{"id":1461,"date":"2010-11-23T10:14:27","date_gmt":"2010-11-23T10:14:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1461"},"modified":"2010-12-16T13:20:19","modified_gmt":"2010-12-16T13:20:19","slug":"das-kuckucksprinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1461","title":{"rendered":"Das Kuckucksprinzip"},"content":{"rendered":"<p>Der Kuckuck legt sein Ei in das Nest eines artfremden Singvogels. Dieser br\u00fctet das Ei des Kuckucks zusammen mit den Eigenen aus. Als Jungvogel verdr\u00e4ngt der Kuckuck seine artfremden Nestgenossen.<\/p>\n<p>Dieses Prinzip der Natur, das auch unter dem Begriff &#8222;Der St\u00e4rkere gewinnt&#8220; bekannt geworden ist, hat sich die Windradlobby in raffinierter Weise zu eigen gemacht. Das passende Nest wurde schnell gefunden. Sie konnten w\u00e4hlen zwischen verschiedenen Naturschutzorganisationen wie WWF, Greenpeace, Pro Natura und den vielen lokalen Naturschutzorganisationen, die sich als Hort von Idealisten und Gutmenschen geradezu anbieten.<\/p>\n<p>Wer jetzt den Eindruck erh\u00e4lt, in diesen Organistionen seien nur Theoretiker, Tr\u00e4umer und Dogmatiker besch\u00e4ftigt, der t\u00e4uscht sich gewaltig. In diesen Nestern tummeln sich mehrheitlich ernsthafte Natursch\u00fctzer, die tats\u00e4chlich den Schutz der Natur betreiben und denen wir gerade in der Schweiz viel zu verdanken haben. Sie waren es, die fr\u00fch auf die Missst\u00e4nde der Landschaftsverbauung und Abfallentsorgung einer st\u00e4ndig wachsenden Gesellschaft hingewiesen haben. Ohne diese Leute w\u00fcrde die Schweiz ein Hort der Abfallberge und Autobahnen sein. Mit anderen Worten: Die gef\u00e4hrlichen Dogmatiker sind in einer starken Minderheit. Sie sitzen nur in diesen Nestern, weil es sich da ideal f\u00fcr eine &#8222;bessere Welt&#8220; k\u00e4mpfen l\u00e4sst. Es muss hier nicht speziell erw\u00e4hnt werden, dass diese &#8222;bessere Welt&#8220; die etwas verworrenen Phantasien von Extremisten widerspiegelt. Und weil in den Naturschutzorganisationen eben jedes Mitglied so eine mehr oder weniger realistische Vorstellung einer &#8222;besseren Welt&#8220; mitbringt, fallen solche Kuckuckseier \u00fcberhaupt nicht auf.<\/p>\n<p>In diesem positiven Milieu haben sich also schon fr\u00fch Leute engagiert, die nicht nur heere Absichten mit der Natur haben. Im Raum Basel hat sich mit dem Kampf gegen das Kernkraftwerk Kaiseraugst eine Kultur des &#8222;Naturschutzes&#8220; entwickelt, das eine ganz eigene Zielsetzung verfolgt: Die Kernkraftwerke verhindern und abschaffen. Mit dem Unfall in Tschernobyl hat diese Gruppierung bis heute ein vermeintliches Recht gefunden, die Welt vor dieser &#8222;schrecklichen Technologie&#8220; zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wie es Ideologien an sich haben, entstehen sie aus einem guten Grund. Weil Ideologien schnell Gefahr laufen zusammenzubrechen, wenn dieser Grund entf\u00e4llt, muss das Thema dogmatisch festgeschrieben werden. Was beim Christentum und Islam zu Bibel und Koran gef\u00fchrt hat, nennt sich bei den baslern Ideologen &#8222;Gr\u00fcn gewinnt&#8220; (Rudolf Rechsteiner). Es sind alle Elemente einer auf Glauben basierenden Ideologie vorhanden: Repetitives Wiederholen der Glaubenss\u00e4tze, fehlen jeglicher wissenschaftlicher Grundlagen, schlechter Umgang mit