{"id":4599,"date":"2013-12-01T21:27:30","date_gmt":"2013-12-01T21:27:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4599"},"modified":"2014-04-30T14:54:17","modified_gmt":"2014-04-30T14:54:17","slug":"die-sicherheit-der-stromversorgung-bleibt-auf-der-strecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=4599","title":{"rendered":"Die Sicherheit der Stromversorgung bleibt auf der Strecke"},"content":{"rendered":"<h3>Die Blackout-Koalition<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4600\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller14-183x300.jpg\" alt=\"fredfmueller1\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller14-183x300.jpg 183w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller14-91x150.jpg 91w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller14.jpg 323w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/>Es gibt ein lustiges Gesellschaftsspiel, bei dem man versucht, einen Turm aus Kl\u00f6tzchen m\u00f6glichst lange stehen zu lassen, obwohl jeder Teilnehmer reihum jeweils ein Bausteinchen herausnimmt. Je nachdem, wie gut der Turm gebaut wurde, kann das eine ganze Weile gutgehen \u2013 doch zum Schluss wird er unweigerlich zusammenbrechen. Ganz \u00e4hnlich, wenn auch mit wesentlich ernsterem Hintergrund, stellt sich auch die Situation im Bereich der deutschen Stromerzeugung dar. Dem soliden Energieversorgungsgeb\u00e4ude des Landes, von mehreren Nachkriegsgenerationen mit Umsicht und Flei\u00df aufgebaut, wird St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck immer mehr Substanz entzogen. Gerade weil es so stabil gebaut ist, konnten die Ignoranten der 3. und 4. Generation, die heute an den Schaltstellen der politischen Macht sitzen, dieses Spiel schon recht weit treiben. Inzwischen aber knirscht es immer lauter im Geb\u00e4lk. Die Gefahr eines massiven Blackouts w\u00e4chst stetig weiter an.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Energiewende soll noch einmal beschleunigt werden, so die aktuelle Meldungslage zur gro\u00dfen Koalition [SPI1, SPI2]. Statt der bisher angestrebten 35 % sollen bis zum Jahr 2025 sogar 40-45 % Strom aus sogenannten Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Der Schwerpunkt d\u00fcrfte dabei auf der Windenergie liegen, insbesondere an den \u201eguten\u201c k\u00fcstennahen Standorten in Norddeutschland, und die Kapazit\u00e4t der Offshore-Windenergie soll von derzeit wenigen 100 MW auf 6500 MW vervielfacht werden. Dies d\u00fcrfte vor allem zu Lasten der konventionellen Kraftwerke gehen, denen man \u2013 soweit sie fossil befeuert werden \u2013 zus\u00e4tzlich auch noch die CO<sub>2<\/sub>-Zertifikate verteuern will [CO2]. Als Antwort auf den \u00fcberbordenden Preisanstieg bei den EE-Energien will man lediglich die F\u00f6rderung in einigen Bereichen nach unten anpassen oder gar deckeln. Falls dies so umgesetzt wird, k\u00f6nnte sich der Anteil der Windenergie an der deutschen Stromerzeugung, der im Jahre 2012 noch bei 7,3 % lag, bis zum Jahr 2025 mehr als verdreifachen und auf \u00fcber 22 % anwachsen. F\u00fcr Solarenergie kann von einem Anwachsen von 4,6 auf bis zu 7 % ausgegangen werden, w\u00e4hrend das Wachstum bei Wasser, Biomasse und M\u00fcll gedrosselt werden d\u00fcrfte. F\u00fcr Deutschlands Energieversorgung bedeutet diese Entwicklung eine Katastrophe. Grund ist, dass im Netz im Prinzip kaum Strom gespeichert werden kann. Produktion und Verbrauch m\u00fcssen deshalb stets im Gleichgewicht gehalten werden. Erzeuger wie Wind und Sonne, die nicht stabil einspeisen, st\u00f6ren dieses Gleichgewicht. Zur Stabilisierung m\u00fcssen die Netzbetreiber dabei vor allem auf die konventionellen Kraftwerke zur\u00fcckgreifen. Und genau die d\u00fcrften zu den Leidtragenden der Koalitionsvereinbarungen geh\u00f6ren.