{"id":1515,"date":"2010-12-15T10:49:33","date_gmt":"2010-12-15T10:49:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1515"},"modified":"2011-01-03T19:07:31","modified_gmt":"2011-01-03T19:07:31","slug":"das-grosse-halali-auf-den-wald-ist-eroffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1515","title":{"rendered":"Das grosse Halali auf den Wald ist er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p>Das schweizerische Waldgesetz ist nicht das restriktivste der Welt. In Japan wurde die reglementierte Nutzung des Waldes schon vor vielen hundert Jahren eingef\u00fchrt. In Europa ist das schweizerische Waldgesetz wohl als das nachhaltigste zu bezeichnen. Es verbietet grunds\u00e4tzlich die Rodung und den Bau von Anlagen mit &#8222;Nichtforstlichem Nutzen&#8220;. Die strengen Vorschriften sind historisch beg\u00fcndet. Um das Jahr 1840 wurden grosse Waldfl\u00e4chen gerodet. Der Restbestand des schweizerischen Waldes wurde noch auf eine Fl\u00e4che von lediglich 700&#8217;000 Hektaren gesch\u00e4tzt. Die daraus resultierende Erosion hatte grosse Murg\u00e4nge und \u00dcberschwemmungen zur Folge. Im Gebiet des Emmentals mussten notfallm\u00e4ssig H\u00e4nge mit schnellwachsenden Nordamerikanischen Kiefern bepflanzt werden, eine Baumart, die nicht heimisch, aber schnell wachsend das Problem bald gel\u00f6st hat. In der Folge erholten sich die Waldfl\u00e4chen bis zur heutigen Fl\u00e4che von 1.2 Mio Hektaren Wald. Tendenz steigend.<\/p>\n<h3>Vern\u00fcnftige Politiker bauen das Fundament f\u00fcr die Lobbyisten der Windradlobby<\/h3>\n<p>In den letzten Jahren wurde das Thema Wald immer wieder auf das politische Parkett gebracht. Am 25. Juni 2009 hat die Kommission f\u00fcr Umwelt, Raumplanung und Energie des St\u00e4nderats die Parlamentarische Initiative <a href=\"http:\/\/www.parlament.ch\/d\/suche\/seiten\/geschaefte.aspx?gesch_id=20090474\" target=\"_blank\">09.474<\/a>, &#8222;Flexibilisierung der Waldfl\u00e4chenpolitik&#8220; eingereicht. Am 20. Oktober des gleichen Jahres hat die Kommission f\u00fcr Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates dem Inhalt der Initiative zugestimmt:<\/p>\n<blockquote><p><em>Es ist eine \u00c4nderung des Bundesgesetzes \u00fcber den Wald zu erlassen mit dem Ziel, in Gebieten mit einer Zunahme der Waldfl\u00e4che Konflikte mit landwirtschaftlichen Vorrangfl\u00e4chen, \u00f6kologisch oder landschaftlich wertvollen Gebieten sowie dem Hochwasserschutz zu beseitigen; dies durch eine Flexibilisierung der Pflicht zum Rodungsersatz in den betroffenen Gebieten. Gleichzeitig sind geeignete Instrumente vorzusehen, damit in den Gebieten mit einer Zunahme der Waldfl\u00e4che eine weitere, unerw\u00fcnschte Ausdehnung der Waldfl\u00e4che eingeschr\u00e4nkt werden kann. Dabei soll die Gesamtwaldfl\u00e4che nicht reduziert werden.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Anpassung kann als sinnvoll, auch aus der Sicht eines pragmatischen Naturschutzes bezeichnet werden. Es war absehbar, dass es nicht lange dauern w\u00fcrde, bis die Profiteure der Windradlobby diesen vorsichtigen Tabubruch f\u00fcr die Nutzung des Waldes bemerken und die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ihre eigenen Ziele erkennen w\u00fcrden. Weil der Wald bei einer Mehrheit der Bev\u00f6lkerung bekanntlich einen \u00e4usserst sensiblen Status geniesst, ging die Windradlobby mit der bew\u00e4hrten Vorsichtigkeit ans Werk. Weitere Infrastrukturanlagen und Freizeitanlagen im Wald wurden bei einer landesweiten repr\u00e4sentativen Umfrage aus dem Jahr 1999 deutlich abgelehnt. Da hat man zuerst die Marketingorganisation der Suisse Eole\u00a0 eingeschaltet, um \u00fcber ein eingespieltes und eingeschmiertes Mediennetzwerk ein paar Versuchsballone loszulassen.