{"id":1328,"date":"2010-09-01T08:02:05","date_gmt":"2010-09-01T08:02:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1328"},"modified":"2012-10-31T06:47:18","modified_gmt":"2012-10-31T06:47:18","slug":"fachtagung-windstrom-naturlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1328","title":{"rendered":"Fachtagung &#8222;Windstrom, nat\u00fcrlich.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Die Fachtagung stand unter dem Thema &#8222;Dialog zwischen Windkraft und Natur&#8220;. Die gew\u00e4hlte Strategie der ProNatura Schweiz ist &#8222;Retten, was zu retten ist&#8220;. Daf\u00fcr ist sie bereit, mit der Suisse Eole praktisch jeden Deal einzugehen, den man sich nur vorstellen kann. Es ist die Strategie eines Gefolterten, der seine Pein nun endlich los sein will, koste es, was es wolle. Dass diese Strategie in eine komplette Vereinnahmung der ProNatura Schweiz durch die Windradlobby f\u00fchren musste, war schon lange klar. Noch an der letzten Delegiertenversammlung haben ein paar kantonale Sektionen der ProNatura diesen Weg kritisiert. Offenbar vergebens.<\/p>\n<p>Die jetzt durchgef\u00fchrte Fachtagung war thematisch und ideologisch bereits klar abgesteckt. Das Wort &#8222;Dialog&#8220; wurde nur noch f\u00fcr eine schleichende Ann\u00e4herung zwischen Suisse Eole und ProNatura verstanden. Eine Opposition GEGEN den unkontrollierten Bau von Windkraftanlagen wurde im Keim erstickt. Der k\u00fcmmerliche Rest der &#8222;Sieben Aufrechten&#8220; konnten eigentlich nur noch das F\u00e4hnlein einziehen und zusehen, wie sich eine einst angesehene Naturschutzorganisation f\u00fcr den faulen Kompromiss prostituiert.<\/p>\n<p>Die am 31. August im ehrw\u00fcrdigen Rathaus Bern durchgef\u00fchrte Tagung hat aber auch einige wertvolle Beitr\u00e4ge erlebt. Zu erw\u00e4hnen ist hier der Vortrag von Fr\u00e4nzi Korner-Nievergeld, eine ausgewiesene Biologin, die zum Thema Flederm\u00e4use einen Vortrag auf europ\u00e4ischem Niveau gehalten hat.<\/p>\n<h3>Kollateralsch\u00e4den sind akzeptabel &#8211; man muss sie nur wissenschaftlich umschreiben!<\/h3>\n<p>Sie weist nach, dass mit verschiedenen Verfahren das Schlagrisiko f\u00fcr Flederm\u00e4use stark gemindert werden kann. Mit einem mathematisch ausgekl\u00fcgelten Verfahren werden die Windkraftwerke so gesteuert, dass sie beim gr\u00f6ssten Schlagrisiko den Betrieb einstellen. Der leidige Kompromiss zwischen Betriebsgewinn und T\u00f6tung von Flederm\u00e4usen hat einen etwas skurrilen Kollateralschaden von &#8222;akzeptierbaren&#8220; zwei\u00a0 toten Flederm\u00e4usen pro Jahr und WKA ergeben.<\/p>\n<p>In <a href=\"http:\/\/windland.ch\/wordpress\/2010\/02\/11\/die-fantastische-windenergie-des-dr-rudolf-rechsteiner\/\" target=\"_self\">Rudolf Rechsteiners<\/a> ertr\u00e4umtem Wind-Europa sind das &#8211; man muss sich das vorstellen &#8211; Drei Millionen und Vierhunderttausend Flederm\u00e4use pro Jahr. In Zahlen: <strong>3&#8217;400&#8217;000<\/strong>. Und auch das nur, wenn diese fantastische Schutzvorrichtung \u00fcberhaupt angewendet wird. Denn wird sie NICHT angewendet, steigt diese Zahl sofort auf das Zehnfache! Auch wenn man diese Windfantasieen nicht in die Realit\u00e4t bringen kann, sind das immer noch zwei Flederm\u00e4use ZU VIEL, wenn man an den fehlenden Nutzen solcher Technik denkt.<\/p>\n<p>Wer jetzt das Gef\u00fchl hat, dass diese Aussage ein Murmeln oder wenigstens das eine oder andere R\u00e4uspern im ehrw\u00fcrdigen Saal provoziert h\u00e4tte, der irrt sich gewaltig. Die Umweltsch\u00fctzer nahmen das Todesurteil f\u00fcr manchen Abendsegler still zur Kenntnis. Die auch anwesenden Windbauern haben bei diesem hervorragenden Vortrag sowieso nur die Worte &#8222;Abschaltung&#8220; und &#8222;Betriebsausfall&#8220; geh\u00f6rt.<\/p>\n<h3>Intelligente Netze f\u00fcr den teuren Traum einiger Spinner<\/h3>\n<p>Erw\u00e4hnenswert ist auch der Vortrag von Andrew Paice, ABB. Seinen Ausf\u00fchrungen zu theoretischen, geplanten und teilweise schon umgesetzten L\u00f6sungen zum Thema Smart Grid, also die intelligente Verteilung von Strom aus dezentralen Produktionsanlagen, war sehr interessant. Was dabei leider gefehlt hat, ist die Kostensch\u00e4tzung solcher L\u00f6sungen. Solche Netze sind nicht gratis zu haben. Es m\u00fcssen Billiarden von Euro f\u00fcr die Planung, den Bau und auch den Unterhalt aufgewendet werden. Dies f\u00fchrt \u00fcber kurz oder lang zum von den Gr\u00fcnen herbeigew\u00fcnschten Ziel einer massiven Stromverteuerung. Ob die Bev\u00f6lkerung und die Wirtschaft hierzu oppositionslos Hand bieten werden, ist mehr als fraglich. Den Lieferanten des &#8222;Smart Grid&#8220; ist es auf jeden Fall recht.