{"id":4929,"date":"2014-06-18T06:16:30","date_gmt":"2014-06-18T06:16:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4929"},"modified":"2014-06-18T06:16:30","modified_gmt":"2014-06-18T06:16:30","slug":"schweizer-arbeitsplaetze-fallen-der-deutschen-energiewende-zum-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4929","title":{"rendered":"Schweizer Arbeitspl\u00e4tze fallen der deutschen Energiewende zum Opfer"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: left;\">Deutsche Wind- und Solarexzesse rauben der Wasserkraft die Existenzgrundlage<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der weiter massiv voranschreitende Ausbau der deutschen Kapazit\u00e4ten bei der Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie wirkt sich mittlerweile immer verheerender auch auf die Nachbarl\u00e4nder aus. Die ohne R\u00fccksicht auf den Bedarf produzierten, hoch subventionierten Strommengen schaden der Elektrizit\u00e4tswirtschaft in den Nachbarl\u00e4ndern gleich zweifach: Schon der gesunkene B\u00f6rsenpreis belastet die Ertr\u00e4ge der Stromerzeuger und gef\u00e4hrdet ihre wirtschaftliche Grundlage. Hinzu kommen noch Dumpingstrategien, denn bei starkem Anfall von Wind- und Solarenergie werden die \u00dcberschussmengen mit Geldgeschenken ins Ausland abgeleitet und treiben die dortigen Anbieter vollends ins Aus. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4930 size-medium\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/113-300x282.jpg\" alt=\"1\" width=\"300\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/113-300x282.jpg 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/113-150x141.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/113.jpg 535w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Zeichen am Himmel: Dunkle Wolken \u00fcber der Zukunft der Windenergie<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0So wie bekanntlich die Revolution ihre Kinder frisst, so frisst die deutsche Energiewende ihre Geschwister: \u201eKlassische erneuerbare Energien\u201c wie die bereits seit vielen Jahrzehnten etablierte Wasserkraft, die sich dem Markt stellen m\u00fcssen, werden durch den hoch subventionierten Strom aus Windanlagen, Solarparks oder Faulgasanlagen mit der gleichen brutalen R\u00fccksichtslosigkeit aus dem Markt gedr\u00e4ngt wie die konventionellen Anbieter. Und das trifft nicht nur Stromerzeuger in Deutschland: Die sinn- und planlos zum falschen Zeitpunkt erzeugten \u00dcberschussmengen werden mit Methoden, die an den ungez\u00fcgelten Nanking-Kolonialismus der Briten in China erinnern, auch in die Netze der Nachbarl\u00e4nder gedr\u00fcckt (<strong>Bild 1<\/strong>) und ruinieren den dortigen Kraftwerksbetreibern das Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4931 size-full\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/12.png\" alt=\"1\" width=\"1635\" height=\"919\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/12.png 1635w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/12-150x84.png 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/12-300x168.png 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/12-1024x575.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1635px) 100vw, 1635px\" \/>Bild 1.<\/strong> Am 11.5.2014 wurde in Deutschland Strom wegen der chaotischen \u00dcberproduktion aus Wind- und Solaranlagen mit Geldgeschenken bis zu 65 \u20ac pro MWh in die in- und ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkte gedr\u00fcckt \u2013 nichts anderes als fr\u00fchkolonialistisches Dumping (Grafik: Rolf Schuster)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders \u00fcbel trifft es dabei gerade in den Alpenl\u00e4ndern die dort bisher sehr gut aufgestellten Betreiber von Wasserkraftwerken, <strong>Bild 2<\/strong>. So auch die Axpo AG, den gr\u00f6\u00dften Schweizer Produzenten von Strom aus Wasserkraftwerken. In einem Interview mit der \u201eBerner Zeitung\u201c vom 7. Juni 2014 [BERN] klagte Axpo-Verwaltungsratspr\u00e4sident Robert Lombardini, dass man inzwischen wegen der Ertragsausf\u00e4lle und der ungewissen Zukunft in der Zwickm\u00fchle stecke und Geld aktuell nur noch im Winter verdient werde. Wenn es keine \u00c4nderung gebe, so k\u00f6nne die Axpo bis zu einer Milliarde Franken verlieren. Die Situation sei alarmierend, weil in den n\u00e4chsten drei bis f\u00fcnf, wenn nicht gar zehn Jahren keine \u00c4nderung des Ist-Zustandes zu sehen sei. Er frage sich, wie es so weit habe kommen k\u00f6nnen, dass die Wasserkraft pl\u00f6tzlich nicht mehr rentabel sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4932 size-full\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/29.jpg\" alt=\"2\" width=\"623\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/29.jpg 623w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/29-150x99.