{"id":5293,"date":"2017-01-03T07:35:51","date_gmt":"2017-01-03T07:35:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5293"},"modified":"2017-01-03T07:40:28","modified_gmt":"2017-01-03T07:40:28","slug":"srf-blackout-szenario-mit-vereinfachten-bedingungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5293","title":{"rendered":"SRF Blackout \u2013 Szenario mit vereinfachten Bedingungen"},"content":{"rendered":"<p><i>G<\/i><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5294\" src=\"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/efthenelse.png\" alt=\"efthenelse\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/efthenelse.png 600w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/efthenelse-150x75.png 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/efthenelse-300x150.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><i>eschrieben aufgrund von Notizen w\u00e4hrend der Sichtung der Sendung Blackout ses Schweizer Fernsehens SRF.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sendung Blackout wollte der Bev\u00f6lkerung ein Gef\u00fchl vermitteln, wie es sich anf\u00fchlt, wenn die Stromversorgung w\u00e4hrend mehrerer Tage ausf\u00e4llt. Das Szenario war so aufgebaut, dass ein europaweiter Stromausfall von 4 Tagen mit einem mehrw\u00f6chigen Mangelbetrieb thematisiert und in all seinen Facetten erlebbar gemacht wird. \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Wegfallen des Lichts und der Kommunikation beginnend, kamen laufend weitere Probleme dazu. Die Z\u00fcge rollten nicht mehr, weil die Zugleitung die Kommunikation mit der SBB-Infrastruktur nicht aufrechterhalten konnte. Trotz einer separaten Stromversorgung der Oberleitungen konnten deshalb die Z\u00fcge nicht weiterfahren und mussten als Notfallmassnahme in den n\u00e4chsten Bahnhof gebracht werden. Das f\u00fchrte, wie auch auf den Flugh\u00e4fen, zu einer hohen Zahl von \u201eGestrandeten\u201c. Niemand konnte mehr weg. Niemand konnte erfahren, was mit seinen Liebsten gerade geschah. Der Ausfall der gesamten privaten Kommunikation wurde eindr\u00fccklich dargestellt und zeigte die Hilflosigkeit der Gesellschaft ohne das simple Gut \u201eStrom\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Problem war der Ausfall der Heizungen, weil die Steueranlagen die Pumpen der Hausanlagen nicht mehr steuerten und das Wasser nicht mehr umgesetzt wurde. Brennstoffpumpen fielen genauso aus, wie schon bald die gesamte Wasserversorgung. Wer sich im Auto in Sicherheit w\u00e4hnte, wurde bald eines Besseren belehrt. Das Auftanken an \u00f6ffentlichen Tankstellen war ebenfalls nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wasserversorgung brach nach wenigen Stunden ein. Damit war die Versorgung mit einem der wichtigsten Lebensmittel gef\u00e4hrdet. Auch die WC-Sp\u00fclung musste bald mit Giesskannen \u00fcberbr\u00fcckt werden. Weder die Aufbereitung des Trinkwassers noch die Kl\u00e4rung des Abwassers war gew\u00e4hrleistet. Die zu erwartende Verschmutzung der Fl\u00fcsse durch einlaufende F\u00e4kalien war kein Thema.<\/p>\n<h3>Auch unrealistische Elemente im Setting<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Elemente der Geschichte \u201eBlackout\u201c waren aber auch etwas unrealistisch aufgestellt. So konnte der totale Zusammenbruch des privaten Verkehrs bis zum Schluss nicht erkl\u00e4rt werden. Es kann zwar angenommen werden, dass es an verschiedenen Verkehrsknoten zu Behinderungen durch Pannenfahrzeuge jeglicher Art kommen w\u00fcrde. Dass aber ein Sanit\u00e4tsfahrzeug im Verkehr stecken bleibt, ist nicht realistisch. Die meisten privaten Fahrzeuge bleiben auch bei einem Stromausfall noch f\u00fcr Tage einsatzbereit. Wenn schon, h\u00e4tte das auch den Fahrzeugen der Feuerwehr passieren m\u00fcssen. Die Geschichte um den halbgefangenen Hilfssanit\u00e4ter wirkte extrem aufgesetzt und hat den beabsichtigten roten Faden oder die auflockernde Nebengeschichte nicht gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beurteilung der Ursache war ebenfalls