{"id":4680,"date":"2014-01-25T21:57:50","date_gmt":"2014-01-25T21:57:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4680"},"modified":"2014-04-30T14:52:52","modified_gmt":"2014-04-30T14:52:52","slug":"immer-naeher-an-den-blackout-heran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4680","title":{"rendered":"Immer n\u00e4her an den Blackout heran"},"content":{"rendered":"<h2>Windstrom ist zur Gefahr geworden<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4681 alignleft\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1.png\" alt=\"1\" width=\"244\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1.png 406w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1-150x99.png 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1-300x199.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/>In der Zeit kurz vor den Weihnachtsfeiertagen sind die Stromnetze in Deutschland und einigen Nachbarstaaten aufgrund \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Produktion von Windstrom in eine kritische Lage geraten. Deutschland hat dabei seine internationalen Verpflichtungen zur Sicherung der Netzstabilit\u00e4t zeitweilig grob missachtet. W\u00e4hrend die deutsche Windradlobby jubelte, mussten in \u00d6sterreich die Leistungen der konventionellen und Wasserkraftwerke am 22. und 23. Dezember notfallm\u00e4\u00dfig hochgefahren werden, am 22. Dez. sogar auf mehr als den elffachen Wert der eigentlich geplanten Produktion. <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcrden Sie sich in ein Flugzeug setzen, dessen Pilot noch den ersten Bartflaum am Kinn tr\u00e4gt und kurz vor dem Start noch mit verlorenem Gesichtsausdruck in einem Heftchen mit dem Titel \u201eVom Laien zum Flieger-As in nur f\u00fcnf Lektionen\u201c herumgebl\u00e4ttert hat? Nun, w\u00e4hrend der Durchschnittdeutsche in einem solchen Fall wahrscheinlich fluchtartig die Maschine verlassen w\u00fcrde, vertraut er in einem anderen, f\u00fcr sein Wohlergehen aber genauso entscheidenden Punkt sein Schicksal Menschen an, welche von der extrem anspruchsvollen Technik unserer Stromversorgung ebenfalls nicht den Schimmer einer Ahnung haben: Politikern, deren Qualifikation sich zumeist auf eine Lehrer- oder Anwaltsausbildung beschr\u00e4nkt, und die sich auf Berater verlassen, deren Qualifikation haupts\u00e4chlich auf ihrer Mitgliedschaft bei gr\u00fcnlinken Parteien oder Nichtregierungsorganisation wie Greenpeace oder dem BUND beruht. Damit haben wir unsere Stromversorgung in die falschest m\u00f6glichen H\u00e4nde gegeben. Wie empfindlich unser aus vielen tausend Einzelelementen fein vernetztes Stromversorgungssystem in Wirklichkeit ist, zeigte in aller Deutlichkeit der massive Blackout, der am 4. November 2006 gro\u00dfe Teile Deutschlands und Europas f\u00fcr Stunden ins Chaos st\u00fcrzte. Um zu verstehen, was damals vor sich ging, empfiehlt sich ein Blick auf die kritischen Sekunden dieser Ereignisse.<\/p>\n<h2>Was geschah im kritischen Moment?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine brauchbare Analyse der Abl\u00e4ufe und der Fehler, die im Rahmen einer eigentlich routinem\u00e4ssigen Umschaltoperation zu einem der europaweit schlimmsten Stromausf\u00e4lle mit rund 10 Mio. betroffenen Haushalten und Auswirkungen von Deutschland bis nach Marokko f\u00fchrten, findet sich in [WIAU]. Wie h\u00e4ufig bei derartigen Katastrophen gab es im Endeffekt nicht eine Ursache, sondern zahlreiche einzelne Fehler, die normalerweise folgenlos geblieben w\u00e4ren. Erst in ihrem Zusammenwirken kam es zu einer verh\u00e4ngnisvollen Kombination, die dann das europ\u00e4ische Verbundnetz in den Abgrund riss.