<\/p>\n<h3 id=\"firstHeading\">Carpe diem &#8211; die Windradlobby beisst an<\/h3>\n<p>Nach einem Jahr Wartefrist, aber mit einem gut h\u00f6rbaren Vorgepl\u00e4nkel mit viel Vorfreude auf das offensichtlich von langer Hand vorbereitete und intern diskutierte <a href=\"http:\/\/www.parlament.ch\/D\/Suche\/Seiten\/geschaefte.aspx?gesch_id=20103722\" target=\"_blank\">Postulat Cramer<\/a>, wurden in den Zeitungsartikeln im Mittelland die ersten Aussagen publik, dass man doch auch im Wald solche Anlagen aufstellen sollte. Schliesslich sei das in Deutschland schon l\u00e4nger die Normalit\u00e4t und h\u00e4tte da keinerlei nachteilige Folgen gezeitigt. Wie \u00fcblich wurden weder die Nachteile noch die in Deutschland gezeitigten Folgen minimal recherchiert. Die Windradlobby darf seit Jahren erz\u00e4hlen, was immer sie will. Mangels Verst\u00e4ndnis und mit viel vorausschauendem Gehorsam wird es von den Medien unkritisch aufgenommen und fleissig portiert. Das l\u00e4ngst erwartete Postulat wurde jetzt also Realit\u00e4t:<\/p>\n<h3>St\u00e4nderat Robert Cramer als Speerspitze der Suisse Eole<\/h3>\n<p>Das Postulat <a href=\"http:\/\/www.parlament.ch\/D\/Suche\/Seiten\/geschaefte.aspx?gesch_id=20103722\" target=\"_blank\">10.3722<\/a> &#8211; &#8222;Erleichterung des Baus von Windkraftanlagen in W\u00e4ldern und auf Waldweidefl\u00e4chen&#8220; ist mit einem ehrlichen Titel ausger\u00fcstet worden. Man muss ja auch gar nichts bef\u00fcrchten, denn wenn man das Wort &#8222;Windenergie&#8220; in den Mund nimmt, darf man bei uninformierten Parlamentariern immer noch mehrheitlich mit freudigem Erschauern rechnen. Daf\u00fcr wird praktisch alles geopfert, was fr\u00fcheren Generationen lieb und teuer war &#8211; auch der Wald. Dieses Postulat hat nur auf den ersten Blick etwas Gemeinsames mit der Parlamentarischen Initiative <a href=\"http:\/\/www.parlament.ch\/d\/suche\/seiten\/geschaefte.aspx?gesch_id=20090474\" target=\"_blank\">09.474<\/a>. Es ist nicht weniger als das grosse Halali auf den Waldschutz:<\/p>\n<blockquote><p><em>Der Bundesrat wird beauftragt zu pr\u00fcfen, ob es nicht sinnvoll w\u00e4re,  Massnahmen zu ergreifen, dank denen der Bau von Windkraftanlagen in  W\u00e4ldern oder in Waldn\u00e4he sowie auf Waldweidefl\u00e4chen erleichtert werden  kann, wenn dort ein nutzbares Windkraftpotenzial besteht. Diese  Massnahmen k\u00f6nnten in einer Praxis\u00e4nderung bestehen oder, wenn  notwendig, sogar in einer \u00c4nderung des Waldgesetzes. <strong>Der Bundesrat  achtet dabei darauf, die Landschaft und die Naturschutzgebiete sowie die  Fauna und Flora bestm\u00f6glich zu sch\u00fctzen.<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Es wird sofort klar, dass es sich um einen echten Paradigmenwechsel handelt. Die Suisse Eole ist davon \u00fcberzeugt, dass schon das schw\u00e4chste L\u00fcftchen ein &#8222;nutzbares Potenzial&#8220; darstellt. Also d\u00fcrfen wir bei der Realisierung im dannzumal aktualisierten Waldgesetz davon ausgehen, dass neben jedem <em>unbewaldeten <\/em>H\u00fcgel nun auch noch auf jedem <em>bewaldeten <\/em>H\u00fcgel ein Windpark aufgestellt werden soll. Ganz im Sinne der Klimafanatiker, die die gesamte Weltkugel (ernsthaft!) in ein Meer von Windkraftanlagen verwandeln wollen. Das heuchlerische Achten auf die Natur ist zwar ein krasser Gegensatz zur erwarteten Wirkung, macht sich aber ausserordentlich gut, auf den ersten Blick. Dem Bundesrat hat das Postulat in einer ersten Reaktion auch gefallen:<\/p>\n<h3>Antwort des Bundesrates vom \t\t\t\t\t\t\t\t24.11.2010<\/h3>\n<blockquote><p><em>Der Bau von Windenergieanlagen im Wald oder in  Waldweiden kann unter bestimmten Umst\u00e4nden <strong>\u00f6kologisch <\/strong>und <strong>\u00f6konomisch <\/strong>vorteilhaft sein. Angesichts der Zunahme der Waldfl\u00e4che in der Schweiz  und der unterschiedlichen \u00f6kologischen Qualit\u00e4t der verschiedenen  Waldfl\u00e4chen ist der Bundesrat bereit, die M\u00f6glichkeiten zur  Erleichterung des Baus von Windenergieanlagen im Wald oder in Waldweiden  zu pr\u00fcfen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3>Was ist hier \u00f6kologisch?<\/h3>\n<p>Zum Gl\u00fcck muss das der Bundesrat nicht im Detail erkl\u00e4ren. Wahrscheinlich w\u00fcrde die Antwort \u00e4hnlich inkompetent ausfallen, wie bei der Zentrale der Pro Natura: &#8222;Windkraftnutzung sch\u00fctzt die Natur vor dem drohenden Aussterben von Pflanzen und Tieren&#8220; (<a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/12\/04\/der-mythos-vom-artensterben-durch-die-erderwarmung\/\" target=\"_self\">widerlegt<\/a>). Oder: &#8222;Strom aus Windkraft ist sauber&#8220; (<a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/06\/28\/windrader-und-klimaschutz-lasst-uns-das-mal-zusammen-nachrechnen\/\" target=\"_self\">widerlegt<\/a>). Oder &#8222;Wir m\u00fcssen etwas tun und Zeichen setzen&#8220; (<a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/09\/02\/der-mythos-der-kleinen-schritte\/\" target=\"_self\">Ja, aber das Richtige tun, bitte<\/a>). Wer das als \u00f6kologisch bezeichnet, soll sich doch <a href=\"http:\/\/www.matthias-kreh.de\/?comp=com_article&amp;id=93\" target=\"_blank\">so eine Baustelle mal genauer anschauen<\/a>. (Bilder Mathias Kreh, Deutschland)<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em><a rel=\"attachment wp-att-1525\" href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/12\/15\/das-grosse-halali-auf-den-wald-ist-eroffnet\/baustelle3\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1525\" title=\"baustelle3\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle3.jpg\" alt=\"\" width=\"534\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle3.jpg 640w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle3-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle3-140x105.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><\/a><a rel=\"attachment wp-att-1526\" href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/12\/15\/das-grosse-halali-auf-den-wald-ist-eroffnet\/baustelle5\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1526\" title=\"baustelle5\" src=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle5.jpg\" alt=\"\" width=\"534\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle5.jpg 600w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle5-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle5-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/baustelle5-140x105.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px\" \/><\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n<h3>Was ist hier \u00f6konomisch?<\/h3>\n<p>Der Bau von Windkraftanlagen im Wald hat keinen Vorteil, sondern lediglich Nachteile: Beim Bau m\u00fcssen die Waldstrassen massiv verbreitert werden, B\u00e4ume links und rechts der Waldautobahn werden gerodet. Es muss neben dem eigentlichen Bauplatz f\u00fcr die Windkraftanlage auch noch eine etwa f\u00fcnfmal so grosse Fl\u00e4che f\u00fcr die Baumaschinen und die Arbeitsplattform gerodet werden. Beim R\u00fcckbau (<strong>Geri M\u00fcller:&#8220; <em>Man kann das alles spurlos entfernen!