{"id":1549,"date":"2010-12-16T07:07:25","date_gmt":"2010-12-16T07:07:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1549"},"modified":"2011-01-06T08:06:29","modified_gmt":"2011-01-06T08:06:29","slug":"systematische-falschung-der-leistungsprognosen-durch-die-suisse-eole","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1549","title":{"rendered":"Systematische F\u00e4lschung der Leistungsprognosen durch die Suisse Eole"},"content":{"rendered":"<h3>Die sch\u00f6ne Theorie der Suisse Eole<\/h3>\n<p>Bei allen Projekten der Windradlobby wurde eine als &#8222;pr\u00e4zise&#8220; bezeichnete Windmessung vorgenommen. Es entspricht den Tatsachen, dass mit einer methodisch und fachlich richtig vorgenommen Windmessung die zu erwartenden Leistungswerte sehr genau prognostiziert werden k\u00f6nnen. Oder besser gesagt: Werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Weil die Windmessungen als selbstdeklarierte und unbegr\u00fcndbare Geheimsache einer \u00d6ffentlichkeit vorenthalten werden, kann die Windradlobby im Vorfeld der Projektierung eines Windparks jedes nur erdenkliche M\u00e4rchen erz\u00e4hlen, was die prognostizierte Leistung dieser technischen Wunderwerke betrifft. Eine der ersten Grosswindanlagen der Schweiz steht seit dem Jahr 2005 im Feldmoos in der Gemeinde Entlebuch. Mit grossartigen Reden und noch grossartigeren Zahlen wurde in der Presse am 28. Oktober 2005 daf\u00fcr geworben:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8230; f\u00fcr den Initianten, Bergbauer Roland Aregger, und f\u00fcr die ganze Region: Die 900-Kilowatt-Turbine wird mit Hilfe der vor Ort <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>reichlich vorhandenen<\/strong><\/span> und erneuerbaren Ressource Wind Strom f\u00fcr <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>den Bedarf von rund 300 Haushalten<\/strong><\/span> produzieren. In Zeiten steigender \u00d6lpreise und erstarkter Warnungen vor k\u00fcnftigen Stromversorgungsl\u00fccken hat Entlebuch ein neues Wahrzeichen erhalten: Es weist in die energiepolitische Zukunft. Bei strahlendem Herbstwetter und mit Pr\u00e4zision wurden die drei je 26 Meter langen Rotoren in windiger H\u00f6he am Anlagenturm befestigt. Rund zwei Monate nach der Unwetterkatastrophe, welche die Gemeinde Entlebuch besonders hart getroffen hat, tr\u00e4gt das \u00f6rtliche Klima nun zur Regionalentwicklung bei. Die Windturbine wird j\u00e4hrlich <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>gesch\u00e4tzte 1&#8217;000&#8217;000 kWh \u00d6kostrom produzieren<\/strong><\/span> ( 1&#8217;000 MWh oder 1 GWh, Anm. Autor) &#8211; notabene klimafreundlich und zu einem markttauglichen, l\u00e4ngerfristig garantierten Abnahmepreis.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3>Die Realit\u00e4t kommt sp\u00e4t, aber sie kommt immer<\/h3>\n<p>Was ist nun aber die realistissche Leistungsbilanz, nach immerhin 4 Jahren Betrieb? Man sehe und staune:<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-1550\" href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/12\/16\/systematische-falschung-der-leistungsprognosen-durch-die-suisse-eole\/leistung_wka_feldmoos\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1550\" title=\"leistung_WKA_Feldmoos\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/leistung_WKA_Feldmoos.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/leistung_WKA_Feldmoos.jpg 600w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/leistung_WKA_Feldmoos-150x76.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/leistung_WKA_Feldmoos-300x153.jpg 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/leistung_WKA_Feldmoos-140x71.