{"id":5029,"date":"2014-08-31T17:17:11","date_gmt":"2014-08-31T17:17:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5029"},"modified":"2014-08-31T18:59:47","modified_gmt":"2014-08-31T18:59:47","slug":"die-seltsame-berichterstattung-der-sonntagszeitung-ch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=5029","title":{"rendered":"Die seltsame Berichterstattung der Sonntagszeitung.ch"},"content":{"rendered":"<p>In der Ausgabe vom 31. August 2014 der Sonntagszeitung wird der Leser \u00fcber die Gefahr der nat\u00fcrlichen radioaktiven Strahlung wie folgt aufgekl\u00e4rt (<em>w\u00f6rtliches Zitat aus der Printausgabe der Sonntagszeitung, Seite 57<\/em>):<\/p>\n<blockquote>\n<h3><em>&#8222;Der Geburtsort beeinflusst das Krebsrisiko<\/em><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(Martina Frei) Kinder, die in Graub\u00fcnden, im Tessin oder im Wallis geboren werden, haben ein deutlich h\u00f6heres Risiko, an einem Hirntumor oder einer Leuk\u00e4mie zu erkranken, als Spr\u00f6sslinge aus dem Unterland. Grund daf\u00fcr ist die h\u00f6here radioaktive Strahlung, der sie im Mutterleib und in den ersten Lebensjahren ausgesetzt sind. Das ist das Ergebnis einer Studie, die letzte Woche an der Swiss Public Healt Konferenz in Olten pr\u00e4sentiert wurde.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da es die Journalistin Martina Frei und die Sonntagszeitung vers\u00e4umt haben, die genaue Quelle dieser Studie anzugeben, musste ich aufgrund der Namen der Studienautoren <em>Claudia K\u00fchni<\/em> und <em>Ben Spycher<\/em> die zitierte Originalstudie auf der Plattform &#8222;<a href=\"http:\/\/www.biomedexperts.com\/Abstract\/Abstract.aspx?recordid=23942326\" target=\"_blank\">BiomedExperts<\/a>&#8220;\u00a0 selber nachrecherchieren. Die komplette Studie ist nicht ohne erweiterten Zugriff zu bekommen, aber der sogenannte &#8222;Abstract&#8220; gen\u00fcgt dazu vollumf\u00e4nglich. Der Originaltitel der Studie lautet &#8222;<a href=\"http:\/\/www.biomedexperts.com\/Abstract\/Abstract.aspx?recordid=23942326\" target=\"_blank\">Domestic radon exposure and risk of childhood cancer: a prospective census-based cohort study<\/a>&#8222;. Die \u00dcberraschung blieb denn auch nicht lange aus:<\/p>\n<div id=\"ctl00_content_abstractUnit_toggle\" class=\"contentUnit\">\n<blockquote>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\"><em>BACKGROUND: In contrast with established evidence linking high doses of ionizing radiation with childhood cancer, research on low-dose ionizing radiation and childhood cancer has produced inconsistent results. OBJECTIVE: We investigated the association between domestic radon exposure and childhood cancers, particularly leukemia and central nervous system (CNS) tumors. METHODS: We conducted a nationwide census-based cohort study including all children &lt; 16 years of age living in Switzerland on 5 December 2000, the date of the 2000 census&#8230;[\u00a0 ] <\/em><\/div>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8230;<span style=\"color: #ff0000;\"> <strong>CONCLUSIONS: We did not find evidence that domestic radon exposure is associated with childhood cancer, despite relatively high radon levels in Switzerland.<\/strong> <\/span><\/em>(Hervorhebung durch Autor dieses Artikels).