{"id":4865,"date":"2014-05-04T12:36:07","date_gmt":"2014-05-04T12:36:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4865"},"modified":"2014-05-04T12:36:07","modified_gmt":"2014-05-04T12:36:07","slug":"spastik-die-toedliche-erbkrankheit-des-ee-stroms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4865","title":{"rendered":"Spastik \u2013 die t\u00f6dliche Erbkrankheit des EE-Stroms"},"content":{"rendered":"<h3>Der gro\u00dfe EE-Sprung nach vorn<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-4880\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/110.jpg\" alt=\"1\" width=\"217\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/110.jpg 357w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/110-96x150.jpg 96w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/110-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/>Deutschland wird zur Zeit wie ein Labortier f\u00fcr ein Experiment missbraucht, das gewisse Analogien zu einem anderen Versuch aufweist, der in der j\u00fcngsten Geschichte der Menschheit f\u00fcrchterlich schief gelaufen ist und gro\u00dfes Elend \u00fcber die Betroffenen gebracht hat: Der Versuch, aus ideologischen Gr\u00fcnden eine Entwicklung weit \u00fcber die Toleranzgrenzen der vorhandenen gesamtgesellschaftlichen Strukturen und Gegebenheiten hinaus mit aller Gewalt durchzupeitschen. Diesmal geht es um die \u201eEnergiewende\u201c, den Versuch, die funktionierende Stromversorgung einer modernen Industrienation komplett umzukrempeln. Verantwortlich sind auch diesmal Personen, deren grundlegende \u00dcberzeugungen im Kommunismus wurzeln und die f\u00fcr das, was man gemeinhin Kapitalismus nennt, im Wesentlichen Unverst\u00e4ndnis und Missachtung empfinden. Gleichzeitig werden auch technische Argumente vom Tisch gefegt, weil die Vision in den Augen der Verantwortlichen einfach alles rechtfertigt. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0An den \u201eGro\u00dfen Sprung nach vorn\u201c erinnert man sich in China noch heute mit Grauen. Es war der untaugliche Versuch fanatischer Ideologen, eine b\u00e4uerliche Nation innerhalb k\u00fcrzester Zeit zu einer Industriegesellschaft umzukrempeln, mit \u201eVolkshoch\u00f6fen\u201c in den D\u00f6rfern sowie anderen technisch wie wirtschaftlich unsinnigen Ma\u00dfnahmen. Den Ideologen, die dies durchzuziehen versuchten, war v\u00f6llig egal, dass ein fast reines Agrarland mit einer mittelalterlich anmutenden Bauernkultur weder die technischen und logistischen noch die kulturellen Voraussetzungen hierf\u00fcr bieten konnte. Das Resultat waren willk\u00fcrliche Zwangsma\u00dfnahmen, Missernten und uns\u00e4gliches Elend. Letztlich endete alles in einer Katastrophe, die dem Land schwer schadete. China brauchte Jahre, um sich von diesem grausam missgl\u00fcckten Experiment zu erholen.<\/p>\n<h3>Ohne Speicherung keine Energiewende\u2026<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heute in Deutschland bei der Stromversorgung betriebene Energiepolitik erinnert in fataler Weise an diesen \u201eGro\u00dfen Sprung\u201c, weil auch in diesem Fall aus ideologischen Gr\u00fcnden mit Macht ein lebenswichtiges System komplett umgekrempelt werden soll, ohne dass die grundlegenden Voraussetzungen f\u00fcr seine \u201eRunderneuerung\u201c gegeben sind. Man will 80 % eines bestens funktionierenden Stromversorgungssystems (<strong>Bild 1<\/strong>) ersetzen, obwohl wesentliche technische Voraussetzungen hierf\u00fcr nicht verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4867\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/28.jpg\" alt=\"2\" width=\"511\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/28.jpg 511w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/28-99x150.jpg 99w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/28-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 511px) 100vw, 511px\" \/>Bild 1: <\/strong>Deutschland verf\u00fcgte bisher \u00fcber eines der weltweit stabilsten Stromversorgungssysteme<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In erster Linie ist hier das Speicherproblem zu nennen. Unsere Stromversorgung wurde bisher von \u201eklassischen\u201c Kraftwerken sichergestellt: Kohlekraftwerke, Kernkraftwerke, Gaskraftwerke und in geringerem Umfang auch Wasserkraftwerke. Alle diese Kraftwerkstypen sind daf\u00fcr ausgelegt, den Strom zu exakt dem Zeitpunkt und in genau der Menge zu erzeugen, wie er ben\u00f6tigt wird. Im Gegensatz dazu liefern Windenergieanlagen und Solarpaneele ihren Strom nicht dann, wenn er gebraucht wird, sondern dann, wenn die Wetterlage es zul\u00e4sst. Um Industrie und B\u00fcrger dennoch bedarfsgerecht mit Strom versorgen zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste man \u00fcber gro\u00dfe Speicher verf\u00fcgen, in denen man den wetterbedingten \u00dcberschuss speichern k\u00f6nnte, um ihn bei Bedarf dann abrufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4868\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/38.jpg\" alt=\"3\" width=\"533\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/38.jpg 533w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/38-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/38-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><em>Bild 2<\/em><\/strong><em>: Stromspeicherung mit Batterien bereitet schon im Kleinstma\u00dfstab Probleme: Solargartenleuchten sind Sch\u00f6nwetter-Sommerkinder, im Winter sterben die Batterien<\/em><\/p>\n<h3>und das Speicherproblem ist unl\u00f6sbar<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zu speichernden Strommengen sind enorm, der k\u00fcnftige Bedarf d\u00fcrfte eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von 1,5 bis 2 TWh f\u00fcr jeden Tag erreichen, an dem die \u201eErneuerbaren\u201c nicht liefern. Im Vergleich dazu betr\u00e4gt die gesamte Pumpspeicherkapazit\u00e4t Deutschlands gerade einmal 0,04 TWh [DRRA]. Hinzu kommt, dass gerade im Winter, wenn die Solarproduktion \u00fcber Monate hinweg nahezu bedeutungslos ist, manchmal wochenlange Flauten aufgrund der sogenannten Sibirienhochs auftreten. Wenn dann in Deutschland die Lichter nicht ausgehen sollen, m\u00fcssten Speicher mit entsprechend hohen Kapazit\u00e4ten einspringen. Es gibt jedoch zurzeit kein Speichersystem<strong> (Bild 2)<\/strong>, das imstande w\u00e4re, diese Anforderungen zu erf\u00fcllen. Der Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stellte im Zusammenhang mit der Energiewende bereits 2013 fest: \u201eVor etwas mehr als zwei Jahren wurde von der Regierungskoalition aus CDU\/CSU und FDP die beschleunigte Energiewende ausgerufen. Dieses Gro\u00dfprojekt wird derzeit ohne ein schl\u00fcssiges Gesamtkonzept verfolgt\u201c [WIGU].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Deutschlands Nachbarn k\u00f6nnen da nicht aushelfen. Die Kapazit\u00e4t der in ganz Europa vorhandenen Pumpspeicherwerke reicht nicht einmal ansatzweise f\u00fcr den k\u00fcnftig erforderlich werdenden Bedarf aus, und andere ins Feld gef\u00fchrte Alternativen wie Batterien, Druckluftspeicher, Wasserstoffproduktion oder die Erzeugung von Methan (\u201ePower-to-Gas\u201c) haben so schlechte Wirkungsgrade bzw. so enorme Kosten, dass sie als Alternativen definitiv ausscheiden [DRRA]. Dies liegt an physikalischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten und kann auch durch noch soviel Forschung nicht behoben werden. Die h\u00e4ufig zu h\u00f6rende Behauptung, man k\u00f6nne doch f\u00fcr die Zukunft entsprechende Entdeckungen nicht ausschlie\u00dfen, kommt meist von technischen Laien, w\u00e4hrend Naturwissenschaftler solche Aussagen in der Regel zusammen mit Laserschwert, Zeitspr\u00fcngen und Reisen in ferne Galaxien der Kategorie \u201eScience Fiction\/ Fantasy\u201c zurechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4869\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/46.jpg\" alt=\"4\" width=\"679\" height=\"452\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/46.jpg 679w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/46-150x99.