{"id":2561,"date":"2011-12-12T07:07:35","date_gmt":"2011-12-12T07:07:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=2561"},"modified":"2012-10-31T06:50:29","modified_gmt":"2012-10-31T06:50:29","slug":"widerstand-gegen-windparks-in-deutschland-3000-meter-abstand-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=2561","title":{"rendered":"Widerstand gegen Windparks in Deutschland: 3&#8217;000 Meter Abstand gefordert"},"content":{"rendered":"<p><em>Berliner Morgenpost, 11. Dezember 2011, von Regina K\u00f6hler und Gudrun Mallwitz<\/em><\/p>\n<h3>Streit \u00fcber Windparks spaltet Brandenburg<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2562\" title=\"3000_Meter_Mindestabstand_B\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3000_Meter_Mindestabstand_B.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3000_Meter_Mindestabstand_B.jpg 500w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3000_Meter_Mindestabstand_B-150x103.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3000_Meter_Mindestabstand_B-300x207.jpg 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3000_Meter_Mindestabstand_B-140x96.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Foto: Massimo Rodari<\/p>\n<p><strong>Der Bau von immer mehr Windr\u00e4dern sorgt in vielen Brandenbuger D\u00f6rfern f\u00fcr \u00c4rger. W\u00e4hrend die einen ihre Heimat vor dem L\u00e4rm der lauten Anlagen sch\u00fctzen wollen, sehen die anderen nur das Geld, das sie als Grundst\u00fccksbesitzer verdienen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Grit Rehmann-Kuhl, Katrin Malecki und Silke Wagner haben kaum mehr Zeit, seitdem sie Anfang des Jahres eine Initiative gegen Windkraftanlagen gegr\u00fcndet haben. Die Wiesenhagenerinnen m\u00fcssen Flyer drucken, Protestplakate malen, Sitzungen besuchen und den anderen im Dorf immer wieder erkl\u00e4ren, warum sie mit dem Ausbau der Windkraft so ihre Probleme haben. Die Arbeitsbelastung finden sie nicht weiter schlimm. Schwer sei es hingegen, mit den Anfeindungen dort zu leben.<\/p>\n<p>Das Dorf mit seinen rund 300 Einwohnern im Landkreis Teltow-Fl\u00e4ming ist zerstritten. W\u00e4hrend nicht nur die drei Frauen bef\u00fcrchten, dass die in Wiesenhagen geplanten Windr\u00e4der viel zu dicht an den Wohnh\u00e4usern gebaut werden k\u00f6nnten, sehen andere vor allem das Geld, dass ihnen Windkraftbetreiber bereits versprochen haben \u2013 weil es ihr Land ist, auf dem die R\u00e4der stehen sollen.<\/p>\n<p>Pro Windrad ist von bis zu 30.000 Euro Pachteinnahmen im Jahr f\u00fcr die Grundst\u00fccksbesitzer die Rede. Es sind solche Versprechen, die etliche Dorfbewohner dazu verleitet haben, sich vorbehaltlos auf die Seite m\u00f6glicher Windkraftanlagenbetreiber zu stellen. Damit haben sie die Atmosph\u00e4re im Dorf vergiftet. Bisher sind die Menschen hier gut miteinander ausgekommen. Von normalen Streitigkeiten abgesehen, haben sie immer versucht, zusammenzuhalten. Diese Zeit ist nun offenbar vorbei, das friedliche Miteinander scheint nachhaltig gest\u00f6rt. Doch Wiesenhagen ist kein Einzelfall. Der Streit \u00fcber die Windparks entzweit viele Dorfbewohner im Land Brandenburg.<\/p>\n<p><strong>BETREIBER HABEN NEUE STRATEGIEN<\/strong><\/p>\n<p>Denn die Braunkohle will bis auf diejenigen, die mit ihr in der Lausitz arbeiten und von ihr leben, keiner mehr haben. Allein die beiden Braunkohlekraftwerke in J\u00e4nschwalde und Schwarze Pumpe (beide Spree-Nei\u00dfe) blasen j\u00e4hrlich 36 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 in die Luft. Geht es aber um Alternativen wie die Energiegewinnung durch Windkraftparks, sagen viele: Wunderbar, aber bitte nicht vor meiner Haust\u00fcr.<\/p>\n<p>Die Zeiten des kategorischen Widerstands scheinen dennoch vorbei zu sein. Der Grund ist nicht nur ein neues Klima- und Umweltbewusstsein. In der Uckermark protestierte eine B\u00fcrgerinitiative Mitte der 90er-Jahre so lange, bis ihre Vertreter im Kreistag geh\u00f6rt wurden.<\/p>\n<p>Mittlerweile ist es ruhiger geworden. Die Windparkbetreiber haben neue Strategien gegen den wachsenden Widerstand entwickelt. Sie ziehen wie Dr\u00fcckerkolonnen durchs Land und versuchen, Vorvertr\u00e4ge f\u00fcr ihre Windr\u00e4der mit Bauern und Landbesitzern abzuschlie\u00dfen. Und das, bevor konkrete Fl\u00e4chen f\u00fcr die Aufstellung der Windkraftanlagen festgelegt sind. So war es auch in Wiesenhagen. 