{"id":1311,"date":"2010-12-03T07:54:53","date_gmt":"2010-12-03T07:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1311"},"modified":"2011-01-09T17:17:18","modified_gmt":"2011-01-09T17:17:18","slug":"die-letzten-windrader","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.windland.ch\/wordpress\/?p=1311","title":{"rendered":"Die letzten Windr\u00e4der?"},"content":{"rendered":"<div id=\"article_journaliste\">Originaltext: l&#8217;Illustr\u00e9, Par <a href=\"mailto:philippe.clot@illustre.ch\">Philippe Clot<\/a> &#8211; Mis en ligne le 24.08.2010<\/div>\n<p>Die aktuellen Windparkprojekte mobilisieren die Gegner mehr denn je. Die acht neuen, gigantischen Windr\u00e4der auf dem Mont Crosin (Berner Jura)\u00a0 sind deshalb nicht mehr in Gefahr. Aber die 108 weiteren bekannten Projekte riskieren, die Fahne streichen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Windkraftnutzung hat gerade erst so richtig Aufschwung erhalten, nun stehen die Zeichen bereits auf Sturm. Je l\u00e4nger je mehr werden die Windr\u00e4der nicht mehr als Botschafter einer naturnahen Energieversorgung betrachtet. Sondern als Zerst\u00f6rer der Landschaft. Der Wind dreht ausgerechnet jetzt, wenn die gr\u00f6ssten Projekte in Angriff genommen werden sollten.<\/p>\n<p>Mit den acht zus\u00e4tzlichen grossen Windkraftanlagen, die den wesentlich Kleineren zugebaut wurden, sieht der Windpark auf dem Mont Crosin nun wie ein richtiger grosser Windpark aus, wie man ihn auch an den K\u00fcsten D\u00e4nemarks antrifft. Damit wird die bestehende Leistung des Mont Crosin verdreifacht und die durch Windkraftwerke erzeugte Kapazit\u00e4t schweizweit um 40% erh\u00f6ht. Das entspricht dem Verbrauch einer kleinen Stadt, was den auch anwesenden K\u00fchen trotz dem pulshaltigen L\u00e4rm ziemlich unwichtig zu sein scheint.<\/p>\n<p>Die Installation dieser Windm\u00fchlen der Marke Vestas fand reges Interesse bei der Bev\u00f6lkerung und auch den lokalen Honoratoren. Im benachbarten Bauernhof wurd eine Kaffeteria namens &#8222;caf\u00e9 mit&#8220; improvisiert. Jedes neue Turmst\u00fcck und jeder neue Rotor hat hunderte von Berner und Jurassier magisch angezogen. Die Montage der riesigen Kanzel auf einer H\u00f6he von 95 Metern, die an das Zusammenbauen eines St\u00fccks LEGO erinnert hat, war den Aufstieg auf die Weiden des Mont Crosin wert.<\/p>\n<h3>Herr der Lage<\/h3>\n<p>Es ist eindeutig: Die BKW hat Erfolg mit ihrer Anlage auf dem Mont Crosin. Im Gegensatz zu Saint Brais, das mit der gleichen Idee v\u00f6llig versagt hat. Dort sind die beiden Anlagen zu nahe an das Wohngebiet herangebaut und deshalb der Grund f\u00fcr ein schwieriges Zusammenleben, auch unter der Dorfbev\u00f6lkerung. Ist die Windenergie eine valable L\u00f6sung f\u00fcr die Schweiz, die solche enormen Nachteile f\u00fcr Mensch, Landschaft und Natur rechtfertigen? Martin Pfisterer, Direktor der den Mont Crosin betreibenden Juvent SA sagt dazu:<\/p>\n<blockquote><p>Wir k\u00f6nnen in der Schweiz niemals wesentlich mehr als 1% der Energieversorgung durch Windkraftwerke sicherstellen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Entlang der ganzen Jurakette ist derweil der Deich gebrochen und dutzende Projekte trennen die Bev\u00f6lkerungsmeinung schon vor dem ersten Spatenstich. Der Mont Crosin hat keine solchen Probleme. Er k\u00f6nnte m\u00f6glicherweise f\u00fcr immer drehen, sagt der Chef des klassenbesten Windparks der Schweiz.<\/p>\n<p>Das ist deshalb, weil Martin Pfisterer selbst von den Windkraftgegnern respektiert wird. Er ist Advokat und seit sechzehn Jahren Direktor der Juvent SA, bekannt als ein Meister des Dialogs.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Um solche Anlagen in einem dermassen dicht bev\u00f6lkerten und landschaftlich sch\u00f6nen Land aufstellen zu wollen, muss man unbedingt die Bev\u00f6lkerung von Beginn weg einbeziehen. Dieser Dialog darf auch nach dem Bau nicht nachlassen. Das w\u00e4re ein taktischer Fehler.