{"id":2108,"date":"2011-05-20T06:32:52","date_gmt":"2011-05-20T06:32:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=2108"},"modified":"2011-05-20T07:31:38","modified_gmt":"2011-05-20T07:31:38","slug":"aves-jahresanlass-zurich-illusion-contra-realitat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=2108","title":{"rendered":"AVES Jahresanlass Z\u00fcrich: Illusion contra Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Am Abend des 19. Mai hat in den R\u00e4umlichkeiten der Zunft zur Schneidern der j\u00e4hrliche Informationsanlass der AVES Region Z\u00fcrich stattgefunden. In der AVES (Aktion f\u00fcr eine vern\u00fcnftige Energiepolitik Schweiz) vereinen sich Wissenschaftler, Ingenieure, Politiker und interessierte Menschen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Energiepolitik auf einer vern\u00fcnftigen, technisch realisierbaren Ebene zu halten. Man kann sich gut vorstellen, dass die AVES deshalb aus der Sicht der \u00d6kofundamentalisten als &#8222;<em>rotes Tuch<\/em>&#8220; empfunden wird. Einzig und allein deshalb, weil sich eine Mehrheit dieser Leute f\u00fcr eine vern\u00fcnftige Kernkraft einsetzt und nicht sofort wegen einer hysterischen Reaktion der Gesellschaft eingebrochen ist, als ein Tsunami die Welt aus den Energiefugen geworfen hat.<\/p>\n<h3>Nationalrat Otto Ineichen, FDP im Gespr\u00e4ch mit dem Journalisten Alex Baur (Weltwoche)<\/h3>\n<p>Unter der subtilen Leitung des Journalisten Markus Hoffmann (NZZ) wurden die beiden Kontrahenten aufeinander losgelassen. Gleich zu Beginn wurde festgestellt, dass die Wahrnehmung des Themas in den Medien stark verzerrt dargestellt wird. Praktisch alle Informationsquellen w\u00fcrden \u00fcber Energiefragen einseitig informieren. Ein Grund dazu konnte nicht klar eingegrenzt werden, doch hat sich im Verlauf der Diskussion gezeigt, dass im Umfeld von Medienschaffenden ein &#8222;<em>journalistischer Standard gegen KKW<\/em>&#8220; herrscht, die ein Ausscheren eines einzelnen Journalisten erschwere. Politiker w\u00fcrden Gefahr laufen, nicht mehr gew\u00e4hlt zu werden, wenn sie f\u00fcr einen vern\u00fcnftigen Einsatz der Kernkraft eintreten. Diese Haltung wurde durch Nationalrat Otto Ineichen f\u00f6rmlich greifbar dargestellt. Mit faktenlosen, leeren Aussagen hat er die Notwendigkeit eines Kompromisses zwischen dem &#8222;Gr\u00fcnen Block gegen KKW&#8220; und dem kaum mehr existierenden &#8222;B\u00fcrgerlichen Block f\u00fcr KKW&#8220; geworben, den er mit seiner <a href=\"http:\/\/www.otto-ineichen.ch\/cgi\/projekte\/allianz.asp\" target=\"_blank\">Energieallianz<\/a> erreichen will. Diese partei\u00fcbergreifende Organisation soll die Energieversorgung der Zukunft definieren.<\/p>\n<p>Es wird im Verlauf des Gespr\u00e4chs schnelll klar, dass sich NR Otto Ineichen durch die \u00d6kofundamentalisten v\u00f6llig hat vereinnahmen lassen. Nur zu gut kennt man deren komplett faktenlose Argumentation, die sich Ineichen kr\u00e4ftig angeeignet hat. Man m\u00fcsse jetzt alles tun, um die Energiewende herbeizuf\u00fchren (fundamentale Aussage aller \u00d6kogruppen), man wolle dann in zwei Jahren sehen, was sich davon bew\u00e4hrt habe oder nicht. Oder: &#8222;<em>90% der jungen Menschen k\u00f6nnen mit Kernkraft nicht mehr umgehen<\/em>&#8220; (n\u00e4chstes jegliche Grundlagen vermissendes Argument der \u00d6kobewegung). \u00dcber weite Teile des Abends hat Otto Ineichen eine schlechte Falle gemacht. Er hat gegen einzelne Parteien gewettert, die &#8222;<em>alles blockieren und verhindern<\/em>&#8220; (weitere Aussage der \u00d6kofundis), bezeichnet das Toggenburg als Energieautark und relativiert das bei Nachfrage sofort mit &#8222;<em>im Sommer sind sie energieautark<\/em>&#8222;, was genausowenig den Tatsachen entspricht und erschreckend aufzeigt, wie weit sich Otto Ineichen schon vom Boden der Realit\u00e4t abgehoben hat.