{"id":5318,"date":"2017-03-22T09:57:47","date_gmt":"2017-03-22T09:57:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5318"},"modified":"2017-03-22T09:57:47","modified_gmt":"2017-03-22T09:57:47","slug":"chinas-energiepolitik-daseinsvorsorge-im-vordergrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5318","title":{"rendered":"Chinas Energiepolitik: Daseinsvorsorge im Vordergrund"},"content":{"rendered":"<h3>Langfristige Planungen auf realistischer Grundlage<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wenn deutsche Politiker und \u201eQualit\u00e4tsmedien\u201c \u00fcber China schreiben, dann fast immer in belehrendem Ton. China wird als der gro\u00dfe Umweltverschmutzer mit massiven Defiziten bei Demokratie und Menschenrechten dargestellt. Zudem werde dort r\u00fccksichtslos kopiert, um dann mithilfe billiger, weitgehend entrechteter Arbeiterheere minderwertigen Ramsch in riesigen Mengen zu produzieren und damit die Weltm\u00e4rkte zu fluten. Nun steht es au\u00dfer Zweifel, dass unser Gesellschaftssystem dem B\u00fcrger mehr individuelle Freiheiten einr\u00e4umt als das chinesische. Doch wie sieht es mit der Zukunfts- und Daseinsvorsorge f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung aus? Wie will der Riese aus Fernost seine Bewohner k\u00fcnftig mit ausreichender, sicher verf\u00fcgbarer und bezahlbarer elektrischer Energie versorgen?\u00a0 <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5319 alignnone\" src=\"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_01-2.png\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"508\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_01-2.png 338w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_01-2-100x150.png 100w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_01-2-200x300.png 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><\/p>\n<p><em>Windkraftanlagen sind Vogel- und Fledermauskiller sowie potenzielle Brandherde mitten in unseren W\u00e4ldern<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland will man dem B\u00fcrger eine streng asketische Zukunft verordnen. Um die uns angeblich drohende Klimakatastrophe durch konsequente \u201eDekarbonisierung\u201c zu verhindern, soll die Bev\u00f6lkerung zu massivem Konsumverzicht erzogen werden. Das geht schon bei Nebens\u00e4chlichkeiten los, so z.B. im Bundesumweltministerium, wo Besucher keine Fleischgerichte mehr erhalten werden [VEGG]. Das Umweltbundesamt r\u00e4t hingegen zu einem 40t\u00e4gigen freiwilligen \u201eAutofasten\u201c ab Aschermittwoch [AUFA]. Die Regierung selbst definiert in einem Bericht an ein UNO-Gremium ihre Ziele bez\u00fcglich der Energieversorgung wie folgt: \u201eDer Gesamt-Prim\u00e4renergieverbrauch soll bis 2020 gegen\u00fcber 2008 um 20 % sinken, bis 2050 wird eine Senkung um 50 % angestrebt. Der Bruttostromverbrauch soll bis 2050 gegen\u00fcber 2008 in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von 25 % vermindert werden\u201c [STZI]. Rechnet man diese Angaben entsprechend um, so hat sich Deutschland demnach zu einer Verbrauchsobergrenze von lediglich noch ca. 436 TWh (Terawattstunden) verpflichtet, f\u00fcr die Stromproduktion erg\u00e4be sich daraus ein Maximalwert von ca. 450 TWh. Im Jahr 2016 lag sie dagegen mit 648,2 TWh um volle 44 % dar\u00fcber. Da zudem \u00d6l, Gas und Kohle (und zugleich die Kernkraft) drastisch reduziert werden sollen, kann man sich ausmalen, welche Abstriche am bisherigen Lebensstandard auf die Bev\u00f6lkerung zukommen. Und die Umstellung des Verkehrs auf Elektroautos sollten wir auch nicht vergessen: 45 Mio Pkw und die bisher mit Diesel betriebenen Flotten von LKW und Bussen w\u00fcrden alleine schon beim jetzigen Stand j\u00e4hrlich 337 TWh ben\u00f6tigen. Da bliebe f\u00fcr den restlichen Bedarf der Bev\u00f6lkerung nicht allzu viel \u00fcbrig. Aber das steht auf einem anderen Blatt und soll hier nicht weiter vertieft werden.