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<h3>Nur 40 Millionen KWh Strom<\/h3>\n<p>Die anf\u00e4nglichen Turbulenzen bei der Planung des Mont Crosin hat Pfisterer in zusammearbeit mit der Stiftung Landschaftsschutz und dem Bundesamt f\u00fcr Energie kanalisiert. &#8222;Es wurde vereinbart, auf den H\u00fcgelkreten keine Windr\u00e4der aufzustellen um die \u00e4sthetische Wirkung f\u00fcr die Wohngebiete zu minimieren. Und wir haben die Windr\u00e4der in Gruppen unterteilt, jede zwischen je einer Gel\u00e4ndetasche unber\u00fchrter Natur. Wanderer w\u00fcrden sich nicht wohlf\u00fchlen inmitten eines Gel\u00e4ndes, das ausschliesslich f\u00fcr die Nutzung der Energiewirtschaft gebaut wurde. Und das Planungsgebiet ist endg\u00fcltig. Es werden keine weiteren Anlagen mehr gebaut.<\/p>\n<p>Aber ist es der Aufwand wert f\u00fcr lediglich 40 GWh sechzehn dieser Maschinen zu betreiben und damit lediglich einen Tausendstel des Strombedarfs der Schweiz zu produzieren? &#8222;Das ist zwar wenig, aber auch nicht nichts&#8220;, pr\u00e4zisiert Pfisterer, &#8222;es ist immerhin Strom f\u00fcr 13&#8217;000 Haushaltungen.&#8220;<\/p>\n<h3>Nukleare Motivation?<\/h3>\n<p>Es gibt zwei Gr\u00fcnde, warum die Elektritzit\u00e4tsunternehmen der Schweiz ihren Berner Kollegen mit einigen Dutzend weiteren Windparks folgen wollen. Der erste ist finanzieller Art. Die 20 Rappen Subvention pro KWh Windstrom machen den Wind zu einem lukratives Gesch\u00e4ft. Die Kostendeckende Einspeiseverf\u00fcgung des Bundes (KEV) erlaubt garantiert einen markt\u00fcblichen Preis f\u00fcr den erzeugten Strom. Aber die Juvent SA hat auf diese M\u00f6glichkeit verzichtet. &#8222;Wir werden durch die 6&#8217;000 Kunden und Unternehmen finanziert, die sich bereit erkl\u00e4rt haben, uns 18 Rappen Aufpreis pro KWh Strom zu bezahlen.&#8220;<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Mit diesen Windr\u00e4dern f\u00fcllen sich die einen die Taschen, den L\u00e4rm haben aber andere.&#8220; Oliver Lador, einer der F\u00fchrer der Opposition gegen Windprojekte<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ohne diese freundliche und uneigenn\u00fctzige Unterst\u00fctzung sind unsere Anlagen nicht in zehn, aber sicher in zwanzig Jahren amortisiert. Bei einer Lebenserwartung von 25 Jahren. Das wirtschaftliche Interesse ist also klein. Wir bedauern, dass diese 350 Millionen Franken an Subventionsgeldern nicht genauer \u00fcberpr\u00fcft werden mit den Kantonen. Es sollten damit vor allem gute Bewirtschaftungspl\u00e4ne gefordert werden.<\/p>\n<p>Wenn man die Menschen der Region nicht ernst nimmt, ist ein solcher Windradboom reine Ver\u00fccktheit. Es wird \u00fcberall so ausgehen wie in Saint Brais und f\u00fchrt zu einer systematischen Opposition der Windkraft in der Schweiz. Deshalb gelingt es dem Bund nicht mehr als bisher 50 anstatt 350 Millionen CHF daf\u00fcr zu verteilen.\u00a0 Wegen der Opposition.<\/p>\n<p>Die zweite Motivation der Stromversorgungsunternehmen ist politisch. Sie wollen damit zeigen, dass die neuen Kernkraftwerke notwendig sind. Denn wenn es so weiter geht, werden wir nie mehr als 1% der Stromversorgung aus Windkraft erreichen.<\/p>\n<p>Um einen baldigen Energiemangel abzuwenden, m\u00fcssen wir unbedingt eine neue Kernkraftzentrale bauen, weil uns Frankreich ab ca. 2020 keinen Strom aus ihren Kernkraftwerken mehr verkaufen kann. Windkraft kann einen Kernreaktor nicht wirklich ersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltext: l&#8217;Illustr\u00e9, Par Philippe Clot &#8211; Mis en ligne le 24.08.2010 Die aktuellen Windparkprojekte mobilisieren die Gegner mehr denn je. Die acht neuen, gigantischen Windr\u00e4der auf dem Mont Crosin (Berner Jura)\u00a0 sind deshalb nicht mehr in Gefahr. Aber die 108 weiteren bekannten Projekte riskieren, die Fahne streichen zu m\u00fcssen. 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