<\/p>\n<h3>Wind und Sonne bieten weder Versorgungssicherheit\u2026<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ursache der Probleme ist die Unzuverl\u00e4ssigkeit der Energielieferungen aus Sonne und Wind. Die moderne Industrienation Deutschland ben\u00f6tigt an Werktagen im Winter bis zu 80000 MW an elektrischer Leistung. Da Wind und Sonne selbst zusammen manchmal nur wenige 100 MW liefern k\u00f6nnen <b>(Bild 1),<\/b> muss die Differenz \u2013 also nahezu die gesamte erforderliche Leistung von bis zu 80000 MW \u2013 durch konventionelle Kraftwerke abgesichert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4605\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller22.gif\" alt=\"fredfmueller2\" width=\"573\" height=\"435\" \/><em>Bild 1<\/em><\/b><em>. Am 22.8.2013 lag die gesamte EE-Stromproduktion aus Wind und Sonne in der Zeit von 05:00 und 07:00 Uhr bei weniger als 600 MW. Ganz rechts die installierten Gesamtkapazit\u00e4ten (Datenquelle: EEX)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um dies zu gew\u00e4hrleisten, wird in Deutschland eine sogenannte gesicherte Kraftwerksleistung bereitgehalten, die zurzeit bei 85000 MW liegt [ENLE]. Diese kann faktisch nur von konventionellen Kraftwerken inklusive Kernkraftwerken erbracht werden. Zwar wird im Prinzip auch Windr\u00e4dern ein gewisser Beitrag von 6 % ihrer Nennleistung zugesprochen, doch zeigt Bild 1 deutlich, dass dies eher eine ideologisch motivierte Wunschvorstellung ist: Bei einer installierten Windkapazit\u00e4t von knapp 32000 MW h\u00e4tten mehr als 1900 MW zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcssen, tats\u00e4chlich waren es zeitweise weniger als 600 MW. Versorgungssicherheit sieht anders aus.<\/p>\n<h3><b>noch Vorhersagbarkeit<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den Bef\u00fcrwortern der EE-Energien wird oft behauptet, dank moderner Methoden zur Wettervorhersage sei das Aufkommen an Wind- und Solarenergie inzwischen so gut vorhersagbar, dass man den Fahrplan der konventionellen Kraftwerke problemlos an das zu erwartende Leistungsprofil anpassen k\u00f6nne. Leider ist dies jedoch nichts anderes als eine ideologisch motivierte L\u00fcge, die an den harten Fakten der Realit\u00e4t zerbricht. Trotz modernster Computersysteme liegen die Prognosen manchmal schon im 24-h-Bereich grausam daneben, wie <b>Bild 2<\/b> anschaulich zeigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4606\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller21.jpg\" alt=\"fredfmueller2\" width=\"666\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller21.jpg 666w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller21-150x86.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller21-300x172.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 666px) 100vw, 666px\" \/>Bild 2.<\/b> Verlauf von Windenergieprognose, tats\u00e4chlicher Stromerzeugung und des resultierenden Prognosefehlers am 11.10.2013, erg\u00e4nzt um die entsprechenden Werte bei gleichem Wettergeschehen unter Annahme einer verdreifachten Windenergiekapazit\u00e4t im Jahre 2025 (Datenquelle: EEX)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Blick auf Bild 2 zeigt, wie das Windenergieaufkommen im Verlauf des Vormittags mehr und mehr von der Prognose abweicht. Um die Mittagszeit herum lag die Differenz zwischen Vorhersage und Ist-Werten bei bis zu 12500 MW, das entspricht der Leistung von 12 Gro\u00dfkraftwerken der 1000-MW-Klasse. Zu diesem Zeitpunkt erreichte die Windenergieleistung 22000 bis 23000 MW. Besonders interessant wird die Darstellung, wenn man sie um eine Projektion f\u00fcr das Jahr 2025 mit einer verdreifachten Windenergiekapazit\u00e4t bei Annahme einer gleichen Wetterlage erg\u00e4nzt. Man kommt dann auf einen Prognosefehler von knapp 38.000 MW bei einer maximalen Windenergieleistung von 68000 MW. Da die EE-Erzeugung Vorrang vor allen anderen Stromanbietern hat, m\u00fcssten dann faktisch alle konventionellen Kraftwerke vom Netz genommen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich gro\u00df sind solche Abweichungen auch im Bereich der Solarenergie. So kam es im Zeitraum zwischen dem 4. und dem 6. April zu einem Prognosefehler von mehr als 8800 MW. Beim Netzbetreiber 50 Hz war die Lage dadurch zeitweilig \u00e4u\u00dferst kritisch [ZFK].