{"id":5057,"date":"2014-09-13T06:33:06","date_gmt":"2014-09-13T06:33:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5057"},"modified":"2014-09-13T18:28:39","modified_gmt":"2014-09-13T18:28:39","slug":"das-gerede-vom-rueckgang-der-strompreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5057","title":{"rendered":"Das Gerede vom R\u00fcckgang der Strompreise"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>In den letzten Tagen wurde von interessierter Seite lautstark verk\u00fcndet, dass der EEG-Zuschlag und damit die Stromkosten im kommenden Jahr erstmalig sinken werden. Grund ist ein erheblicher \u00dcberschuss auf dem sogenannten EEG-Umlagekonto zum Stichmonat Oktober, an dem die Zulage f\u00fcr das kommende Jahr festgelegt wird. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch, dass es sich hier vermutlich um einen einmaligen Sondereffekt handelt, nichts weiter als eine Delle in der ansonsten weiter ansteigenden Kostenkurve. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rudolf Kipp besch\u00e4ftigte sich in einem Beitrag auf Science-Skeptical Blog [KIPP] ausf\u00fchrlich mit diesem scheinbaren Bruch des bisherigen Aufw\u00e4rtstrends und stellte einige interessante Zusammenh\u00e4nge heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5058\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/11.gif\" alt=\"1\" width=\"653\" height=\"277\" \/>Bild 1.<\/strong> Das EEG-Umlagekonto wies schon immer Schwankungen auf (Grafik: [KIPP])<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie <strong>Bild 1<\/strong> zeigt, wies das EEG-Umlagekonto schon immer mehr oder weniger starke Schwankungen auf, so dass es in den Folgejahren mal zu st\u00e4rkeren, mal zu schw\u00e4cheren Erh\u00f6hungen der EEG-Umlage kam. Nachdem die Erh\u00f6hung von 2013 auf 2014 besonders kr\u00e4ftig ausgefallen war, landete das Konto per Oktober 2014 ausnahmsweise im Plus. Also keine Trendumkehr, sondern wohl eher ein \u201eAusrei\u00dfer\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5060\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/21.gif\" alt=\"2\" width=\"803\" height=\"302\" \/><strong>Bild 2<\/strong> Windenergieeinspeisung ab 01.01.2014 bis 06.09.2014 (Grafik: [HECK])<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fast zeitgleich weist Wilfried Heck in seinem Blog nach, dass das Jahr 2014 bisher zumindest f\u00fcr Windm\u00f6ller miserabel verlaufen ist [HECK]. Bei einer installierten Windleistung von rund 37&#8217;000 MW (Deutschland und \u00d6sterreich) speisten die Anlagen im Zeitraum vom 1.1. 2014 bis zum 6.9. 2014 nur mit einer mittleren Leistung von 5&#8217;848 MW ins Netz ein, <strong>Bild 2<\/strong> Das entspricht einem Nutzungsgrad von mickrigen 15,8 %. Dementsprechend geringer waren nat\u00fcrlich die Zahlungen, die aus dem Umlagekonto abgerufen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5068\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/31.gif\" alt=\"3\" width=\"722\" height=\"464\" \/><\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Bild 3.<\/strong> Im Vergleich zu den Vorjahren sind die j\u00e4hrlichen Gesamt-Zubauraten f\u00fcr Wind und Solar in den ersten acht Monaten des Jahres 2014 regelrecht eingebrochen (Daten: [EEX])<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem fielen im Jahr 2014 die kumulierten Jahres-Zubauraten f\u00fcr Wind- und Solarstrom auf ein seit Jahren nicht dagewesenes Tief, <strong>Bild 3 <\/strong><sup>1<\/sup>). Zwar stieg die auf das Gesamtjahr bezogene Rate bei Wind im Vergleich zum Jahr 2013 um 992 MW bzw. 41 % an, daf\u00fcr fiel der R\u00fcckgang bei Fotovoltaik mit 4239 MW bzw. 64 % umso kr\u00e4ftiger aus. Insgesamt sank der Jahres-Zubau bei diesen beiden Technologien somit um 3247 MW bzw. 36 %. Grund waren vermutlich die l\u00e4nger anhaltenden Querelen um die Neufassung des EEG, was anscheinend dazu f\u00fchrte, dass sich viele Investoren zur\u00fcckhielten. Auch dies bewirkte geringere Abrufe aus dem Umlagekonto als prognostiziert. Zudem gibt es im Diskussionsbereich zum Artikel von R. Kipp Hinweise auf abrechnungstechnische Tricks z.B. durch Verschiebung von Abrechnungszeitr\u00e4umen.