<\/p>\n<h3><strong>Chinas Zukunftsplanung beim Strom&#8230;<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rechnet man die f\u00fcr Deutschland vorgesehenen 450 TWh j\u00e4hrlicher Stromproduktion auf die Gesamtbev\u00f6lkerung von 82 Mio. um, so sollen jedem B\u00fcrger k\u00fcnftig pro Jahr rechnerisch ca. 4.500 kWh zur Verf\u00fcgung stehen. Das sind etwa 30 % weniger als 2016. Wie sieht es diesbez\u00fcglich in China aus? Dazu gibt es in der Zeitschrift Nuclear Street News [CHIN] aktuelle Zahlen der dortigen National Energy Administration (NEA). Demzufolge liegt der aktuelle Pro-Kopf-Verbrauch an elektrischer Energie in China nach einem Ranking des \u201eIndex Mundi\u201c derzeit bei 3.926 kWh. Das ist lediglich rund ein Drittel der 12.186 kWh, die jedem US-B\u00fcrger zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch w\u00e4hrend Deutschland seinen Bewohnern den Energieverbrauch massiv k\u00fcrzen will, sieht man in China die ausreichende Verf\u00fcgbarkeit von Energie als eine unabdingbare Voraussetzung zur Aufrechterhaltung einer Hochzivilisation. Deshalb plant man eine kontinuierliche Steigerung. Aktuell befindet sich das Land diesbez\u00fcglich nur auf dem 69. Rang, was sich auch im Lebensstandard widerspiegelt. Bis zum Jahr 2030 will die Staatsf\u00fchrung 5.500 kWh pro Kopf und Jahr erreichen und diesen Wert bis 2050 auf 8.500 erh\u00f6hen. Damit bef\u00e4nde man sich dann an der Schwelle zu den 25 bestversorgten L\u00e4ndern der Erde.<\/p>\n<h3><strong>&#8230;setzt ein wenig auf Wind und Sonne&#8230;<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Ideologen der \u201eerneuerbaren\u201c Energien sehen China derzeit als eine Art gelobtes Land von Wind- und Solarenergie, weil man dort im Rahmen des laufenden F\u00fcnjahresplans bis 2020 insgesamt 343 Mrd. \u20ac in \u201eCO<sub>2<\/sub>-freie\u201c Stromerzeugungstechnologien investieren will [SPIE]. Die Entwicklung der entsprechenden Investitionen veranschaulicht <strong>Bild 1.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5320\" src=\"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_02-2.png\" alt=\"\" width=\"1015\" height=\"802\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_02-2.png 1015w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_02-2-150x119.png 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_02-2-300x237.png 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_02-2-768x607.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1015px) 100vw, 1015px\" \/><em>Bild 1.<\/em><\/strong><em> Die Vertreter der \u201eerneuerbaren\u201c Energien setzen gro\u00dfe Hoffnungen auf China, das inzwischen gut 35 % der weltweiten Investitionen auf diesem Gebiet t\u00e4tigt (Grafik: [REN21])<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schaut man auf die Entwicklung z.B. der Kapazit\u00e4t der installierten Windenergieanlagen [WIWI], so findet man beeindruckende Zahlen und Steigerungsraten (<strong>Bild 2<\/strong>). Vertreter der \u201eerneuerbaren\u201c Energien stellen diese gerne als vorbildlich f\u00fcr den Rest der Welt heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n <em> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5321\" src=\"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_03-2.png\" alt=\"\" width=\"815\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_03-2.png 815w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_03-2-150x98.png 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_03-2-300x195.png 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_03-2-768x500.