<\/p>\n<h3>noch Stabilit\u00e4t<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Problem insbesondere der Windenergie sind die teilweise extremen, kurzfristig im Viertelstunden-Rhythmus auftretenden Schwankungen der Einspeisung. Ungeachtet gegenteiliger Behauptungen der Windkraftlobby \u00e4ndert daran auch die gro\u00dfr\u00e4umig verteilte Aufstellung der Windr\u00e4der kaum etwas. <b>Bild 3<\/b>. zeigt die kurzfristigen Spr\u00fcnge der Windenergieleistung am 11. Oktober 2013. Solche Schwankungen \u201er\u00fctteln\u201c ganz erheblich an der Netzstabilit\u00e4t und zwingen die Netzbetreiber, von den konventionellen Kraftwerken teure Regelenergie abzurufen, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Bei den ver\u00e4rgerten Mitarbeitern der entsprechenden Schaltwarten setzen sich f\u00fcr den Strom aus Wind und Sonne daher inzwischen Ausdr\u00fccke wie \u201eZappelstrom\u201c oder \u201eNeue Instabile Energie\u201c (NIE) immer mehr durch. Die Folgen sind fatal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4607\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller41.jpg\" alt=\"fredfmueller4\" width=\"879\" height=\"712\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller41.jpg 879w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller41-150x121.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller41-300x243.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 879px) 100vw, 879px\" \/>Bild 3.<\/b> Kurzfristige Schwankungen des Aufkommens an Windenergie im Viertelstundenabstand um bis zu + 3000\/ -2500 MW\/h am 11.10.2013 (blau). Bei der entsprechenden Projektion f\u00fcr das Jahr 2025 (rot) zeigen sich Gradienten von bis zu + 10000\/ -6500 MW\/h (Datenquelle: EEX)<\/em><\/p>\n<h3>Konventionelle Kraftwerke als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer missbraucht<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je h\u00f6her der Anteil der sogenannten EE-Stromerzeugung im Netz ist, desto unzuverl\u00e4ssiger und schwankender ist das Stromaufkommen im Netz. Da dieser Strom aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes jedoch Vorrang hat, m\u00fcssen die konventionellen Kraftwerke ihre Leistung immer h\u00e4ufiger stark reduzieren oder gar ganz vom Netz gehen, ohne jedoch abschalten zu k\u00f6nnen, weil sie dennoch dringend gebraucht werden: Zum einen m\u00fcssen sie einspringen, wenn Sonne und Wind gerade mal wieder keine Lust zur Arbeit haben, zum anderen m\u00fcssen sie st\u00e4ndig daf\u00fcr sorgen, dass die Schwankungen der EE-Erzeuger ausgeglichen werden. Statt kontinuierlich arbeiten zu k\u00f6nnen, wof\u00fcr sie eigentlich ausgelegt sind, m\u00fcssen sie zunehmend in einem Stop-and-Go-Modus agieren, der f\u00fcr sie sowohl technisch als auch wirtschaftlich desastr\u00f6s ist. So muss beispielsweise auch im sogenannten \u201eHot Standby\u201c, bei dem ein Kohlekraftwerk seinen Kessel auf Betriebsdruck und -temperatur h\u00e4lt, in erheblichem Ma\u00dfe Kohle verbrannt werden. Zusammen mit der Tatsache, dass auch die Belegschaft weiterhin pr\u00e4sent sein muss, bedingt dies erhebliche Kosten, ohne dass auch nur ein Cent verdient werden kann. Unter dem erzwungenen Stillstand leidet auch die F\u00e4higkeit der Kraftwerke zu schneller Reaktion auf pl\u00f6tzlich auftretende Bedarfsspitzen, denn sie k\u00f6nnen bei stillstehenden Generatoren keine Rotationsenergie zur Netzstabilisierung bereitstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4604\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller5-1024x550.gif\" alt=\"fredfmueller5\" width=\"520\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller5-1024x550.gif 1024w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller5-150x80.gif 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller5-300x161.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/>Bild 4.