<\/p>\n<h3>Man ist DAF\u00dcR, aber warum eigentlich?<\/h3>\n<p>Die Vortr\u00e4ge der opponierenden Gruppen innerhalb der Pro Natura waren leider etwas mutlos. Es zeigt sich, dass der alte Geist der Antiatombewegung immer noch der Leitgedanke der basler Zentrale der wichtigsten Umweltorganisation darstellt. Man l\u00e4sst lieber kollektiv die Hosen herunter, als dass man einer umweltzerst\u00f6rerischen Windradlobby endlich berechtigterweise die Stirn bietet.<\/p>\n<h3>Einbahnfragen erlaubt<\/h3>\n<p>Um den Schein eines echten Dialogs aufkommen zu lassen, konnte man des \u00f6ftern Fragen stellen. F\u00fcr die Beantwortung der Frage nach dem Nutzen von Windkraftanwerken\u00a0 f\u00fcr die Natur konnte niemand antworten. Sie h\u00e4tte vielleicht den notwendigen Paradigmenwechsel einl\u00e4uten k\u00f6nnen. Die Frage nach dem Nachweis der CO2 &#8211; Reduktion wurde vom Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Suisse Eole etwas schlacksig und mit einem leicht \u00e4rgerlichen Unterton kommentiert:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es gibt viele Dokumente, die das belegen, sie wissen das Herr Merkli!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Antwort erinnerte mich spontan an repetitiv wiederholte \u00c4usserungen des Hauptmediums im Aargau, das zur Qualit\u00e4t des Windes in der Schweiz mit der Floskel &#8222;es hat genug Wind&#8220; der demokratischen Verpflichtung nach Informationsverteilung nachkommt.<\/p>\n<p>Damit war das Thema abgeschlossen, denn der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Suisse Eole musste solche Aussagen noch nie belegen. Er weiss sich in der Gnade des Glaubens einer treuen, von diesem Glauben finanziell abh\u00e4ngigen Anh\u00e4ngerschaft. Der &#8222;Zentralrat&#8220; hat zwei Wochen vor dem Anlass auf die Beweisf\u00fchrung der marginalen CO2 Wirkung verzichtet. An dieser Fachtagung sagt der Zentralsekret\u00e4r der Pro Natura dazu lediglich noch:<br \/>\n<em><\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>Herr Rigassi hat die richtigen Zahlen &#8230;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3>Am Schluss der Gipfel<\/h3>\n<p>Wie bei jedem gut arrangierten Gericht wurde auch an diesem Anlass der Dessert am Schluss pr\u00e4sentiert. Geri M\u00fcller, er muss hier namentlich erw\u00e4hnt werden, weil er doch Bundesratskandidat und Goalie beim FC Nationalrat ist, durfte den Schlusspunkt mit einer zugegebenermassen abwechslungsreichen und interessanten Schlussrede halten. Er war als &#8222;Schiedsrichter&#8220; der Tagung anwesend und hat gut aufgepasst, was die Opposition nicht hat sagen d\u00fcrfen. Immerhin nahm er die Kardinalsfrage des B\u00f6fei auf und hat sie stellvertretend f\u00fcr die Pro Natura beantwortet, oder besser gesagt, &#8222;in Nichts aufgel\u00f6st&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p><em> Ich glaube es ist NICHT die Frage, ob Windkraft der Natur etwas bringt, sondern &#8230;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Und nun folgen die Floskeln aus &#8222;Gr\u00fcn gewinnt&#8220;, die \u00fcbliche Angstmacherei mit Peak-Oil, drohenden Resourcenkriegen, ausgehendes Uran, der schon bei der Drucklegung veralteten Brosch\u00fcre der Energiestiftung zum Thema Energie und all dem anderen, durch jeden F\u00fcnftkl\u00e4ssler widerlegbaren Bl\u00f6dsinn, der nur deshalb immer wieder herangezogen werden muss, weil der Atomkraftgegner keine sinnvollen Argumente gegen den B\u00f6fei findet. Das Prinzip &#8222;Glauben macht selig&#8220; wird diesen Typus Politiker immer wieder zu mentalen H\u00f6chstleistungen des theoretischen Gegackers f\u00fchren.<br \/>\nIm H\u00fchnerstall wird w\u00e4hrenddessen euphorisch genickt und Geklatscht. Der ehrw\u00fcrdige Saal verwandelte sich an diesem 31. August 2010 in einen denkfreien Raum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fachtagung stand unter dem Thema &#8222;Dialog zwischen Windkraft und Natur&#8220;. Die gew\u00e4hlte Strategie der ProNatura Schweiz ist &#8222;Retten, was zu retten ist&#8220;. Daf\u00fcr ist sie bereit, mit der Suisse Eole praktisch jeden Deal einzugehen, den man sich nur vorstellen kann. 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