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4683 aligncenter\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/22.jpg\" alt=\"2\" width=\"365\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/22.jpg 609w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/22-150x99.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/22-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/>Bild 1<\/b>. Aufzeichnung des Frequenzverlaufs des Stromnetzes am 04.11.2006 zwischen 22:08 und 22:30 MEZ, gemessen im Ruhrgebiet (Grafik: Wikimedia Commons)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem eigentlichen Ausfall waren eine ganze Reihe von Kommunikationsdefiziten, Schlampereien und mangelnden Absprachen vorausgegangen. Dennoch befand sich das Netz in den Minuten vor dem eigentlichen Ereignis in einem zwar gef\u00e4hrdeten, aber stabilen Zustand. Die Gef\u00e4hrdung resultierte aus der Missachtung des sogenannten N-1-Kriteriums, welches vorschreibt, dass zu keiner Zeit der Ausfall eines bestimmten Betriebsmittels wie einer Leitung, eines Transformators oder Generators zu einem Gesamtausfall f\u00fchren darf [N1KR]. Im vorliegenden Fall war zu wenig Kraftwerksleistung am Netz von RWE [ZEIT], um nach der planm\u00e4\u00dfigen Abschaltung zweier wichtiger Leitungen noch zus\u00e4tzlich den Ausfall einer dritten Leitung aufzufangen. Zu diesem Verlust kam es, weil ein im Prinzip minimaler Eingriff nach einem Lastanstieg auf einer bereits kritisch belasteten Leitung um 22:10:11 zu einem weiteren Stromanstieg von gerade mal 67 A f\u00fchrte, was bei 380000 Volt einer Leistungserh\u00f6hung um etwa 25 MW entspricht. Im Vergleich mit der \u00fcblichen Gr\u00f6\u00dfenordnung des Leistungstransports durch solche Leitungen, der bei rund 1000 MW liegt, sind diese zus\u00e4tzlichen 2,5 % eigentlich unbedeutend. Im vorliegenden Fall spielten sie jedoch die Rolle des sprichw\u00f6rtlichen Tropfens, der ein Fass zum \u00dcberlaufen bringt. Diese kleine zus\u00e4tzliche Last l\u00f6ste innerhalb von zwei Sekunden den automatischen Netzschutz aus und trennte die betreffende Leitung. Wegen der Nichteinhaltung des sogenannten N-1-Kriteriums kam es dadurch zu einer unkontrollierten Verteilung der Last auf andere Leitungen und innerhalb von zwei weiteren Sekunden zu einer Kettenreaktion mit sich immer weiter ausbreitenden Abschaltungen. Schlie\u00dflich wurde das europ\u00e4ische Verbundnetz notfallm\u00e4\u00dfig in Teilnetze aufgespalten, in denen es in der Folge zu teils stundenlangen Ausf\u00e4llen kam.<\/p>\n<h2>Wichtigste Lehren: Nie ohne Grosskraftwerke\u2026<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ablauf der Ereignisse vom 4. November 2006 zeigt vor allem zun\u00e4chst eines: Den Netzbetreibern stehen bei solchen Ereignissen meist so gut wie keine Zeitreserven zur Verf\u00fcgung. Das kritische Zeitfenster war gerade einmal vier Sekunden lang, eine Zeit, in der selbst prim\u00e4rregelf\u00e4hige Kraftwerke ihre Leistungsabgabe nur um Bruchteile des erforderlichen Betrags heraufsetzen k\u00f6nnen, <b>Bild 2<\/b>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4684\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/32-1024x361.jpg\" alt=\"3\" width=\"520\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/32-1024x361.jpg 1024w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/32-150x53.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/32-300x106.jpg 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/32.