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/46-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px\" \/>Bild 3<\/strong>: Norwegens Bev\u00f6lkerung zeigt bislang wenig Neigung, sich ihre wundersch\u00f6nen Fjorde mit Staumauern zum\u00f6rteln zu lassen<\/em><\/p>\n<h3>Konventionelle Kraftwerke bleiben unverzichtbar\u2026<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da der zufallsbedingt auftretende \u00dcberschuss von Strom aus Wind- und Solarenergieanlagen nicht sinnvoll genutzt werden kann, m\u00fcssen konventionelle Kraftwerke st\u00e4ndig in Bereitschaft gehalten werden, um die Netzversorgung trotz der schwankenden EE-Einspeisung stabil zu halten. Da zurzeit bereits rund 32&#8217;000 MW Windkapazit\u00e4t und 35&#8217;000 MW Solarkapazit\u00e4t am Netz sind, \u00fcbersteigt ihr kumulierter Output an manchen Tagen bereits 40&#8217;000 MW, w\u00e4hrend zu anderen Zeiten nur wenige 100 MW geliefert werden. Aufgrund des gesetzlichen Einspeisevorrangs der \u201eErneuerbaren\u201c m\u00fcssen die konventionellen Kraftwerke die jeweilige Differenz zum Verbrauch in H\u00f6he von bis zu 70&#8217;000 \u2013 80&#8217;000 MW ausgleichen. Im Jahresdurchschnitt sichern diese konventionellen Kraftwerke zurzeit rund 75 % des Bedarfs. Doch aufgrund ihrer Funktionsweise haben sie damit bereits jetzt zunehmend Probleme, die mit dem fortschreitenden Ausbau der \u201eErneuerbaren\u201c st\u00e4ndig weiter zunehmen. F\u00fcr ihren Einsatz sind n\u00e4mlich technisch bedingte Grenzen zu beachten. Kohlekraftwerke kann man nicht einfach so wie ein Auto durch eine Umdrehung des Z\u00fcndschl\u00fcssels starten und danach gleich Vollgas geben. F\u00fcr einen Kaltstart brauchen sie etliche Stunden bis Tage. Je mehr sie durch den Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken an den Rand gedr\u00e4ngt werden, desto geringer wird deshalb auch ihre M\u00f6glichkeit, im Notfall schnell einzuspringen. Und ein Ausweichen auf reine Gasturbinenkraftwerke w\u00e4re aufgrund des schlechten Wirkungsgrads sowie des teuren Brennstoffs Erdgas nicht vertretbar. Erschwerend kommen die aktuellen Unw\u00e4gbarkeiten bez\u00fcglich der Versorgungsm\u00f6glichkeiten mit Erdgas hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4870\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/55.jpg\" alt=\"5\" width=\"705\" height=\"529\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/55.jpg 705w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/55-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/55-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px\" \/>Bild 4<\/strong>: Konventionelle Kraftwerke \u2013 hier das Kraftwerk Gersteinwerk &#8211; liefern Strom dann, wenn er auch wirklich gebraucht wird (Foto: kohlekraftwerke.de)<\/em><\/p>\n<h3>und werden \u00fcberfordert<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie bereits erw\u00e4hnt, lassen sich gro\u00dfe Kraftwerke nicht so ohne weiteres einschalten und hochfahren. Das gilt insbesondere f\u00fcr Kohlekraftwerke mit ihren riesigen Dampfkesseln, deren Gesamtmasse oft 10&#8217;000 Tonnen \u00fcbersteigt. F\u00fcr einen v\u00f6lligen Kaltstart brauchen gro\u00dfe Kohlekraftwerke mindestens einen Tag, manchmal sogar noch l\u00e4nger. Selbst aus einem sogenannten \u201ehot Standby\u201c heraus, d.h. mit bereits angew\u00e4rmtem Kessel und auf Sparflamme laufender Feuerung, ben\u00f6tigen sie je nach Gr\u00f6\u00dfe und Bauart rund 40 Minuten, bevor sie \u00fcberhaupt nennenswerte Mengen Strom erzeugen k\u00f6nnen, und bis zum Erreichen der Nennleistung kann es mehr als zwei Stunden dauern, <strong>Bild 5<\/strong>. Auch die vielgelobten Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) sind keine wirklichen Sprinter und brauchen mindestens 10-15 Minuten Anlaufzeit, und bis zum Erreichen ihrer vollen Leistung vergeht zwischen einer halben und einer vollen Stunde. Lediglich reine Gasturbinen sind imstande, innerhalb von ca. 5 Minuten auf volle Leistung zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4871\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/63.jpg\" alt=\"6\" width=\"768\" height=\"481\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/63.jpg 768w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/63-150x93.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/63-300x187.