Kritik, Verehrung von Gurus (Rudolf Rechsteiner oder Geri M\u00fcller als Beispiel), Hexenverbrennungen (Schwarz\/Weiss &#8211; Denken), die in diesem Fall erst w\u00f6rtlich stattfinden, aber wo ein Gedanke ist, liegt die Tat nicht mehr fern. So ist ein Kritiker sofort ein &#8222;Kernkraftgegner&#8220; und der wird von der &#8222;Atomlobby gesponsert&#8220;. Die Mechanismen einer totalit\u00e4ren Gesellschaft bl\u00fchen auf. Je einfacher das gr\u00fcne Weltbild desto glaubhafter f\u00fcr die d\u00e4mmernde Masse.<\/p>\n<h3>Einsitz in Nest 1: Bundesamt f\u00fcr Energie<\/h3>\n<p>Hier hat ein Vertreter dieser theoretischen Idealisten, Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger, fr\u00fch die richtigen Fehler begangen. Durch die systematisch Besetzung seiner Bundes\u00e4mter mit &#8222;<em>genehmer Gesinnung<\/em>&#8220; hat er sich\u00a0 auf der sicheren Seite gef\u00fchlt. Leider haben sich diese Gesinnungsgenossen fr\u00fch verselbst\u00e4ndigt. Das hat zum Beispiel dazu gef\u00fchrt, dass die &#8222;<em>Vereinigung zur F\u00f6rderung der Windkraft in der Schweiz<\/em>&#8220; (Suisse Eole) mit dem Vertreter Robert Horbaty mitten im Bundesamt f\u00fcr Energie hat einnisten d\u00fcrfen. Obwohl man da betont, dass Robert Horbaty &#8222;<em>nur ein externer Berater sei<\/em>&#8222;, ist es doch offensichtlich, dass die gesamte Windkraftgeschichte der Schweiz durch seine Wahnvorstellungen gepr\u00e4gt worden sind. Seinem fr\u00fchen Einfluss auf die BFE &#8211; Chefs Michael Kaufmann und Markus Geissmann haben wir es zu verdanken, dass praktisch alle Verordnungen und Zielsetzungen dieses Bundesamtes im Bereich Windenergie durch ideologische und technisch untaugliche Besch\u00f6nigungen gepr\u00e4gt sind, gegen die wir heute selbst mit einwandfreien Argumenten KAUM MEHR BEIKOMMEN. Die ersten Zielsetzungen f\u00fcr die Windkraftnutzung in der Schweiz wurden nicht von Politikern, sondern von diesen Technokraten ausgeheckt und ohne das Wissen oder die Zustimmung weder des Amtsdirektors noch des Bundesrates mit einer privaten Pressekonferenz an die \u00d6ffentlichkeit gebracht. Im Nachgang konnte Bundesrat Leuenberger nur noch die gute Miene zum b\u00f6sen Spiel machen, um wenigstens sein Gesicht und das der Amtsvorsteher zu wahren.<\/p>\n<h3>Einsitz im Nest Nr. II<\/h3>\n<p>Die leidige Geschichte um das &#8222;Konzept Windenergie Schweiz&#8220; ist die logische Fortsetzung dieser Schweinereien um die Windkraftnutzung Schweiz. Hier gab es eine Arbeitsgruppe aus verschiedenen Verb\u00e4nden und Amtstellen, die sich Gedanken \u00fcber die zuk\u00fcnftige Umsetzung des Privatdekrets von Robert Horbaty machen sollte. Das Ziel war nicht mehr &#8222;ob&#8220;, sondern lediglich noch &#8222;wie und wo&#8220; die Windkraftnutzung im wind\u00e4rmsten Land Europas stattfinden sollte. Hier eine \u00dcbersicht der Teilnehmer dieser Begleitgruppe mit Bewertung ihrer &#8222;Gesinnung&#8220;:<\/p>\n<ul>\n<li>ADEV, Eric Nussbaumer: ADEV Windkraft AG, baut und betreibt Windr\u00e4der in der Schweiz (Saint Brais).<\/li>\n<li>Juvent SA, Martin Reutemann: Baut und betreibt Windr\u00e4der in der Schweiz (Mont Crosin).