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><em>Bild 2<\/em><\/b><em>. Schema des zeitlichen Einsatzes der unterschiedlichen Regelleistungsarten. Auch die sogenannte Prim\u00e4rregelleistung steht erst nach 30 Sekunden vollst\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung (Grafik: DF5GO\/ Wikimedia Commons)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die einzige sofort verf\u00fcgbare Leistungsreserve, auf die die Netzbetreiber gerade in diesen ersten entscheidenden ersten Sekunden eines Ausfalls zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, ist die in den rotierenden Massen der Turbinen und Generatoren konventioneller Kraftwerke gespeicherte kinetische Energie. Vom Prinzip her arbeiten diese Anlagen in einem solchen Fall ganz so wie ein Schwungrad. Die darin gespeicherte Energie ist enorm, denn die rotierenden Bestandteile von Gro\u00dfkraftwerken haben eine Masse von oft mehreren hundert Tonnen, Durchmesser von etlichen Metern und erreichen im Normalfall rund 3000 Umdrehungen\/ Minute. Bild 1 zeigt sehr anschaulich, wie schnell im Ruhrgebiet die Netzfrequenz nach dem Auftreten der St\u00f6rung einbrach. Nur die Rotationsreserven verhinderten zu diesem Zeitpunkt einen totalen Zusammenbruch. Erst mit einer gewissen Verz\u00f6gerung setzen nach und nach die sonstigen Stabilisierungsmechanismen ein: Dampf-, Gas- und Wasserventile werden aufgefahren, Kesselfeuerungen in Kohlekraftwerken auf h\u00f6heren Durchsatz eingestellt und Steuerst\u00e4be aus Reaktorkernen herausgefahren. Doch haben alle diese Ma\u00dfnahmen nur dann noch einen Sinn, wenn es in den ersten Augenblicken gelungen ist, einen kompletten Zusammenbruch des Netzes mit Hilfe der Rotationsenergie zu verhindern. Soll hei\u00dfen: Ohne ausreichende Verf\u00fcgbarkeit von konventioneller Kraftwerksleistung ist ein Netz in kritischen Situationen nicht stabil zu halten.<\/p>\n<h2>strenge Einhaltung des N-1-Kriteriums\u2026<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweite wichtige Lehre aus dem Desaster vom November 2006 ist die Erkenntnis, dass das sogenannte N-1-Kriterium in jedem Fall ohne Einschr\u00e4nkungen eingehalten werden sollte. In der Praxis hei\u00dft dies vor allem, dass stets eine ausreichende Anzahl konventioneller, zu Abgabe von Prim\u00e4rregelleistung f\u00e4higer Kraftwerke am Netz sein m\u00fcssen. Hierzu z\u00e4hlen im Wesentlichen Kohlekraftwerke, Kernkraftwerke, Gaskraftwerke und Wasserkraftwerke. Unbrauchbar sind unter diesen Gesichtspunkten dagegen sowohl Solar- als auch Windenergieanlagen, da deren Leistungsabgabe nicht gezielt dem sich \u00e4ndernden Bedarf angepasst werden kann. Insbesondere Leistungserh\u00f6hungen sind wegen der Launenhaftigkeit von Sonne und Wind nicht zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h2>Erzeugung nahe am Verbrauch\u2026<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere entscheidende Erkenntnis aus den Ereignissen vom 4. November 2006 ist die, dass es Gefahren birgt, wenn Erzeugung und Verbrauch zu weit voneinander entfernt liegen. Dies zeigte sich, als das europ\u00e4ische Verbundnetz instabil wurde und durch automatische Notfallprogramme in drei getrennte Teilnetze aufgespalten werden musste. Am Ende dieser Kettenreaktion wurde das europ\u00e4ische Verbundnetz (UCTE, <b>U<\/b>nion for the <b>C<\/b>oordination of the <b>T<\/b>ransmission of <b>E<\/b>nergy) in die Bereiche West, Nord-Osten und S\u00fcd-\u00d6stliches Stromnetz als eigene Teilnetze aufgetrennt, <b>Bild 3<\/b>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4686\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/41.jpg\" alt=\"4\" width=\"714\" height=\"516\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/41.jpg 714w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/41-150x108.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/41-300x216.