{"id":3088,"date":"2012-08-20T09:44:07","date_gmt":"2012-08-20T09:44:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=3088"},"modified":"2012-10-31T06:49:03","modified_gmt":"2012-10-31T06:49:03","slug":"die-europaiche-population-des-rotmilan-ist-schon-durch-wenige-windkraftwerke-gefahrdet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=3088","title":{"rendered":"Die europ\u00e4iche Population des Rotmilan ist schon durch wenige Windkraftwerke gef\u00e4hrdet"},"content":{"rendered":"<p>Der Rotmilan (<em>Milvus milvus<\/em>) ist eine gef\u00e4hrdete Spezies. Die Population ist europaweit abnehmend. Nur in einzelnen L\u00e4nder ist die Population einigermassen stabil.\u00a0 Darunter befindet sich die Rotmilanpopulation der Schweiz. Auf den europ\u00e4ischen Listen der Vogelschl\u00e4ge rangiert der Rotmilan jeweils zuoberst. Ein wichtiger Grund, warum der Rotmilan in der Schweiz noch ein gl\u00fcckliches und gesch\u00fctztes Dasein fristen darf, ist offensichtlich die mehrheitliche Abwesenheit von Windkraftanlagen. Wenn es nach den Windradprofiteuren der\u00a0 Vereinigung zur F\u00f6rderung der Windkraftnutzung &#8222;<em>Suisse Eole<\/em>&#8220; geht, wird das nicht mehr lange so bleiben.<\/p>\n<h3>Neue internationale Studie von der Vogelwarte Sempach<\/h3>\n<p>Die Vogelwarte Sempach hat diese Frage der Gef\u00e4hrdung durch Windkraftanlagen im Detail erforscht\u00b9. Die Resultate sind \u00fcberraschend: Schon ein einziges Windrad beeinflusst die Population des Rotmilans in weitem Umkreis negativ. Es ist sogar so, dass exakt das in der Schweiz so beliebte Aufstellen von Einzelanlagen die Schl\u00e4ge des Rotmilans pro Windrad stark erh\u00f6ht (die notwendigen Landschaftsr\u00e4ume f\u00fcr Windparks fehlen in der Schweiz meistens) . Das sagt Michael Schaub, Leiter der Abteilung &#8222;\u00d6kologie&#8220; der Vogelwarte Sempach dazu:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;I assumed a total of 0, 1, 25 or 50 turbines in the core area. These turbines were not aggregated in wind farms, so each turbine was at least 5 km away from the closest one. The highest number of wind turbines in the core area corresponds to a density of 2 turbines\/100 km2.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcbersetzung<\/strong>: <em>&#8222;Ich nahm ein Total von 0, 1, 25 oder 50 Turbinen f\u00fcr den Kernbereich an. Diese Tubinen waren nicht zusammengefasst in Windparks, jede Turbine war mindestens 5 Km zur N\u00e4chsten Turbine entfernt. Die h\u00f6chste Anzahl von Windturbinen im Kernbereicht entspricht einer Dichte von 2 Turbinen auf 100 Km2.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;I found that population growth rates declined progressively with an increasing number of wind turbines. These negative effects can be weakened if wind turbines are aggregated in power plants.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcbersetzung<\/strong>: <em>&#8222;Das Ergebnis war, dass die Wachstumsrate der Population <strong>mit zunehmender Anzahl von Windturbinen progressiv abnahm<\/strong>. Diese negativen Effekte k\u00f6nnen abgefedert werden, wenn die Windr\u00e4der in Windparks zusammengefasst werden.