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 815px) 100vw, 815px\" \/><strong>Bild 2<\/strong>. In den vergangenen zw\u00f6lf Jahren steigerte China die Kapazit\u00e4t der installierten Windenergieanlagen um mehr als das Hundertfache von 1,26 auf 149 GW [WIWI]. Auch bei der Solarenergie wurden hohe Steigerungsraten erzielt<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Euphorie etlicher \u201e\u00d6ko-Energetiker\u201c r\u00fchrt allerdings wohl zu einem nicht geringen Teil daher, dass viele unter ihnen kaum \u00dcbung darin haben, n\u00fcchterne Fakten wie Dimensionen, Aufwendungen und Kosten einer technisch anspruchsvollen Aufgabenstellung zu erfassen. Zun\u00e4chst muss man sich vor Augen f\u00fchren, wie riesig das Land im Vergleich zu Deutschland ist. Chinas Kraftwerke erzeugen derzeit j\u00e4hrlich ca. 5.000-6.000 TWh an elektrischer Energie, rund 8-9 Mal soviel wie Deutschland. Hiervon sind allerdings lediglich rund 23 % \u201eerneuerbar\u201c, und davon z\u00e4hlen mehr als 18 % zu den \u201ekonventionellen\u201c Erneuerbaren, n\u00e4mlich der Wasserkraft, zu der insbesondere der Drei-Schluchten-Staudamm beitr\u00e4gt. Eine Aufschl\u00fcsselung der Beitr\u00e4ge der verschiedenen Energietr\u00e4ger f\u00fcr das Jahr 2014 zeigt <strong>Bild 3<\/strong>.<\/p>\n<p>\n <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5322\" src=\"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_04.png\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"759\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_04.png 840w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_04-150x136.png 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_04-300x271.png 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_04-768x694.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><strong>Bild 3.<\/strong> Anteile der verschiedenen Energietr\u00e4ger an der chinesischen Stromproduktion im Jahre 2014. Daten: [WIKI]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2014 trugen Wind mit 2,7 % und und Solar mit 0,5 % demnach zusammen nur etwas mehr als 3 % zu Chinas Stromerzeugung bei, was trotz der beeindruckenden Brutto-Kapazit\u00e4tsangaben an den im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken besch\u00e4mend schlechten Nutzungsgraden der \u201eerneuerbaren\u201c Energielieferanten liegt. Bis zu deutschen Dimensionen \u2013 derzeit ca. 18 %, davon 12 % Wind und 6 % Solar \u2013 w\u00e4re auf jeden Fall noch ein weiter Weg zur\u00fcckzulegen, und 80 oder gar 100 % sind f\u00fcr das Schwellenland China finanziell auf keinen Fall zu bew\u00e4ltigen. Bereits jetzt st\u00f6\u00dft man dort trotz dieser vergleichsweise niedrigen Prozents\u00e4tze hart an seine Grenzen, insbesondere was die Belastung der Stromnetze angeht, deren Errichtungs- und Betriebskosten in diesem riesigen Land entsprechend hoch sind. Bereits 2015 wurden deshalb 15 % der chinesischen Windenergieproduktion schlicht \u201eweggeworfen\u201c [CHDI]. Dies zeigt sich auch am Nutzungsgrad, der mit durchschnittlich 15,8 % selbst unter den deutschen Werten liegt. Das f\u00fchrte zu Auseinandersetzungen zwischen