<\/div>\n<\/blockquote>\n<h3 class=\"text\">Die Sonntagszeitung interpretiert die Studie nach ihrem Gusto<\/h3>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Wieso kommt die Sonntagszeitung zu einer komplett widerspr\u00fcchlichen Erkenntnis (Conclusion), als die von ihr zitierte Studie? Wir wissen es nicht. Wir k\u00f6nnen nur spekulieren, dass solche regelm\u00e4ssig in den Medien gestreuten Aussagen subtil das Ger\u00fccht am Leben erhalten sollen, wie vermeintlich geringste Mengen Radioaktivit\u00e4t unseren geliebten Kindern Schaden zuf\u00fcgen k\u00f6nnten. Das alarmiert die Eltern gewollt und soll suggerieren, dass auch allerkleinste Mengen Radioaktivit\u00e4t unsere Kinder krank machen. Sowas passt in die obskure Theorie der Atomkraftgegner, dass schon kleinste Mengen Radioaktivit\u00e4t eine negative Auswirkung auf die Gesundheit haben soll. Kinder sind f\u00fcr die Bildung von medialen Angstszenarien immer wieder gut geeignet.<\/div>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Solch abenteuerlich konstruierte Anschuldigungen sind nur gegen den Betrieb der Kernkraftwerke gerichtet. Obwohl sich auch hier keinerlei Gefahren belegen lassen, finden wir solche Kr\u00fcmel der informellen Ignoranz immer wieder in den Schweizer Medien. In regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden werden diese unscheinbar daherkommenden Desinformationen der \u00d6ffentlichkeit aufgetischt, damit die latente Ablehnung der Kernkraftnutzung am k\u00f6cheln gehalten wird. Um die Diskrepanz der medialen Berichterstattung in ihrer vollen Kraft aufzuzeigen, setzen wir die beiden Aussagen der angeblich deckungsgleichen Studie und die Interpretation der Sonntagszeigung mal nebeneindander:<\/div>\n<blockquote>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Sonntagszeitung<\/strong>: &#8222;Kinder, die in Graub\u00fcnden, im Tessin oder im Wallis geboren werden, haben ein deutlich h\u00f6heres Risiko, an einem Hirntumor oder einer Leuk\u00e4mie zu erkranken, als Spr\u00f6sslinge aus dem Unterland. <em>Grund daf\u00fcr ist die h\u00f6here radioaktive Strahlung, der sie im Mutterleib und in den ersten Lebensjahren ausgesetzt sind.<\/em><br \/><\/em><\/div>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Zitierte Studie von Claudia K\u00fchni (i.D. \u00fcbersetzt)<\/strong>: &#8222;Wir haben keinerlei Belege daf\u00fcr gefunden, dass lokale Radonbelastung in Verbindung mit Kinderkrebs gebracht werden kann, obwohl die Schweiz eine relativ hohe [nat\u00fcrliche] Strahlenbelastung aufweist.&#8220;<\/em><\/div>\n<\/blockquote>\n<h3 class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Gef\u00e4hrliche Sedimente im Bielersee?<\/h3>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Wer erinnert sich nicht an das H\u00e4ufchen Sediment aus dem Bielersee, das eine Radioaktivit\u00e4t von sagenhaft wenigen Bequerel aufwies. Es wurde von der Sonntagszeitung und vom Le Matin dermassen aufgebauscht, dass man darob Angst bekommen konnte. Nur <a href=\"http:\/\/www.ensi.ch\/de\/2013\/07\/15\/die-fakten-zur-radioaktivitat-im-bielersee\/\" target=\"_blank\">wer sich \u00fcber die genauen Umst\u00e4nde informiert hatte<\/a>, bekam eine Ahnung von der Bedeutungslosigkeit dieser Meldung. Sie entpuppte sich schnell als reine Desinformationkampagne der Atomkraftgegner innerhalb der schweizer Medien.<\/div>\n<h3 class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Gleiches Vorgehen auch\u00a0 bei dem Ger\u00fccht \u00fcber erh\u00f6hte Krebsraten in der N\u00e4he von Kernkraftwerken<\/h3>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Das gleiche Muster wiederholt sich immer wieder. Das Ger\u00fccht, die Strahlung von Kernkraftwerken w\u00fcrde die in der N\u00e4he lebenden Kinder mit einem erh\u00f6hten Krebsrisikon belasten, wurden durch die <a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2012\/03\/02\/wir-werden-von-grunen-politikern-und-schreienden-atomkraftgegnern-an-der-nase-herumgefuhrt\/\" target=\"_blank\">CANUPIS-Studie<\/a> komplett widerlegt. Nichtsdestotrotz wird dieses Ger\u00fccht durch die Umweltverb\u00e4nde <em>WWF<\/em>, <em>Greenpeace<\/em> und <em>Schweizerische Energiestiftung<\/em> weiterhin portiert, wie wenn nichts geschehen w\u00e4re. Durch die omnipr\u00e4senten Agenten der Atomkraftgegner werden weiterhin Flyer an unerfahrene und gutgl\u00e4ubige Eltern verteilt, damit sich das falsche Ger\u00fccht in der Bev\u00f6lkerung halten kann.