{"id":2185,"date":"2011-06-13T15:17:57","date_gmt":"2011-06-13T15:17:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=2185"},"modified":"2012-10-31T13:20:38","modified_gmt":"2012-10-31T13:20:38","slug":"windkraftwerk-heitersberg-enteisung-mit-atomstrom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=2185","title":{"rendered":"Windkraftwerk Heitersberg: Enteisung mit Atomstrom"},"content":{"rendered":"<p>Die Gegner des Windkraftwerke Heitersberg bef\u00fcrchten massiven Eiswurf von den geplanten Anlagen. Das gut dokumentierte Problem wird seit jeher durch die Initianten des Windparks ignoriert und zerredet. Mit der Stellungnahme zu den 42 Einsprachen aus allen Volksschichten wartet die Mittelland Windenergie GmbH mit neuen \u00fcberraschenden L\u00f6sungen auf:<\/p>\n<h3>Im Winter rund um die Uhr heizen mit Atomstrom aus dem Netz<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die Testanlagen auf der G\u00fctsch noch \u00fcber bescheidene 12 Kilowatt konsumierende Heizelemente verf\u00fcgt haben, wartet die ENERCON mit einer tollen &#8222;<em>Verbesserung<\/em>&#8220; auf, die den Eisbefall gar nicht erst entstehen lassen soll. Mit einer durchgehenden Beheizung der Rotorbl\u00e4tter will man dem Eis endlich Herr werden. Dazu wird eine neue Generation von Heizelementen verwendet, die \u00fcber eine Leistung von <em><strong>85&#8217;000 Watt<\/strong><\/em> verf\u00fcgen. Sie erm\u00f6glichen es, die Rotorbl\u00e4tter theoretisch \u00fcber dem kritischen Wert zu erw\u00e4rmen, wo sich Eiskristalle auf den Fl\u00fcgeln bilden k\u00f6nnen. Diese Technik habe sich bei einem Windpark in Schweden als tauglich erwiesen, meint der Hochglanzprospekt der Herstellerfirma.<\/p>\n<h3>Werden Windkraftwerke nun f\u00fcr die Produktion oder den Verbrauch von Strom gebaut?<\/h3>\n<p>Eine verwirrende Frage, bestimmt! Es entspricht ohne Zweifel der Tatsache, dass eine derartige Monsterheizung in der Lage ist, das Problem &#8222;Eiswurf&#8220; als solches zu l\u00f6sen. Doch zu was f\u00fcr einem Preis? Wurden Windkraftwerke nicht urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Produktion von Strom aus Windkraft entwickelt? Ich meine schon!<\/p>\n<p>Hier ist die Wirkung aber genau umgekehrt: Das Windkraftwerk ben\u00f6tigt massenhaft Atomstrom aus dem Netz. Auf dem Heitersberg kommt die sichere Stromversorgung zu 70% aus den nahen Kernkraftwerken, so ist es auf der Stromrechnung jedes Remetschwiler Haushalts ausgewiesen. Treiben wir hier also den Teufel mit dem Belzebueb aus? &#8211; Es sieht schwer danach aus!<\/p>\n<p>Dabei kann man der Herstellerfirma ENERCON keinen Vorwurf machen. In der Realit\u00e4t funktioniert das wahrscheinlich ganz gut &#8211; aber eben ausschliesslich f\u00fcr gut bewindete Anlagen im Norden Europas und nicht bei Standorten, die den weitaus gr\u00f6ssten Teil der Tage \u00fcber keinen oder wenig Wind verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Diese vorgeschlagene L\u00f6sung funktioniert einwandfrei, wenn die damit begl\u00fcckte Anlage auch sch\u00f6n &#8222;am Wind&#8220; liegt und deshalb gen\u00fcgend Strom erzeugt. Eine andauernde Beheizung ist zwar ein zus\u00e4tzlicher Nachteil, weil ja ein Teil des Stroms f\u00fcr &#8222;interne&#8220; Funktionen verloren geht. Die Bilanz k\u00f6nnte unter optimalen Verh\u00e4ltnissen durchaus positiv ausfallen, weil die Anlage wegen der daraus resultierenden Verhinderung des Eisbefalls auch mehr Strom produzieren w\u00fcrde. Damit das funktionieren kann, ist aber <em><strong>eine ganz bestimmte kritische Auslastung <\/strong><\/em>der Anlage <strong><em>notwendig<\/em><\/strong>. Anlagen an Standorten mit geringem Windaufkommen stehen \u00f6fters still &#8211; genau die Situation, wie wir sie im gesamten Mittelland der Schweiz &#8211; und damit auch auf dem Heitersberg &#8211; mit Sicherheit erwarten d\u00fcrfen.