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/doris_wundertuete_nein-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/doris_wundertuete_nein-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/doris_wundertuete_nein-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/doris_wundertuete_nein-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/>Rolf W\u00fcstenhagen konstruiert gekonnt negative Fakten gegen die aktuelle und bew\u00e4hrte Energieversorgung, die er aber weder erkl\u00e4ren noch belegen kann. Er geht von falschen Grundlagen aus, l\u00e4sst positive Aspekte gekonnt weg, um die negativen Aspekte umso mehr zu \u00fcbertreiben. Seine Gegenbehauptung hat keinen Gehalt und zeigt, wie hilflos die Bef\u00fcrworter der Energiestrategie nach Argumenten suchen. Rolf W\u00fcstenhagen kl\u00e4rt die Bev\u00f6lkerung nicht auf. Er will sie glauben machen, alles Heil f\u00fcr die Zukunft w\u00fcrde durch die Annahme des revidierten Energiegesetzes m\u00f6glich. Das pure Gegenteil davon kommt der Realit\u00e4t n\u00e4her. Wie die Fakten eindr\u00fccklich belegen, f\u00fchrt uns Rolf W\u00fcstenhagen bewusst oder unbewusst in die Irre mit seinen wackeligen Gegenthesen. Die Energiestrategie kostet uns auf JEDEN FALL viele Tausend Franken mehr, als ein moderater und vern\u00fcnftiger Ausbau der aktuellen Energieversorgung ohne diese extremen und nicht umsetzbaren Wunschtr\u00e4ume der Gr\u00fcnen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><em><strong>Deshalb am 21. Mai 2017 ein grossartiges Nein, gegen dieses verfehlte Energiegesetz.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p><!-- Scripts --> <!-- GOGGLE ANALYTICS --> \u00a0<!-- \/\/ GOGGLE ANALYTICS --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gegner der Energiestrategie behaupten Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 kostet Wirtschaft und B\u00fcrger rund 200 Milliarden Franken oder 800 Franken pro Person und Jahr w\u00e4hrend 30 Jahren. Umgerechnet auf einen Haushalt mit vier Personen sind dies j\u00e4hrlich 3200 Franken. Rolf W\u00fcstenhagen kontert: Unsinn! Hier werden \u00c4pfel mit Birnen und Bananen summiert. 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