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>(Grafik bezogen von www.wind-data.ch)<\/em><\/p>\n<p>Es wurden \u00fcber die Jahre 06 bis 09 gerechnet gerade mal 696 MWh j\u00e4hrlich produziert. Dabei wurde das erste Betriebsjahr fairerweise nicht mitgerechnet. Wer jetzt meint, dass <span style=\"color: #ff0000;\"><em><strong>diese doch stark unter den Erwartungen ausgefallene Leistung<\/strong><\/em><\/span> auch wirklich ins Stromnetz geliefert worden ist, t\u00e4uscht sich gewaltig. Eine solche Anlage ben\u00f6tigt f\u00fcr den Betrieb Strom aus dem \u00f6ffentlichen Stromnetz, um \u00fcberhaupt funktionieren zu k\u00f6nnen. Die wunderbare Nettolieferung ist also noch einmal um mindestens 1% &#8211; bei Anwendung einer Enteisungsanlage bis zu 35% tiefer. Nach vierj\u00e4hrigem Betrieb zeigt es sich nun eindr\u00fccklich, dass weder reichlich Wind vorhanden, noch die versprochenen 300 Haushalte versorgt werden k\u00f6nnen. Wie wenn man das nach den erfolgten Windmessungen nicht h\u00e4tte berechnen k\u00f6nnen. Aber die Messungen haben inhaltlich gar nie wirklich interessiert. Es ging und geht auch heute noch ausschliesslich um die simple Forderung, dass &#8222;eine Windmessung durchgef\u00fchrt wurde&#8220;.<\/p>\n<h3>Das Ergebnis, wenn man die Bedingungen frisiert<\/h3>\n<p>Die unerkl\u00e4rliche Bedingung, dass auf 50 Meter \u00fcber Grund eine minimale Windgeschwindigkeit von 4.5m\/s nachgewiesen werden muss, entspricht etwas der gedachten Bedingung des Strassenverkehrsamtes, dass alle Automobile ab einer erreichbaren Maximalgeschwindigkeit von 50 Km\/h als <strong><em>Rennwagen <\/em><\/strong>einzustufen sind. Die technisch realistischen Eigenschaften eines &#8222;Rennwagens&#8220; erreicht man bei Windkraftanlagen aber erst ab ca. 9m\/s durchschnittliches Windaufkommen! Diese k\u00fcnstliche Limite ist erwiesenermassen ein Wert, der durch die Windradlobby so tief angesetzt wurde, damit den Politikern und letztendlich der Bev\u00f6lkerung ein brauchbares Windaufkommen in der Schweiz vorgegaukelt werden konnte. Das Bundesamt f\u00fcr Energie spricht heute von immer noch zu schwach ausgelegten minimalen 5.5m\/s auf 100 Meter H\u00f6he gemessen. Es gibt dabei aber keinen Grund, ein Windkraftwerk aufzustellen, wenn nicht mindestens 6m\/s auf 50 Meter \u00fcber Grund nachgewiesen sind.\u00a0 Im windkrafterfahrenen Deutschland gilt ein Standort mit weniger als 6.4m\/s (auf 80 Meter \u00fcber Grund gemessen) als minimale Bedingung. Diese Regelung wurde exakt deshalb eingef\u00fchrt, weil auch in Deutschland Missbrauch getrieben wurde. Das deutsche EEG (in der Schweiz KEV) sieht auch eine minimale, absolute Leistungslimite f\u00fcr jeden Typ WKA vor, der erreicht werden muss, um nicht aus der Abnahmepflicht zu fallen. W\u00fcrde diese Regelung in der Schweiz angewendet, m\u00fcssten praktisch alle bestehenden Anlagen auf Subventionen verzichten.<\/p>\n<p>Die Verwirrung mit Windgeschwindigkeiten und Messh\u00f6hen hat nur den einen Grund: Verwirrung stiften, damit niemand auf die Idee kommt, diese Zahlen zu pr\u00fcfen. Und da 99% der Journalisten nicht\u00a0 recherchieren was sie schreiben, ist das schon eine gute Sicherheit, dass diese Lumperei nicht \u00f6ffentlich aufgedeckt wird. Ausserdem langweilen solche Zahlenbeigen enorm. Keine gute Grundlage f\u00fcr eine oberfl\u00e4chliche Klatschspalte!<\/p>\n<h3>300 Haushalte sind 151 Haushalte<\/h3>\n<p>Nehmen wir einen statistischen durchschnittlichen Haushaltsverbrauch von 4.6 MWh\/a als Basis, und ziehen wir fairerweise kein Watt f\u00fcr den Betriebsaufwand ab, k\u00f6nnen mit der Anlage im Entlebucher Feldmoos theoretisch <span style=\"color: #ff0000;\"><em><strong>151 Haushalte versorgt werden<\/strong><\/em><\/span>. In der Praxis sind es aber noch wesentlich weniger. Ohne St\u00fctzung durch Atom- und Wasserkraft k\u00f6nnte hier auf keinen Fall von &#8222;<em>Versorgung<\/em>&#8220; gesprochen werden. &#8222;<em>Unterst\u00fctzung<\/em>&#8220; ist der ehrlichere Begriff. Wenn wir jetzt den Betriebsaufwand mit der erzeugten Energie vergleichen k\u00f6nnten, <span style=\"color: #ff0000;\"><em><strong>w\u00fcrden wir auf horrende Strompreise stossen<\/strong><\/em><\/span>, die solche Anlagen der Allgemeinheit kosten. Da solche Rechnungen nat\u00fcrlicherweise <span style=\"color: #ff0000;\"><em><strong>der \u00d6ffentlichkeit vorenthalten<\/strong><\/em><\/span> werden, darf die Suisse Eole weiterhin ungestraft ihre systematischen \u00dcbertreibungen unter