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Einzelanlagen wie auf dem Heitersberg geplant oder im Entlebuch bereits realisiert und auch Windparks, die \u00fcber eine ganze Region verstreute Anlagen mit grossem Abstand &#8222;zusammenfassen&#8220; wie in der Surselva k\u00f6nnen demnach fatale und weitreichende Auswirkungen auf die Rotmilangruppen haben. Dabei darf man nicht vergessen, dass sich der Bestand des Rotmilans in der &#8222;milanfreundlichen Schweiz&#8220; auf<em><strong> lediglich ca. 1&#8217;500 Individuen<\/strong><\/em> beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<h3>Aargauer Raumplanung f\u00fcr Windkraftwerke ist optimal falsch<\/h3>\n<p>Eine weitere Folgerung aus dieser Studie stellt die Raumplanung im Kanton Aargau in ein schlechtes Licht. Anstelle eines zentralen Windparks, sollen \u00fcber den ganzen Aargau verteilt verschiedene kleinere Windkraftgebiete geschaffen werden.\u00a0 Es ist allerdings nicht einfach, einen einzigen Standort zu definieren, weil es aus vielen anderen Gr\u00fcnden im Kanton Aargau f\u00fcr die Nutzung der Windenergie nicht wirklich gut aussieht: Zu wenig Wind, zu wenig Abstand zu bewohnten Geb\u00e4uden und eine \u00f6konomische Situation, die nur die unerkl\u00e4rliche staatliche Subventionierung den Bau solcher Anlagen zul\u00e4sst. Die \u00d6koterroristen im Grossen Rat des Kantons Aargau haben noch nicht begriffen, dass sie mit dieser Windradpolitik nichts Geringeres als die<strong><em> erweiterte Umweltverschmutzung<\/em><\/strong> erfunden haben. In der europ\u00e4ischen Politik gilt schon l\u00e4nger:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><span style=\"color: #008000;\"><strong>Je gr\u00fcner die Parolen, desto gr\u00f6sser die Umweltverschmutzung<\/strong><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass diese Politik erwiesenermassen nicht zum Ziel f\u00fchrt, wurde hier schon verschiedentlich diskutiert. Aber wenn man die W\u00e4hler w\u00e4hrend Jahrzehnten mit panikartigen Aussagen angelogen hat, kann man von diesem toten Pferd &#8222;gr\u00fcne Energie&#8220; eben nicht mehr so schnell absteigen. Die meisten Politiker \u00fcben sich lieber in angewandter Selbstt\u00e4uschung. Wohin das f\u00fchrt, erleben wir aktuell bei der Schuldenkrise der europ\u00e4ischen L\u00e4nder.<\/p>\n<h3>Schlechtmacherei ist das einzige Argument der Windradlobby<\/h3>\n<p>Windradprofiteure h\u00f6rt man gerne davon reden, es h\u00e4tte &#8222;<em>schon viel zu viele Rotmilane<\/em>&#8220; in der Schweiz. Die typische und einfach durchschaubare Konstruktion &#8222;<em>Die Bauern bef\u00fcrchten Sch\u00e4den, wenn das so weiter geht &#8230;<\/em>&#8220; hat man auf dem Heitersberg auch schon als Argument an den Marketingveranstaltungen des &#8222;<em>F\u00f6rdervereins Windenergie Aargau<\/em>&#8220; h\u00f6ren k\u00f6nnen. Was der Greifvogel denn an Sch\u00e4den verursachen w\u00fcrde, konnte man bei diesen &#8222;Fachleuten&#8220; allerdings bis heute nicht in Erfahrung bringen.<\/p>\n<p><strong>Referenz 1<\/strong>: &#8222;<a href=\"http:\/\/windland.ch\/doku_wind\/voegel\/Wind_Rotmilan_Sempach_2012.pdf\" target=\"_blank\">Spatial distribution of wind turbines is crucial for the survival of red kite populations<\/a>&#8222;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rotmilan (Milvus milvus) ist eine gef\u00e4hrdete Spezies. Die Population ist europaweit abnehmend. Nur in einzelnen L\u00e4nder ist die Population einigermassen stabil.\u00a0 Darunter befindet sich die Rotmilanpopulation der Schweiz. Auf den europ\u00e4ischen Listen der Vogelschl\u00e4ge rangiert der Rotmilan jeweils zuoberst. 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