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/29-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 623px) 100vw, 623px\" \/>Bild 2.<\/strong> Bereits vor Generationen haben vorausschauende Schweizer Unternehmen viel Wagemut und Kapital in den Ausbau von Wasserkraftwerken \u2013 hier das Grimsel-Kraftwerk der KWO \u2013 investiert<\/em><\/p>\n<h3>Im Sommer l\u00e4uft das Wasser k\u00fcnftig ungenutzt ab<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sommer, so R. Lombardini, werde es angesichts der aus dem europ\u00e4ischen Ausland verf\u00fcgbaren Strommengen bald so weit sein, dass man gezwungen sei, das Wasser ungenutzt neben den Turbinen vorbeizuleiten. Es mache keinen Sinn, sich aufgrund der dann am Markt geltenden Tiefstpreise noch finanziell daf\u00fcr bestrafen zu lassen, dass man Energie ins Netz einleite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dem gleichen Grund wurde bei der Axpo auch die Investitionst\u00e4tigkeit weitgehend eingestellt. Neue Anlagen sind kaum noch geplant, es wird nur noch da investiert, wo es unbedingt n\u00f6tig ist. Wegen der Ertragsausf\u00e4lle und der ungewissen Zukunft steckt das Unternehmen in einer Zwickm\u00fchle zwischen schlichter Aufrechterhaltung des Bestands und der eigentlich erforderlichen Erneuerung der Anlagen. Man k\u00f6nne im Prinzip nur noch versuchen, den vorhandenen Bestand an Wasserkraftwerken mit m\u00f6glichst wenig Aufwand sicher am Netz zu halten. Wenig Freude d\u00fcrfte dies bei der Schweizer Regierung hervorrufen, denn f\u00fcr deren ambitionierte Energiewendepl\u00e4ne \u2013 einschlie\u00dflich eines massiven Ausbaus der Wasserkraft \u2013 bedeutet dies einen herben R\u00fcckschlag. F\u00fcr die eigentlich dringlichst erforderlichen Investitionen in Neuanlagen und gr\u00f6\u00dfere Kapazit\u00e4ten d\u00fcrfte angesichts der desolaten Marktsituation schlicht kein Geld da sein.<\/p>\n<h3>Das Aus f\u00fcr \u201eEuropas Batterien\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im gleichen Zusammenhang trifft es ausgerechnet auch Projekte, die gerade aus Sicht der \u201eEnergiewende\u201c-Strategen eigentlich von zentraler Bedeutung sind, n\u00e4mlich die Alpen-Pumpspeicherkraftwerke (<strong>Bild 3<\/strong>), die von manchen Politikern gerne vollmundig als \u201eBatterien Europas\u201c angepriesen werden. Zu den Projekten, die nach Ansicht von R. Lombardini angesichts des aktuellen Marktumfeldes kaum noch Aussicht auf eine Realisierung haben, geh\u00f6rt auch die geplante Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerks der Kraftwerke Linth-Limmern AG im Kanton Glarus. Damit w\u00fcrden volle 1000 MW bereits geplante Speicherkapazit\u00e4t wegfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4933\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2.gif\" alt=\"2\" width=\"440\" height=\"311\" \/>Bild 3<\/strong>. Eine Pumpen-Turbinengruppe in einem Schweizer Pumpspeicherkraftwerk<\/em><\/p>\n<h3>W\u00e4hrend eine erste Entlassungswelle 300 Mitarbeiter trifft\u2026<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In das Bild passt dann auch eine Meldung des Internet-Nachrichtendienstes Bluewin.ch vom 16. Juni 2014 [BLUE]. Aufgrund der niedrigeren Gro\u00dfhandelspreise f\u00fcr Strom wurden der Axpo die Ergebnisse gr\u00fcndlich verhagelt. Insgesamt sank laut einer Medienmitteilung des Konzerns die Gesamtleistung (Umsatz) um \u00fcber 10 Prozent auf 3,57 Mrd. Franken. Beim Betriebsergebnis vor Steuern (EBIT) verzeichnete die Axpo im Vergleich zum letzten Gesch\u00e4ftsjahr ein Minus von rund 25 Prozent auf 545 Mio. Franken. Unter dem Strich blieben 502 Mio. Franken \u00fcbrig, rund 16 Prozent weniger als 2012\/13. Alleine die in der ersten H\u00e4lfte des Gesch\u00e4ftsjahres 2013\/2014 erforderliche Preissenkung f\u00fcr die Stromlieferungen an die Kantonswerke per 1. Januar habe das Ergebnis um rund 25 Mio. Fr. sinken lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir sehen keinen Trend, dass die Strompreise sich erholen w\u00fcrden\u201c, so Axpo-Chef Andrew Walo in diesem Zusammenhang. Deshalb m\u00fcsse man rechtzeitig Gegenma\u00dfnahmen ergreifen, indem man auch die laufenden Kosten senkt. Erreicht werden soll dies durch den Abbau von 300 der insgesamt derzeit 4460 Vollzeitstellen, das bedeutet die Entlassung von immerhin sieben Prozent der Belegschaft. Nat\u00fcrlich versucht man, diese Ma\u00dfnahme durch zeitliche Streckung \u00fcber drei Jahre und die Anwendung eines Sozialplans abzufedern. Dennoch bleibt die h\u00e4ssliche Tatsache bestehen: Die deutsche Energiewende (<strong>Bild 4<\/strong>) kostet in der Schweiz inzwischen Arbeitspl\u00e4tze auch und gerade im Bereich der umweltfreundlichen, CO<sub>2<\/sub>-vermeidenden Wasserkraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4934\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/41.gif\" alt=\"4\" width=\"637\" height=\"390\" \/>Bild 4.