die Bev\u00f6lkerung bringen. Am Ende bleibt nur Schall und Rauch. Die einzigen Profiteure der Windkraftnutzung sind die Betreiber, die die Chance einer d\u00fcmmlichen &#8222;Kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung&#8220; bis zum letzten Rappen ausn\u00fctzen. Und die darin von korrupten Funktion\u00e4ren und &#8222;Freien Mitarbeitern&#8220; der Bundesverwaltung kr\u00e4ftig unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<h3>Mit Photovoltaik funktioniert das schon l\u00e4nger<\/h3>\n<p>Wenden wir bei der Photovoltaik die gleichen Massst\u00e4be an, wie die Suisse Eole im Fall WKA Feldmoos, ist der Betrieb eines stromautarken Einfamilienhauses schon lange Wirklichkeit. Es kann pro Hausdach mit lediglich 15m2 Fl\u00e4che der j\u00e4hrliche Stromverbrauch eines statistischen Haushalts produziert werden. Aber da redet kein Mensch von &#8222;<em>Versorgung<\/em>&#8222;. Es ist hier selbstverst\u00e4ndlich, dass der Spitzenbedarf aus dem \u00f6ffentlichen Netz bezogen werden muss. Obwohl diese Strommenge tats\u00e4chlich auf dem Dach des betreffenden Einfamilienhaus produziert wird, ist es unm\u00f6glich, damit eine Heizung oder einen Kochherd zu betreiben. <em><strong>Warum<\/strong><\/em>? Beim Kochen zum Beispiel wird eine hohe Leistung pro Zeiteinheit ben\u00f6tigt. Diese Leistung steht bei allen Neuen Erneuerbaren Energien f\u00fcr die Produktion von Strom nicht zur Verf\u00fcgung, wenn man sie ben\u00f6tigt. Bei Photovoltaik und bei Windkraft genausowenig, wie bei Sonnenkollektoren und eben allen &#8222;<em>stochastisch<\/em>&#8220; produzierenden Energiequellen. Weil der Stromspeicher fehlt, kann die notwendige Energiedichte nicht erreicht werden, um das Kochfeld auf die n\u00f6tige Betriebsleistung zu bringen. Zum Verst\u00e4ndnis muss man dazu allerdings den Unterschied zwischen Stromleistung und Strommenge unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Phantasieprodukt &#8222;<strong><em>Versorgung eines Haushalts<\/em><\/strong>&#8220; kann im Zusammenhang mit Strom aus Neuer Erneuerbarer Energie praktisch nie angewendet werden. Neue Erneuerbare Energie kann die Spitzenlast niemals auch nur ann\u00e4hernd zur Verf\u00fcgung stellen, wenn sie gebraucht wird. Die genaue und ehrliche Beschreibung der Wirkung von Strom aus Neuer Erneuerbarer Energie m\u00fcsste demnach f\u00fcr obiges Beispiel des Windrades Feldmoos und f\u00fcr alle Windkraftanlagen richtigerweise heissen: &#8222;<em>&#8230; produziert die Strommenge, die 151 statistische Haushalte w\u00e4rend eines Jahres verbrauchen<\/em>&#8222;.<\/p>\n<h3>Halb- und Viertelwahrheitsgehalt<\/h3>\n<p>Das Wort &#8222;<em>Versorgung<\/em>&#8220; ist Ausdruck des reines Wunschdenkens einer an Wunder glaubenden Gruppe von Idealisten und Theoretikern. Und es wird mit der klaren Absicht angewendet, den Durschnittsb\u00fcrger \u00fcber die wahren Begebenheiten im Unklaren stehen zu lassen. Er soll daran glauben. Das erreicht man am besten mit einfachen und deshalb meist \u00e4usserst unrichtigen Begriffen wie &#8222;<em>300 Haushaltungen k\u00f6nnen versorgt werden<\/em>&#8222;. Und diese Fehlinformation entspricht dann jeweils etwa der H\u00e4lfte der Wahrheit. Man nennt solche Wahrheiten &#8211; ebenfalls nicht ganz richtig &#8211; &#8222;<em>Halbwahrheiten<\/em>&#8222;. Da das nun schon zum zweiten Mal die halbe Wahrheit ist, m\u00fcsste im Feldmoss bei Entlebuch mathematisch richtiger\u00a0 der Begriff &#8222;<strong><em>Viertelwahrheit<\/em><\/strong>&#8220; angewendet werden. Da fragt man sich nur noch, wo die Wahrheit endet und wo die L\u00fcge beginnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die sch\u00f6ne Theorie der Suisse Eole Bei allen Projekten der Windradlobby wurde eine als &#8222;pr\u00e4zise&#8220; bezeichnete Windmessung vorgenommen. Es entspricht den Tatsachen, dass mit einer methodisch und fachlich richtig vorgenommen Windmessung die zu erwartenden Leistungswerte sehr genau prognostiziert werden k\u00f6nnen. Oder besser gesagt: Werden k\u00f6nnten. 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