{"id":2164,"date":"2011-06-10T20:08:33","date_gmt":"2011-06-10T20:08:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=2164"},"modified":"2012-10-31T13:19:26","modified_gmt":"2012-10-31T13:19:26","slug":"der-wert-der-landschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=2164","title":{"rendered":"Der Wert der Landschaft"},"content":{"rendered":"<p>Bei Windkraftprojekten gibt es verschiedentlich Hinweise, dass die Projekte kaum wirtschaftlich interessant w\u00e4ren, wenn die Subventionen entfallen w\u00fcrden. In der Schweiz liegt der Hauptgrund darin, dass die vorhandenen Windgeschwindigkeiten &#8211; der wichtigste Hauptfaktor f\u00fcr die effiziente Stromproduktion &#8211; zu gering sind. \u00c4ussern nun eventuell vorhandene Projektgegner diese Tatsache, wird oft lapidar darauf hingewiesen, &#8222;<em>dass die Betreiber ein eigenes Interesse daran haben, dass die Produktion rentabel sei<\/em>&#8220; womit die Diskussion dann ein etwas schal anmutendes Ende hat. Kaum jemand denkt daran, dass bei einem Windkraftprojekt der\u00a0 Erholungswert und die \u00c4sthetik der Landschaft in Mittleidenschaft gezogen wird und deshalb daf\u00fcr auch ein &#8222;Preis&#8220; berechnet werden muss. Die Wertminderung der Landschaftsnutzung f\u00fcr einen grossen Teil der Bev\u00f6lkerung darf nicht f\u00fcr einen rein privatwirtschaftlichen Zweck \u00fcbergangen werden. Bei der Berechnung zur Kosten &#8211; Nutzen &#8211; Analyse von Windkraftwerken wird dieser wichtige Faktor bisher \u00fcbersehen.<\/p>\n<h3>Der Wert der Landschaft<\/h3>\n<p>In diesem Artikel will ich diese Frage unter Zuhilfenahme von bereits vorhandener Literatur betrachten. Es sollte doch m\u00f6glich sein, f\u00fcr die Landschaft eine monet\u00e4re Summe ausweisen zu k\u00f6nnen. Eine Summe, mit der der fehlende Faktor f\u00fcr die Kosten &#8211; Nutzen &#8211; Analyse und damit die eigentliche Wirtschaftlichkeitsrechnung n\u00e4her an die wirklichen Kosten gebracht werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wenn man an diese Frage herangeht, hat man zuerst den falschen Eindruck, dass das Thema noch kaum jemanden interessiert hat. Weit gefehlt! Neben dem <a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2011\/05\/10\/erneuerbare-energien-und-landschaftsschutz\/\">hier ver\u00f6ffentlichten Artikel<\/a> des ehemaligen Gesch\u00e4ftsleiters der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Hans Weiss (NZZ vom 24. M\u00e4rz 2011), gibt es <a href=\"http:\/\/windland.ch\/doku_allgemein\/Landschaft\/Studie_Ott_Landschaft_und_Tourismus.pdf\" target=\"_blank\">ein interessantes Dokument des SECO<\/a>, das eine ganz klare Aussage dazu macht. W\u00e4hrend Hans Weiss die Notwendigkeit zur monet\u00e4ren Bewertung der Landschaft argumentiert, findet man im Dokument der SECO eine Summe: 68 &#8211; 79 Milliarden CHF. Die Wirkung einer &#8222;<em>Verschlechterung der Landschaftsqualit\u00e4t<\/em>&#8220; wird eindr\u00fccklich aufgezeigt: Der Tourismus leidet, was dann auch die Rechnung f\u00fcr die Volkswirtschaft in den Boden reisst. Im Originalton liest sich das so:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8230; die Tourismusausgaben sinken, weil die Touristen nicht mehr kommen, weniger lang bleiben oder weniger ausgeben &#8230;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die obigen 68 &#8211; 79 Milliarden CHF sind keine hochgegriffene Phantasiezahl. Es ist gem\u00e4ss SECO eine <strong>Minimaleinsch\u00e4tzung<\/strong>. Das wird in besagtem Dokument folgendermassen formuliert:<\/p>\n<blockquote><p><em>Dieser Wert ist als Minimalsch\u00e4tzung zu verstehen, da er nur die Zahlungsbereitschaft der Landschaftsreisenden in die Schweiz umfasst. Dazu kommen jedoch noch Existenz- und Optionswerte (Wertsch\u00e4tzung der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung und potenzieller Schweizreisender) und Verm\u00e4chtniswerte (Wert f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen).<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3>Die Auswirkung von Windkraftwerken sind enorm<\/h3>\n<p>Wieviele Windkraftwerke werden ben\u00f6tigt, um die Qualit\u00e4t einer Landschaft zu ver\u00e4ndern? Man kann hier klar sagen: Je sichtbarer, also h\u00f6her und dominanter die Windr\u00e4der gebaut werden, desto weniger Anlagen werden f\u00fcr eine auff\u00e4llige Wirkung ben\u00f6tigt. Eine einzige Anlage mit 200 Metern Gesamth\u00f6he kann \u00fcber das halbe Mittelland gesehen werden. Da also bereits mit wenigen Anlagen ein extrem negativer Effekt auf die Landschaft erzielt wird, sind die Kosten pro Anlage entsprechend gross.<\/p>\n<p>Auf der Basis dieser Daten muss davon ausgegangen werden, dass der geplante Bau von <strong>hunderten bis tausenden von Windkraftanlagen<\/strong> einen <strong>massiven Einbruch<\/strong> f\u00fcr die Tourismusbranche <strong>zur Folge haben muss<\/strong>. Da n\u00fctzt es auch nichts, wenn die paar wenigen Windradenthusiasten fest darauf bestehen, dass sich diese Anlagen &#8222;<em>harmonisch in die Landschaft einf\u00fcgen<\/em>&#8220; sollen. Das Gros der mit gesundem Menschenverstand ausgestatteten Touristen wird <strong>keine Ferien in der verspargelten Landschaft der Schweiz machen<\/strong> wollen.<\/p>\n<h3>J\u00e4hrlich mehrere Millionen Verlust pro Anlage f\u00fcr die Volkswirtschaft<\/h3>\n<p>Der Bau von Windkraftwerken auf die H\u00fcgel der Schweiz hat einen indirekten Milliardenverlust zur Folge, der sich nicht ann\u00e4hernd mit dem konstruierten Argument der &#8222;<em>Arbeitsplatzbeschaffung durch Erneuerbare Energie<\/em>&#8220; ausgleichen l\u00e4sst. Die industriellen Windr\u00e4der werden allesamt im Ausland gebaut und entwickelt und m\u00fcssen mit teuren Devisen beschafft werden. Die in der Schweiz in Einzelf\u00e4llen hergestellten Windradkomponenten sind nicht wirklich ein Gewinn f\u00fcr das Land. Denn sp\u00e4testens beim Wiederimport als fertige Anlage findet sich auf den Produkten noch eine satte Marge des Lieferanten. Wir kaufen unsere exportierte Ware zum h\u00f6heren Preis wieder zur\u00fcck!<\/p>\n<p>Neben den Steuern, die den Konsumenten \u00fcber die Stromrechnung belastet werden und die Betreiber mit ungerechtfertigten Subventionen begl\u00fccken, l\u00f6st jede gebaute Windkraftanlage dar\u00fcber hinaus\u00a0 volkswirtschaftliche Kosten aus, die durch die geringe Leistung und den technisch ineffizienten Betrieb weiter versch\u00e4rft werden. Die Landschaftsverschandelung durch Windkraftwerke ist ein ernsthaftes Problem f\u00fcr die Schweiz. Es gibt keinen greifbaren Grund diesen Fehler nur deshalb zu machen, weil der &#8222;grosse Bruder Deutschland&#8220; ihn bisher nicht hat wahr haben wollen. Es ist auch nicht verst\u00e4ndlich, dass eine Bundesverwaltung v\u00f6llig einseitig auf eine Technologie setzt, die f\u00fcr unser Land nachweislich keinen Sinn ergibt. Es ist noch trauriger, dass unsere Politiker fern jeder Vernunft und mangels besseren Wissens bei ihren Entscheidungen auf die Meinung befangener Experten bauen. Ein Blick ins europ\u00e4ische Ausland w\u00fcrde die kritische Sicht der wenigen Windkraftgegner problemlos best\u00e4tigen. Dazu m\u00fcsste man aber &#8211; auch als Journalist &#8211; in der Lage sein, franz\u00f6sische und englische Medien verstehen zu k\u00f6nnen. Ob das ein Problem der Faulheit oder schlicht des geistigen Unverm\u00f6gens ist, muss weitgehend offen bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Windkraftprojekten gibt es verschiedentlich Hinweise, dass die Projekte kaum wirtschaftlich interessant w\u00e4ren, wenn die Subventionen entfallen w\u00fcrden. 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