<\/p>\n<h3><strong>Versteckte Zusatzkosten<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht zu vergessen sind au\u00dferdem die immer h\u00f6heren Kosten, die nicht \u00fcber den EEG-Zuschlag, sondern \u00fcber die Netzgeb\u00fchren abgerechnet werden und damit f\u00fcr den Normalb\u00fcrger gar nicht \u201esichtbar\u201c sind. Dazu geh\u00f6ren die immer weiter steigenden Aufwendungen f\u00fcr Regelenergie, die Kosten f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssige Leitungsprojekte wie S\u00fcdLink oder die Anschlusskosten f\u00fcr Windparks in der Nordsee. Solange weiter in teils gigantische Windparks investiert wird, ist kaum davon auszugehen, dass die Strompreise in den n\u00e4chsten Jahren zur\u00fcckgehen werden. Viel eher ist ein weiterer Anstieg zu erwarten.<\/p>\n<h3><strong>Die systematische Erh\u00f6hung der Energiekosten<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztendlich muss man bei der Diskussion \u00fcber Energiekosten bedenken, dass der seit Jahren zu beobachtende Anstieg der Strompreise nicht von Zuf\u00e4llen, einer Verknappung von Ressourcen oder den Gesetzen des Marktes abh\u00e4ngt, sondern politisch gewollt ist. Erinnern wir uns an den damaligen Gr\u00fcnen-Chef Joschka Fischer, der seiner Partei vor vielen Jahren im Wahlkampf die Forderung \u201e5 Mark f\u00fcr den Liter Benzin\u201c vorgab. Beim Benzin haben sie es noch nicht ganz geschafft, aber man arbeitet daran. Aber neben dem Benzinpreis gibt es ja noch andere Energiepreise wie den Strompreis. Nachdem die Gr\u00fcnen 1998 in Deutschland an die Macht gekommen waren, brauchten sie nur 2 Jahre, um dem Strompreis mit Hilfe des EEG einen ordentlichen Trend nach oben zu verpassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5062\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/43.gif\" alt=\"4\" width=\"707\" height=\"524\" \/>Bild 4.<\/strong> In der Amtszeit der ersten rot-gr\u00fcnen Koalition begann die Umsetzung einer \u201eEnergie ist zu billig\u201c-Ideologie durch Einf\u00fchrung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) (Daten: WIKI)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dahinter steckt eine Philosophie bzw. \u2013 besser ausgedr\u00fcckt \u2013 eine Ideologie, die vor allem vom sogenannten Club of Rome entwickelt wurde. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Denkschule ist der Physiker, Biologe und Umweltforscher Ernst Ulrich von Weizs\u00e4cker, Sohn des Kernphysikers und Philosophen Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker und Neffe des ehemaligen deutschen Bundespr\u00e4sidenten Richard von Weizs\u00e4cker. Auf den Punkt gebracht lautet sein Credo: \u201eEnergie ist zu billig\u201c [WEIZ]. Die Ergebnisse zeigt <strong>Bild 4.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er fordert daher, dass Energie stetig und sanft verteuert werden m\u00fcsse. Und Prof. von Weizs\u00e4ckers Ansichten haben Gewicht: Laut der gleichen Quelle gibt es kaum ein internationales Gremium, das sich mit Klimaforschung befasst, in dem sein Rat nicht schon gefragt war. Neben der Uno ber\u00e4t er auch die chinesische Regierung. Heute beobachten wir die Auswirkungen dieser Ideologie, die von der rot-gr\u00fcnen Bundesregierung in die Energiepolitik eingef\u00fchrt und sp\u00e4ter von Fr. Merkel konsequent fortgesetzt wurde, auf den Strompreis. Am generellen Aufw\u00e4rtstrend wird auch eine eventuelle kurzlebige \u201eDelle\u201c nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<h3><strong>Quellen<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>[EEX] http:\/\/www.transparency.eex.com\/de\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 abgerufen am 13.9.2014<\/li>\n<li>[HECK] http:\/\/wilfriedheck.tripod.com\/\u00a0\u00a0 abgerufen am 9.9.2014<\/li>\n<li>[KIPP] http:\/\/www.science-skeptical.de\/energieerzeugung\/erneuerbare-energien\/geht-beim-milliarden-ueberschuss-beim-oekostrom-alles-mit-rechten-dingen-zu\/0012581\/<\/li>\n<li>[WEIZ] http:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/passage\/ernst-ulrich-von-weizsaecker-energie-ist-zu-billig<\/li>\n<li>[WIKI] Wikipedia, Stichwort \u201eStrompreis\u201c<\/li>\n<li>[WEIZ] http:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/passage\/ernst-ulrich-von-weizsaecker-energie-ist-zu-billig<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen wurde von interessierter Seite lautstark verk\u00fcndet, dass der EEG-Zuschlag und damit die Stromkosten im kommenden Jahr erstmalig sinken werden. 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