<\/em>&#8222;<\/strong>) muss die Waldstrasse wieder verbreitert werden oder bleibt praktischerweise gleich auf 4 Meter Breite anstelle der urspr\u00fcnglichen 2 Meter Breite. Das gr\u00f6sste Problem ist aber die entstehende Lichtung im geschlossenen Wald. Nachdem der europaweit massiv den Wald sch\u00e4digenden Sturm Lothar 1999 \u00fcber die Lande gezogen war, konnte eine professionelle Analyse die Ursachen klar eingrenzen. Das\u00a0 Dokument \u201e<a href=\"http:\/\/windland.ch\/doku_allgemein\/wald\/Lothar_Ursachen.pdf\" target=\"_blank\">LOTHAR Urs\u00e4chliche Zusammenh\u00e4nge und Risikoentwicklung<\/a>\u201c bezeichnet die L\u00fccken im geschlossenen Waldgef\u00fcge als gr\u00f6sste Ursache der massiven Sch\u00e4den:<\/p>\n<h4>Auf Seite 30 unten finden wir folgenden Abschnitt:<\/h4>\n<blockquote><p><em>\u201eDie Eigenschaften der kollektiven Stabilit\u00e4t, namentlich das Bestehen von Unterbrechungen des oberen Kronendaches (<span style=\"color: #ff0000;\"><strong>L\u00fccken, starke Eingriffe in die Oberschicht<\/strong><\/span>) bzw. einer Schw\u00e4chung (starker Borkenk\u00e4ferbefall) scheinen relevanter zu sein als die individuellen Stabilit\u00e4tseigenschaften.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h4>Und auf Seite 33 des gleichen Dokuments:<\/h4>\n<blockquote><p><em>\u201eUntersuchungen im Windkanal lassen annehmen, <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>dass die Schaffung von L\u00fccken gr\u00f6sser als eine Bauml\u00e4nge entscheidend wirken k\u00f6nnten<\/strong><\/span>. \u2026 Dank gr\u00f6sseren Zwischenr\u00e4umen in den Kronen steigt die Bewegungsamplitude der verbleibenden B\u00e4ume; der Dominoeffekt wird dann offensichtlicher. <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Sind einmal einzelne L\u00fccken gebildet, tritt der Wind mehr in die L\u00fccken ein und bildet Turbulenzen<\/strong><\/span>, welche den L\u00fcckenrand in Windrichtung destabilisieren (GARDINER et al. 1997). Ab einer bestimmten Aufl\u00f6sung des Bestandes kann die Netzwerkwirkung der Ger\u00fcstb\u00e4ume nicht mehr funktionieren und die Koh\u00e4renz der Struktur h\u00e4lt nicht mehr Stand. So gen\u00fcgen bei fortgeschrittener Aufl\u00f6sung des Bestandes <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>wenige starke B\u00f6en, um fl\u00e4chige Sch\u00e4den zu verursachen<\/strong><\/span>.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h4>Weiter auf Seite 35:<\/h4>\n<blockquote><p><em>\u201eUntersuchungen im Windkanal auf die Reaktion von Modellbest\u00e4nden mit unterschiedlichen Formen der Unterbrechung des Kronendaches zeigen, dass weniger regelm\u00e4ssige Unterbrechungen, <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>sondern vielmehr L\u00fccken f\u00fcr die Aufl\u00f6sung des Bestandesgef\u00fcges bzw. f\u00fcr den Zusammenbruch desselben verantwortlich sind<\/strong><\/span>. Sogar ungleichf\u00f6rmige Strukturen reagieren besser als L\u00fccken (MORSE et al. 2003; GARDINER und MARSHALL 1997; FRASER 1964). <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>L\u00fccken ab einer Bauml\u00e4nge<\/strong><\/span> lassen eine <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>erhebliche Steigerung der Biegemomente an der windexponierten L\u00fcckenwand <\/strong><\/span>erkennen (STACEY et al. 1994; GARDINER et al. 1997). So darf man annehmen, dass Fronten bzw. die Bildung von gr\u00f6sseren Femell\u00fccken wichtige Ans\u00e4tze f\u00fcr die Aufl\u00f6sung der Bestandesstabilit\u00e4t darstellen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Da diese Art von St\u00fcrmen in Zukunft wegen der Klimaerw\u00e4rmung eher h\u00e4ufiger auftreten, w\u00e4re diese &#8222;<em>Erleichterung