<\/p>\n<p>Kurz: Otto Ineichen ist der Kopf einer unwissenden Bl\u00f6deltruppe, die sich f\u00fcr die Wahlen einen guten Namen und eine passende Plattform geschaffen hat. Inhaltlich kann sie nichts Praktisches vorweisen, das einer vern\u00fcnftigen Energiepolitik auf die Spr\u00fcnge helfen k\u00f6nnte. In seinen luzerner Stammlanden macht er sich stark f\u00fcr Windenergie (Lindenberg), die schon auf dem Papier nicht funktioniert und m\u00f6chte mit Photovoltaik die gesamte Schweiz mit Strom versorgen. Nicht einmal der Wein ist neu, der aus diesen alten Schl\u00e4uchen kommt. Aber Otto Ineichen hat sich erfolgreich das &#8222;Gr\u00fcne M\u00e4ntelchen&#8220; angezogen, das ihn \u00fcber die n\u00e4chsten Wahlen bringt. Otto Ineichen ist ein klassischer Wendehals, von denen wir in der Politik weiss Gott genug haben. Das Schlimmste dabei ist, dass er sich wider besseres Wissen mit Leuten einl\u00e4sst, die mit bewusster und wissenschaftlicher Absicht, die Energieversorgung und danach die Volkswirtschaft in eine Planwirtschaft umbauen wollen. Und Leute wie er merken das nicht.<\/p>\n<h3>Alex Baur kontert und \u00fcberzeugt<\/h3>\n<p>Im Kern wirft Baur Ineichen vor, zu Beginn einer notwendigen demokratischen Diskussion einen Kompromiss einzugehen, bevor diese auch nur halbwegs gef\u00fchrt worden ist. Alex Baur hat im Gepr\u00e4ch \u00fcberzeugend dargelegt, dass er als Kernkraftbef\u00fcrworter andere Meinungen aufnehmen und darauf mit guten Fakten antworten kann. Ganz im Gegensatz zu seinem Kontrahenten Ineichen brachte er Fakten \u00fcber Fakten in die Diskussion, die bei den Zuh\u00f6rern gut verst\u00e4ndlich und nachvollziebar angekommen sind. Dabei muss man sagen, dass die Zuh\u00f6rerschaft mehrheitlich aus Spezialisten der Energiebranche bestanden hat, denen man kein X f\u00fcr ein U vormachen kann. Eine Zuh\u00f6rerin, die sich als Physikerin bezeichnete, brachte den interessanten Punkt ins Gespr\u00e4ch, dass man schon seit 30 Jahren von erneuerbarer Energie rede und in dieser Zeit keine valable L\u00f6sung zum Ersatz von Kernkraft gefunden werden konnte. Weitere Zuh\u00f6rer warfen ein, dass f\u00fcr die Energieproduktion immer ein gewisses Risiko vorhanden sei, man denke nur an die Speicherseen f\u00fcr die Nutzung der Wasserkraft. Breche ein Staudam (z.B. bei M\u00fchleberg oder die Grande Dixance) so w\u00fcrden wesentlich mehr Menschen gef\u00e4hrdet. Es wurde auch klar formuliert, dass wir ohne Kernkraft den wachsenden Stromverbrauch nicht abdecken k\u00f6nnten. Es seien sofort neue KKW zu planen, deren Sicherheit aber selbstverst\u00e4ndlich auf einem h\u00f6chstm\u00f6glichen Niveau anzusiedeln sei. Nur mit neuer Kerntechnik sei es m\u00f6glich, die veraltete, teilweise zu Recht kritisierte Sicherheit der laufenden KKW mit den aktuellen Sicherheitsnormen aufzur\u00fcsten.<\/p>\n<p>Die Weltwoche und Alex Baur im Speziellen werden durch die Lobby der \u00d6kofundamentalisten in Parlament und Bev\u00f6lkerung ignoriert. Sie zeigen moralisierend auf sogenannte &#8222;<em>Missst\u00e4nde<\/em>&#8220; und blenden dabei ihre eigenen Fehler und Vers\u00e4umnisse aus. Es ist einfach, dem Mainstream das Wort zu reden. In solchen Zeiten kristallisieren sich die wahren Politker und die echten Journalisten aus der Masse heraus. Merken wir uns die Namen dieser Menschen, die man am besten mit dem etwas abgegriffenen Wort &#8222;<em>Standhaft<\/em>&#8220; bezeichnen kann. Wir brauchen jetzt keine gr\u00fcnen Tr\u00e4umer und Opportunisten. Was wir ben\u00f6tigen ist eine ehrliche, auf Fakten basierende Diskussion um unsere Energiezukunft. An diesem Abend hat sie begonnen. Auf die nachvollziehbaren und realistischen Fakten der &#8222;<em>Gr\u00fcnen<\/em>&#8220; m\u00fcssen wir wohl noch etwas warten. Sie m\u00fcssen erst noch den schwierigen Wandel vom Glauben zum Wissen schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Abend des 19. Mai hat in den R\u00e4umlichkeiten der Zunft zur Schneidern der j\u00e4hrliche Informationsanlass der AVES Region Z\u00fcrich stattgefunden. 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