nicht ganz realistisch. Zwar kann die durch den Laien unerwartete, zu hohe Netzfrequenz \u201ewegen zu viel Strom\u201c als sehr realistisch bezeichnet werden. Die Ursache dieser \u00dcberkapazit\u00e4t im europ\u00e4ischen Stromnetz war aber genauso konstruiert falsch, wie die Erkl\u00e4rung dazu. Das Szenario beschrieb den Handel als Ursache einer zu grossen \u201eBestellung\u201c von Strom und eine Mindernutzung im S\u00fcden wegen unerwartetem Sonnenschein. Das sind aber t\u00e4gliche Standardprobleme f\u00fcr die Netzleitstellen. Sie k\u00f6nnen damit schon heute gut umgehen. Realistischer ist die zwischendurch erw\u00e4hnte \u00dcberproduktion von Windstrom und Solarstrom im Norden, und die Gefahr, dass dieser Strom innert Sekundenbruchteilen wegbricht. In der Sendung Blackout konnte der durchschnittlich gebildete Zuschauer aber h\u00f6ren, dass vor allem der Stromh\u00e4ndler die Schuld am \u00dcberangebot zu tragen h\u00e4tte. Das ist alles andere als realistisch. Wie schon erw\u00e4hnt, k\u00f6nnen die Netzleitstellen mit \u00dcberangeboten problemlos umgehen. Wind- und Solarkapazit\u00e4ten k\u00f6nnen geregelt abgeschaltet werden, bevor eine \u00dcberlast entsteht. Weder die Kosten- noch die technischen Folgen dieser realen Probleme wurden Thematisiert. Die Erneuerbaren Energien als realistische Ursache eines Blackouts wurden konsequent geschont. Kein Wort der Kritik, dass es vor allem die Erneuerbaren Energien wie Windkraft und Photovoltaik \u00a0sind, die das europ\u00e4ische Stromnetz destabilisieren und regelm\u00e4ssig an die Grenzen eines Blackouts f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend in einem grossen Teil der Sendung ausgewiesene Fachleute zu Wort kamen, musste beim Thema Zukunft der stark umstrittene Anton Gunzinger und seine geistig rechte Hand im Bundesamt f\u00fcr Energie, Marianne Z\u00fcnd herangezogen werden, die ihre bekannten und etwas skurrilen Zukunftsvisionen formulieren durften. Dass diese beiden Exponenten f\u00fcr eine auch von Fachleuten als unrealistischen Umbau der Stromnetze bezeichneten Energiestrategie 2050 kritiklos werben durften, passte wieder zur medialen Berichterstattung, wie wir sie t\u00e4glich erleben. Den Besuch von Eric Nussbaumer, der bei solchen Sendungen immer wieder als umtriebiger Vertreter der Gr\u00fcnstromlobby auftritt, habe ich zum Gl\u00fcck verpasst. Seine Vorstellung von Stromversorgung kann ungeh\u00f6rt und ungesehen ebenfalls in den Bereich Vision verbannt werden und geh\u00f6rt eher in den Ordner \u201eUrsache\u201c denn \u201eL\u00f6sung\u201c.<\/p>\n<h3>Kernkraftwerke spielen keine Rolle?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Sendung kam das Thema selbstverst\u00e4ndlich auch auf die M\u00f6glichkeit eines nuklearen Zwischenfalls. In diesem Fall wurde das KKW Fessenheim als ger\u00fcchteweise havariert in die Geschichte eingef\u00fchrt. Dieses Element kann nicht kritisiert werden, sind doch falsche Ger\u00fcchte \u00fcber KKW schon w\u00e4hrend ganz normalen Zeiten die Regel. Dass sie meistens von Vertretern von Greenpeace, der Schweizerischen Energiestiftung und allgemein den extremen Atomkraftwerksgegnern verbreitet werden, war selbstverst\u00e4ndlich kein Thema. Dass Kernkraftwerke zum Betrieb eines stabilen Stromnetzes unabdingbar sind, wurde mit keiner Silbe erw\u00e4hnt. Das galt f\u00fcr alle konventionellen Kraftwerke, deren Bedeutung f\u00fcr den stabilen Netzbetrieb schlicht ignoriert wurde.<\/p>\n<h3>Hyperaktive Staatsanw\u00e4ltin sucht mediale Aufmerksamkeit<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die eingebaute strafuntersuchende Staatsanw\u00e4ltin alle m\u00f6glichen Protagonisten zuerst mal verhaften liess, war schon etwas verwunderlich. Dass sie aber kein Wort \u00fcber die strafbaren Handlung der Falschinformation durch die Verbreitung von Ger\u00fcchten verlor, war so bedauerlich wie unrealistisch. Ein kurzer Blick in die Papiere der WHO h\u00e4tten der Sendeleitung eindr\u00fccklich gezeigt, dass Ger\u00fcchte mit zur schlimmsten Belastung der Bev\u00f6lkerung bei Katastrophen z\u00e4hlen. Die Staatsanw\u00e4ltin konzentrierte sich lieber auf einen Stromh\u00e4ndler, der aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht der Verursacher eines Blackouts sein konnte. Ihre aufgesetzte Recherche in vielen Bundesordnern als Begr\u00fcndung der Aussage, sie k\u00f6nnen die Ursachen nicht klar erkennen, wirkte sehr konstruiert.