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><em>Bild 3:<\/em><\/b><em> Zerfall des europ\u00e4ischen Verbundnetzes in drei Teilnetze mit Frequenzabweichungen infolge Unterversorgung (orange und blau) bzw. \u00dcberkapazit\u00e4t (gr\u00fcn) (Bild: wdwd\/ Wikimedia commons)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Trennung machte die nachteiligen Folgen einer zu gro\u00dfen r\u00e4umlichen Trennung von Stromerzeugung und \u2013verbrauch sichtbar: W\u00e4hrend in Nordosteuropa (gr\u00fcn) pl\u00f6tzlich knapp 10.000 MW zu viel Leistung am Netz waren, fehlte diese Erzeugung in West- und S\u00fcdeuropa (orange und blau). Als Konsequenz stieg die Netzfrequenz im Nordosten rapide wieder an (<b>Bild 1<\/b>), w\u00e4hrend sie im Westen und S\u00fcden weiter abfiel. Entsprechend unterschiedlich waren die Konsequenzen: Im gr\u00fcnen Sektor gelang es noch rechtzeitig, \u00fcbersch\u00fcssige Erzeugungsleistung vom Netz zu trennen. Die Notabschaltung eines laufenden Kraftwerks ist zwar ein brutaler Vorgang, jedoch sind die Kraftwerke daf\u00fcr ausgelegt und k\u00f6nnen das \u00fcberstehen. Eine schnelle Aktivierung stillstehender Einheiten steht dagegen auf einem ganz anderen Blatt. Deswegen war es in den beiden anderen Sektoren nicht m\u00f6glich, ausreichend Erzeugerleistung zu mobilisieren. Das ist auch kein Wunder, denn im gesamten synchronisierten Bereich des europ\u00e4ischen Verbundnetzes liegt die vorzuhaltende Prim\u00e4rregelleistungskapazit\u00e4t bei lediglich 3000 MW, also bei nur rund einem Drittel dessen, was zu diesem Zeitpunkt ben\u00f6tigt worden w\u00e4re. Da die fehlende Erzeugerleistung in den Bereichen \u201eOrange\u201c und \u201eBlau\u201c nicht schnell genug mobilisiert werden konnte, mussten durch automatischen Lastabwurf Verbraucher vom Netz genommen werden, was nichts anderes bedeutet als Blackouts. In manchen Gebieten dauerte es teils mehrere Stunden, bis das Verbundnetz wieder zusammengeschaltet und synchronisiert werden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine entscheidende Lehre aus diesen Ereignissen sollte daher sein, zur alten Tugend zur\u00fcckzukehren, Erzeugung und Verbrauch elektrischer Energie r\u00e4umlich m\u00f6glichst nicht zu weit zu trennen. H\u00e4tte in den Verbrauchsschwerpunkten der einzelnen Teilnetze nach der Auftrennung jeweils gen\u00fcgend Kraftwerksleistung zur Verf\u00fcgung gestanden, so w\u00e4ren die Konsequenzen wesentlich geringer gewesen. Der Ferntourismus in Sachen Stromleitung, den man heute mit Riesenwindparks in grosser Entfernung von den Verbrauchsschwerpunkten oder mit \u201eW\u00fcstenstrom aus der Sahara\u201c propagiert, offenbart gerade in solchen Situationen seine elementaren Schw\u00e4chen. Wenn man z.B. in Norddeutschland 30000 und k\u00fcnftig 50000 oder gar 70000 MW Windleistung erzeugt und die Leitungen zu den Verbrauchszentren dann aus irgendwelchen Gr\u00fcnden ausfallen, so kann man mit gerade mal 3000 MW Prim\u00e4rregelleistung im Fall des Falles faktisch \u00fcberhaupt nichts mehr ausrichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-4687\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/51.jpg\" alt=\"5\" width=\"524\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/51.jpg 749w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/51-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/51-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 524px) 100vw, 524px\" \/>Bild 4.