den Provinzen, deren Netzbetreiber versuchen, diesen St\u00f6rstrom m\u00f6glichst aus ihren Netzen herauszuhalten, und der Zentralregierung, die aus diversen Gr\u00fcnden gerne mehr davon verwendet sehen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessanterweise scheint die Zentralregierung angesichts dieses Gegenwindes jetzt ihre Ziele in diesem Bereich zur\u00fcckzuschrauben. So hie\u00df es noch 2016 aus der NEA, dass man im laufenden F\u00fcnfjahrplan die Kapazit\u00e4ten bei Wind von 129 GW auf 210 GW und bei Solar von 43 GW auf 110 GW ausbauen wolle, was dann noch auf auf 250 GW Wind und 150 GW Solarkapazit\u00e4t aufgestockt wurde [CHDI].<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5323\" src=\"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_05-1.png\" alt=\"\" width=\"1395\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_05-1.png 1395w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_05-1-150x86.png 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_05-1-300x172.png 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_05-1-768x440.png 768w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/k_05-1-1024x587.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1395px) 100vw, 1395px\" \/><em><strong>Bild 4.<\/strong> Im Bereich Fotovoltaik sind chinesische Hersteller an der Weltspitze<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen scheint man jedoch wieder umzudenken. K\u00fcrzlich gab es Berichte, dass diese Aufstockung zur\u00fcckgenommen wurde und China jetzt wieder zu den urspr\u00fcnglichen niedrigeren Zahlen zur\u00fcckkehre, wobei darin jetzt auch Offshore eingebunden ist [RECH]. Zudem gibt es Meldungen \u00fcber Einschnitte bei den Verg\u00fctungss\u00e4tzen f\u00fcr Fotovoltaik.<\/p>\n<h3><strong>&#8230;und immer st\u00e4rker auf Kernkraft<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein entscheidender Punkt, den viele Anh\u00e4nger der \u201eErneuerbaren\u201c bei ihren Bl\u00fctentr\u00e4umen bez\u00fcglich asiatischer Nationen h\u00e4ufig \u00fcbersehen, ist der Pragmatismus dieser L\u00e4nder bei der Bew\u00e4ltigung existenzieller Herausforderungen. So z.B. in Japan, wo Greenpeace, WWF und Co. seit den Nuklearhavarien von Fukushima die Wiederinbetriebnahme von Kernkraftwerken mit allen Mitteln bek\u00e4mpfen und behindern, wobei ihnen die internationalen Medien als Sprachrohr und Multiplikator dienen. Hierbei f\u00e4llt unserer von diesen \u201eFake-News\u201c-Medien eingeschl\u00e4ferten Bev\u00f6lkerung anscheinend nicht einmal der Umstand auf, dass diese Organisationen offensichtlich auch dort unten erstaunlich h\u00e4ufig von Leuten mit erkennbar westlicher Herkunft gef\u00fchrt werden. Da die Inbetriebnahme freigegebener Kernkraftwerke kaum vorankommt und sich die \u201eErneuerbaren\u201c als kostspieliger Irrweg erwiesen haben, setzt Premier Shinzo Abe jetzt stattdessen auf Kohle und will in den kommenden Jahren 45 neue Kohlekraftwerke bauen lassen. So d\u00e4mlich, sich gleichzeitig von der Kern- und der Kohlekraft zu trennen, ist man in Japan nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb h\u00e4tten auch die jubelnden \u201e\u00d6kos\u201c sich nicht davon t\u00e4uschen lassen sollen, als China dreistellige Milliardeninvestitionen in CO<sub>2<\/sub>-freie Stromerzeugungstechnologien ank\u00fcndigte. F\u00fcr das \u201eReich der Mitte\u201c sind dies nur Peanuts, und sehr zum Leidwesen von Greenpeace &amp; Co. geh\u00f6rt zu diesen Planungen auch die Kernenergie. Und hier hat man wirklich gro\u00dfe