<\/b> Gro\u00dfkraftwerke wie das 2575-MW-Braunkohlekraftwerk Boxberg kann man nicht einfach an- und abschalten wie ein Auto (Foto: Kohlekraftwerke.de)<\/em><\/p>\n<h3>Reaktionsf\u00e4higkeit von Gro\u00dfkraftwerken<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konventionelle Kraftwerke kann man nicht einfach wie einen Automotor betreiben, den man mal eben mit dem Z\u00fcndschl\u00fcssel anwirft, um sofort losfahren zu k\u00f6nnen. Gro\u00dfe, dampfbetriebene Kraftwerke (<b>Bild 4<\/b>) sind riesige Anlagen mit gewaltigen Massen. Sie m\u00fcssen zun\u00e4chst auf Temperatur gebracht werden, bevor sie Leistung liefern k\u00f6nnen, denn allein im Kessel m\u00fcssen mehrere 1000 Tonnen Wasser in superhei\u00dfen Dampf verwandelt werden. Bei den wirklich gro\u00dfen Grundlastkraftwerken mit Leistungen im Bereich ab 1000 MW kann es bis zu einer Woche dauern, bevor sie nach l\u00e4ngerem Kaltstillstand wieder ans Netz gehen k\u00f6nnen [WIDA]. Die typischen Hochlaufzeiten von Kohlekraftwerken \u2013 diese werden h\u00e4ufig f\u00fcr den reaktionsschnellen Mittellastbetrieb eingesetzt \u2013 liegen zwischen 6-7 Stunden bei einem Kaltstart und immerhin noch 2 Stunden bei einem sogenannten Hei\u00dfstart, worunter ein Stillstand von weniger als 8 h zu verstehen ist [WIKO]. Zwingt man solche Kraftwerke also zum Stop-and-Go-Betrieb, so nimmt man ihnen gleichzeitig die F\u00e4higkeit, im Notfall rasch Energie liefern zu k\u00f6nnen. Das hat nachteilige Auswirkung auf die Versorgungssicherheit.<\/p>\n<h3>Stabilit\u00e4t in Gefahr<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das entscheidende Problem f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Netzstabilit\u00e4t ist, dass sich einerseits aufgrund des Anwachsens von Zappelstrom-Erzeugung der Bedarf an Regelenergie erheblich erh\u00f6ht, w\u00e4hrend gleichzeitig aufgrund der zunehmenden Stillsetzung konventioneller Kraftwerke deren Verf\u00fcgbarkeit zur\u00fcckgeht. Um bei einem gr\u00f6\u00dferen Ausfall wie z.B. einer Kraftwerksst\u00f6rung sofort gegensteuern zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen die Netzbetreiber zuverl\u00e4ssige Kraftwerke, von denen sie kurzfristig gestaffelt die ben\u00f6tigte Regelenergie abrufen k\u00f6nnen, <b>Bild 5<\/b>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4608\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller6-1024x361.jpg\" alt=\"fredfmueller6\" width=\"520\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller6-1024x361.jpg 1024w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller6-150x53.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller6-300x106.jpg 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller6.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/b><em><strong>Bild 5<\/strong>.<\/em><em> Schema des zeitlichen Einsatzes der unterschiedlichen Regelleistungsarten (Grafik: DF5GO\/ Wikimedia Commons)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierf\u00fcr eignen sich nur konventionelle Kraftwerke oder Wasserspeicherkraftwerke. Am wichtigsten sind hierbei die augenblicklich wirksame Tr\u00e4gheitsreserve \u2013 hierf\u00fcr sorgt der Schwungradeffekt der riesigen Turbinen und Generatoren \u2013 sowie die Prim\u00e4rregelleistung, die innerhalb von Sekunden zur Verf\u00fcgung gestellt werden muss. F\u00fcr beides braucht man Gro\u00dfkraftwerke. Damit die einzelnen liefernden Kraftwerke dabei nicht selbst \u00fcberlastet werden, wird hierf\u00fcr pro Einheit nur 2,5 % der Anlagenleistung herangezogen. F\u00fcr Deutschland wird aktuell eine jederzeit verf\u00fcgbare Prim\u00e4rregeleistung von 700 MW f\u00fcr erforderlich gehalten. Somit kann eine st\u00e4ndige Pr\u00e4senz von 28000 MW prim\u00e4rregelf\u00e4higer Leistung von konventionellen Kraftwerken als Untergrenze der Netzstabilit\u00e4t angesetzt werden. An Wochenenden liegt die Netzlast jedoch manchmal nur bei 30000 bis 40000 MW. Bereits jetzt kommen dann manchmal 20000 MW an Windleistung und ebensoviel Solarleistung dazu, so dass es nahezu unm\u00f6glich wird, die erforderliche Pr\u00e4senz an konventionellen Kraftwerken zu gew\u00e4hrleisten. Wenn in zw\u00f6lf Jahren 40 % statt wie derzeit 22 % EE ins Netz eingespeist werden sollen, ist