<\/b> Kohlekraftwerke wie dieses der Steag in Herne sind entscheidende St\u00fctzen der Netzstabilit\u00e4t (Foto: kohlekraftwerke.de)<\/p>\n<h2>Beim Blackout nutzen Gaskraftwerke wenig<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere wichtige Folgerung aus den beschriebenen Ereignissen ist die, dass die oft als Heilsbringer gepriesenen Gaskraftwerke bei einem Blackout wenig ausrichten k\u00f6nnen. Reine Gaskraftwerke werden zwar als Schnellstarter gepriesen, doch dauert es eben doch mehrere Minuten, bis ihr Generator wirklich nennenswerte Leistungen abgeben kann. Damit kann man keinen Blackout verhindern. Noch mehr gilt dies f\u00fcr die sogenannten Gas-und-Dampfkraftwerke: Aus dem Stillstand heraus braucht deren Dampfkessel eher Stunden als Minuten, bis er die Turbine mit nennenswerter Leistung versorgen kann. W\u00e4hrend reine Gaskraftwerke wegen ihrer hohen Kosten sowieso meist nur kurzfristig zur Deckung von Spitzenlast zum Einsatz kommen, bedienen GUD-Kraftwerke meist die Mittellast. Zwar kommen sie mit kleinen bis mittleren Lastgradienten gut zurecht, doch ist ihre Pr\u00e4senz im Netz wegen der hohen Kosten zu gering, als dass man von ihnen erwarten k\u00f6nnte, dass sie wesentliche Anteile der Aufgaben von Grundlastkraftwerken \u00fcbernehmen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>EE-Strom ist unzuverl\u00e4ssig<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die oben vorgestellten Gef\u00e4hrdungen der Netzstabilit\u00e4t stellt man bei genauerer Betrachtung der in Deutschland zur Zeit vorliegenden Situation bei der Stromerzeugung \u2013 insbesondere unter Einbeziehung der sogenannten \u201eErneuerbaren Energien\u201c \u2013 fest, dass wir uns bereits jetzt in einer kritischen Situation befinden, die durch weiteren EE-Zubau immer weiter verschlimmert wird. <b>Bild 5<\/b> zeigt den Verlauf der Stromerzeugung aus Wind, Sonne und konventionellen Kraftwerken im Zeitraum vom 1. bis zum 26. Dezember 2013.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4688\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6.jpg\" alt=\"6\" width=\"687\" height=\"443\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6.jpg 687w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6-150x96.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6-300x193.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 687px) 100vw, 687px\" \/><em>Bild 5. <\/em><\/b><em>Erzeugung aus konventionellen, Wind- und Solarkraftwerken vom 1. bis 26. Dezember 2013 (Daten: EEX)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraus l\u00e4sst sich erkennen, dass im Dezember zwar etliche Tage mit sehr hohem Stromaufkommen aus Windenergie vorkamen, aber andererseits auch Zeitr\u00e4ume mit einer Gesamtdauer von rund zwei Wochen, in denen die deutsche Bev\u00f6lkerung ohne den Strom aus konventionellen Kraftwerken extrem schwierige Zeiten ohne Heizung, Licht, Warmwasser, warmes Essen und funktionsf\u00e4hige Arbeitspl\u00e4tze h\u00e4tte durchmachen m\u00fcssen. Von einer F\u00e4higkeit der \u201eErneuerbaren Energien\u201c, konventionelle Kraftwerke zu ersetzen, kann demnach nur jemand reden, der selbst das kleine Einmaleins der Stromerzeugung und -versorgung nicht verstanden hat. Gro\u00dfkraftwerke kann man nicht so mal eben nach Belieben ein- oder ausschalten und danach in die Garage stellen, sie brauchen Belegschaften (4 Schichten!), Betriebsmittel, Brennstoffe, Reparaturen etc. pp, und diese Kosten laufen weiter, egal ob man ihnen erlaubt, Strom zu liefern oder nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihren blamabelsten Tag hatten Sonne und Wind am 11. Dezember, als sie gemeinsam \u00fcber einen Grossteil des Tages weniger als 2000 MW und \u00fcber einen Teil des Nachmittags sogar weniger als 900 MW lieferten, <b>Bild 6.