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/>Bild 5<\/strong>: Anfahrverhalten konventioneller Kraftwerke (GT=Gasturbine, GuD=Gas und Dampf-Kombikraftwerk) (Grafik: [VDE])<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommt, dass sich alle diese Kraftwerke nicht beliebig \u00fcber den ganzen Leistungsbereich betreiben lassen. Unterhalb einer gewissen Mindestauslastung ist ihr Betrieb aus einer Reihe von Gr\u00fcnden nicht vertretbar, <strong>Bild 6<\/strong>. Hierzu z\u00e4hlen Verschlechterungen der Emissionswerte bzw. geringere Effektivit\u00e4t der DENOX-Katalysatoren, die Unterschreitung der Taupunkttemperatur im Rauchgas, was zu Korrosion f\u00fchren k\u00f6nnte, sowie diverse weitere, nur dem Fachmann bekannte Faktoren. Die direkte Folge dieser Beschr\u00e4nkungen bedeutet, dass man gr\u00f6\u00dfere Schwankungen der Stromerzeugung aus Wind und Sonne nur dann ausgleichen kann, wenn ausreichende Kapazit\u00e4ten an konventionellen Kraftwerken mit einem Mindestma\u00df an Auslastung aktiv betrieben werden. In dem Moment, wo diese Kraftwerke aufgrund der Priorit\u00e4t f\u00fcr EE-Strom vom Netz genommen werden m\u00fcssen, verlieren sie ihre F\u00e4higkeit, bei Leistungsschwankungen von Wind oder Sonne schnell einzugreifen. Dann wird das Netz instabil.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4872\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/72.jpg\" alt=\"7\" width=\"594\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/72.jpg 594w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/72-150x94.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/72-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 594px) 100vw, 594px\" \/>Bild 6<\/strong>: Mindestauslastungsgrad konventioneller Kraftwerke in % der Nennlast (Grafik: [VDE])<\/em><\/p>\n<h3>Was bringt die Zukunft?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieses Widerspruchs stellt sich die Frage, wie dieses Nebeneinander von \u201eerneuerbarer\u201c und konventioneller Stromerzeugung mit zunehmendem Ausbau der Wind- und Solarkapazit\u00e4ten in Zukunft entwickeln wird. Grundlage f\u00fcr eine solche Betrachtung ist im vorliegenden Fall eine Projektion der voraussichtlichen Erzeugung aus Wind- und Solarkraftwerken in den Jahren 2025 (min 40 % EE-Anteil laut aktueller Planung der Bundesregierung) und 2050 (80 %). Um die Betrachtung realistisch zu gestalten, wurde die reale Produktion beider EE-Quellen f\u00fcr den Monat Dezember 2013 zugrunde gelegt. Hieraus wurde zun\u00e4chst der Gradient, d.h. die Geschwindigkeit, mit der sich die Erzeugung \u00e4ndert, berechnet, <strong>Bild 7<\/strong>. Diese Werte wurden entsprechend der gestiegenen Anteile f\u00fcr 2025 bzw. 2050 f\u00fcr jeweils einen fiktiven Dezember 2025 bzw. 2050 hochgerechnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4874\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/81.jpg\" alt=\"8\" width=\"918\" height=\"673\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/81.jpg 918w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/81-150x109.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/81-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 918px) 100vw, 918px\" \/><em>Bild 7<\/em><\/strong><em>: Gradient der Erzeugung von Wind- und Solarstrom im Dezember 2013 bei viertelst\u00fcndlicher Aufl\u00f6sung in MW\/ h (Daten: EEX)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zugrundeliegenden Annahmen f\u00fcr die Gesamtproduktion sowie die Anteile einzelner Kraftwerksarten wurden bereits in einer fr\u00fcheren Ver\u00f6ffentlichung dargelegt [FRED]. Hieraus ergeben sich folgende Zahlen zur Produktion aus Windenergie und Fotovoltaik:<\/p>\n<table style=\"height: 101px;\" width=\"461\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Jahr 2025:<\/strong><\/td>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td><strong>TWh<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wind Onshore (erforderl. Kapazit\u00e4t 86660 MW, Nutzungsgrad 17,4 %)<\/td>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>132,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wind Offshore (erforderl. Kapazit\u00e4t 6500 MW, Nutzungsgrad 34,8 %)<\/td>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>19,9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Solar (erforderl. Kapazit\u00e4t 52000 MW, Nutzungsgrad 8,3 %)\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>37,8<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Jahr 2050:<\/strong><\/td>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td><strong>TWh<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wind Onshore (erforderl. Kapazit\u00e4t 272500 MW, Nutzungsgrad 17,4 %)<\/td>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>415,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wind Offshore (erforderl. Kapazit\u00e4t 27500 MW, Nutzungsgrad 34,8 %)<\/td>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>83,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Solar (erforderl. Kapazit\u00e4t 52000 MW, Nutzungsgrad 8,3 %)<\/td>\n<td>\u00a0<\/td>\n<td>37,8<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3>Gradienten des Wind- und Solarstroms im Dezember 2025<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den aus obigen Annahmen errechneten Faktoren wurden dann die realen Verl\u00e4ufe der Wind- und Solarstromproduktion unseres Beispielmonats Dezember 2013 f\u00fcr einen fiktiven Dezember 2025 hochgerechnet. Die entsprechende Kurve zeigt <strong>Bild 8<\/strong>. Der wilde Zickzackverlauf zeigt, in welchem Ausma\u00df die Stromerzeugung aus diesen \u201eerneuerbaren\u201c Quellen erratisch nach oben wie auch nach unten schwankt, weshalb sich hierf\u00fcr zunehmend auch der Begriff \u201eZappelstrom\u201c durchzusetzen beginnt. Die Extremwerte liegen f\u00fcr unseren Mustermonat Dezember 2025 bei +5&#8217;643 bzw. -2&#8217;970 MW. Dies bedeutet eine Differenz von 8&#8217;600 MW, die permanent von konventionellen Kraftwerken ausgeglichen werden muss. F\u00fcr diesen Fall kann man auch ausrechnen, welche konventionelle Mindest-Kraftwerksleistung allein zu diesem Zweck st\u00e4ndig am Netz gehalten werden muss. F\u00fcr diese Absch\u00e4tzung wurde angenommen, dass im Jahre 2025 alle Kernkraftwerke stillstehen und deren Anteile zu 2\/3 von Braunkohlekraftwerken und zu 1\/3 von Steinkohlekraftwerken \u00fcbernommen wurden. Der konventionelle Brennstoffmix w\u00fcrde sich bei dieser Annahme aus 49,5 % Braunkohle, 34,4 % Steinkohle, 14,7 % Gas und 1,4 % \u00d6l zusammensetzen. Ausgehend von diesen Annahmen l\u00e4sst sich errechnen, dass unter optimalen Bedingungen mindestens 14&#8217;000 MW konventioneller Kraftwerkskapazit\u00e4t mit einem durchschnittlichen Nutzungsgrad von rund 60 % allein schon deshalb in Produktion sein m\u00fcssen, um die zu erwartenden Lastschwankungen des EE-Stroms sowohl nach unten als auch nach oben abfangen zu k\u00f6nnen. Das Problem d\u00fcrfte sein, noch europ\u00e4ische Nachbarn zu finden, denen man den \u00fcbersch\u00fcssigen EE-Strom bei Starkwind und blauem Himmel ins Netz dr\u00fccken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4875\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/9.jpg\" alt=\"9\" width=\"734\" height=\"538\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/9.jpg 734w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/9-150x109.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/9-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 734px) 100vw, 734px\" \/>Bild 8<\/strong>: Verlauf des Gradienten der Erzeugung von EE-Strom aus Sonne und Wind f\u00fcr einen fiktiven Monat Dezember 2025<\/em><\/p>\n<h3>und im Jahr 2050<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch dramatischer stellt sich die Lage dar, wenn man die gleichen Berechnungen f\u00fcr das Jahr 2050 mit einem angenommenen EE-Stromanteil von 80 % anstellt. Die entsprechenden Gradienten des Stroms aus Wind und Fotovoltaik zeigt <strong>Bild 9<\/strong>. Sie schwanken in der Spitze zwischen +17&#8217;180 MW und -10&#8217;240 MW, mithin eine Gesamtspanne von 27&#8217;400 MW, f\u00fcr deren Ausgleich konventionelle Kraftwerke ununterbrochen unter Dampf stehen m\u00fcssen. Analog zur oben aufgef\u00fchrten Betrachtung f\u00fcr das Jahr 2025 ergibt sich daraus eine Reserve-Gesamtkapazit\u00e4t von stolzen 42&#8217;000 MW, die aufgrund des erforderlichen durchschnittlichen Nutzungsgrades von rund 60 % im Schnitt 25&#8217;200 MW elektrischer Leistung abgeben. Wo man diesen Strom zusammen mit der bei guten Wetterlagen zu erwartenden Flut an EE-Strom unterbringen m\u00f6chte, m\u00f6gen die G\u00f6tter wissen, die Technik hat darauf keine Antwort.