die Stabilit\u00e4t der Netze nicht mehr zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommt eine Tatsache, \u00fcber die sich kaum jemand Gedanken zu machen scheint. Jedes \u201eZappeln\u201c von Zufallsstrom im Netz muss durch entsprechende Zufuhr von Regelenergie der zweiten und dritten Ebene kompensiert werden. Dazu muss jedoch entsprechende Kraftwerksleistung von konventionellen Kraftwerken abrufbar bereitstehen. Zurzeit werden in Deutschland insgesamt 7000 Megawatt positiver Regelleistung und 5500 Megawatt negativer Regelleistung vorgehalten [WIKI]. Die Kosten daf\u00fcr betragen etwa 40 Prozent des gesamten \u00dcbertragungsnetzentgeltes. Sie werden im Netzentgelt versteckt, obwohl sie eigentlich durch die \u201cErneuerbaren\u201d verursacht werden. Bereits im Jahr 2006 wurde gesch\u00e4tzt, dass es hierbei um etwa 300 bis 600 Mio. Euro ging [CARE]. Inzwischen d\u00fcrfte die Milliardengrenze l\u00e4ngst \u00fcberschritten sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das eigentliche Problem ist jedoch, dass f\u00fcr den Ausgleich der \u201eZappelei\u201c k\u00fcnftig immer noch mehr an Regelleistung bereitgehalten werden muss, w\u00e4hrend der Marktanteil der konventionellen Kraftwerke gleichzeitig zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden soll. Von den Verantwortlichen scheint sich kaum jemand dar\u00fcber Gedanken zu machen, woher denn bei dieser gegenl\u00e4ufigen Entwicklung die k\u00fcnftig ben\u00f6tigte Regelenergie kommen soll. Mit Gaskraftwerken allein ist das nicht zu stemmen, nicht nur aufgrund der Kosten, sondern auch weil im Stillstand befindliche Gasturbinen weder Tr\u00e4gheitsreserve vorhalten noch schnell genug hochgefahren k\u00f6nnen, um in nennenswertem Umfang Prim\u00e4rregelenergie bereitstellen zu k\u00f6nnen. Sie sind zwar Schnellstarter, aber es dauert dennoch eher Minuten als Sekunden, bis sie wirklich hohe Leistungen abgeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Konventionelle Kraftwerke verschwinden vom Markt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Aufstellung der deutschen Stromb\u00f6rse umfasst der konventionelle Kraftwerksbestand derzeit Anlagen mit einer Gesamt-Erzeugungskapazit\u00e4t von knapp 110000 MW. F\u00fcr eine Projektion bis zum Jahre 2020 (bzw. 2022) muss man hiervon noch rund 8000 MW Pumpspeicherkapazit\u00e4t abziehen, da Pumpspeicher ja selbst keine Energie erzeugen, sondern sie lediglich zwischenspeichern. Au\u00dferdem muss man bedenken, dass bis 2022 rund 12000 MW an Kernkraftkapazit\u00e4t zur Stilllegung anstehen. Ab 2022 verbleiben also rund 90000 MW, doch will man diesen ein um 18 % kleineres Marktsegment zugestehen als bisher. Zudem werden sie mehr und mehr zu unwirtschaftlichem Teillastbetrieb gezwungen. Schon heute ist die Situation f\u00fcr viele Betreiber kritisch, wie die aktuellen Pl\u00e4ne von RWE und E.ON zur Stilllegung von Kraftwerken und Freistellung von Mitarbeitern belegen. Auch immer mehr Stadtwerke haben mit ihren Kraftwerken Schwierigkeiten. In den n\u00e4chsten Jahren ist damit zu rechnen, dass zahlreiche weitere der zurzeit noch existierenden Kraftwerke stillgelegt werden. Planungen f\u00fcr neue Kraftwerke sind mittlerweile nahezu zum Erliegen gekommen. Bei Bauzeiten von bis zu 15 Jahren ist dies eine bedenkliche Situation.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4610\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller71-1024x910.gif\" alt=\"fredfmueller7\" width=\"520\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller71-1024x910.gif 1024w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller71-150x133.gif 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller71-300x266.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/>Bild 6<\/b>. Die Politik wird weiterhin daran festhalten, im Namen des angeblichen Umwelt- und Klimaschutzes unsere Natur zu sch\u00e4digen<\/em><\/p>\n<h3>Welche Entwicklung ist zu erwarten?