Pl\u00e4ne, denn das Land wurde in seiner diesbez\u00fcglichen Entwicklung durch die Fukushima-Ereignisse erheblich zur\u00fcckgeworfen. Chinas F\u00fchrung hat ab 2011 auf diesem f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Versorgung extrem wichtigen Sektor zun\u00e4chst zahlreiche Projekte gestoppt und sich ausreichend Zeit genommen, um die Situation und die mit der Kernkraft verkn\u00fcpften Risiken ausf\u00fchrlich zu analysieren. Man nahm lieber eine mehrj\u00e4hrige Verz\u00f6gerung in Kauf, als unvertretbare Risiken einzugehen. Im Unterschied zu Deutschland hat man anschlie\u00dfend jedoch beschlossen, die Kernkraft weiter auszubauen. Im aktuellen F\u00fcnfjahrplan ist nahezu eine Verdopplung der Nuklearkapazit\u00e4t vorgesehen [CHNU].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im November 2016 waren in China 36 Kernkraftwerke mit einer Kapazit\u00e4t von 31,4 GW in Betrieb. Von den derzeit im Bau befindlichen 40 Reaktoren [STAT] sollen allein in diesem Jahr f\u00fcnf in Betrieb genommen werden. Bei acht weiteren ist der Baubeginn noch in diesem Jahr vorgesehen, und zugleich sollen acht weitere Projekte \u201eauf Kiel gelegt\u201c werden. Aktuell ver\u00f6ffentlichter Planungsstand sind 58 GW KKW-Kapazit\u00e4t bis 2020 und 150 bis 250 GW bis 2030 [CHIN]. Damit w\u00fcrde die Nuklearkapazit\u00e4t des Landes innerhalb von nur 13 Jahren um den Faktor acht (!) zulegen. F\u00fcr die Zeit nach 2030 sagen Berichte \u00fcber entsprechende Planungen noch weit h\u00f6here Zuwachsraten voraus. Ein wichtiges Hemmnis scheint derzeit der Mangel an geeigneten Fachleuten zu sein. In Betrieben und Universit\u00e4ten arbeitet man bereits daran, diese Ausbildungsg\u00e4nge entsprechend auszubauen. F\u00fcr den Zeitraum nach 2040 soll in China dann die Stunde der \u201eschnelle-Neutronen\u201c-Reaktoren (\u201eschnelle Br\u00fcter\u201c) schlagen, die nuklearen Abfall, Plutonium sowie abgereichertes Uran verwerten k\u00f6nnen. Ihre Kapazit\u00e4t soll bis 2100 auf 1.400 GW anwachsen [NUK]. Das allein entspr\u00e4che etwa 1.000 bis 1.400 weiteren Kernkraftwerken.<\/p>\n<h3><strong>China will mit jeder Technologie verdienen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachtet man die Lage der verschiedenen Energiesektoren in China, so erkennt man eine geschickte Verkn\u00fcpfung mit einer mehrgleisigen Handelsstrategie. Man setzt einerseits auf den aktuell ungebrochenen weltweiten Markttrend zugunsten von Wind und Solar. Dieser soll k\u00fcnftig ja zus\u00e4tzlich durch j\u00e4hrliche Klima-Ablasszahlungen von 100 Mrd. US-$ Dollar der Industriel\u00e4nder f\u00fcr Energieprojekte in der 3. Welt befeuert werden. Nicht zuletzt deshalb st\u00fctzt China durch gro\u00dfe inl\u00e4ndische Investitionen die eigenen Industrien und erm\u00f6glicht es ihnen, auf diesen M\u00e4rkten in vorderster Position mitzumischen. Dies d\u00fcrfte erkl\u00e4ren, warum die Zentralregierung aktuell neben der hohen Kapitalbindung sogar negative Auswirkungen im Lande in Kauf nimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Langfristig setzt man jedoch erkennbar auf die Kernenergie. Auch wenn deren Anteil im eigenen Land ebenso wie die Marktchancen im internationalen Umfeld im Moment noch gering sind, so sind die Investitionen ebenso wie die Entwicklungsaktivit\u00e4ten erkennbar auf hohe Steigerungsraten ausgelegt. Aufgrund der hohen Nutzungsgrade der Kernkraft erbringt die Investition in ein GW Kernenergie j\u00e4hrlich rund 6 Mal soviel Strom wie Windenergieanlagen mit gleicher