<\/p>\n<h3>Tage- bis wochenlange Flauten sind normal auf dem Heitersberg<\/h3>\n<p>Was geschieht nun aber, wenn die Anlage mangels Windaufkommen tage- ja wochenlang stillsteht? &#8211; Entweder wird w\u00e4hrend dem Stillstand fleissig geheizt &#8211; pro Stunde also mit einer Strommenge von 85 KWh &#8211; oder die Fl\u00fcgel vereisen trotzdem.<\/p>\n<p>Es ist anzunehmen, dass die horrenden Stromrechnungen die Betreiber zur zweiten L\u00f6sung zwingen &#8211; die Rotoren vereisen, weil sich die tagelange Beheizung mit Atomstrom nicht lohnen kann! Der Effekt ist dann der gleiche, wie ohne die Monsterheizung: Eiswurf auf den nahen Wanderweg, ohne Vorwarnung, denn auch diese Anlage wird &#8222;<em>automatisch andrehen<\/em>&#8220; und erst wieder abschalten, wenn sie das un\u00fcbliche Leistungsverhalten des Systems &#8222;<em>bemerkt<\/em>&#8222;, weil sich Eis gebildet hat. Ein einziger Umgang der angetauten Rotoreisbeschichtung und das Eis fliegt weit \u00fcber hundert Meter in der Gegend herum &#8211; Eisst\u00fccke, die schon mal mehrere Kilogramm Gewicht aufweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Drehen die Rotoren trotz Windmangel?<\/h3>\n<p>Ja, das tun sie weltweit schon heute! Immer, wenn es gerade mal wieder kein echtes &#8222;<em>L\u00fcftchen<\/em>&#8220; hat, werden die Anlagen zu Demozwecken wiederum unter Ben\u00fctzung des vorhandenen Atomstroms aus dem Netz angedreht, damit es so aussieht, als w\u00fcrden sie sich &#8222;<em>selber<\/em>&#8220; drehen. Diese Funktion ist aber auch aus verschiedenen technischen Gr\u00fcnden notwendig: &#8222;<em>Andrehen<\/em>&#8220; bei wenig Wind (ein sehr h\u00e4ufiges Szenario in der Schweiz) und f\u00fcr obigen Fall &#8222;<em>Weiterdrehen<\/em>&#8220; f\u00fcr die Verhinderung des Eisbefalls bei gleichzeitigem Heizen. Nachteil: F\u00fcr das Andrehen oder Weiterdrehen wird Strom aus dem Netz bezogen und ben\u00f6tigt neben der Leistung der Nebenaggregate noch einmal zus\u00e4tzlichen Strom aus dem \u00f6ffentlichen Netz. Bei l\u00e4nger anhaltender &#8222;<em>Unterst\u00fctzung<\/em>&#8220; macht das aber keinen Sinn mehr, die Anlage steht aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden still und muss die Beheizung irgendwann mal abschalten. Es w\u00fcrde lediglich die Umwelt aufgeheizt und der Nettoertrag w\u00fcrde in solchen Tagen weit unter Null sinken.<\/p>\n<p>Diese Technik mag in Schweden funktionieren. Dort w\u00fcrde aber niemand ein Windkraftmonster lediglich 46 Meter neben einem vielbegangenen Wanderweg aufstellen oder unterhalb von 6m\/s Durchschnittswind realisieren. Und das schon gar nicht auf einem H\u00fcgel, der an 300 Tagen im Jahr wenig bis gar kein Windaufkommen hat. Denn mit aller sch\u00f6nen Technik und den blumigen Erkl\u00e4rungen der Exponenten der Windradlobby: Das wochenlange Beheizen einer Windkraftanlage mit Atomstrom kann beim besten Willen nichts zu einer modernen Energiegewinnung beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gegner des Windkraftwerke Heitersberg bef\u00fcrchten massiven Eiswurf von den geplanten Anlagen. Das gut dokumentierte Problem wird seit jeher durch die Initianten des Windparks ignoriert und zerredet. 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