<\/strong> Mit Wind- und Solaranlagen kann man sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, w\u00e4hrend gleichzeitig die konventionellen Stromerzeuger vor die Wand gefahren werden<\/em><\/p>\n<h3>&#8230; setzen die Verursacher noch einen drauf<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts der H\u00e4rten, die f\u00fcr die betroffenen Mitarbeiter mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes verbunden sind, sollte die fast schon zynische Nonchalance, mit der die Schweizer Vertreter der Verursacher dieser Misere gerade eine neue politische Initiative lancieren, den einen oder anderen Mitb\u00fcrger doch nachdenklich stimmen. Am gleichen Tag, an dem die Meldung \u00fcber den Arbeitsplatzverlust bei der Axpo bei Bluewin publiziert wurde, erschien dort auch die Meldung, dass die die Schweizer Solar-Lobby Prosolar zusammen mit dem WWF Schweiz eine Abgabe auf den von ihnen so bezeichneten \u201eDreckstrom\u201c aus Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke durchsetzen wollen. Damit, so die Begr\u00fcndung, sollten angebliche \u201eMarktverzerrungen\u201c gemildert und der Umwelt geholfen werden, ohne die Haushalte und die Wirtschaft unn\u00f6tig zu belasten. Es gehe darum, die von der Allgemeinheit bezahlten externen Kosten der atomaren und fossilen Stromproduktion auszugleichen. Gleichzeitig f\u00fchre dies zu einer \u201efairen Chance\u201c f\u00fcr die erneuerbare Energien. Dabei ist man nicht kleinlich und geht von einem Aufschlag von rund 10 Rappen pro kWh aus, was immerhin einen weiteren Kostensprung von rund 30 % auf die Stromrechnung bedingen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4935\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/5.gif\" alt=\"5\" width=\"1133\" height=\"1007\" \/>Bild 5<\/strong>. Traurige \u00dcberreste einer Storchenmutter, die von einem Windrad guillotiniert wurde<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Vorgehen kann man schon als dreist bezeichnen. \u00c4hnlich wie in Deutschland hat die Schweizer EE-Lobby bereits vor einiger Zeit die sogenannte KEV-Abgabe durchgesetzt, welche den Betreibern von Wind- und Solaranlagen insgesamt sch\u00e4tzungsweise 10 Mrd. CHF auf Kosten des Stromverbrauchers in die Kassen sp\u00fclen wird. W\u00e4hrend Schweizer Kraftwerke aufgrund des subventionierten Stroms aus Deutschlands EE-Kraftwerken um ihre Existenz k\u00e4mpfen m\u00fcssen, will man ihnen jetzt zus\u00e4tzlich noch Strafabgaben aufbrummen. Besonders verachtenswert ist hierbei die Rolle des WWF: Dass jede der von ihnen so hei\u00df bef\u00fcrworteten Windenergieanlage jedes Jahr unz\u00e4hlige V\u00f6gel und Flederm\u00e4use erschl\u00e4gt (<strong>Bild 5<\/strong>), scheint f\u00fcr diese angeblichen Natursch\u00fctzer \u00fcberhaupt nicht ins Gewicht zu fallen. Es wird Zeit, aufzuwachen und diesen Leuten die Spendengelder zu streichen.<\/p>\n<h3>Quellen:<\/h3>\n<ul>\n<li>[BLUE] <a href=\"http:\/\/www.bluewin.ch\/de\/news\/wirtschaft---boerse\/2014\/6\/16\/axpo-baut-in-den-naechsten-drei-jahren-300-stellen-.html\">http:\/\/www.bluewin.ch\/de\/news\/wirtschaft&#8212;boerse\/2014\/6\/16\/axpo-baut-in-den-naechsten-drei-jahren-300-stellen-.html<\/a><\/li>\n<li>[BLU2] http:\/\/www.bluewin.ch\/de\/news\/wirtschaft&#8212;boerse\/2014\/6\/16\/swissolar-und-wwf-fordern-abgabe-auf&#8211;dreckstrom-.html<\/li>\n<li>[BERN] <a href=\"http:\/\/www.bernerzeitung.ch\/wirtschaft\/unternehmen-und-konjunktur\/Die-Axpo-fragt-sich-Wie-konnte-es-so-weit-kommen\/story\/19719269\">http:\/\/www.bernerzeitung.ch\/wirtschaft\/unternehmen-und-konjunktur\/Die-Axpo-fragt-sich-Wie-konnte-es-so-weit-kommen\/story\/19719269<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Wind- und Solarexzesse rauben der Wasserkraft die Existenzgrundlage Der weiter massiv voranschreitende Ausbau der deutschen Kapazit\u00e4ten bei der Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie wirkt sich mittlerweile immer verheerender auch auf die Nachbarl\u00e4nder aus. 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