zum Bau von Windkraftanlagen im Wald<\/em>&#8220; die zu erwartende Ursache von weit massiveren Waldsch\u00e4den in der Zukunft. Lothar hat nur schon Waldsch\u00e4den von 760 Mio. Schweizer Franken verursacht. Mit den zus\u00e4tzlichen Waldl\u00fccken der Windkraftanlagen w\u00e4ren es dann wohl doppelt so viele (<a href=\"http:\/\/www.waldwissen.net\/themen\/naturgefahren\/krisenmanagement\/wsl_lothar_bilanz_DE\" target=\"_blank\">Quelle<\/a>):<\/p>\n<blockquote><p><em>Die Schadensumme im Wald betr\u00e4gt rund 760 Mio. CHF, besonders stark  gesch\u00e4digt wurden dabei die privaten Waldeigent\u00fcmer. Weitere rund 730  Mio. CHF fielen durch Sch\u00e4den an Geb\u00e4uden und Fahrhabe an. Insgesamt  bel\u00e4uft sich die Schadensumme durch den Orkan Lothar auf ca. 1&#8217;780 Mio.  CHF, verursacht in nur zwei Stunden am Vormittag des Stephanstags 1999.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3>Waldweidefl\u00e4chen und Waldnahes bauen als guter Kompromiss?<\/h3>\n<p>Windkraftnutzung ist in der Schweiz wegen dem europaweit geringsten durchschnittlichen Windaufkommen sowieso schon auf die allerbesten Standorte f\u00fcr \u00f6konomisch betreibbare Anlagen angewiesen. Waldr\u00e4nder und Waldweidefl\u00e4chen (grosse Lichtungen) sind f\u00fcr die Rauigkeit des Windes ein grosses Problem. Es entstehen grosse Wirbel und Scherwinde, die den gleichm\u00e4ssigen Windfluss stark behindern. Dieses als &#8222;Rauigkeit&#8220; der Landschaft bekannte Element jeder Windpotenzialrechnung spielt bei solchen Standorten eine entscheidende Rolle. Mit der \u00f6konomischen Verf\u00e4lschung durch \u00fcbertriebene Subvention des trotzdem produzierten Stroms kann dieser Nachteil nicht ausgeglichen werden. Es ist also auch hier eine Frage des Verh\u00e4ltnisses zwischen Aufwand und Ertrag. Der Aufwand ist dermassen gross, dass wir dieses Thema nicht mehr anschneiden sollten. Eine Aufweichung des Waldgesetzes zu Gunsten eines unsinnigen und mit keinen stichhaltigen Argumenten untermauerbaren Windenergienutzung mitten in der Natur macht einfach keinen Sinn.<\/p>\n<h3>Deutschland<\/h3>\n<p>Auch in Deutschland werden Windkraftwerke nicht einfach in Waldgebiete gebaut. Es handelt sich dabei um klare Ausnahmen. In Deutschland werden die grossen Windparks meistens in die offene Ebene gebaut. Da Deutschland in Richtung Norden \u00fcber gute Windverh\u00e4ltnisse verf\u00fcgt, m\u00fcssen die wenigen H\u00fcgel nicht mit Windkraftwerken verunstaltet werden. Wie das in Deutschland \u00fcblich ist, wurde dazu eine exakte Studie ausgef\u00fchrt. Sie soll dem Leser nicht vorenthalten werden, obwohl die Aussagen manchmal widerspr\u00fcchlich sind. So geht die Studie nicht auf die Problematik der Anf\u00e4lligkeit von Waldl\u00fccken auf St\u00fcrme ein. Daf\u00fcr werden weitere Aspekte beleuchtet und obige Aussagen weitgehend best\u00e4tigt. Die Universit\u00e4t Kaiserslautern hat das Dokument &#8222;<a href=\"http:\/\/windland.ch\/doku_allgemein\/WindmuehlenimWaldEndfassung.pdf\" target=\"_blank\">Hinweise zur Planung von Windenergieanlagen auf Waldstandorten<\/a>&#8220; erstellt.<\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das schweizerische Waldgesetz ist nicht das restriktivste der Welt. In Japan wurde die reglementierte Nutzung des Waldes schon vor vielen hundert Jahren eingef\u00fchrt. In Europa ist das schweizerische Waldgesetz wohl als das nachhaltigste zu bezeichnen. Es verbietet grunds\u00e4tzlich die Rodung und den Bau von Anlagen mit &#8222;Nichtforstlichem Nutzen&#8220;. Die strengen Vorschriften sind historisch beg\u00fcndet. 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