<\/p>\n<h3>Solarstrom im Test<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ziel einer zu Beginn der Sendung vorgestellten Solaranlage in Liestal war es, \u201e<em>die letzten 40 Minuten der Sendung mit Strom aus zwei Batterien zu versorgen<\/em>\u201c, die \u00fcber den Tag mit Solarzellen aufgeladen w\u00fcrden. Was genau damit gemeint war, blieb bis zum Schluss der Sendung unklar. Der Tag war tr\u00fcb im Baselland. Der Ladezustand der Batterien (leer, halbleer, voll) vor dem Versuch war nicht bekannt. Der Test war alles andere als realistisch aufgebaut, der Betreiber der Anlage \u00e4usserte sich zur erzeugten Energie mit dem Wert von 680 Wattstunden, also 0,68 Kilowattstunden, der in ein teures Batterie- Wechselrichtersystem eingespiesen wurde. Damit wurden am Ende der Sendung eine unbekannte Anzahl LED-Lampen betrieben. Mit einer kleinen Zeremonie wurden sie vorher vom Stromnetz abgeh\u00e4ngt und an die von Solarpanels aufgeladenen Batterien angeh\u00e4ngt. Eine genauere Beurteilung der Situation und Vorg\u00e4nge gab es nicht, der positive Effekt wurde durch die bew\u00e4hrte Form der Nichtinformation aufrechterhalten. Nur schon eine \u00fcberschlagsm\u00e4ssige Rechnung der Erzeugungskosten dieser Anlage h\u00e4tte einen horrenden Betrag ausgewiesen, die diese 680 Wattstunden gekostet haben. Aber es war von Beginn weg das Konzept der Sendung, die Erneuerbaren Energien nicht zu kritisieren. Fairerweise hat man weitgehend auf die \u00fcbliche Kernkraftschelte und Panikmache verzichtet. \u00a0Das f\u00fchrte aber auch dazu, dass der Bev\u00f6lkerung die m\u00f6glichen Ursachen eines Blackouts nur unvollst\u00e4ndig vermittelt wurden. Das aktuellste Beispiel des <a href=\"http:\/\/www.windland.ch\/doku_allgemein\/stromausfall\/SA_Blackout_16.pdf\" target=\"_blank\">s\u00fcdaustralischen Blackouts Ende September 2016 <\/a>h\u00e4tte diese L\u00fccke gef\u00fcllt. Da waren es die Erneuerbaren, die den fl\u00e4chendeckenden Stromausfall und den mehrt\u00e4gigen Mangelbetrieb verursacht hatten. Aber das w\u00e4re f\u00fcr die Produzenten der Sendung ein zu realistisches Szenario gewesen und h\u00e4tte am Ende die wahren Probleme unseres Stromnetzes aufgezeigt.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ziel war es wohl, die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Folgen und Probleme eines Stromausfalls zu sensibilisieren. Das ist der Sendung gut gelungen. Aber einen tieferen Beitrag an die Gesamtproblematik der Stromerzeugung und \u2013Verteilung konnte die Sendung nicht vermitteln. Das war auch kaum die Absicht der Produzenten. Der Beizug vieler echter Experten in die Sendung hat sich positiv ausgewirkt. Auf die Pseudoexperten und gr\u00fcnen Aktivisten Eric Nussbaumer, Anton Gunzinger und Marianne Z\u00fcnd h\u00e4tte man besser verzichtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschrieben aufgrund von Notizen w\u00e4hrend der Sichtung der Sendung Blackout ses Schweizer Fernsehens SRF. Die Sendung Blackout wollte der Bev\u00f6lkerung ein Gef\u00fchl vermitteln, wie es sich anf\u00fchlt, wenn die Stromversorgung w\u00e4hrend mehrerer Tage ausf\u00e4llt. Das Szenario war so aufgebaut, dass ein europaweiter Stromausfall von 4 Tagen mit einem mehrw\u00f6chigen Mangelbetrieb thematisiert und in all seinen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,15,25,33],"tags":[],"class_list":["post-5293","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-alternativen-zu-windkraft","category-grundlagenwissen","category-wirtschaftliche-folgen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5293\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}