<\/div>\n<h3 class=\"text\">SP-NR Max Chopard im Gleichschritt mit seinen gr\u00fcnroten Desinformationskollegen<\/h3>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Auch die <a href=\"http:\/\/www.windkraftmoratorium-aargau.ch\/max-chopard-acklin-beluegt-die-bevoelkerung-des-aargaus-schamlos\/\" target=\"_blank\">Reise von Max Choppard nach Fukushima<\/a>, ein grossartig aufgezogenes Medienspektakel der Sozialistischen Partei, geh\u00f6rt in diese Rubrik der gezielten Desinformation der Bev\u00f6lkerung. In der Zwischenzeit wurde der Nationalrat Max Choppard f\u00fcr seine hervorragenden &#8218;Leistungen&#8216; in der Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung mit einer Anstellung in der Umweltarena Spreitenbach geadelt. In Fukushima hat er noch nicht einmal den Unterschied zwischen Milli- und Mikrosievert verstanden. In der Umweltarena darf er als Energiespezialist seine kruden Vorstellungen einer 2000-Watt-Gesellschaft unter den bezahlenden Besuchern verbreiten.<\/div>\n<h3 class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Die Sonntagszeitung konstruiert phantasievolle Zahlen, damit sie was hergeben<\/h3>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Wenn die Zahlen wenig eindr\u00fccklich sind, greift die Journalistin gerne zum Trick mit den kleinstm\u00f6glichen Einheiten, damit trotzdem eine anst\u00e4ndige Zahl ausgewiesen werden kann:<\/div>\n<blockquote>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Statistisch eindeutig war der Zusammenhang aber bei den Hirntumoren und Leuk\u00e4mien: Dort ist das Risiko f\u00fcr Kinder aus Regionen mit hoher Umweltstrahlung (definiert als \u00fcber 200 <strong>nS<\/strong> pro Stunde) doppelt so hoch wie f\u00fcr jene aus Gegenden mit unter 100 <strong>nS<\/strong> pro Stunde &#8230;&#8220;<\/em><\/div>\n<\/blockquote>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Hat der durchschnittliche Leser den obigen Text wohl verstanden? Nach tausenden von Seiten Literatur \u00fcber Radioaktivit\u00e4t musste ich bei der Einheit <strong>nSv<\/strong> (Nanosievert) doch tats\u00e4chlich die Online-Bibliothek Wikipedia konsultieren, damit mir die Bedeutung klar wurde. Es handelt sich dabei um einen Milliardstel Sievert, der ausserdem offiziell mit dem K\u00fcrzel &#8222;n<em><strong>Sv<\/strong><\/em>&#8220; bezeichnet wird, in der Sonntagszeitung demnach falsch geschrieben wurde.\u00a0 Martina Frei hat die Zeiteinheit Stunde (h) gew\u00e4hlt. Warum auch immer: So wird das Verst\u00e4ndnis wohl kaum besser.<\/div>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Wer diesen mikrigen Wert nun auf die \u00fcbliche Jahresbelastung hochrechnet, bekommt ein Resultat von unspektakul\u00e4ren 2 Millisievert. Das ist die l\u00e4ngst bekannte nat\u00fcrliche und jahresdurchschnittliche Strahlenbelastung in der Schweiz. Wenn diese Strahlendosis von der Sonntagszeitung als &#8222;<em>hohe, nat\u00fcrliche Strahlenbelastung<\/em>&#8220; bezeichnet wird, was m\u00fcssen dann erst die armen Bewohner <a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2012\/03\/02\/wir-werden-von-grunen-politikern-und-schreienden-atomkraftgegnern-an-der-nase-herumgefuhrt\/\" target=\"_blank\">im iranischen Wellnessort Ramsar<\/a> aushalten, deren nat\u00fcrliche Strahlenbelastung beim \u00fcber Hundertfachen davon liegt und dort trotzdem keine gesundheitlichen Auff\u00e4lligkeiten und schon gar nicht mehr Krebsf\u00e4lle bekannt sind?