Kapazit\u00e4t. Geplant sind derzeit 61 GW Wind und 27 GW KKW, welche den gleichen Stromertrag liefern wie 162 GW Windenergieanlagen. Aus diesen Zahlen ist die Sto\u00dfrichtung der chinesischen Energiepolitik klar abzuleiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zudem ist sich China bewusst, dass dieser Markt in vielen L\u00e4ndern erst dann attraktiv werden d\u00fcrfte, wenn sich der aktuelle Hype mit den \u201eErneuerbaren\u201c totgelaufen hat. Bis es soweit ist, wird man f\u00fcr die k\u00fcnftigen eigenen KKW-Modelle \u00fcber internationale Zulassungen verf\u00fcgen, so beispielsweise in Gro\u00dfbritannien. In einigen Jahren wird Deutschland mit brummendem Sch\u00e4del aus seinem energetischen Selbstzerst\u00f6rungsrausch namens \u201eDekarbonisierung\u201c aufwachen. Dann werden l\u00e4chelnde chinesische Handelsdelegationen bereitstehen, uns alles zu liefern, was f\u00fcr die Versorgung der deutschen Bev\u00f6lkerung mit preisg\u00fcnstiger und sicher verf\u00fcgbarer Energie so ben\u00f6tigt wird. Zu gro\u00dfz\u00fcgigsten Konditionen, versteht sich. Allerdings d\u00fcrfte die Inzahlungnahme gebrauchter Solarpaneele und Windanlagen nicht dazugeh\u00f6ren.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><em>Fred F. Mueller<\/em><\/p>\n<h3>Quellen<\/h3>\n<ul>\n<li>[AUFA] http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Umweltamt-ruft-zum-Autofasten-auf-article19723009.html<\/li>\n<li>[CHDI] https:\/\/www.chinadialogue.net\/blog\/9113-All-eyes-on-China-s-13th-Five-Year-Plan-for-energy\/en<\/li>\n<li>[CHIN] http:\/\/nuclearstreet.com\/nuclear_power_industry_news\/b\/nuclear_power_news\/archive\/2017\/03\/02\/china-maps-out-its-nuclear-future-030202#.WLmmXH_OxLh<\/li>\n<li>[CHNU] http:\/\/www.world-nuclear-news.org\/NP-China-sets-out-nuclear-plans-for-2017-0203174.html<\/li>\n<li>[DACA] http:\/\/dailycaller.com\/2017\/02\/01\/japan-infuriating-enviros-by-building-45-new-coal-power-plants\/<\/li>\n<li>[NUK] http:\/\/www.world-nuclear.org\/information-library\/country-profiles\/countries-a-f\/china-nuclear-power.aspx<\/li>\n<li>[RECH] http:\/\/www.rechargenews.com\/wind\/1188761\/china-eases-back-2020-re-targets-with-latest-5yp-goals<\/li>\n<li>[REN21] RENEWABLES 2016 &#8211; GLOBAL STATUS REPORT RENEWABLE ENERGY INDICATORS Key Findings<\/li>\n<li>[SPIE] http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/china-investiert-343-milliarden-euro-bis-2020-in-oekostrom-und-atomkraft-a-1128741.html<\/li>\n<li>[STAT] http:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/157767\/umfrage\/anzahl-der-geplanten-atomkraftwerke-in-verschiedenen-laendern\/<\/li>\n<li>[STZI] Bericht der Bundesregierung zum High-Level Political Forum on sustainable Development 2016, 12. Juli 2016. http:\/\/www.bmz.de\/de\/index.html<\/li>\n<li>[VEGG] http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/umweltministerium-serviert-bei-veranstaltungen-nur-noch-vegetarische-kost-a-1135231.html<\/li>\n<li>[WIKI] https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Renewable_energy_in_China<\/li>\n<li>[WIWI] https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Wind_power_in_China<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langfristige Planungen auf realistischer Grundlage Wenn deutsche Politiker und \u201eQualit\u00e4tsmedien\u201c \u00fcber China schreiben, dann fast immer in belehrendem Ton. China wird als der gro\u00dfe Umweltverschmutzer mit massiven Defiziten bei Demokratie und Menschenrechten dargestellt. 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