<\/li>\n<li>Schweizerische Energiestiftung: Reto Planta, engagiert sich stark f\u00fcr die Abschaffung und Verhinderung von Kernkraftwerken, ist \u00fcberzeugt, dieses Ziel mit dem virulenten Bau von Windkraftwerken erreichen zu k\u00f6nnen, vertritt &#8222;Philosophie der kleinen Schritte&#8220; (jedes Quentchen Wasser, Wind, W\u00e4rme usw. muss mit egal welchem Aufwand in nutzbare Energie umgewandelt werden).<\/li>\n<li>Suisse Eole: Robert Horbaty, F\u00f6rderung der Windkraftnutzung als Hauptziel, ehemaliger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der ADEV Windkraft AG, siehe oben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Vertreter der Windradlobby haben nur ein Ziel verfolgt: So viele Windkraftanlagen wie m\u00f6glich durchzudr\u00fccken. Als Betreiber und Bauherren solcher Anlagen sind sie, mit Ausnahme der Energiestiftung, direkt und \u00fcber monet\u00e4re Anreize daran interessiert, dass Windkraftwerke auch gegen jeglichen Sinn gebaut werden k\u00f6nnen. Die Energiestiftung hat nur ein Ziel: Die Welt gegen Kernkraftwerke zu sch\u00fctzen und sie damit vermeintlich zu &#8222;retten&#8220;. Also entweder dogmatische Ideologie oder schlichter Mammon war die Hauptmotivation f\u00fcr die Beteiligung an der Begleitgruppe zur Erstellung des &#8222;Konzept Windenergie Schweiz&#8220;.<\/p>\n<h3>Die &#8222;Anderen&#8220; &#8211; im Nest Nr. III<\/h3>\n<p>In der Begleitgruppe hatte es noch andere Vertreter der Windradlobby. Ihre Zuordnung ist allerdings etwas schwieriger, weil sie eigentlich nicht als Solche angetreten sind: Die Vertreter der Umweltverb\u00e4nde WWF und Pro Natura.<\/p>\n<p>Beat Jans, Pro Natura: Als Basler mit klarer Abneigung gegen Kernkraftwerke ist mindestens in der N\u00e4he der ADEV Windkraftwerke AG anzusiedeln. Als Nachfolger von Rudolf Rechsteiner im Nationalrat, d\u00fcrfte die Gesinnung auch ziemlich klar sein. Die w\u00e4hrend der Diskussion zum <em>Konzept Windenergie Schweiz <\/em>eingebrachten Abstandsforderungen zu Schutzgebieten konnten vor allem deshalb durch die Autoren gestrichen werden, weil Leute wie Beat Jans mit Abwesenheit gegl\u00e4nzt haben. Vor allem bei der Opposition durch SAC, Heimatschutz und Stiftung Landschaftsschutz hat Beat Jans geschwiegen, weil abwesend. Damit hat Beat Jans wahrscheinlich mit Absicht einer natursch\u00e4digenden Regelung zum Durchbruch verholfen, die er als Windkraftfreund hat f\u00f6rdern wollen: Die kantonalen Schutzgebiete sollen kein Hindernis sein f\u00fcr gigantische Industrieanlagen mitten in der Natur! Zur Erinnerung: Beat Jans war eigentlich der Vertreter der Pro Natura in dieser Begleitgruppe! Auf Anfrage hat Beat Jans ein paar unbrauchbare Floskeln ge\u00e4ussert und dann jegliche weitere Diskussion ignoriert (Prinzip SP, siehe auch <a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/06\/15\/windfest-heitersberg-wir-haben-es-geahnt\/\" target=\"_self\">Doris Stump<\/a> und Umst\u00e4nde Begehung Heitersberg).<\/p>\n<p>Adrian Stiefel, WWF: Von ihm erh\u00e4lt man auf Anfrage schon mal gar keine Antwort. Der grosse Unbekannte war schon zu Zeiten der Diskussion in der Begleitgruppe aus den gleichen Gr\u00fcnden eher abwesend. An ihn mag sich kaum ein Mitglied der Begleitgruppe erinnern. Er wusste offensichtlich die Belange der Windradfreunde in guten H\u00e4nden &#8211; der Pro Natura. Auch Adrian Stiefel hat sich als Natursch\u00fctzer keinen Deut um die kantonalen Schutzgebiete gek\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Die