<\/div>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Aber jetzt wollen wir diesen Wert von 2 mSv (Millisievert) erst im Kontext mit den Empfehlungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) betrachten. Diese sieht erst ab einem Wert von \u00fcber <span style=\"color: #ff0000;\"><em><strong>100 mSv!<\/strong><\/em><\/span> (100 Tausendstelsievert) einen statistisch nachweisbaren Zusammenhang mit Krebs durch Radioaktivit\u00e4t best\u00e4tigt. Dieser Wert gilt auch in der Weltgesundheitszentrale l\u00e4ngst als statistisch unbedenklich und pathologisch immer noch als kaum wirksam. Aber als linksgeneigte Journalistin muss man das den Lesern nicht aufzeigen. Es w\u00fcrde sich &#8222;<em>Information<\/em>&#8220; oder sogar &#8222;<em>Aufkl\u00e4rung durch die Medien<\/em>&#8220; nennen. Das war wohl kaum im Interesse der Sonntagszeitung. Die Journalistin Martina Frei konstruiert deshalb fr\u00f6hlich weiter:<\/div>\n<blockquote>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\"><em>Seit Hiroshima (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hiroshima\" target=\"_blank\">Atombombenabwurf 1945<\/a> Anm. Autor) ist bekannt, dass radioaktive Strahlung zur Leuk\u00e4mie f\u00fchren kann, sagt K\u00fchni. Je j\u00fcnger die Kinder, desto st\u00e4rker wirke sich das aus&#8230;<\/em><\/div>\n<\/blockquote>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Hier vergleicht die umtriebige Journalistin eine Strahlenbelastung einer Atombombe (kurze, intensive Gammastrahlung) mit der andauernden aber im Vergleich zu einer Atombombe \u00e4usserst geringen nat\u00fcrlichen Strahlung. Sie l\u00e4sst durch diesen unwissenschaftlichen Vergleich durchblicken, dass sie entweder keine Ahnung von der Wirkung radioaktiver Strahlung hat, oder sie belegt ihre eigentliche Absicht der gewollten Desinformation ihrer Leser. Es sind exakt die Atombombenabw\u00fcrfe in Hiroshima und Nagasaki und die akribische Forschung deren Auswirkungen auf die damalige Bev\u00f6lkerung und ihrer Nachkommen, die die WHO heute zur wissenschaftlich fundierten Aussage berechtigt, unterhalb von 100 Millisievert Jahresbelastung seien keinerlei gesundheitliche Folgen zu erwarten.<\/div>\n<h3 class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Systematische Desinformation &#8211; was sonst?<\/h3>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Martina Frei und die Sonntagszeitung suggerieren in ihrem Artikel vom 31. August 2014 aber eindeutig etwas Anderes. N\u00e4mlich, dass unsere Kinder schon bei einer nat\u00fcrlichen Strahlenbelastung von um die 2 Millisievert in grosser Gefahr schweben w\u00fcrden, an Leuk\u00e4mie zu erkranken. Und das, liebe Sonntagszeitung, ist Desinformation vom Feinsten. Denn wenn wir auf den urspr\u00fcnglichen Titel der Sonntagszeitung f\u00fcr diesen Schwachsinn zur\u00fcckkommen, sticht uns ins Auge, dass ihr wohl etwas Wesentliches nicht ganz richtig verstanden haben wolltet:<\/div>\n<blockquote>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;<em>Der Geburtsort beeinflusst das Krebsrisiko<\/em>&#8222;<\/div>\n<\/blockquote>\n<div class=\"text\" style=\"text-align: justify;\">Nichts von alledem &#8211; Weder lokal unterschiedlich noch \u00fcberhaupt irgendwie. Die Strahlung ist schlicht und einfach zu schwach f\u00fcr eine medizinische Wirkung. Exakt das sagt ja auch die Studie, die Martina Frei hier als Grundlage ihres seltsamen Artikels bezeichnet. Aber f\u00fcr den kernkraftfeindlichen, medialen Sturm im Wasserglas gen\u00fcgt offensichtlich jeder \u00fcbelriechende Furz in einem Journalistenkopf .<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Ausgabe vom 31. 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