2010 besuchten Herren mit Aktenkoffern und freundlichem L\u00e4cheln etliche Dorfbewohner. Sie k\u00f6nnten viel Geld verdienen, wenn sie ihr Land f\u00fcr den Windkraftpark zur Verf\u00fcgung stellen, versprachen sie. Die Herren hatten sich Zugang zu den Grundb\u00fcchern verschafft und wussten genau, wem welches St\u00fcck Acker, Wiese oder Wald geh\u00f6rt. Auch \u00fcber m\u00f6gliche Vogelflugstrecken, Biotope und Naturschutzgebiete waren sie informiert. So kamen sie zu dem Schluss, dass nur ein Waldgebiet, unmittelbar am Dorf gelegen, f\u00fcr die Aufstellung von Windr\u00e4dern infrage kommt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Grit Rehmann-Kuhl ist klar, dass der Streit \u00fcber den Windpark noch lange dauern wird. Ein Ende sei nicht abzusehen, egal wie die Sache ausgeht, sagt sie. \u201eWerden die Windr\u00e4der gebaut, haben die Gegner das Nachsehen. Werden sie nicht gebaut, f\u00fchlen sich all jene betrogen, denen viel Geld daf\u00fcr angeboten wurde.\u201c Dabei sind Grit Rehmann-Kuhl und ihre Mitstreiterinnen nicht grunds\u00e4tzlich gegen den Windpark vor ihrem Dorf. Sie wollen nur, dass die verantwortlichen Politiker sich nicht von umtriebigen Windkraftinvestoren vereinnahmen lassen.<\/p>\n<p><strong>\u201eEs muss unbedingt noch einmal gepr\u00fcft werden, ob tats\u00e4chlich Waldfl\u00e4chen f\u00fcr den Windpark infrage kommen\u201c, fordert Rehmann-Kuhl. Au\u00dferdem m\u00fcsse festgelegt werden, dass die Wind erzeugenden Kolosse mindestens 3000 Meter von den Wohnh\u00e4usern entfernt aufgestellt werden. Laut brandenburgischem Umweltministerium gibt es diesbez\u00fcglich aber keine klare rechtliche Grundlage. <span style=\"text-decoration: underline;\">Allerdings seien allein aus L\u00e4rmschutzgr\u00fcnde um die 1000 Meter Abstand zum n\u00e4chsten Wohngebiet f\u00fcr die k\u00fcnftige Anlagengeneration mit hoher elektrischer Leistung n\u00f6tig, so das Ministerium.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Auch in der Gemeinde Pr\u00f6tzel in M\u00e4rkisch-Oderland sorgt die Windkraft f\u00fcr Streit. Am Ortsrand drehen sich hier bereits 40 Windr\u00e4der. Nun soll ein neuer Windpark helfen, das so dringend ben\u00f6tigte Geld in das hoch verschuldete Dorf zu bringen. Denn dieses Mal wollen die B\u00fcrger die Konditionen bestimmen. Lange wurde diskutiert und gestritten, ehe die Gemeindevertreter beschlossen, eine kommunale Gesellschaft zu gr\u00fcnden. Sie soll nun mit Windkraftbetreibern verhandeln. Die Ausschreibung l\u00e4uft bereits.<\/p>\n<p><strong>ANLAGEN WERDEN MODERNISIERT<\/strong><\/p>\n<p>Die brandenburgische Landesregierung unter Matthias Platzeck (SPD) will den Anteil der erneuerbaren Energien von der Wind- \u00fcber die Solarenergie, Biomasse und Geothermie bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent am Prim\u00e4renergieverbrauch steigern. Als die CDU in der einst rot-schwarzen Koalition noch den Wirtschaftsminister stellte, war sie auch f\u00fcr die Ausweitung der Windparks. In der Opposition ist sie mittlerweile dagegen \u2013 trotz des unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossenen Atomausstiegs. Die derzeitige rot-rote Regierung in Brandenburg aber forciert den Ausbau der Windkraftanlagen. Sie will ein Vorzeigebundesland der alternativen Energiegewinnung werden. Ihr erkl\u00e4rtes Ziel ist es, bis 2020 die derzeit j\u00e4hrlich erzeugte Leistung aus Windkraftanlagen auf rund 7500 Megawatt zu verdoppeln. Dabei setzt sie nicht nur auf die Ausweisung neuer Parks, sondern auch auf das sogenannte Repowering: Bestehende Anlagen werden modernisiert und bringen mehr Leistung.<\/p>\n<p>Platzeck beobachtet die Widerst\u00e4nde im Land seit Jahren. Er fordert \u201emehr Toleranz\u201c im Umgang mit neuen Energietechniken. Einige Brandenburger wollten keine weiteren Windr\u00e4der, Biogasanlagen \u201estinken ihnen buchst\u00e4blich\u201c.<\/p>\n<p>In Brandenburg sind zurzeit 2920 Windkraftanlagen im Betrieb, 237 weitere sind genehmigt. Momentan laufen laut Wirtschaftsministerium zudem Antr\u00e4ge f\u00fcr die Modernisierung von elf Anlagen, die durch neue Technik k\u00fcnftig mehr Leistung erbringen sollen. Ein Superlativ ist genehmigt: das weltst\u00e4rkste Windkraftwerk wird am s\u00fcdbrandenburgischen Lausitzring gebaut. Es soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen und 18000 Haushalte mit Strom versorgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berliner Morgenpost, 11. Dezember 2011, von Regina K\u00f6hler und Gudrun Mallwitz Streit \u00fcber Windparks spaltet Brandenburg Foto: Massimo Rodari Der Bau von immer mehr Windr\u00e4dern sorgt in vielen Brandenbuger D\u00f6rfern f\u00fcr \u00c4rger. 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