{"id":4757,"date":"2014-04-03T11:26:18","date_gmt":"2014-04-03T11:26:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4757"},"modified":"2014-04-30T14:51:06","modified_gmt":"2014-04-30T14:51:06","slug":"energiewende-deutschland-im-wuergegriff-der-lobbyisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4757","title":{"rendered":"Energiewende \u2013 Deutschland im W\u00fcrgegriff der Lobbyisten"},"content":{"rendered":"<h3>Durchwursteln ohne Plan, Sinn und Verstand<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><em>Deutschlands Vorzeigeprojekt namens \u201eEnergiewende\u201c \u2013 die Umstellung der Stromversorgung einer modernen Industrienation weg von Kernkraft und fossilen Brennstoffen auf sogenannte \u201eErneuerbare Energien\u201c \u2013 mutet immer mehr wie ein Brutparasit an, der den K\u00f6rper der von ihm befallenen Raupe von innen her auffrisst. Obwohl aus technischen wie auch aus finanziellen Gr\u00fcnden undurchf\u00fchrbar, wird die Energiewende durch die Gier der unz\u00e4hligen Profiteure, die man mit inzwischen hunderten von Milliarden herangef\u00fcttert hat, weiter am Leben gehalten. Als Lobbyisten bet\u00e4tigen sich dabei die Ministerpr\u00e4sidenten der Bundesl\u00e4nder, die bei der anstehenden Reform des EEG ohne jede R\u00fccksicht auf das Allgemeinwohl die Partikularinteressen der jeweils in ihrem Land dominierenden \u201eEE\u201c-Branchen vertreten. Die Zeche zahlt Deutschland als Ganzes, und vom eigentlichen Ziel &#8211; der angeblichen Klimarettung durch CO<sub>2<\/sub>-Reduzierung &#8211; wird nicht mehr gesprochen. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Energiegipfel brachte mehr Harmonie als gedacht. Alle Beteiligten sind gl\u00fccklich. Nur einer hat wenig davon: der Verbraucher\u201c, fasste SpiegelOnline-Journalistin Annett Meiritz in ihrem Bericht [SPON] die Ergebnisse des \u201eEnergiegipfels\u201c zusammen, zu dem sich Bundeswirtschaftsminister Gabriel, Kanzlerin Merkel und die Chefs der Bundesl\u00e4nder am 1. April in Berlin getroffen hatten. Ziel war eigentlich gewesen, die inzwischen selbst nach dem Verst\u00e4ndnis der Bundesregierung mehr und mehr ausufernden Kosten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in den Griff zu bekommen und den entsprechenden Wildwuchs in einer Neufassung zu begrenzen. Und diese Belastung trifft nicht nur die privaten Verbraucher, von denen immer mehr die steigenden Stromkosten nicht mehr bezahlen k\u00f6nnen: Auch die Industrie, allen voran energieintensive Branchen wie Chemie, Stahlwerke, Aluminiumh\u00fctten, Gie\u00dfereien und Schmieden, sieht sich durch steigende Energiepreise zunehmend in ihrer Existenz bedroht und zur Verlagerung ins Ausland gen\u00f6tigt [AMEL, LANG].<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4758\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/14.jpg\" alt=\"1\" width=\"578\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/14.jpg 578w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/14-150x107.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/14-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px\" \/>Bild 1: <\/strong>An die Betreiber von EEG-Anlagen j\u00e4hrlich gezahlte Betr\u00e4ge in Mrd. \u20ac, ab 2012 Prognosen (blau) (Quellen: Wikipedia\/ eeg-kwk.net)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch statt einer Kostenbremse kam etwas ganz anderes heraus: Wie in der deutschen Politik inzwischen \u00fcblich, wurden die Pl\u00e4ne zur Begrenzung des weiteren Kostenanstiegs auf Druck der verschiedenen Lobbyisten \u2013 welche die Macht haben, die Gesetzgebung in der L\u00e4nderkammer monatelang aufzuhalten \u2013 durch weitgehende Zugest\u00e4ndnisse erheblich verw\u00e4ssert und damit faktisch aufgegeben. Damit d\u00fcrfte der bisherige Anstieg der Ausgaben f\u00fcr das EEG munter weitergehen, Bild 1. Das Register der S\u00fcnden wider die Kostenbegrenzung wird im SPON-Artikel wie folgt aufgelistet:<\/p>\n<ul>\n<li>Die angedachte Deckelung des Zubaus an Windkraftanlagen auf 2500 MW pro Jahr wird aufgeweicht, indem man das sogenannte Repowering \u2013 den Ersatz alter Anlagen durch leistungsst\u00e4rkere Neuinstallationen am gleichen Standort \u2013 nicht auf die geplanten Obergrenzen anrechnet.<\/li>\n<li>Windschwache Binnenlandstandorte sollen eine h\u00f6here F\u00f6rderung erhalten.<\/li>\n<li>Zus\u00e4tzliche Offshore-Genehmigungen sollen die schw\u00e4chelnde Investitionsneigung der Projektierer stimulieren.