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem noch vor kurzem Stellungnahmen des NRW-Wirtschaftsministers Garrelt Duin sowie von NRW-Chefin H. Kraft Hoffnungen geweckt hatten, dass bei den Koalitionsverhandlungen die Bedenken der Industrie zumindest ansatzweise Ber\u00fccksichtigung finden k\u00f6nnten, zeigt der derzeit kommunizierte Verhandlungsstand, dass man seitens der Politik weiterhin unbeirrt in die falsche Richtung marschieren wird, <b>Bild 6<\/b>. Im Prinzip hat man sich v\u00f6llig verfahren. Es gibt keinerlei strategische Planung, stattdessen scheint man nur noch zu versuchen, sich im Widerstreit zwischen den Interessengruppen mit den f\u00fcr Politiker \u00fcblichen \u201eFormelkompromissen\u201c weiter durchzumogeln. Zurzeit wird zwar noch behauptet, man wolle das Tempo des EE-Ausbaus weiter steigern, dabei jedoch gleichzeitig an der Kostenschraube drehen und allzu \u00fcppige Verg\u00fctungszahlungen zur\u00fcckschneiden. Gleichzeitig h\u00e4lt man die konventionellen Kohlekraftwerke wegen ihres CO<sub>2<\/sub>-Ausstosses weiterhin auf der Abschussliste und will sie durch Verknappung von CO<sub>2<\/sub>-Zertifikaten bestrafen. Vermutlich erhofft man sich dadurch eine Besserung der Wettbewerbssituation der notleidenden Gaskraftwerke. Diese will man offensichtlich als flexible Schnellstarter verf\u00fcgbar halten, damit sie als Ausputzer f\u00fcr die Eskapaden der EE-Erzeuger einspringen k\u00f6nnen. Augenscheinlich war bei den Verhandlungen niemand dabei, der auch nur ein klein wenig Ahnung davon hatte, warum wir auf unsere Gro\u00dfkraftwerke und ihre entscheidende F\u00e4higkeit, das Netz in den ersten entscheidenden Sekunden(bruchteilen) einer St\u00f6rung zu stabilisieren, umso weniger verzichten k\u00f6nnen, je mehr Zappelstrom ohne Sinn und Verstand in die<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4611\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/fredfmueller8.gif\" alt=\"fredfmueller8\" width=\"933\" height=\"670\" \/><em>Bild 7.<\/em><\/b><em> Egal wie solide ein (Energieversorgungs)-Geb\u00e4ude auch gebaut sein mag \u2013 man kann es viel schneller kaputtmachen als wieder aufbauen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Netze gedr\u00fcckt wird. Nicht bedacht wird zudem, dass bis 2022 mit den zur Stilllegung verurteilten Kernkraftwerken weitere 12000 MW Gro\u00dfkraftwerksleistung vom Netz gehen werden, deren Funktion durch Gaskraftwerke nicht zu ersetzen ist. Unsere Energiepolitik steuert daher so oder so unbeirrt auf einen massiven Crash zu (<b>Bild 7<\/b>), langdauernde Blackouts eingeschlossen. Denk ich an Deutschland in der Nacht\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Quellen<\/h3>\n<p>[CARE] http:\/\/www.care-energy-online.de\/index.php\/stromgas\/strom\/oekostrom.html?showall=&amp;start=19<\/p>\n<p>[ENLE] http:\/\/www.energie-lexikon.info\/jahreshoechstlast.html<\/p>\n<p>[SPI1] http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/energiewende-koalition-will-windrad-schwemme-bremsen-a-932599.html<\/p>\n<p>[SPI2] http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/arbeitsgruppe-union-und-spd-wollen-energiewende-billiger-machen-a-932733.html<\/p>\n<p>[CO2] http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/emissionshandel-eu-staaten-wollen-co2-ausstoss-teurer-machen-a-932575.html<\/p>\n<p>[WIDA] http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dampfturbine<\/p>\n<p>[WIKI] http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Regelleistung_(Stromnetz)<\/p>\n<p>[WIKO] http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kohlekraftwerk<\/p>\n<p>[ZFK] http:\/\/www.zfk.de\/strom\/artikel\/prognosefehler-von-8800-mw.html<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Blackout-Koalition Es gibt ein lustiges Gesellschaftsspiel, bei dem man versucht, einen Turm aus Kl\u00f6tzchen m\u00f6glichst lange stehen zu lassen, obwohl jeder Teilnehmer reihum jeweils ein Bausteinchen herausnimmt. Je nachdem, wie gut der Turm gebaut wurde, kann das eine ganze Weile gutgehen \u2013 doch zum Schluss wird er unweigerlich zusammenbrechen. 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