Kuckucke haben in der Chefetage der Umweltverb\u00e4nde schon fast alle &#8222;artgerechten Natursch\u00fctzer&#8220; verdr\u00e4ngt. Die Pro Natura Zentralverwaltung &#8211; sie befindet sich einfachheitshalber gleich in Basel &#8211; findet den Bau von Windr\u00e4dern in Schutzgebieten und sogar im Wald als notwendiges \u00dcbel, um die Welt zu retten. Eine Kompromissl\u00f6sung aus der Sicht der Pro Natura, eine h\u00e4ndereibende M\u00f6glichkeit um viel Geld zu verdienen f\u00fcr die Suisse Eole. Als quasi staatliches Unternehmen (mit Lizenz zum Tiere t\u00f6ten) ist sie ja jetzt &#8222;<em>der geeignete Partner<\/em>&#8220; f\u00fcr die\u00a0 Naturschutzorganisationen. An der <a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/09\/01\/fachtagung-windstrom-naturlich\/\" target=\"_self\">Fachtagung <\/a>der Suisse Eole und der Pro Natura wurde peinlich darauf geachtet, dass die auch anwesenden Kritiker kaum zu Wort kommen konnten. Es wurde eine neue Technologie vorgestellt, die den Flederm\u00e4use zu Gute kommen solle: Mit ausgefeilter Technik sterben jetzt nur noch statistische 2 (Zwei!) Flederm\u00e4use pro Windkraftanlage und Tag. Ein echter Erfolg aus der Sicht des Naturschutzes, wirklich! Zu der Problematik der geschlagenen V\u00f6gel wurde kein Wort mehr verloren. Nach den Pl\u00e4nen von Leuten wie Rudolf Rechsteiner, Beat Jans, Geri M\u00fcller, Eric Nussbaumer, Robert Horbaty und weitere Illusionisten sollen bald mehrere Millionen Windturbinen das europ\u00e4ische Land verzieren. In der Schweiz wollen sie jeden noch so schwach bewindeten H\u00fcgel &#8222;ausnutzen&#8220;. Ein echter Vorteil f\u00fcr die Natur wurde noch nie nachgewiesen. Die vielen Nachteile sind klar nachweisbar. Auf Anfrage heisst es an der Fachtagung: &#8222;Sie wissen, es gibt viele Dokumente &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Wann bemerken die Natursch\u00fctzer , dass sie seit Jahren durch extreme Kernkraftgegner systematisch unterwandert und betrogen werden? Wann verhelfen sie einem echten Naturschutz wieder zu seinem Recht? Lange k\u00f6nnen sie den Kopf nicht mehr in den Sand stecken. Anstelle von Sand finden sie da je l\u00e4nger je mehr Betonfundamente der ach so umweltsch\u00fctzenden Windkraftwerke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kuckuck legt sein Ei in das Nest eines artfremden Singvogels. Dieser br\u00fctet das Ei des Kuckucks zusammen mit den Eigenen aus. Als Jungvogel verdr\u00e4ngt der Kuckuck seine artfremden Nestgenossen. Dieses Prinzip der Natur, das auch unter dem Begriff &#8222;Der St\u00e4rkere gewinnt&#8220; bekannt geworden ist, hat sich die Windradlobby in raffinierter Weise zu eigen gemacht. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,9,12],"tags":[],"class_list":["post-1461","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-die-profiteure-von-windkraft","category-vogel-fledermause"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1461","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1461"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1461\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1461"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1461"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1461"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}