<\/li>\n<li>Und auch bei Biogasanlagen \u2013 man erinnere sich, hier werden Lebensmittel f\u00fcr die Produktion von Methan zur Stromerzeugung zweckentfremdet, w\u00e4hrend in der Dritten Welt der Hunger grassiert \u2013 sollen die geplanten Bremsen gelockert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">So konnte sich Torsten Albig, der SPD-Minsterpr\u00e4sident von Schleswig-Holstein, damit br\u00fcsten, die Nordl\u00e4nder seien mit sechs Forderungen in die Gespr\u00e4che hineingegangen und h\u00e4tten f\u00fcnf davon durchbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ungekl\u00e4rt blieben dagegen alle anderen Probleme im Zusammenhang mit dem EEG, insbesondere die Frage nach Speicherm\u00f6glichkeiten, ohne die ein weiterer Ausbau der sowieso schon riesigen \u00dcberkapazit\u00e4ten bei Wind- und Solarkraftwerken v\u00f6llig sinnlos ist. Diese sind bereits jetzt so gross, dass an \u201eguten\u201c Tagen die Netze mit \u00fcbersch\u00fcssigem Strom geflutet werden, den man ins Ausland verschenken muss, weil ihn in Deutschland niemand mehr abnehmen kann. Und auch die Frage, was mit den durch diese sinnlose \u00dcberproduktion von \u201eEE-Strom\u201c immer weiter an den Rand der Rentabilit\u00e4t gedr\u00e4ngten konventionellen Kraftwerken geschehen soll, bleibt ungel\u00f6st. Zur Zeit rettet sich der Gesetzgeber durch ein Stilllegungsverbot \u00fcber die Runden, indem er den Betreibern verbietet, solche Kraftwerke stillzulegen. Doch ewig wird man solche \u201eZombie-Einheiten\u201c, die nicht leben k\u00f6nnen und denen man das Sterben trotzdem verbietet, nicht am Leben erhalten lassen. Besonders grotesk, aber von den Mainstream-Medien geflissentlich ignoriert ist die Tatsache, dass auch 2013 trotz weiter gestiegener Produktion von \u201eEE-Strom\u201c die CO2-Emissionen bei der Stromproduktion sogar erneut gestiegen sind, und zwar von ca. 352 auf ca. 354 Mio. Tonnen, <b>Bild 2<\/b>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4759\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/26.jpg\" alt=\"2\" width=\"677\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/26.jpg 677w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/26-150x93.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/26-300x186.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px\" \/><b>Bild 2<\/b>: Trotz st\u00e4ndig weiter steigender Kosten ist keine Reduzierung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bei der Stromproduktion festzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Der deutschen Politik fehlen sowohl der Wille als auch die Kraft, diese von ihr verbockte und inzwischen v\u00f6llig aus dem Ruder gelaufene Entwicklung aufzuhalten oder gar zur\u00fcckzudrehen. Stattdessen gibt man weiter immer der gerade am lautesten schreienden Lobbygruppe nach und meint, sich dadurch Zeit erkaufen zu k\u00f6nnen. Doch diese Methode des \u201esich-durchwurstelns\u201c kann angesichts der immer dr\u00e4ngender werdenden Probleme auf Dauer nur ins Chaos f\u00fchren. Der Strompreisanstieg wird weiter voranschreiten und die Industrie wird zunehmend Arbeitspl\u00e4tze ins Ausland verlagern. V\u00f6llig richtig merkt SPON hierzu an: \u201eDieser Kostenschub lie\u00dfe sich nur durch grunds\u00e4tzlichere Reformen stoppen &#8211; eine Art Masterplan f\u00fcr der gesamten deutschen Kraftwerkspark, den Ausbau der Stromnetze und die Verlagerung des Verbrauchs in stromreiche Zeiten umfasst. Ein solcher Masterplan fehlt bislang, die wahren Kostentreiber geht Schwarz-Rot nicht an.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen. <b>Bild 3<\/b> zeigt, wie sich die reale Belastung deutscher Haushalte aus den 20-Jahres-Verpflichtungen des EEG in den n\u00e4chsten Jahren weiter entwickeln d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4761\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/36.jpg\" alt=\"3\" width=\"578\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/36.jpg 578w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/36-150x99.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/36-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px\" \/>Bild 3<\/b>: Bisheriger Verlauf, Prognose bis 2017 (blau) sowie bis 2020 weitergef\u00fchrte Trendberechnung (gelb) der tats\u00e4chlichen kumulierten EEG-Belastungen f\u00fcr einen vier-Personen-Haushalt.<\/p>\n<h3>Quellen:<\/h3>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: x-small;\">[AMEL] Ameling, D. Auswirkung des deutschen Energiekonzepts auf die deutsche Wirtschaft . Vortrag, VII. Internationale Klima- und Energiekonferenz (IKEK-7), Steigenberger Hotel Mannheimer Hof, Mannheim. 10. April 2014.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: x-small;\">[LANG] http:\/\/www.eike-klima-energie.eu\/energie-anzeige\/energiewende-arbeitsplatzvernichter-erneuerbare-energien\/<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: x-small;\">[SPON] http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/energiegipfel-bringt-zugestaendnisse-und-viele-offene-fragen-a-962043.html<\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durchwursteln ohne Plan, Sinn und Verstand Deutschlands Vorzeigeprojekt namens \u201eEnergiewende\u201c \u2013 die Umstellung der Stromversorgung einer modernen Industrienation weg von Kernkraft und fossilen Brennstoffen auf sogenannte \u201eErneuerbare Energien\u201c \u2013 mutet immer mehr wie ein Brutparasit an, der den K\u00f6rper der von ihm befallenen Raupe von innen her auffrisst. 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