<\/b> Das ist gerade mal die Leistung eines einzigen gr\u00f6\u00dferen Kohlekraftwerks. In Prozentzahlen ausgedr\u00fcckt waren dies gerade einmal 1,4 % der Netzlast. Man muss schon eine sehr lockere Beziehung zur Realit\u00e4t haben um zu behaupten, mit derartigen \u201eEnergiequellen\u201c k\u00f6nne man Deutschland zu 100 % versorgen, wie es immer mal wieder in der Presse zu lesen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4690\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/7.jpg\" alt=\"7\" width=\"775\" height=\"451\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/7.jpg 775w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/7-150x87.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/7-300x174.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 775px) 100vw, 775px\" \/>Bild 6<\/b>. Am 11. Dezember 2013 erreichte das Aufkommen an Wind- und Solarstrom \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume nicht einmal 1500 MW (Daten: EEX)<\/em><\/p>\n<h2>Bei viel Wind wird die Notfallreserve nicht mehr eingehalten<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso unhaltbar ist auf der anderen Seite jedoch inzwischen auch die Situation an Tagen mit hohem EE-Aufkommen. Aufgrund des Vorrangs von EE-Stromerzeugern vor konventionellen Kraftwerken m\u00fcssen diese bei hohen Einspeisungen von Wind- und Solarstrom ihre Erzeugung zur\u00fcckfahren. Dadurch wird jedoch bei etwa 28000 MW eine kritische Grenze unterschritten, bei der die noch am Netz verbleibende Kraftwerksleistung nicht mehr ausreicht, um die erforderliche Mindestreserve an Prim\u00e4rregeleistung vorzuhalten [VERT, WIAU]. Dies ist in Bild 4 mit einer roten Linie gekennzeichnet. Am 22. Dezember war dies beispielsweise \u00fcber einen Zeitraum von 8 Stunden der Fall. F\u00fcr diesen Zeitraum wurde das N-1-Kriterium bez\u00fcglich Vorhaltung von Prim\u00e4rregelleistung nicht mehr eingehalten, ein klarer Versto\u00df gegen die Erkenntnisse aus der Analyse des Blackouts vom November 2006. Auf gut Deutsch: Im Dezember 2013 bestand f\u00fcr einen Zeitraum von mehreren Tagen ein reales Blackout-Risiko nicht nur f\u00fcr Deutschland, sondern auch f\u00fcr die Nachbarl\u00e4nder. In seinem Wind- und Solarwahn ist Deutschland inzwischen offensichtlich bereit, seine internationalen Verpflichtungen zur Sicherung der gemeinsamen Netzstabilit\u00e4t zeitweilig grob zu missachten.<\/p>\n<h2>\u00d6sterreich: Es wurde knapp<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen Eindruck davon, wie sch\u00e4dlich sich der Alleingang Deutschlands in Sachen EE-Energieproduktion auf unsere Nachbarl\u00e4nder mittlerweile auswirkt, vermittelt der Vergleich der urspr\u00fcnglich in \u00d6sterreich geplanten Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken mit der tats\u00e4chlichen Produktion am 22. Dez. 2013, <b>Bild 7<\/b>. Fast den ganzen Tag \u00fcber mussten die Kraftwerke des Austrian Power Grid (APG) zwischen 800 und mehr als 1100 Prozent der urspr\u00fcnglich geplanten Erzeugung erbringen, um einen Zusammenbruch der \u00fcberlasteten Leitungsnetze nach Deutschland zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4691\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/8.jpg\" alt=\"8\" width=\"717\" height=\"528\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/8.jpg 717w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/8-150x110.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/8-300x220.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><em>Bild 7.