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4876\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/10.jpg\" alt=\"10\" width=\"745\" height=\"546\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/10.jpg 745w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/10-150x109.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/10-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 745px) 100vw, 745px\" \/>Bild 9<\/strong>: Die Gradienten des Stroms aus Wind und Fotovoltaik f\u00fcr einen fiktiven Dezember 2050 schwanken zwischen 17&#8217;180 MW und -10&#8217;240 MW<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass dieses \u201eGezappel\u201c f\u00fcr EE-Strom nicht nur bei der gew\u00e4hlten Darstellungsweise \u00fcber einen vollen Monat, sondern auch bei geringerer zeitlicher Aufl\u00f6sung typisch ist, zeigt die Darstellung in <strong>Bild 10<\/strong>, das den Verlauf des EE-Gradienten f\u00fcr einen 24-Stunden-Zeitraum am fiktiven 23. Dezember 2050 darstellt. Hier ist zu erkennen, wie der Gradient vor allem gegen 22.00 Uhr in k\u00fcrzester Zeit wild zwischen -8&#8217;000 MW und +17&#8217;000 MW hin- und herpendelt. Eine Vorstellung, die bei jedem Fachmann der Stromerzeugung Alptr\u00e4ume hervorrufen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4877\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/111.jpg\" alt=\"11\" width=\"804\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/111.jpg 804w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/111-150x93.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/111-300x186.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 804px) 100vw, 804px\" \/>Bild10<\/strong>: Verlauf des Gradienten der Stromerzeugung aus Wind- und Solarkraftwerken am fiktiven 23.12.2050<\/em><\/p>\n<h3>Quellen<strong>:<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>\n<address>[DRRA] http:\/\/www.eike-klima-energie.eu\/energie-anzeige\/die-im-dunkeln-sieht-man-nicht-regelenergie-die-versteckten-zusatzkosten-des-eeg\/<\/address>\n<\/li>\n<li>\n<address>[EEX] http:\/\/www.transparency.eex.com\/en\/<\/address>\n<\/li>\n<li>\n<address>[FRED] http:\/\/www.eike-klima-energie.eu\/climategate-anzeige\/die-im-dunkeln-sieht-man-nicht-regelenergie-die-versteckten-zusatzkosten-des-eeg\/<\/address>\n<\/li>\n<li>\n<address>[VDE] Brauner, Glaunsinger, John, Schwing, &amp; Bofinger, Magin, Pyc, Sch\u00fcler, Schulz, Seydel, Steinke. VDE-Studie: Erneuerbare Energie braucht flexible Kraftwerke \u2013 Szenarien bis 2020. 18.04.2012<\/address>\n<\/li>\n<li>\n<address>[WIGU] Gegen eine r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Wirtschaftspolitik Jahresgutachten 2013\/14 Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Statistisches Bundesamt 65180 Wiesbaden November 2013<\/address>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gro\u00dfe EE-Sprung nach vorn Deutschland wird zur Zeit wie ein Labortier f\u00fcr ein Experiment missbraucht, das gewisse Analogien zu einem anderen Versuch aufweist, der in der j\u00fcngsten Geschichte der Menschheit f\u00fcrchterlich schief gelaufen ist und gro\u00dfes Elend \u00fcber die Betroffenen gebracht hat: Der Versuch, aus ideologischen Gr\u00fcnden eine Entwicklung weit \u00fcber die Toleranzgrenzen der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":259,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,7,30,25,33],"tags":[],"class_list":["post-4865","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-die-co2-debatte","category-fanatismus-der-okofundis","category-grundlagenwissen","category-wirtschaftliche-folgen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/259"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4865"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4865\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}