<\/em><\/b><em> Am 22 Dez. 2013 mussten \u00d6sterreichs konventionelle Kraftwerke ihre Erzeugung notfallm\u00e4\u00dfig um teilweise mehr als 1100 Prozent (!) \u00fcber die urspr\u00fcnglich geplanten Werte hinaus steigern (Daten: EEX)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerne hat man das bei unseren Nachbarn sicher nicht gemacht, denn schon bei einer vergleichbaren Situation am 3. Oktober 2013 hatte man zu \u00e4hnlichen Ma\u00dfnahmen greifen m\u00fcssen, wenn auch nicht in dem jetzt erforderlich gewordenen Umfang. Schon damals hatten sich die Kosten auf \u00fcber eine Mio. \u20ac belaufen [SAUR]. Beim Strom-Tsunami, der um den 22. Dezember herum die Netze \u00fcberflutete, d\u00fcrfte es noch wesentlich teurer geworden sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ausmass des \u00c4rgers, den solche Ereignisse ausl\u00f6sen, unterstreicht die folgende Meldung, die am 29.11.2013 in \u201eDie Presse\u201c erschien: \u201eDer heimische \u00dcbertragungsnetzbetreiber APG schl\u00e4gt Alarm: Das Stromnetz k\u00f6nne mit dem rasanten Ausbau der Wind- und Solarkraftwerke nicht Schritt halten. Allein heuer musste das Unternehmen 600 Stunden lang Kraftwerke notabschalten oder den kurzfristigen Handel mit Strom unterbinden, um das heimische Stromnetz zu sichern. \u201eDie Tendenz ist stark steigend\u201c, warnt APG-Vorstand Gerhard Christiner\u201c [OEST].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesem fundamentalen Problem \u00e4ndert sich auch durch die Tatsache nichts, dass der \u00fcbersch\u00fcssige Windstrom, der in diesem Zeitraum die Netze \u00fcberschwemmte, zeitweilig nur noch dann abzusetzen war, wenn man dem Abnehmer bis zu 6,2 ct\/ kWh draufzahlte, <b>Bild 8<\/b>. Dies erh\u00f6ht die Differenz zum Garantiepreis, den der deutsche Verbraucher dann \u00fcber die EEG-Umlage an die \u201e\u00d6ko\u201c-Profiteure zu bezahlen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4692\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/9.png\" alt=\"9\" width=\"804\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/9.png 804w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/9-150x54.png 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/9-300x108.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 804px) 100vw, 804px\" \/><em>Bild 8.<\/em><\/b><em> Um die Weihnachtszeit 2013 musste \u00fcbersch\u00fcssiger EE-Strom an der B\u00f6rse mit Aufzahlungen von bis zu 6,2 ct\/ kWh verschleudert werden (Grafik: HECK)<\/em><\/p>\n<h2>Quellen:<\/h2>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">[HECK] http:\/\/nature2010.tripod.com\/wkr202.htm \u00a0\u00a0\u00a024\/25.12.2013<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">[N1KR] http:\/\/www.netzausbau.de\/SharedDocs\/Glossareintraege\/DE\/N\/glo_n-1-kriterium.html?view=renderHelp[CatalogHelp]&amp;nn=231210<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">[OEST] http:\/\/diepresse.com\/home\/wirtschaft\/economist\/1492276\/Stromnetz-heuer-600-Mal-in-Gefahr?from=gl.home_wirtschaft<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">[SAUR] http:\/\/www.ploetzlichblackout.at\/2013\/12\/22\/eine-analyse-der-aktuellen-situation-weihnachten-2013\/<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">[VERT] http:\/\/www.energiewelten.de\/elexikon\/lexikon\/seiten\/htm\/110601_Primaerregelung_des_Stromversorgungsnetzes.htm<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">[WIAU] http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stromausfall_in_Europa_im_November_2006<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">[ZEIT] http:\/\/www.zeit.de\/online\/2006\/45\/Stromausfall<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Windstrom ist zur Gefahr geworden In der Zeit kurz vor den Weihnachtsfeiertagen sind die Stromnetze in Deutschland und einigen Nachbarstaaten aufgrund \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Produktion von Windstrom in eine kritische Lage geraten. Deutschland hat dabei seine internationalen Verpflichtungen zur Sicherung der Netzstabilit\u00e4t zeitweilig grob missachtet. 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